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Herssel-tl Kmsbllitt.

Mit wöchentlicher Hratis-WeilageIllustriktes Iuterljaltuugsölatt^.

Nr. 93. Donnerstag den 6. August 1891.

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Bestellungen

auf das Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllustrirtes Unterhaltungs-Blatt" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrtefträgeru und von der Expedition ange­nommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 1. August 1891.

Die Herren Lokalschulinspektoren des Kreises werden ergebenst ersucht, bezüglich der Ihnen unterstellten Schulen eine Nachweisung nach dem nachstehenden Muster gefälligst aufzustellen und möglichst bald anher einzusenden.

Es ist diese Nachweisung zu den, behufs zweck­mäßigerer Regelung der Lehrer-Besoldungen von

dem Herrn Cultusminister angeordneten Erhe­bungen erforderlich und wird bezüglich der Aus­füllung der einzelnen Spalten Folgendes bemerkt:

1) Die zur Ausfüllung der Spalten 2a und 4a bis d erforderlichen Zahlen sind soweit sie dort nicht bekannt, von den Ortsvorständen einzufordern.

2) Die Angabe zu Spalte 2b ist nöthigenfalls durch die betreffenden Lehrer genau feststellen zu lassen.

3) Spalte 3 soll hier ausgefüllt werden und ist daher frei zu lassen.

4) In Spalte 6 sind sämmtliche Einnahmen der Schulstelle, die aus Landdotation, Kapi­talbesitz, aus der Kirchenkasse, Stiftungen, Raturallieferung fließen, einzusetzen unter Angabe, woher sie stammen.

5) In Spalte 8 sind alle Leistungen der Ge­meinde zu dem Stellengehalt aufzuführen, ohne Unterschied, Ä sie aus der gesetzlichen Staatsbeihülfe Deckung finden oder nicht. Besonders gehört die dem Lehrer nach Weg­fall des Schulgelds gewährte Pauschsumme hierher.

6) In Spalte 11 ist zu specificiren, wie ein ein etwaiger Ueberschuß aus der gesetzlichen

Staatsbeihülfe verwandt wird. Hierher gehört die Feuerungsvergütung, die Mieths- entschädigung (nicht Miethswerth der Natu- ral-Wohnung), das Gehalt der Handarbeits­lehrerin u. s. w.

7) In Spalte 12 sind alle sächlichen Schul- kosten, speciell auch die Zinsen und Amor­tisationsrenten von zu Schulzwecken aufge­nommenen Anleihen einzusetzen.

8) Behufs Beantwortung der Frage in Spalte 13 wollen Sich die Herren Lokalschulinspek­toren gefälligst eingehend von den Ortsvor­ständen über die Gesammtverhältniffe der Gemeinde bescheiden lasten soweit Ihnen solche nicht selbst bekannt sind und hier­nach Ihre Gutachten abgeben.

9) Zu Spalte 14 wird bemerkt, daß die Fest­setzung bestimmter Gehaltssätze (Mindestge­halt, Durchschnittsgehalt 2c.) beabsichtigt wird.

Die Herrn Bürgermeister des' Kreises sind angewiesen worden, alle die Aufstellung der Nach- weisung betreffende Ersuchen und Anfragen mit möglichster Beschleunigung zu erledigen.

7675 I. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

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Gesammt- aufkommen an directen Staats­steuern (außer

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Davon sind durch eigene Einkünfte der Stelle und kirch­liche Acci­denzien gedeckt.

Davon sind durch wider­rufliche Staats- Beihülfe gedeckt.

Die Ge­meinde gewährt einen Zuschuß von:

Die Gemeinde zahlt über die gesetz­liche Staats­beihülfe hinaus zu dem Stellen­gehalt.

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Hersfeld, den 1. August 1891.

