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Htlsstlder Kreisblatt.
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Nr. 53.
Dienstag den 5. Mai
1891.
Amtliches.
Berlin, den 19. April 1891.
Der hiesige Königlich Italienische Botschafter hat die Vermittelung des Herrn Ministers der auswärtigen Angelegenheiten in Anspruch genommen, damit auf die aus Livorno gebürtigen und dort wohnhaft gewesenen Italiener Gio - vauuiCorradiniundFedericoRubuer, gegen welche in Italien ein Haftbefehl erlassen ist und welche sich auf ihrer Flucht nach Deutschland gewendet haben sollen, gefahndet uud im Betretungsfalle ihre Festnahme bewirkt werde.
Indem ich die von dem Botschafter mitgetheilte Personenbeschreibung der Verfolgten betfüge, ersuche ich Ew. Hochwohlgeboren ergebenst, gefälligst sofort geeignete Recherchen herbeizuführen und, falls es gelingen sollte, die Verfolgten oder einen derselben zu ermitteln, die Unterbringung in sichere Haft anzuordnen, und sowohl mir, als dem Herrn Minister der auswärtigen Angelegen- , heilen hierüber telegraphische Anzeige zu erstatten.
Der Minister des Innern, gez. H e r r f u r t h.
An den Königlichen RegierunaS-Prästdenten, Herrn RotheHochwohlgeborenzu Cassel II. 4738.
Personenbeschreibung des Gio- vanniCorradint. Alter: 32 Jahre. Gestalt: groß, Körperumfang gewöhnlich. Haare: hellbraun. Augen: blau. Nase: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Schnurrbart und Backenbart: röthlich. Gesichtsfarbe: roth.
P ersonenb eschreibungdeSFedertco Rubner. Alter: 36 Jahre. Größe und Körperumfang: gewöhnlich. Haare, Augenbrauneu und Schnurrbart: blond. Augeu braun. Gesichtsfarbe: gewöhnlich. Haltung: sehr ungezwungen.
* * *
„ , Cassel, den 25. April 1891. Abschrift übersende ich Euer Hochwohlgeboren
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Auf hohem Pferde.
Roman von Georg Horn.
. (Fortsetzung.)
»Es ist immer eine Beruhigung*, sagte Vevi, »den rechten Weg zu wissen — net war Mathild ?• — Die traute sich kaum, den Kopf unter dem großen Basthute aufzuheben. Bloß. alS sie eine Weile gegangen waren, schaute sie verstohlen zurück. Dort stand der Herr Grenzaufseher und lüpfte seine grüne Schirmmütze zum Gruß.
Bon dieser Begegnung an erschien der Bernmoser nun öfter als sonst in Amsteg. Der Lent kam r??nr etwas kurios vor, da er doch früher «n seltener Gast hier gewesen und der Bernmoser SÄ ®“f kine dahin gerichtete Bemerkung der bit Antwort, daß eine stärkere Vtgilirung M.« Waend sich als nothwendig ergeben habe, «eni wre iu bedeuten habe, daS glaubte die und st to "O- fei- sagte sie darauf an besam h Ä heftige Lachlaute auS. Von da bom Mrat^ das erste Bier vom Faß, das iüÄ?n^ besten Stücke und vom Munde 9?pamt?r fnßa^ War der Aufseher doch ein
W München Obercontroleur wer- ftanA^ nicht die erste Kellnerin, die im ÄÄ hJ! Etwas Höherem aufgestiegen sei. Eine Kellnerin vom Batzenwirth in Landhut sei
(Hochgeboren) zur weiteren gefälligen Veranlassung.
Im BetretungSfalle wollen Euer Hochwohlgeboren (Hochgeboren) unverzüglich — eventuell telegraphisch — mir Mittheilung machen. Der Regieruvgs-Präsident. I. V.: v. Pawel.
An die Königlichen Landräthe des BezirkS und den Königlichen Polizei-Director hierselbst.
A II 3739.
* * *
Hersseld, den 2. Mai 1891.
Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gendarmerie des Kreises behufS Fahndung nach den Flüchtigen mitgetheilt.
Im Betretungsfalle ist mir unverzüglich Anzeige zu erstatten.
4547. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kretsdrputirter.
Hersfeld, den 1. Mai 1891.
Unter Hinweis auf yen Erlaß deS Herrn Oberpräsidenten vom 28. Februar 1878 (cfr. die landrathsamtliche Verfügung vom 9. März 1878 Nr. 2543 im KreiSblatt Nr. 20) wonach die Abhaltung von H a u 8 c o l l e c t e n wegen Beschädigungen durcv H a g e I s L l a g nicht genehmigt wird, veranlasse ich die Herren OrtSvorstände des Kreises, die Landwirthe in Ihren Gemeinde- bezirken hierauf speziell aufmerksam zu machen, und dieselben bet jeder sich darbietenden Gelegenheit auf die Nothwendigkeit und Nützlichkeit der Versicherung ihrer Feldfrüchte gegen Hagelschaden hinzuweisen.
4540. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
____ Braun, Kretsdrputirter.
Hersfeld, den 1. Mai 1891.
