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Htlssel-er Kreisblatt.

Mit wöchentlicher Kratis-Aeitage .^llustrirtes Auterhaltungsblatt".

Nr. «3." Donnerstag den 28. Mai " 1891.

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auf das Kersfelder Kreisblatt mit der wöchentliche« »rati- Beilage

»IllustrirteS UnterhaltungSblatt" pro Iuut werdeo von allen Katferlicheu Post« anstalteo, Landbriefträgeru nnb von der Exve- dilion anatnommen.

Amtliches.

Homburg, den 21. Mai 1891.

Königliche» LavdratbSamt benachrichtige ich unter Bezugnahme auf mein Schreiben vom 5. März d. I». Nr. 1684 eraebenst, daß die Äänbftr nnrbeit unter der Schafheerde des Land« Wirth» Adam Ostheim zu RewSkeld erloschen ist.

Der Laodrath v o n Gehren.

An Königliche»LandrathSamt zuHersfeld. 3923.

Hersfeld, den 26. Mai 1891.

Wird veröffentlicht.

5333. Der Königliche Laudrath.

Freiherr von S ch l e i n i

Zur amtlichen

Frühjahrsconferenz in Weidenhain werden die Herren Lokal« schultospectoren und Herrn Lehrer auf den L Ju«t d. J. zur gewöhnlichen Zeit hiermit er« gebevft eingeladen.

Der KreiSschulinspector:

Zugelaufen: ein Pinscher. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Futterkasten bet Adam Rüger in Unterbaun tu Empfang nehmen.

^oütische Nachrichten.

Se. Majestät der Kaiser wird, dem Vernehmen nach, am Tage der großen FrühjahrS- Parade, am 29. d. M, früh/,9 Uhr, aus Proeckelwitz wieder in Berlin eintr^eu nnb stch alsdann mit den Herren seiner Begleitung vom Bahnhöfe auS direcl nach der Kaserne des Leib- Garde-DragouerregtmevtS Nr. 1 tu der Belle« Alliaucestraße begehen, um dort mit den Flügel« adjutanten vom Dienst zu Pferde zu steigen und demnächst nach der Ankunft anf dem Temvel« Hofer Felde, woselbst zuvor scheu die Allerhöchsten nnb die Höchsten Herrschaften zur Begrüßung Sr. Majestät deS Kaisers eingetroffeu sein werden, die große Frühjahrsparade über die tn Berlin garnifouirendeu Regimenter bei Aardecorp» ab« zuhalten.

Daß daS Reich-amt deS Innern bei den Bandes« regierangen angefragt hat, welche Erfahrungen mit den D e t a l l g e f ch ä f l s r e t! e u d e n gr« wacht finb und in wieweit aus den thatsächlichen Vorgängen Mißstäade stch ergeben haben, welche Abhülfe erheischen, wurde bereit- erwähnt. Wie nun die »V. P. N - hören, haben verschiedene Bundesregierungen schon vor längerer Zeit dieser« halb die wirthschaftlichen Korporationen zu Gut­achten aufgefordert und seien solche auch bereits vielfach eingeretcht worden. ES laffe sich daraus schließen, daß das ReichSamt deS Innern bald in den Besitz des zur Beurtheilung der Frage erforderlichen Materials gesetzt sein werde.

Zur Ausführung des S t n k o m m e u - u v d Gewerbesteuergefetzt- sollen die Beamten der tnbirecten Steuerverwaltung zur Mitwirkung herangezogen werden. Außer einer Anzahl voa R-stttruiigSaffefforen und RegiernugSräthen bilden den Laupttbeil der heranzuziehendeu Beamten die mit der Eontrole der Branntwein- und Zucker« steuerverbranchSabgabe beauftragten Beamten. In erster Linie sollen die Obercontrolasflstenten

herangezogen werden; dann sollen aber auch, namentlich in Vezirken, wo vorwiegend land« wirthschaftliche Brennereien nnb Zuckerfabriken bestehen, welche im Sommer ruhen, die Ober« ftener Controleure, Lberstmerrevtsoreu und Ober« steuerivspecioren zur MUwirka^^ berufen werden.

Der 21 Wochen dauernde Strikt der Schreiner« gesellen tu Maiuz ist jetzt zu Gunsten der Meister, welche auf der zehnstündigen Arbeit-zeit beharrten, durch Nachgebeu der Gesellen beruhet.

Major von Wißwaau ist mit seinem früheren Adjutanten Bumiller in Berlin ringe« trösten.

6min Pascha hatte nach einer Meldung der »Neuen Fr. Breffe* neuerdings heftige Kämpfe mit den Ärabern nnb Eingeborenen. Seine Truppe soll arg mitgenommen worden sein nnb der Hilfe dringend bedürfen.

