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Herssel-tr Kreisblatt.
__________Mit wöchentlicher Hratis-Aeilage „Illustrirtes Nulerhattungsölatt".__________
Nr. 36. Dicilstag den 24. März 1891.
Erstes Blatt. |
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Die Expedition.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Frühjahrs -Controlversamm- lungen im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:
1. Zu Obergeis
Montag, den 6. April 1891, Bormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers-
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Eine Geisterbeschwörung.
Von E. Rudolfs.
In den letzten Tagen des Monats März 1841 befand sich in einem Gasthofe zu Dirschau eine große Anzahl von Reisenden verschiedener Nationalität. Die Weichsel trieb mit EtS, und statt der herrlichen Brücken, welche jetzt über diesen Fluß und die Nogat führen, mußte man zu jener Zeit auf schwankem Kahn die Flüffe Überschreiten. Dabei war an diesem Tage ein so heftiges Schneewehen, daß man nicht auf zehn Schritte vor sich blicken konnte. Es wäre unmöglich, so behaupteten die kühnen, an Wagnisse gewöhnten Bootleute, in solchem Wetter sich durch die aufeinanderthürmenden Eismassen einen Weg zu bahnen. Mau war genöthigt, die Nacht in Dirschau zu bleiben. Mehrere Reisende, theils aus Berlin und DreSden, theils aus Süddeutschland stammend, gruppirten sich um einen Tisch in der Ecke des großen Gastzimmers, welches sonst als Speisesaal dienen mußte.
„Meine Herren," begann einer der Reisenden, ein RegierungSrath aus Berlin, „ich schlage vor, daß wir nicht mehr über die Ungunst des Wetters
Hausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmannsrode, Obergeis, Reckerode, Rotterterode und Untergeis.
2. Zu Hersfeld II Dienstag, den 7. April 1891, Vormittags 8 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meifebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
3. Zu Hers eld I Dienstag, den 7. April 1891 Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aua, der Stadt Hersfeld. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
4. Zu Unterhalt»
Dienstag, den 7. April 1891, Nachmittags 3 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim,'Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.
5. Zu Niederaula
Mittwoch den 8. April 1891, Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Niederjossc^ Reimboldshausen, Solms, Stärklos, Willingshain und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.
6. Zu Schenllengsfeld
Donnerstag, den 9. April 1891, Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Con- rode, Dünkelrode, Hillartshausen, Malkomes, Motzfeld, Oberlengsfeld, _ Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landershaufen, Schenklengsfeld, Schenkfolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.
l an diesem Tage sprechen, sondern unsern Geist! rungen, wllche S e ume unternommen, der einmal angenehmeren Dingen zuwenden. Jeder von uns, auf einer Fußreise, welche neun Monate währte.
dessen bin ich sicher, hat wohl im Leben irgend ein interessantes Begebniß daheim oder auf Reisen erfahren, und ist geneigt, eS discreten Zuhörern mitzutheilen. WaS meinen Sie dazu, verehrte Anwesende?"
„Vortrefflich." entgegnete ein Professor auS Süddeutschland: „was mich betrifft, so wurde ich vor langer Zeit — ich zählte siebzehn Jahre — durch ein Unwetter in einem abgelegenen Gast- Hofe der Schweiz zurückgehalten und erlebte dort eine Geisterbeschwörung, welche einen ganz eigenthümlichen Abschluß fanb.*
„Eine Geisterbeschwörung!" riefen erstaunt die anwesenden Herren; „bitte erzählen Sie uns von
diesem Abenteuer."
„Falls Sie es wünschen, sehr gern," sagte der Professor und begann: „Ich war Schüler der Prima eines Gymnasiums, und meine Eltern hatten mir, da ich ein sehr gutes Zeugniß erhalten, eine hinreichende Summe gegeben, um von Carlsruhe au8, wo wir lebten, eine Fußreise in die Schweiz zu unternehmen. Es war damals die Zeit der Fußreisen, man stand noch unter dem Eindruck der großartigen Wände-
7. Zu Heimboldshauseu Donnerstag, den 9. April 1891, Nachmittags 2 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Aus- bach, Bengendorf, Friedewald, Gethsemane, Harn- rode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kleinensee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wöl- fershausen und Unterneurode.
Zur strengen Nachachtung fr die betheiligten Mannschaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Frühjahrs - Controlversammlungen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marine-Reserve, Landwehr und Seewehr ersten Aufgebots, der Ersatzreserve und Marineersatzreserve angehören, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden ent- lassenen, die zur Disposition der Truppen- theile und Marinetheile beurlaubten Mann- schaften zu gestellen. Mr diejenigen Wehrmänner und Seewehrmänner, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1879 eingetreten sind und deshalb bei den diesjährigen Herbst-Controlversammlungen zur Landwehr zweiten Aufgebots übertreten, sind von der Frühjahrs - Controlversammlung dieses Jahres entbunden.
2. Die Einberufung zu den Controlversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt.
Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Controlversammlungen wird disciplinarisch bestraft.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen rc. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.
4. Die Mannschaften haben den Militairpaß .——-»L.^■MMMMMMM^MMMMMMMMW •
Oesterreich, Italien, Sictlieu, die Schweiz und Parts besuchte, ein anderes Mal über Petersburg, Moskau, Finnlaud seinen Weg nach Schweden nahm. Fünf Schüler der Prima schloffen sich mir an; wir machten uns heiteren Sinne» auf den Weg und wurden anfänglich von dem herrlichsten Wetter begünstigt. An einem Nachmittage entlud sich jedoch ein so furchtbares Gewitter über einen Waldweg, welchen wir passtreu mußten, daß wir froh waren, in einer Dorfherberge am Ende des Waldes ein Unterkommen zu finden. Die Natur schien im Aufruhr zu sein; die Donner schlägt hallten mächtig von den Bergen nieder, und der Regen begann darauf wie ein Sturzbad herabzuschteßen. Als wir in die zu ebener Erde gelegene, Gaststube eintraten, fanden wir bereits einen jungen Mann von 25 Jahren an einem Tische sitzen, der fröhlich mit dem Wirth plauderte. Rachoem er einen Schoppen Wein getrunken, gab er mit großer Anmuth ein lustig Lied zum Besten. ES war augenscheinlich ein heiterer Geselle, kräftig und wohlgebaut. Als die finstern Regenwolken sich etwas verzogen hatten — eS war jedoh