Der Angeklagte führte an, daß er im Uebereifer i Schlitz, 6. Mai. Se. Majestät der K a i s e r des Suchens nach dem Lager von Füchsen seine ‘-^ -^ -*- ^^ ^ "™ «sar-o«
Jagdgrenze überschritten habe. Das Reichsgericht, I. Strafsenat, erachtete im Urtheil vom 2. März 1891 den Einwand für erheblich, da ein fahrlässiges Handeln nach obiger Gesetzesstelle nicht
strafbar sei.
* Der Realgymnasiallebrer Dr. S t e h l i ch am Realgymnasium zu Cossel ist zum Oberlehrer ttnannt worden.
• Es geht dem ,C. Tgbl.' die Mittheilung zu, daß nachstehend genannte Forst- und Ia g d s ch u tzb c a m te von Seiten des LandeSvereinS Provinz Hessen
Nassau des Allg em e inen I a gd schutzv er einS , in Anerkennung ihrer besonders hervorragenden Leistungen im Vertilgen von Raubzeug während des JahrcS 1890, mit Diplomen und Ehrengeschenken bedacht worden sind: 1. Kgl. Forstaufseher RolleS-Neuenstein . . 1920 Points.
1. Kgl. Forstaufseher RolleS-Neueustein .
2. Kgl. Jagdzeugjäger Brey . . . .
3. Priv.-Förster Schilling.....
4, Kgl. Forstaufseher Bergner-Horbach . .
5. Priv.-Förster Döhn Hcldra . . . . .
6. Jagdaufseher Gunkcl-Grvßenritte . . .
7. Jagdaufseher Döring-ElmarShausen . .
8. Priv.-Förster Ratz-Lolz......
9. Priv.-Förster Bauer-Escheberg . . . .
10. Kgl. Forstaufseher Laugisch-RaboldShausen
11. Priv.-HilfSjager Stähling-Schwebda . .
12. Kgl. Förster GieS-Rotlebreite . . . .
13. Priv.-Förster Englcrt- Hüttengesäß . .
14. Förster Nöding-Maden......
15. Kgl. Hülssjäger Streck-Neuenstein . . .
16. Priv.-Förster Förster-Oberurf . . . .
17. Kgl. Förster Steiu-Bischhausen. . . .
18. Kgl. Förster Dux-Nentershausen . . .
19. Kgl. Förster Körner-NenterShausen . .
20. Priv.-Förster Hölzerkopf-Jestädt . . .
21. Kgl. Hülssjager Lipsky-Wirthcim . . .
22. Kgl. Förster Mittnacht-Bieber . . . .
23. Kgl. Förster Kling-Wirtheim . . . .
24. Kgl. Förster Reinhard-Wirtheim . . .
25. Kgl. Förster Ficbig-Beilstein.....
26. Kgl. Forstaufseher Neumann-Casfel b.Geln- hausen..........
1868
1108
897
767
700
650
597
592
539 470 418 372
371 329 297 298 283
283 191 187 152 122
111
101
/,
(§) Her-feld, 8. Mai. Am Mittwoch Nach- mittag war in einem Stallgebäude in der Burg- gaffe Fourage durch einen kleinen Jungen in Brand gesetzt worden. Durch das schnelle Eingreifen mehrerer Personen wurde das Feuer alSbald wieder gelöscht.
t Cru-PiS, 6. Mai. Am 30. v. M. Abends 7 Uhr brach auf dem Boden des Friedrich Rüger'schen Wohnhauses dahier Feuer aus, welches jedoch Seitens einiger rasch herbeigeeilter Personen bald gelöscht wurde. Der verursachte Schaden ist nicht bedeutend.
Eafsel, 6. Mai. Gestern Vormittag hatte das hiesige Bataillon des 32, Infanterie-Regiments Vorstellung vor dem Commandeur des Regiments, welcher zu dem Zwecke von Mei- ningen hier eingetroffen war.
Easiel, 5. Mai. Heute Nachmittag gegen 4 Uhr stürzte ein Weißbindergeselle vom Gerüst eines Hauses in der Spohrstraße und erlitt so - schwere innere und äußere Verletzungen, daß er in das Landkrankenhaus gefahren werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.
