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Nr. 75. Donnerstag den 25. Juni
1891.
Amtliches.
Hersfeld, den 17. Juni 1891.
Nachstehend bringe ich das Verzeichniß der für die Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Heffen-Naffau bestellten Vertrauensmänner und Vertrauensersatzmänner aus dem hiesigen Kreise mit dem Auftrage zur Kenntniß der Herren Ortsvorstände des Kreises, die für den Amtsgerichtsbezirk bestellten betreffenden Personen zu veröffentlichen.
6070. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Verzeichnis
der für die Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Heffen-Naffau bestellten Vertrauensmänner und Vertrauensersatzmänner aus dem Kreise Hersfeld.
o jO
Amts- Bezirk.
B e st e l l t sind:
für die Arbeitgeber als:
für die Versicherten als:
Vertrauensmann:
Ersatzmann:
Vertrauensmann:
Ersatzmann:
Namen
Wohnort
Namen
Wohnort
Namen
Wohnort
Namen
Wohnort
1
2
3
4
Amtsgerichtsbezirk Hersfeld
Amtsgericht sbezirk Niederaula
Amtsgerichtsbezirk Friedewald
Amtsgerichtsbezirk Schenk- lengsfeld
Duden, August, Tuchfabrikant
Gichmann, Heinrich, Gast- und Landwirth
Grau,Leonhard, Landwirth
Müger,Heinrich, Burghard, Ackermann
Hersfeld
Niederaula
Heringen
Unterweisenborn
Serauer, Ma-
schinenfabrikant
H^itgrim, Aug.,
Landwirth
Kaase, Gutsbe
sitzer
Gtto, Gutspächter
Hersfeld
Niederaula
Gethsemane
Oberlengsfeld
Koch, Daniel, Färbmeister
Wickert, Valentin, Maurer
Gebühr, Friedr., Zimmermann
Kerwig, Johs., Arbeiter
Hersfeld
Asbach
Heringen
Oberlengsfeld
Lupp, Heinrich, Tuchmacher
Steinhauer, Jacob, Maurer
Mohr, Peter, Maurer
Kippet, Johs., Maurer u. Arbeiter
Hersfeld
Asbach
Heringen
Landershaufen
Auf hohem Pferde.
Roman von Georg Horn.
sich selbst. War denn ihre Rede zu ihm, daß er morgen bereuen würde, was er heute im Zauber des Sommerabends gethan, ihr von Liebe und
m (Fortsetzung.) I ernsten Absichten zu sprechen, war dieses ihre i
Da, wo ein Bergquell aus dem Gestein hervor-; wahre Herzens Meinung? Konnte ihr niedriger
M - da, wo weiches, dunkelgrünes Moos Stand und die Rücksicht auf denselben gegenüber
tonem Namen wirklich das treibende Motiv qc
BUck frei ließ auf die stch bism die Molen wesen fern? - Nein, denn dann hätte sie sich aufthurmenden Gebirgsmasseu - da war ihr - sagen müssen, daß ein Wort von ihr genügend ! Lieblingsausenthalt. Da konnte sie Stunden ; war, um all dies Bedenken zu beseitigen. — Also
und Hinausträumen - nicht doch - i ein Vorwand - eine Ausrede, wie ein Kämpfer Vielleicht war es nur ein Zuruckschauen — ein ' ----- Recht, das Erinnerungen erheben. Sie war keine Traumnatur, denn Träumer kämpfen nicht, und wer sie so hätte beobachten können, der mußte gewahr werden, daß etwas in ihr vorging — daß vielleicht eine Macht über sie gekommen war, stärker als sie selbst, gegen die sie sich wehrte — auflehnte — ein Kawpf, der in Mienen und Gelberden zum Ausdruck kam.
sich durch einen Schild gegen den nach seiner Brust gerichteten SÄlag zu decken sucht. Jawohl, ein Kämpfer war si^ — gegen ihn — gegen ihr eigen Herz und dessen laute Sprache für den Gegner. Sie fühlte sich in ihrer Selbstachtung beeinträchtigt, indem sie sich sagte: Würde er den -Nuth gehabt haben, so zu dir zu sprechen, von seiner Liebe, in solchem Tempo mit Auswahl dieses Ortes — und dieser Gelegenheit, wenn ; er in dir eine andere Persönlichkeit als nur die
Hatte sie Gebhard wirklich nicht geliebt, daß... ^ utlvtl.c ^tllul(UUILei, Ilul m-is?" am Brumen eine so deutliche Zurück- Dienende gesehen hätte? Wir deine 'bisherige Weisung hatte zu Theil werden lassen? Doch — 1 ----— - — - doch! Seine Liedesworte hatten in ihr nach» geglüht und je länger sie nun aus seiner Nähe, desto heißer wurde es in ihr, desto mächtiger — ja ungestümer ihre Sehnsucht, desto heißer ihre Thränen, wenn sie sich allein und unbeachtet wußte. Bereute sie etwa ihre Zurückweisung?
diese nur eine augenblickliche Aufwallung - vielleicht der Reiz des Mtderstrebens? Dieser sicher nicht - dazu war Claudia zu wahr mit
Claudine hatte in diesem Momente sich selbst genug thun müsse» — im andern wäre sie dazu vielleicht nicht mehr tapfer genug gewesen.
.Fräulein - Fräulein!"
Es war ein Hilferuf, der zu Claudines Ohren drang, von einer weiblichen Stimme — ein Hilferuf, dem leise Schmerzeuslaute folgten. Claudine schaute sich überrascht nach allen Seiten um — sah aber nichts. Dann wurden die Rufe dringender, und nun ging sie ihnen nach und sah in einer Dichtung im Unterholz eine weibliche Gestalt in dunkler Kleidung. Diese lag unter einer scharfen Erhöhung des Bodens an einem von der Höhe herabführenden abschüssigen Weg. Sie wimmerte leise.
.Kann ich Ihnen in irgend etwas zu Diensten sein?" frug Claudine, indem sie mit raschen Schritten auf sie zuging.
„Ach ja — gar schon — wenn Sie so gütig sein wollen. Das kommt davon, wenn man noch jugendliche Sprünge machen will — in meinem Alter. Perdautz — da liegt man ganz malerisch auf der Nase."
Zu Claudine schaute das Antlitz einer Greisin empor. — »Nun geben Sie gütigst mir Ihren Arm — dann werde ich aufstehen können. Aber nicht so zimperlich — Greifen Sie immer dreist zu — ich kann einen Puff vertragen. So — so wird es gehen!"
Mühsam richtete sich die Dame am Arm Claudines auf. Jetzt erst konnte diese deutlicher deren Züge erkennen. Sie glaubte in ihrem Leben
Haltung ihm gegenüber nicht vermögend, ihm einen andern Eindruck von deinem Eigenwesen beizubriugen? War es von ihm nicht ein verletzender Hochmutb, daß er wähnte, die Dienende müsse als ein Glück hinnehmen, was und wie er es ihr biete? Nicht der Hochmuth des großen Namens — nein, der des Mannes. Sie empfand darin eine harte Demüthigung und dagegen bäumte sich ihr Stolz wieder auf und darum die schnelle Abweisung unter ringendem Athemzuge. Denn