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Htlssel-er Kreisiililtt.

Mt wöchentlicher Hratts-MeilageIllustrirtes Nnterßaltungsblatt".

Nr. 30. Dienstag den 10. März 1891.'

Amtliches.

Zu der Bekanntmachung des Herrn Reichs­kanzlers vom 27. November 1890, betreffend Ausführung des Gesetzes über die Jnvaliditäts- und Altersversicherung, (Beilage zum Amtsblatt vom 24. Dezember 1890) haben die Herren Minister des Innern und für Handel und Ge­werbe weitere Erläuterungen ergehen lassen, welche nachstehend zur öffentlichen Kenntniß ge­bracht werden.

Cassel, den 16. Februar 1891.

Der RegieruvgS-Prästdent. Rothe.

Weitere Erläuterungen zu den Bestimmungen des BundeSrathS vom 27sten November 1890 über die Befreiung vor­übergehender Beschäftigungen von der

Bersicherungspflicht.

ES ist zur Kenntniß gekommen, daß das Rund- schreiben vom 10. Dezember v. J., betreffend die Jnvaliditäts- und Altersversicherung der Wäsche­rinnen, Plätterinnen, Näherinnen und Schneide­rinnen, zu dem Mißverstäudviß Anlaß gegeben hat, als ob die bezeichneten Personen, soweit sie in ihrer eigenen Behausung arbeiten, auch dann der Bersicherungspflicht nicht unterliegen, wenn sie lediglich Lohnarbetteriuneu eines anderen Ge­werbetreibenden sind. Der bezeichnete Ruuder- laß will vielmehr nur zum Ausdruck bringen, daß die bezeichneten Personen dann nicht ver« stcherungspfttchtig sind, wenn sie in der eigenen Behausung (sei es allein, sei eS mit Hülfe von Lohnarbeitern) für ihre Kunden arbeiten, oder wenn sie als Hausgewerbetreibende in der eigenen Behausung (in eigener Betriebsstätte) selbst- ständig, aber im Austrage und für Rechnung an­derer Gewerbetreibender, Ladengeschäfte u. s. w. thätig sind. Selbstständige Betriebsunternehmer unterliegen der Bersicherungspflicht zur Zeit auch dann nicht, wenn sie Hausgewerbetreibende sind;

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

A«s heiterm Himmel.

Von I. Hütten.

(Fortsetzung.)

habe in dieser ganzen Zeit ebenso viel Sehnsucht nach Ihnen, wie nach den Eltern ge­habt,- sagte Anna, ihre Beweaung tapfer unter­drückend, »und dabei oft gedacht, es sei unrecht, wenn ich es Ihnen nicht sagte, da Sie ver­sprochen hatten, nie mehr davon anzufangen. Werden Sie es mir auch nicht zum Vorwurf wachen, daß ich so viel Zeit brauchte, um Sie würdigen und verstehen zu lernen?"

»O, theure Anna, mein ganzes Leben soll dir beweisen, wie ich dir danke für das Geschenk deiner Liebe."

»Ja, sie gehört dir Walter, - aber nun laß uns scheiden."

, »Jetzt?" rief er erschrocken. »Nein, Anna, jetzt trotze ich jedem Vorurtheil deiner Mutter, jetzt geleite ich dich heim und du sollst sehen, daß ich um dich zu werben weiß."

»Nicht doch, Walter," sagte sie ernst; »meine Liebe durfte ich dir gestehen, damit habe ich nur meine Pflicht erfüllt, aber glaubst du, daß ich an eigenes Glück jetzt denken könnte, während petne arme Dora um das ihre betrogen ist?"

die Kundenarbeit der Wäscherinnen, Schneide­rinnen u. s. w. soll als selbstständiger Gewerbe­betrieb gelten, soweit diese Kundenarbeit in der eigenen Behausung, nicht im Hause des Kunden, ausgeführt wird.

Solche Schneiderinnen, Wäscherinnen u. s. w. dagegen, welche nicht selbstständig, sondern als Lohnarbeiterinnen anderer Gewerbetreibender außerhalb der Betriebsstätten der letzteren (also auch im eigenen Hause) beschäftigt werden (vergl. §. 2 Abs. 1 Ziffer 4 des Krankender- ficherungsgefetzes in seiner jetzigen Fassung), unter­liegen der Bersicherungspflicht. Denn das Gesetz vom 22. Juni 1889 (Reichs-Gesetzbl. S. 97) umfaßt alle Lohnarbeiter gleichmäßig, und macht nicht, wie das Krankenversicherungsgesetz in seiner jetzigen Fassung, einen Unterschied zwischen den Lohnarbeitern der Gewerbetreibenden, jeuachdem diese Lohnarbeiter von den Gewerbetreibenden innerhalb oder außerhalb ihrer Betriebsstätten beschäftigt werden.

Berlin, den 30. Januar 1891.

Der Minister für Handel Der Minister des Innern, und Gewerbe. In Bertr.:

Frhr. v. Berlepsch. BraunbehrenS.

Hersfeld, den 5. März 1891.

Im Anschlüsse an mein Ausschretben vom 9. Februar d. J. Nr. 1304, im Kreisblatt Nr. 20, betreffend das ErgänzungSheft zum Seminar- Lesebuche, ersuche ich die Königlichen Herren Lokalschulinspectoren hiermit ergebenst, mir umgehend mitzutheilen, welchen der Ihnen unterstellten Schulen je ein Exemplar dieses Ergänzungsheftes ausgehäudigt worden ist, so­wie um Bezeichnung der Seitenzahl und der Nummer des Eintrags der Bücher in die be­treffenden Inventarien.