Fulda, 4. Mai. In Schwarzbach wurden einem Laudwirth von einem wild gewordenen Stier so bedeutende Verletzungen betgebracht, daß derselbe seinen Leiden erlegen ist. Der Unglückliche war ein sehr braver Mensch und erst seit 14 Tagen verheirathet.
auch der Körper bewegt — dieser mager und I ihrer Herrin zu bringen — das dritte, welche^ sehnig — die ganze Haltung des etwa dreißig-^ diese heute gewechselt hatte und es war noch lange jährigen Mannes war die eines Svortsmanu nicht Abend. Leni zog die Zofe in deren Zimmer — früher nannte man das „Abandon", heut- "....... —-••--•'
zutage im Zeitalter des Turf „gute Condition".
Nur der karrirte Anzug fehlte dabei. Im Gegentheile, der des Fremden war sehr einfach, dunkel, nirgends eine Extravaganz audeutend. Fußwerk, als ob es in London in der Regentstreet nicht gekauft, sondern bestellt worden wäre. Um die Gesellschaft kümmerte sich der Fremde gar nicht — ging Morgens aus, kam Abends wieder. Er hatte einen Photographirapparat bei sich. Seine Sachen fand Leni immer in musterhafter Ordnung — jedes einzelne Stück des eleganten englischen Reisenecessaires mit größter Sorgfalt behandelt — die Bürsten von Elfenbein. Er sprach selbst mit der Leni wenig, nur das Nothwendige. Nur das Eine ließ er verlauten, daß ihm die Luft ausgezeichnet zusage. Unter allen Anwesenden schien er derjenige zu sein, der allein Nerven hatte, d. h. angegriffene. Einige Tage, nachdem der Fremde eingerückt, war die Leut in einem Zustande, in welchem sie ein menschliches Wesen haben mußte, um diesem etwas anvertrauen zu können, was ihr die Seele belastete, ein Geheimniß, das sie zu erdrücken drohte. Ihre Brust rang nach Mittheilung, gleichviel, an wen. Zufällig begegnete ihr die Zofe Vera's, die auf dem Wege war, um ein Kostüm nach dem Zimmer
wird nicht, wie früher bestimmt war, am nächsten Freitag, sondern erst Sonnabend den 9. d. M. nach Schlitz kommen, und bis zum Dienstag hier- selbst verweilen. Die Auffahrt der Bauernschaft aus der Umgegend wird am Montag stattfinden.
Homberg, 30. April. In dem nahe gelegenen Dörfchen Rockshausen wurde im Laufe der vorigen Woche eine Dienstmagd des Gutsbesitzers D. in Haft gebracht, weil dieselbe beschuldigt wird, ein Kind geboren und bei Seite geschafft zu haben. Heute wurde der Dienstherr selbst festgesetzt, weil er im Verdachte steht, zu dem Verbrechen Beihülfe
geleistet zu haben.
Burghau«, 4. Mai. Heute früh wurde die Leiche des seit dem 15. October v. I. verschwundenen Hilfsbahnwärters St, eines ca. 32 Jahre alten Mannes, in der Haun aufgefunden. Die Leiche war noch ziemlich gut erhalten. Der Unglückliche hatte sich, wie es heißt, um definitive Anstellung bet einer Behörde beworben, war aber wegen eines körperlichen Fehlers abgewiesen worden. Dieser Umstand soll dazu beigetragen haben, daß St. sich das Leben nahm. (C. T.) Fra«kfurt, 5. Mai. Die Cellulotdfabrik Schreiner n. Sivers in Offenbach ist abgebrannt. Etwa hundert Arbeiter und Arbeiterinnen sind dadurch brotlos geworden.
Eifeuach- 4. Mai. Die vor einiger Zeit steckbrieflich verfolgte Kindcsmörderin, welche ihr neugeborenes uneheliches Kind im Mühlgraben in der Bahnhofstraße ertränkt hatte und darauf flüchtig wurde, ist vergangene Woche bei Stadtfeld, unweit Eisenach, als Leiche aus dem Wasser gezogen worden. Dieselbe war sehr anständig gekleidet.
Hünfeld, 6. Mai. Für die hiesige Aktien- Zucker-Fabrik werden in diesem Jahre annährend 3500 Cass. Acker mit Rüben bestellt und erwartet dieselbe bei einigermaßen günstiger Witterung ein Rübenquantum von ca. */2 Million Centner. (Kr.)