Da» (hntreften b« t wf fif 4 « n T|rt n f elge t anf fibtiifchn» erbiet Hi am tun nag von St. P«n«nr- au» vlfiritkl bestätigt. Der «rshtürü ha' am *<miuknb kw Sanrist kenkt und ist an biefem Tage nach darr w^lf. tükn UektMtt Bormittag» 10 Uhr tn Wladtrvoßvk finge. h:-*en. Der tfu^ötft Zfetin'e^et k sinkt sich vollkommen wohl; bet selbe nahm fofert nach Unfunh int raten an Bor» kn Brfuch k« ^eneralgouDetneutf Baten KetH und ben Spitzen kt Behörden entgegen. Am Montag gedachte der Ersj-'ürü.Throniolger sich an» Land »u katkn. Anläßlich bet ilWltk«nfnnft k» tßroßiür-en in Sibirien wirb ein taiferltchr, Ufa« an den Senat verSilenUicht, welcher den Berurtherlten nhedliche Sirafmildernngen unb Begnadigungen bewillig«. So wird folchen in Bwangktkit ver«,'heilten, welch« der Gnade rruii»; sind, ein Nachlaß von/, der Strafe gewährt, um «ie^ v'r! wird den Verschickttn die Zeit, währen» welcher sie sich bei kn sibirischen Landbewohner» einschreiben lassen müssen, herabaeminder«. nach iO Betteten Jahren wirb chnen die stete Kahl ihre» Aulen «halt» außer in kn ^aurtlUdten Dfrftattet und nach demselben Zeinaume wnden ihnen bie surch da» Unheil abgeli-i'chenen desonbern, Rechte 'urückgnvähri Die ^«terntrien endlich treten nach 115 Zähren in kn Bolldefitz chrer RechU )tnM. Die Au», wähl der dieser chln^denbezeugung würdigen Uni?ntn soll kn Gouverneurrn »usiehen. Zuqlnch wird ein kaiserlicher Erlaß an den übronklget verrsirntlich», durch weichen dies«, bevollmächtigt wird, den Bewohnern 5idirien» den faifet»

Auf hohem Pferde.

»Ach waS,' rief Günther, ganz plötzlich Feuer unb Flamme, auS. »Ach was, schämen ob btffeu, was Gott uns in'S Herz gtpstanzt hat !

»DaS ist schon war,- erwiderte die Vrvi, »aber manchmal woll'a die Eltern auf Gotte- Stimme am Weaigstea hören.-

Der Privatdocent wurde auf diese Aeußerung hin still und nach denkend, als hätte die Bevi einen wunden Punkt getroffen.

Sie meiste da- auch und um ihn in andere Stimmung zu versetzen wandle sie sich an Bern» moser.

»Jetzt fällt mir da- schönste G'sangl ein, mal e- giebt: Ich bin jüngst v:rw!ch«u. Kennen SteiV*

Unb Bernmoser sang: ^tn zum Pfarrer ge« schltch'a.-

»Ja ja ja!- rief dir Bevi nad klatschte UHU in die Hände. .Paffen'-mal auf,- wandte sie sich an Günther. »Da» wird Ihnen g'falln. Aber so ruckea'- doch nd so nah.-

Die Mathild wurde etwa- ängstlich wegen bei Nachhauseweg- unb daß sie etwa erst heim kommen würde, wenn die Eltern schon zurück seien, daS ! könnte etwa- geben!

Die Bevi lachte ob dieser Bedeuken unb meinte, darüber könne sie ruhig sein, in Steiukirchen gebe e- gute- Bier und da wäre dem Bater doch der Adead nie so lang. Die Eltern kommen ganz gewiß erst tu der Nacht, wo sie schon längst

Roman von Georg Horn.

(Forlsttzaug.)

.^4 hub'- ja gletcb g'fagt. Wallfahrteu! Wär' mir schon so! Füe'a Bater unb bte Mutter ist das ganz g'suad, daß sie sich a dt-'l a Msttoa mach'u. Wir aber, wir wollte« einmal frei und ganz unter auS fein. S- war so gauz gut, bte Verabredung gelt?"

Während einer Pause nahm der Berumoser die feine, zarte Hand der Mathild' unb sagte:

Ihnen, Fräulein, möcht tch halt schon da- schöatze Lied singen, daS ich kenne, so recht an­der tiefsten Herzgrub'a raus. Glaab'uS mir da-2"

Was hätte sie ihm nicht geglaubt^ Alle- alle-!

Dazwischen kam ein Verweis Vevt'S an Günther. »Aber Herr Profeffor,* sagte sie.

»WaS - waS, füße B-vt V

,Ich hab' Ihnen grad' sagen wollen, Sir sollten a bi-'l mehr von mir wegruckea ua nu komm»'- immer näher.-

»Bis zu Ihrem Herzen, lieb'- Deand'l.-

»Ah, mei des kann ja so an Frankfurter gar net aussprechen. Wer wird denn auch gleich so verliebt sein! Man muß a bt-'l so thun, als schämet man sich noch a bi-'l.-

zu Hause sein könnten.

»Nao vorwärt-, Herr Grenzaufseher!

Und der Bernmoser begann zu spielen unb zu fingen:

,34 bin fing! Nieteten, Hm «m Piann jchllch'i»,

tk| t - bk< i« Itanbl tubnf

Untnkb tt net kt Tewt L«t'

Kann » mei « tean»! Hab# s» k,m«ü in »Häll I

Bin btauf o»a B«langen «u kt Mutter gangen.

tkt i - b3d i « reanb l tiab'n?

O, mein liekt Schatz, jegt t» na j1r»ha, Räch yb* 3«btl it ha«'« z>-i mei Voa.

War in Kroßen Nijth«», hob ben Baitttn beten,

Dörf i - bitt i« D«a»»r tiab n ?

Tumtnet Sehnst schreit bet in Rinem Stm»,

Willst mein Steifen koste, funnb « «ho»

Wußt «in mr an^'fangen, bin zum Herrgott gangen,

Dörf t Ntf i« tMnb'l liab n /

Hreili sagt et unb hat « lacht. C, ja!

Wozu warm knn Buab n unb Dtanbln ba /*

So lustig war da» Lied, daß da» ganze Quartett jubelnd einstimmte:

»Wozu wärm beim Vuab'n und dtanbln da I'

Klatsch klatsch! Die beiden Mädchen schrieen laut auf, die Mathild' faßte nach ihrer linsen und die Bevi nach ihrer rechten Wange. Hinter ihnen stand ihre Mutter mit hochgeröthetem Antlitz.

»Das sind mir saubere Geschtchteu! Also bei»