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klsseldtt Kreisblatt
Mit wöchentlicher Kratis-Weilage „Illustrirtes Auterhaltungsblatt".
Nr. 87.
Donnerstag den 23. Jnli
Amtliches.
HerSfeld, den 18. Juli 1891.
Den Herren OrtSvorständen zu
Hersfeld, Kalkobes, Untermann, Rotensee, Friedlos, Kathus, Meckbach, Mecklar, Ober- baun, PeterSberg, Rohrbach, Sorga und Tann theile ich hierdurch die EinquartierungSliste über die Bequartierung ihrer Gemeinden während der diesjährigen Herbstübungen seitens der Truppen der 21. Division mit dem Auftrage mit, daS hiernach Erforderliche alsbald zu veranlassen.
1. Stadt Hersfeld
a. am 29. und 30. August:
Regiments-Stab des Ulanen-Regiments Nr. 6 und 1«, 2. und ’/+ der 5. Escadrou des genauv- ten Regiments in Stärke von zusammen 15 Officieren, 325 Mann und 363 Pferden.
b. am 4. September:
Stab der 41. Infanterie-Brigade, Stab des Infanterie-Regiments Nr. 87, 1. und 3. Bataillon des genannten Regiments und Unterofficier-Schule sowie Stab des Artillerie-RegimentS Nr. 27, Abtheilungs-Stab und 1. Batterie des genannten Regiments in Stärke von zusammen 71 Officieren, 1670 Mann und 100 Pferden.
2. Gemeinde Kalkobes
a, am 29. und 30. August:
*/4 der 5. Escadron des Ulanen-Regiments Nr. 6 in Stärke von 1 Officier, 28 Mann und 31 Pferden.
b. am 4. September:
1 Compagnie des 3. Bataillons Infanterie- Regiments Nr. 88 in Stärke von 4 Officieren, 133 Mann und 1 Pferd.
3. Gemeinde Unterhaun
a. am 2 8. August:
1/2 der 4. Escadron des Ulanen-Regiments Nr.
Auf hohem Pferde.
Roman von Georg Horn.
(Fortsetzung und Schluß.)
Was ich bisher im Leben nicht gelernt hatte, meinen Willen zu beugen, Entsagung zu üben, mich zu überwinden, unter;uordneu im Bewußtsein zu dienen, mit einem Worte die Demuth, das habe ich in dieser Zeit und in diesem Verhält- nisse gelernt. Durch dieses wurde ich erzogen und so der Erbfehler der Familie meiner Mutter, der hochfahrsude Geist der Prinzessin Melauie Ost ein beschworen."
Fast wäre das Papier den Händen GebhardS entfallen. WaS er während deS Lesens geahnt, mit verhaltenem Athem — unterm Flimmern der Augen hatte kommen sehen, hier stand eS in Buchstaben — der Name Melanie Ostetn.
„Ach, Gebhard, das ist ja schrecklich," jammerte Taute Armgard, nachdem der Neffe sie von allem in Kenntniß gesetzt hatte. „Nun hättest Du ja glücklich werden können und ich dazu, über diese liebe Claudine — Freiin von Lengersdorff. Ist daS ein Mädchen! Ich habe eS gleich in ihr ge- ahnt. Und was die Kammerjungfer — daS vergißt man. So groß die Ehre ist eine vom Stamme der Ostein in der Familie zn haben, so ist dieser Name hier Dein Berhängniß, lieber Gebhard. Was Onkel Fritz haßt, daS haßt er , und um so stärker, je mehr er eS geliebt hat,
6 in Stärke von 2 Officieren, 56 Mann und 62 Pferden.
b. am 4. September: Bataillons-Stab und 2 Compagnien des 2. Ba- taillons Infanterie-Regiments Nr. 87 sowie */2 der 4. EScadrou Ulanen-Regiments Nr. 6 in Stärke von zusammen 14 Officieren, 329 Mann und 68 Pferden.
4. Gemeinde Rotensee
a. am 2 8. August:
*/, der 4. EScadrou Ulanen-Regiments Nr. 6 in Stärke von 2 Officieren, 56 Mann und 62 Pferden.
b. am 4. September:
1 Compagnie des 2. Bataillons Infanterie- Regiments Nr. 87 sowie 4/2 der 4. Escadrou Ulanen-Regiments Nr. 6 in Stärke von 6 Offi- cierev, 189 Mann und 65 Pferden.
5. Gemeinde Friedlos am 4. September: BataillouS-Stab und 1 Compagnie des 2. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 88 in Stärke von 8 Officieren, 140 Mann und 5 Pferden.
6. Gemeinde Kathus am 4. September:
1 Compagnie des 3. Bataillons Infanterie- Regiments Nr. 88 sowie 2. Batterie des Artillerie- Reaiments Nr. 27 in Stärke von zusammen 8 Officieren, 233 Mann und 47 Pferden.
7. Gemeinde Meckbach
am 4. September: Bataillons-Stab und 3 Compagnien des 1. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 88 sowie der 3. Escadron Ulanen-Regiments Nr. 6 tu Stärke von zusammen 17 Officieren, 434 Mann und 38 Pferden.
