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Hersstl-tr Kmsblatt.
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Nr. 44. Dienstag hat 14. April 1891.
Amtliches.
Der Herr Ober-Präsident hat dem Vorstände des Krersvereins vom Rothen Kreuz zur Pflege im Felde verwundeter und ertränkter Krieger für den Landkreis WieSbaden die Genehmigung ertheilt, zum Besten der Errichtung eines Krankenhauses in Biebrich eine Verloosung von kunstgewerblichen Werthgegenständen, Silber- und Goldwaaren, kleinen landwirthschaftlichen Maschinen rc. im Gesammwerthe von 15000 Mark zu verunstalten.
Die Zulassung dieser Verloosung ist unter der Bedingung erfolgt, daß nicht mehr als 30000 Loose ä 1 Mark ausgegeben werden und daß deren Vertrieb auf den Umfang der Provinz Hessen-Nassau beschränkt bleibt.
Cassel, am 1. April 1891.
Der Regierungs-Prästdem. I. V.: v. PaWel.
Der Herr Ober-Präsident hat dem Vorstände des Vereins zur Züchtung reiner Hunderassen in Frankfurt a/M. die Genehmigung ertheilt, anläßlich der in der Zeit vom 28.-31. Mai d.J. daselbst stattfindenden internationalen Ausstellung von Jagd- und Luxushunden eine Verloosung von Hunden und von aus den Hunde- und Jagdsport bezüglichen Gegenständen im Gesammt- Werthe von 10000 Mark zu veranstalten.
Die Zulassung dieser Verloosung ist unter der Bedingung erfolgt, daß nicht mehr als 20000 Loose ä 1 Mark ausgegeben werden und daß deren Vertrieb aus den Umfang der Provinz Hessen-Nassau beschränkt bleibt.
Cassel, am 3. April 1891.
Der Regterungs-Prästbent. J. V.: v. Pawel.
Hersfeld, den 11. April 18917 Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 24. September 1886 Nr. A. 134
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Aus hohem Pferde.
Roman von Georg Horn.
(Fortsetzung.)
»O nein? rief entzückt Frau Lettner aus. »Verzechen s, ich habe aus Jyre Hano noch nicht 8 T A." dem Handschuh kaun man das verhaagnißvolle Rmgerl nicht bemerken. Das war nun recht schön, wenn Sie auch in denselben
3vgen wie um. Beim Bauer in der Halden. Eme bessere Lust gtebt's in der Welt nicht wieder - aber unsere Betten haben wir uns gleich mitgebracht. — Wsssen's, in so Bauerhäusern Sutcht.immer so ganz sicher. - Ja, das ist schad. - Und wie heißt mans denn, wohin Sie gehen, Herr Gras?-
»Pension Amsteg.-
»Davon hab' ich auch schon g'hört — daß recht Zmer dort ist. - Aber so einfache Bürgersleut' müssen uns eben menagtren. Gott, konnten s ja auch, aber vor vier Wochen t ntSnS ^^“^ erst ein Schuster mit fünf- ^End Mark durchgebrannt. — Wenn man so'a yunflenictilafl kriegt, das merkt man schon Herr o-?°bhard wollte bemerkt haben, daß Frau Lettner, indem sie zwischen den beiden Töchtern stehend, zum einen Fenster hinauszusehen schien,
(Kreisblatt Nr. 114), die Einreichung des namentlichen Verzeichnisses der in den Gemeinden vorhandenen band- und spanndienstpflichtigen Personen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 20. d. MtS. erinnert.
A. Nr. 364. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeldl den 10. April 18917
Die Herren Ortsvorstände zu
Asbach, Aua, Biedebach, Etchhof, Engelbach, Frielingen, Obergeis, Oberrode, WipperS- Hain, Ausbach, Gethsemane, Hilmes, Lam- pertSfeld und Landershausen werden hierdurch an die sofortige Wieder- einreichung der Klassensteuer-Rolle pro 1891/92 nebst Offenlegungsbescheinigung, erinnert.
1843. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Hee^. Kreissecretair.
-Hersfeld, den 10. April 1891.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 17. März 1885 Nr. 3077, (Kreisblatt Nr. 34), die Revision der Gemeindekassen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mir Frist bis zum 18. d. M t S. erinnert.
3410. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kreisdeputirter.
Dienstag d e n 5. M a i d. I., von 9 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 Gestütpferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens bedeckl), Fohlen und 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten, metstbteiend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sämmtliche 4jährigen und älteren Pferde sind
diesen etwas gu flüsterte, dann setzte sie sich an das entgegengesetzte Fenster und Vevt begann mit dem Sitznachbar ein eifriges Gespräch über die Gegend, durch die sie fuhren. Beide Mädchen schienen große Octskenntuiß zu haben, und als Gebhard eine darauf bezügliche Aeußerung machte, äußerte die Vevi, die Liebe zum Vaterlande müsse vor Allem darin bestehen, daß man dieses kenne.