2131. Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

Heeg, Kreissecretair.

Du verlangst zu viel, Anna," rief er mit leiden­schaftlichem Wiederspruch, »wenn du forderst, ich solle, kaum deiner Liebe mir bewußt, mich schon mit dem Gedanken vertraut machen, dich möglicher­weise nie zu besitzen. Und ich muß dich daran erinnern, daß es deine Freundin verkennen hieße, wenn wir glauben könnten, sie würde die Kunde von unserem Glück anders als mit inniger Freude aufnehmen?"

»Ja, sie ist edel und selbstlos, aber mir wider­strebt es, ihr jetzt von meinem Glück zu sprechen, und wie soll ich, niedergedrückt von dem Ge­danken an Dora, den Muth finden, den Kampf mit meiner Mutter, die, wie du selbst weißt, dir nicht wohlwill, aufzunehmen?"

»Den überlasse mir, Geliebte, und glaube, daß ich ihn zu einem guten Ende führen werde."

»Du täuschest dich, Walter," sagte sie traurig, den Kopf schüttelnd. »Nie war meine Mutter so fest von der Ueberzeugüng durchdrungen, daß Adel nur zu Adel gehört, als sie es jetzt ist, seit­dem Dora, die einzige bürgerliche Frau, die ihr Hochachtung abnöthtgte, sich ihrer Meinung nach dieser Achtung ganz unwrrtb gezeigt hat. Nein, Walter, erst wenn Dr. Weißner von jedem Ver­dacht gereinigt, zu seiner Frau zurückkehrt, gehöre ich dir, und dann soll keine kindische Furcht mich verhindern, die Einwilligung meiner Mutter zu

Hünfeld, den 6. März 1891.

Das Königliche Landrathsamt wird hierdurch ergebenst benachrichtigt, daß die Maul- und Klauenseuche im hiesigen Kreise vollständig er­loschen ist.

Der Königliche Laodrath von Dalwigk.

An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. Jr. Nr. 1322.

* *

Hersfeld, den

Wird veröffentlicht.

7. März 1891.

2361. Der Königliche Lavdrath.

In Bertretnng:

Heeg, Kreissecretair.

Aus dem Reichstage.

Berlin, 7. März. Zn der heutigen(83.)Plenarsitzung des Reichstages wurde die Berathung der einmaligen Ausgaben der Marineverwaltung bei den von der Commission gejlrichen^n ersten Ru.en (Ü. dir Panzerfahrzeuge ,8.",T.", U fortgesetzt. Hierzu liegt der Antrag der Abg. Frhrn. v. Manteuffel vor, die für die FahrzeugeT." undU." be­antragten Raten von je 1 Million Mark zu bewilligen. Abg. Frhr. von Manteuffel beantragt heute zunächst, seinen Antrag mit den betreffenden EtatSpositioncn an die Budget­commission zurück zu verweisen. Abg. v. Keudell befür­wortete mit beredten Worten die Bewilligung dieser beiden Panzerfahrzeuge nach dem Anträge v. Manteuffel. Abg. v. B e n n i g s e n betonte, daß die qu. Fahrzeuge einen wesent. lichen Bestandtheil der Denkschrift 1887/88 gebildet hätten. Der Plan im Allgemeinen wäre implicite von der damaligen Commission anerkannt, wenn auch die Bewilligung der bezüg­lichen ersten Raten in jedem einzelnen Falle späterer Beschluß­fassung Vorbehalten bleiben mußte. Die Bedenken, daß beab­sichtigt werde, über den bestehenden FlottengründungSplan Hinauszugehen, wäre gestern von dem Herrn Reichskanzler auf'S Bündigste beseitigt. Es läge gar kein sachlicher Grund vor, den Bau der geplanten beiden Schiffe hinauSzuschieben, im Gegentheil würde die HinauSschiebung nur nachthellig wirken können. Die Bewilligung an sich wäre ja auch vom Abg. Windthorst nicht abgelehnt, derselbe wolle sie nur für jetzt nicht aussprechen. Der Beschluß der Commission beruhe offenbar auf einer, wenn auch begründeten Verstimmung. Thatsächlich handle eS sich aber nur um eine Zweckmäßigkeit««

unserer Verbindung zu erkämpfen."

»O, Anna, du verstehst es, für deine Freundin zu werden! Was gäbe ich darum, daß ich Licht in die dunkle Mordgeschichte bringen könnte! Aber wärest du wirklich im Stande zu wünschen, daß mit Weißners Lebensglück auch das unsere zerstört bleiben sollte?"

»Das wird Gott nicht zulassen," rief sie be­geistert, »und vielleicht bringt er um so schneller Erlösung, wenn er sieht, wie viel Heil oder Elend von seiner Schickung abhängt."

»Möchte dieses Wort Wahrheit werden," sagte er tief und innig, fügte aber flehend hinzu: »Trotzdem, Geliebte verzeihe, daß ich mich nicht auf deinen Standpunkt stellen kann warum sollten wir, wenn niemand durch unser Glück beeinträchtigt wird, nicht wenigsten- ver­suchen, es uns zu erringen? Je mehr Hindernisse unserer Bereinigung entgegeustehen, um so früher müssen wir mit ihrer Wegräumung beginnen."

»Noch nicht, noch nicht," rief sie in ihrer alten ängstlichen Weise, doch als sie seinem traurigen Blick begegnete, fuhr sie gefaßter fort: »Laß un- noch eine Weile warten, Walter; vielleicht stimmt die Zeit meine Mutter milder, vielleicht giebt mir eine günstige Wendung in Doras Geschick dft Energie, die mir jetzt fehlt,"