Nach einer Mittheilung deS ständischen Bauamtes dahier sind die Herren OrtSvorstände zu Heringen, Kleinensee, WölferShausen, Kleba,
sogar Generaltn geworden. Vorläufig aber that der Bernmoser nicht dergleichen. Er ließ sich den Braten schmecken, auch die stillen Huldigungen der Leni gefallen und erkundigte sich nur mal ab und zu nach den Herrschaften in der Pension, erfuhr jetzt, daß den Nachmittag Herr Lettner und Gemahlin nach der Klamm zu eine Promenade gemacht hätten. Bernmoser schien diese Auskunft ziemlich gleichgültig aufzufassen, bezahlte sein Bier, sagte der Leni schönen guten Abend und ging von dannen — nach der Klamm zu, wie Leni bemerken konnte. Denn sie sah ihm nach; unter dem Silbergeschnür hervor stahl sich ein leichter Seufzer, aber die Bestellung einer Weißwurst oder ein klappender Bierdeckel machen bet Kellnerinnen solchen Anwandlungen schnell ein Ende. Und es war auch gut so. Sie hätte sich doch über das, was nun geschah, gegrämt. Der Grenzaufseher ging nach der Klamm zu. Vor sich sah er ein Ehepaar wandeln, einen corpulevten behäbigen Mann, der sein graues Sommerjacket ausgezogen hatte und über seinen braunen Stroh- hut noch einen grauen Sonnenschirm aufgespannt hielt; Frau Rannt wandelte au seinem Arme unter einem feuerrothen Sonnenschirm, ein leichter Wind blähte ihren erbseugelben seidenen Sommermantel. So wandelten sie dahin wie zwei gleich, auf die vollste Behäbigkeit des Lebens abgetönte Seelen. Bernmoser hatte sie erreicht, hätte noch
KerSpenhausen, KathuS, Oberrode, Wilhelms- Hof, LampertSfeld, BingarteS, Eichhof, Mecklar, Meisebach, UntergetS, Unterhaun und Rohrbach mit Einreichung der Verzeichnisse über die Hand- und Spaundieustpflichtigen im Rückstände.
Diese Verzeichnisse sind bis spätestens z u m 8. d. M t S. bei Meidung von 3 Mk. Strafe an die betreffende Behörde einzureichen.
4524. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kreisdeputirter.
Unter dem Rindvieh in hiesiger Gemeinde ist die Maul- uud Klauenseuche ausgebrochen. Friedlos, den 2. Mai 1891.
Der Bürgermeister Kaufmann.
Eröffnung der internationalen Kunstausstellung in Berlin.
Freitag Mittag um 12 Uhr wurde die inter- nationale Kunstausstellung durch Seine Majestät den Kaiser und König in Gegenwart Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin und der hohen Protektoriu der Ausstellung, Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich eröffnet. Der Kaiser war in vierspännigem Wagen, der von einer Escadron des Garde-Kürassier-RegimentS eScortirt wurde, nach dem Haupteingang des AuSstellungSgebäudeS gefahren, wo eine Ehrenwache deS 2. Garde- RegimentS z. F. mit der Fahne und Regiments- musik, die directen Vorgesetzten auf dem rechten Flügel, stand. Seine Majestät schritt die Front der Ehrenwache ab und empfing alSdann Ihre Majestäten die Kaiserin und Königin und die Kaiserin Friedrich, welche in einem sechsspännigen Wagen, von einer EScadrou des 2. Garde-Ulauev- Regiments eScortirt, sich nach dem Ausstellung-- gebäude begeben hatten. Ihre Majestäten wurden darauf von dem AuSstellungscomits in der großen
hören können, wie sie beide von ihren Mädeln sprachen, Frau Rannt ihren Mann damit neckte, daß die Vevi sein Vorzug sei, während Papa Lettner wieder seiner Gattin ein Gleiches in Bezug auf die Mathild' zurückgab und Frau Lettner auch zugestand. daß diese ein zarterbesatteteS Wesen sei, alS alle Mädchen ringsum auf dem Münchener Rindermarkt. Run grüßte der Aufseher freundlich und fügte dem Gruße die Frage bet:
»Ah, a biS'l fpazier'a Herr und Frau Lettner? ServuS die Herrschaften. Ich bin der Grenz- aufseher Bernmoser.*
»Der unsere Mädel neulich auf den richtigen Weg gewiesen hat,* bemerkte Herr Lettner zu seiner Gattin.
»Sonst ist daS nur dem Herrn Pfarrer seine Sach', die Menschen auf den richtigen Weg zu weisen, aber manchmal kann'- doch ein Grenzer,* sagte lächelnd der junge Mann. »Und übrigen- hätt' mir ja nichts Lieberes passiren können. Und nun hätte ich eine Bitt' an die Herrschaften."
»Run, waS woll'ns denn, lieber Herr Bern- moser?*
Frau Rannt schien dieser Ton zu vertraulich, sie gab ihrem Mann einen leichten Ruck in die Seite, beide blieben einen Moment stehen und der Aufseher brächte fein Anliegen vor.
»Wir Beamten von der Grenzwach' — wir arrangiren am Sonntag drunten im Wirthshaus