— Metz, 7. Mai. Heute früh wurde der Oberstlieutenant Präger vom Königl. Sächsischen Fußartillerie-Regiment Nr. 12 ermordet im Bette vorgefunden. Der Ermordete zeigte eine tiefe bis auf das Rückgrat gehende Schnittwunde am Halse, neben ihm im Bette fand sich ein abgebrochener Hammer vor. Offenbar ist der Officier, ein Junggeselle, in der Nacht überfallen, nach einiger Gegenwehr durch Hammerschläge auf den Kopf betäubt und dann durch den Schnitt in die Kehle getödtet worden. Die gerichtliche Untersuchung ist sofort eröffnet, die Thäter sind unbekannt, die Umstände lassen aus einen Raubmord schließen.
— München, 2. Mai. Die Abholzung des von der Nonnenraup e verwüsteten Ebersberger Forstes, mit der seit Monaten etwa 3000 Arbeiter beschäftigt sind, wird gegen Mitte des Sommers vollendet sein. Eine eigens zum § wecke der Holzabfuhr erbaute Bahn von 18 ilometer Schienenläuge wird täglich von 3 bis 4 mit Holz beladenen Zügen benutzt. Handelt, es sich doch um die Abfuhr von fast einer' Million Kubikmeter Holz aus hundertjährigen und theilweise sogar noch älteren Beständen.
zurück mit einer solchen Wucht, daß Claudtne ihr folgen mußte, denn die Leni hatte barbarische Kraft. Dann hielt sie ihr einen Gegenstand von Gold unter die Augen. Claudtne erkannte eine schwere, goldene Cigaretteudose. In deren Mitte
befand sich ein runder Saphir, umgeben von einem Kranz von Brillanten, an den vier Ecken waren einzelne Brillanten angebracht.
(Fortsetzung folgt.)
— Saarbrücken, 6. Mai. Auf der Gruben- abtheilung Serlo der Königlichen Steinkohlen- grübe »Gerhard- des Saarbrücker Bezirks hat, dem »Staats-Anz - zufolge, gestern Nachmittag in einem Bremsschacht des Oftfeldes über der fünften Tiefbausohle eine Schlagwetter- Explosion stattgefunden, bei welcher acht Arbeiter getödtet und drei Arbeiter schwer verletzt wurden. Die Ursache der Explosion ist bis jetzt unbekannt. In dem Bremsschacht war dtg Schießarbeit verboten. Die Wetterführung und der Betrieb sind nicht gestört.
— Hamburg, 6. Mai. Am Dienstag fand hier bei der Dynamitfabrik Krümmet eine Explosion von Nitroglycerin statt, wodurch ein vorbeifahrender Kahn zertrümmert und^der Schiffer Johann Gampfer getödtet wurde.
Redaction, Druck und Verlag von Ludwig Funk« Buchdruckerei (Gebr. Run k) in HttSfeld.
Zum überwiegenden Theil ist es naturgemäß Nutzholz und blos etwa zu einem Drittel Brennholz. Sämmtliche Stämme werden an Ort und Stelle entschält und die Rinde wird verbrannt. Alle dem Unheil entronnenen Bäume, unter denen sich aber gar keine Nadelholzbäume befinden, sind bereits mit Rücksicht auf das bevorstehende Auskriechen der jungen Raupen durch einen doppelten Leimring geschützt. Auch sind in großer Anzahl Brutkästchen für ranpenfressende Vögel angebracht. Während sich in Folge kalter Witterung das Auskriechen der Ränpchen verzögert hatte, wird das seit einigen Tagen eingetretene warme Frühlingswetter wahrscheinlich die Wirkung ausüben, daß wir schon bald wieder mehr als genug von der Nonnenraupe zu hören bekommen.
— Essen, 6. Mai. Mit dem heutigen Tage ist der S t r i k e völlig erloschen.