8. Gemeinde Mecklar am 4. September: Stab deS Infanterie-Regiments Nr. 88 und 1
wie diese Melanit. O, dieser gräßliche Hochmuth, der hier daS Glück von zwei Menschen zerstört! Denn ohne Dein Familienvermögen kannst Du nicht heirathen, das wäre ein Unsinn. Und ich — ich allein kann nicht testiren ohne Onkel Fritz und der wird nie eiuwtlliaen. O, der Hochmuth!"
Tante Armgard war sehr erregt, ste hatte die Nacht wenig geschlafen, da Schnukt sehr gehustet hatte und in letzter Zeit ihr viel Sorge machte. Gebhard hatte mit Claudius eine lange Unterredung und diese ihn gefragt, ob sie die Erlaucht zur Mitwisserin ihres Herzensgeheimniffes machen dürfe. Er war damit einverstanden. DaS Nächste, waS nach seiner Meinung zu thun war, sein Kommando rückgängig machen, waS allerdings nicht so leicht war. Es hatte ihm Mühe gekostet, eS zu erlangen und noch viel schwerer würde eS sein, es rückgängig zu machen.
„Ich kann doch," äußerte er in seiner humoristischen Weise, die ihn auch in so ernster Lage nicht verließ, „ich kaun doch nicht zu der Spezies der Feldzugswittwen noch eine neue hinzufügev, die Afrikabraut. Zwei Jahre Dich verlassen müssen, Du liebeS Mädchen! Nein dieses Opfer können der Reichskanzler und das deutsche Volk nicht von mir verlangen — Aber erst rückenfrei sein, dann kann ich erst handeln, dann steige ich selbst in die Höhle deS Löwen hinab und kriege dann den alten Knurrer, den Onkel Fritz so weich, daß er mir noch seine Thränen als einen
Compagnie deS 2. Bataillons des genannten Regiments sowie Abtheiluugs-Stab und 4. Batterie deS Artillerie-RegimentS Nr. 27 in Stärke von zusammen 16 Officieren, 303 Mann und 64 Pferden.
9. Gemeinde Oberhaun am 4. September
1 Compagnie des 2. Bataillons Infanterie- Regiments Nr. 87 in Stärke von 4 Officieren, 133 Mann und 1 Pferd.
10. Gemeinde Petersberg am 4. September:
*/, der 3. Batterie Artillerie-RegimentS Nr. 27 in Stärke von 1 Officier, 34 Mann und 16 Pferden.
11. Gemeinde Rohrbach am 4. September:
1 Compagnie des 2. Bataillons Jufanterie- Regimeuts Nr. 88 und 5. Batterie des Artillerie- ReaimevtS Nr. 27 in Stärke von zusammen 8 Officieren, 233 M^ und 47 Pferden.
12. Gemeinde Sorga
am 4. September:
BataillouS-Stab und 2 Compagnien des 3. Bataillons Jufanterie-Regiments Nr. 88 und 2/, der 3. Batterie Arttllerte-Reaimeuts Nr. 27 in Stärke von zusammen 15 Officieren, 339 Mann und 36 Pferden.
13. Gemeinde Tann am 4. September:
1 Compagnie des 2. Bataillons Jufanterie- Regiments Nr. 88 und 6. Batterie Artillerie- Regiments Nr. 27 in Stärke von zusammen 8 Officieren, 233 Mann und 47 Pferden.
In Bezug auf die Einquartierung selbst bemerke ich noch Folgendes:
Die am 28. bezw. 29. und 30. August er. zur Einquartierung gelangenden Truppentheile em*
HochzeitSschmuck für Dich mit auf deu Heimweg giebt.
Anfangs hatte die Erlaucht Miene gemacht dem Rittmeister zu zürnen, daß er ihr Kleinod ihr entführen wollte, aber daS hielt nicht lange vor. Sie gehörte zu jenen Seelennaturen, bei denen die Liebe Alles wirkt — auch fremdes Glück nur zu sehen, wie bet Claudine und Gebhard. Diese — ste und Tante Armgard bildeten in diesen Stunden ein festes ComitS des Herzens. Nur Tante Armgard war etwas „präoccupirt" — wegen Schnukt.
ES war in einer frühen Morgenstunde, als ste im Hotel zu Gebhard in daS Zimmer gestürzt kam mit dem Jammerrufe: JSr ist todt — dahin!"
„Schnukt?" frug Gebhard —
„Nein, Onkel Fritz. Hier ist die Depesche!"
Es war wirklich so. Tante Armgard kaufte sich die dichtesten Cröpeschleier und am Mittag reisten Beide nach dem Städtchen, wo Onkel Fritz gelebt hatte und begraben werden sollte. Mau hatte in einer Schublade einen Zettel gefunden, in dem angeordnet war, daß man ihm seine Melante, feine LiebliugSfliute in den Sarg legen sollte. „Der Herr Graf," meinte der HauS- Wirth, „ist wie dte Indianer, die glauben auch im Jenseits die ewigen Jagdgründe wieder zu finden. Der schießt nach den Waffervögeln noch auS dem Sarge heraus."