Im Anschluß an vorstehendes Ausschreiben werden die Herren Bürgermeister des Kreises hierdurch angewiesen, alle diesbezüglichen von den Herren Lokalschulinspektoren _ an sie ergehenden Anfragen, Ersuchen u. s. w. mit möglichster Beschleunigung zu erledigen.

^675 II. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 4 August 1891.

Die Herren Bürgermeister sämmtlicher Ge- weinden des Kreises, in welchen Hundesteuer er« hoben wird, werden hierdurch veranlaßt, bis zum 10. d. M. hierher zu berichten, ob ein ordnungs- mäßiges Statut, dessen Datum zutreffenden Falls anzugeben ist, über die Einführung und Erhebung dieser Steuer errichtet und in der Gemeinde- Repositur vorhanden ist.

A. 752. Der Königliche Landratb

Freiherr von Schleinitz.

Berlin, 31. Juli 1891.

Der am 12. Juli von Hamburg abgegangene Dampfer »Neko" der deutschen DampfsänfffahrtS« Gesellschaft »KosmoS" ist auf der Reise nach Süd-Amerika am 21. Juli Abends in der Nähe von Brest bei der Insel Quessant gesunken. Während Passagiere und Mannschaft gerettet

worden sind, hat eine Bergung der an Bord ge- weseneu Post sich nicht ermöglichen lassen; die betreffenden Briefsendungen sind daher als ver­loren zu betrachten.

Reichs-Postamt, I. Abtheilung. Sachse.

Rußland «nd Frankreich.

Die Tage des Besuches der französischen Flotte in Rußland nähern sich ihrem Ende, und mehr und mehr geht die journalistische Erörterung dieses Zwischenfalls von der Berichterstattung über die Vorgänge an sich, deren Schauplatz St. Petersburg und Kronstadt waren, zur Besprechung der Conseguenzen über, welche aus dem franzö­sischen Besuch in Rußland für die politische Weltlage sich ergeben könnten. Bei verschiedenen Gelegenheiten ist während der Feste in St. Petersburg von russischer sowohl wie von franzö­sischer Seite der Frieden als das wesentlichste Ziel der russisch-französischen Sympathieen betont worden, und, ganz abgesehen von dem Gebot der Höflichkeit, welches an die Aufrichtigkeit solcher Kundgebungen bis zum Nachweis des Gegentheils zu glauben verpflichtet, liegt auch in der politischen Konstellation des Augenblicks und in den be­sonderen Verhältnissen der beiden in Frage kom­menden Reiche kein genügender Grund vor, jedem Einzelnen derselben und ihrem etwaigen freund­

schaftlichen Zusammenwirken die Absicht einer directen Friedensstörung zuzumuthen.

Nichtsdestoweniger erschiene es bet dem natio­nalen Temperament der Raffen wie der Franzosen wenigstens nicht unnatürlich, wenn aus dem Be­wußtsein der innigeren verständnißvollen Ver­bindung der beiden großen und starken Reiche ein erhöhtes Maß von Selbstbewußtsein resulttrte, welches in einer nachdrücklicheren Betonung mancher bisher latenter, oder doch nur schwächer betonter Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck gelangen könnte. Und es klingt beinahe wie eine Abnung derartiger Früchte des französisch-russischen Sym- Pathien-Bustausches, wenn englische Zeitungen die Möglichkeit zu erörtern beginnen, daß binnen Kurzem verschiedene, seit längerer Zeit mehr in den Hintergrund getretene Einzelheiten des Ensembles der sogenannten orientalischen Frage neuerdings aktuell zu werden beginnen könnten. Im »Standard" wird in diesem Sinne auf die Frage der Meerengen Htnaewiesen, während die »Times" verschiedenerlei Versuche zur Aenderung des Status quo in Egypten fignalistreu zu müssen glauben.

Bei dem außerordentlich feinen Instinkt der englischen Journale für die Interessen her britischen Politik muß ebensowohl ausgeschlossen erscheinen, daß angesehene britische Organe aus reinem Muthwillen, so zu sagen, deu Teufel an die