— Wien. Vor dreiIihren machte die plötzliche Reise eines jungen Großindustriellen mit einer ungarischen Schauspielerin ins Ausland in der Wiener Gesellschaft großes Aufsehen. Der junge Mann hatte diese Reise nach Bremen unternommen, um dort seine Geliebte zu Heiratheu. Dieselbe, eine Katholikin, trat zum Judenthume über und der dortige Rabbiner nahm die Trauung vor, nachdem sich der Sohn telegraphisch von seinem Vater den Segen erbeten hatte. Aber die Liebe überdauerte kaum die Flitterwochen, und die Ehe nahm einen so unglücklichen Verlaus, daß beide Theile deren Auflösung anstrebten. Der Ehescheidung stellten sich aber große Schwierigkeiten entgegen, indem drei Gesetze hierbei in Betracht kommen. Die Frau war Ungarin, der Mann Oesterreicher und die Ehe war auf einem reichsdeutschen Territorium geschlossen; es entstand also die Frage, welches Gesetz zur Anwendung kommen solle. Glücklicherweise machte das Wiener Landesgericht die Führung eines langwierigen Prozesses überflüssig, indem eS einfach die Ehe als eine von Anfang an ungiltige erklärte, denn erstens dürfe im Deutschen Reiche eine Ehe nur vor dem Standesbeamten abgeschloffen werden und nicht vor dem Seelsorger; zweitens durfte die Frau, als ehemalige Ungarin, nicht zum Judenthum übertreten, und endlich durfte der Ehemann als Jude und Oesterreicher eine Ungarin unter diesen Verhältnissen nicht ehelichen. Dieses Urtheil hat auch, wie daS »W. Fr.-Bl.- mittheilt, der Oberste Gerichtshof in letzter Instanz bestätigt.
— Paris. Im überfüllten Theater zu Nantes stürzte die Galerie ein, teilweise auch das Mauerwerk. 50 Personen wurden verwundet.
— Die letzte Pariser Volkszählung ergab eine Einwohnerzahl von 2423000 gegen 2261000 im Jahre 1886»
— (Naive Frage.) Onkel (erzählend): ... »Denn in der Noth frißt der Teufel Fltegen.- — Kleiner Neffe: »In der Noth?- — Onkel- »Ja, wevu's ihm schlecht geht.- — Kleiner Neffe- »Ja, was frißt er denn, wenn's ihm gut geht?«
Standesamt-bezirk Her-feld.
Vom 16 bis iucl. 30. April 1891.
Geburtsanzeigen.
Am 17. Emma Elise Emilie, T. des BierbrauereibesitzerS
Wilhelm Steinweg. — 20. Eine T. des Gymnasiallehrers Dr. Georg August Philipp Stamm. Nikolaus, S. des Fabrik« arbeiters Peter Eyerich. Ernst Wilhelm Ferdinand, S. bet Fabrikarbeiters JustuS August Winter. — 21. Margrethe Elisabeth Frieda, L. des Waisenhausverwalters JustuS Heinrich Viel. Maria, T. des Bäckers Hermann Huth. — 24. Alfred Georg Martin, S. des Färbmeisters Paul Eduard Adolph Windisch. — 25. Ein S. des Eisengießers Heinrich Wille. — 26. Eva Elisabeth, T. des Zimmermanns Peter Möller zu KalkobeS. — 27. Georg Hermann, S. des Weißbinder« meister« Jakob Siebert. — 28. Katharina Elisabeth, T. bet Brauereiarbeiters Valentin Siebert.
S t e r b e f ä l l e.
Am 18. Elisabeth, Ehefrau des Schäfers Peter Diebenek, 54 Jahre alt. — 21. Eonrad Ries, Färber, 58 Jahre alt. — 26. Johann Heinrich Schweinsberg, Schneidermeister, 79 Jahre alt. — Anna Elisabeth Breul, Tagelöhnerin aus ASbach, 60 Jahre alt.
Gloria-Seide — 120 ein. breit für Staub- und Regenmäntel, Blousen 2C. v. Mt. 4.35 p. Met. (ca. 40 versch. Dtsp.) — versendet Meter- und stückweise Porto- und zollfrei das Fabrik-D6püt G. Henneberg. (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz.
Kirchliche Nachrichten
Gottesdienst Sonntag den 10. Mai. Vormittags: Herr Pfarrer H o 8 b a ch. Nachmittags: Herr Pfarrer Schaub.
Mittwoch den 13. Mai Abendgottesdienst: Herr Pfarrer Schaub.