»Die Mathild weiß viel besser als ich, wo die Stiefelspttze und der Absatz von Italien ist und unter welchem Breitengrad- die Menschen aufstehn, wenn wir uns in Europa in die Federn legen — aber ich hab' mich auf mein Vaterland verlegt — und für mich giebt es keinen andern Wetttheil als Oderbay:rn — da kenn' ich alle Berg' und Seen und Weg und Steg. — Wiffen's bet uns hat einmal ein Kartenzeichner vom topographischen Bureau g'wohnt — und bei dem Mana hab' ich als kleines Mäd'l stundenlang sitzen können — und die Tüpferln und Strich und die rothen und grünen Linien beobachten, und wenn's mir heut eine Karte vorlegea, les' ich sie Ihnen wie die Mathild' ein Klavterstück.-
Auf einmal ließ sich die Stimme der Mutter in einer beliebten Melodie vernehmen. Der Rittmeister wandte sich nach dem andern Fenster um und hätte fast Frau Lettner nicht wiedererkannt. Auf ihrem Haupte saß ein Hut mit einem Büschel von Federn, und die Finger, die mit Filethand
mehr oder weniger geritten. Die zum Verkauf kommenden gerittenen Pferde werden am 4. Mai, von 7 bis 10 Uhr Vormittags, unter dem Reiter, sowie sämmtliche am 3. und 4. Mai, von 4 bis 6 Uhr Nachmittags, auf Wunsch au der Hand giften über die zur Auction gelaugeuden Pferde werden am 22. April zum Versand 2C. fertig gestellt sein und auf Ansuchen zugeschickt werden.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhof Trakehueo wird am 3., 4. und 5. Mai gesorgt sein.
Trakehnen am 5. März 1891.
Der Landstallmeister v. Frankeuberg.
Aus dem Reichstage.
Berlin, 10. April. Der Reichstag setzte in seiner heutigen (95.) Plenarsitzung die Weiterberathung des Para« graphen 125 der Gewerbeordnung (Entschädigung für Con« tractbrudj) fort. Abgeordneter Krause will den Nachweis des verlangten Schadenersatzes. Bebel erklärt sich gegen den 8 125 und bezeichnet die Besinnungen desselben als eine Ausnahme. Maßregel, die geeignet sei, den Umsturz der bestehenden Staat«, und Gesellschaftsordnung herbeizuführen. Man glaube Nützliches zu schaffen, betreibe aber nur die Geschäfte der Socialdemokratie. Hirsch erklärt sich im Namen der Frei, sinnigen gegen die Bestrafung des ContractbruchS. Nachdem noch die Abgeordneten Hitze und Möller für die Bestimmung des Paragraphen eingetreten sind, erfolgte die namentliche Abstimmung, welche die Beschlußunfähigkeit des Hauses ergab.
Berlin, 11. April. Der Reichstag nahm in seiner heutigen (96.) Plenarsitzung ohne DiScussion die Strafgesetz« Novelle, betr. den Schutz der Post- und Telegraphenanlagen und dergl. in dritter Berathung an, ebenso in erster und zweiter Berathung den zwischen dem Reich und Dänemark abgeschlossenen Vertrag, betr. die Aufhebung des Abschosse« und AbfahrtSgelde«. Auf Antrag des Abg. Grafm von Ballestrem wurde sodann an Stelle des Abg. Dr. Herme« (Jauer) der Abg. Dr. Krause durch Zuruf zum Schrift, führer gewählt. Darauf nahm das Haus Wahlprüfungen vor. Ohne DiScussion wurden nach dem Anträge der Commission für gültig erklärt die Wahlen der Abgg. von Gerlach (3.KöStin) und Ho sang (b. Magdeburg), außer, dem die Wahl des Abg. v. d. Osten, indessen wurden hier
schuhen mit halben Fingern bekleidet waren, trugen nun elegante, helle dänische Handschuhe. Kein Zweifel, sie hatte ihre Töchter veranlaßt, den Herrn zu unterhalten, seine Aufmerksamkeit nach der einen Seite abzuziehen, während sie aus der andern die Metamorphose ausführte.
»Man hat sich ja fast schämen müssen,- erklärte sie, »in solchem Aufzug. — Nun ja, für daS gewöhnliche Reisepublikum war's ja gut genug — aber wenn man in so vornehmer Gesellschaft reist.- — In kurzer Zeit wußte Gebhard in dem Hause und Leben der braven Frau so Bescheid, wie vielleicht nicht in seinem eigenen, von den Stiefeletten der Damen, wie die gearbeitet würden, bis zu der Zahl der Schinken, die im Rauchfang hingen — von dem Geistlichen, bei dem die Familie beichtete, bis zu den Lieutenants, die mit den Töchtern getanzt hatten.
Endlich schien eS Gebhard an der Zeit, sich zurückzuztehen. Die nächste Stativ», an der eine Zweigbahn mündete, bot dazu eine willkommene Gelegenheit. Er verabschiedete sich von den Damen, nahm seinen Platz in einem Coups erster Classe ein und suchte seinen Mißmuth zu verschlafen. War ihm auch nichts anders als die Aussicht auf eine angenehme Reiseunterhaltung entzogen, so war das doch für seine Stimmung maßgebend. — Er sah darin ein Omen, daß nachdem die Reise so mit Fehlschlägen begönne«,