Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Abonncmentspreis: vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl.

Postausschlag.

Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Hersstliikl Krkisisiatt.

_______ Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Auterhaltungsblatt".__________

Nr. 21. Dienstag den 17. Februar 1891.

Amtliches.

Verordnung, betreffend das Verbot von Maschinen zur Her­stellung künstlicher Kaffeebohnen. Vom 1. Februar 1891. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher

Kaiser, König von Preußen rc.

verordnen im Namen des Reichs auf Grund des § 6 des Gesetzes, betreffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln rc., vom 14. Mai 1879, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths, was folgt:

Das gewerbsmäßige Herstellen, Verkaufen und Feilhalten von Maschinen, welche zur Herstellung künstlicher Kaffeebohnen bestimmt sind, ist verboten. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel.

Gegeben Berlin im Schloß, den 1. Februar 1891.

(U S.) Wilhelm.

__________________ von Boetttcher.

Hersfeld, den 18. Februar 1891.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver- fügung vom 5. Juli 1882 Nr. 8773 im Kretsblatt Nr. 53, die Führung deS Verzeichnisses über die in die Pflichtfeuerwehr einzurethenden Mann­schaften betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit F r i st b i s z u m 2 4. d. M1 s. er­innert.

1546. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.

Bekanntmachung.

Zur Erhebung der Branosteuer für das Jahr 1891 werden weiter die folgenden Termine be­stimmt :

1) Montag den 23. Februar d. I.von

(Unbefugter Nachdruck verboten.) A«s heiterm Himmel.

Von J. Hütten.

,.,. (Fortsetzung.)

kleinlaut* Um Verzeihung," sagte Radowsky

-'Aud wie konnten Sie nur überhaupt so heftig werden?"

Das ist etwa anderes," eutgegnete Radowsky viel zuversichtlicher.Hätte Herr von Schepp- Witz SL freundlich um den Tanz gebeten, so hätte ich aus Rücksicht für Sie sein Recht schweigend anerkannt, aber er soll eS nicht wagen, Ihnen in dieser unverschämten Art gegenüberzu- ircicn

Mg waren so böse, daß ich mich vor Ihnen fürchtete,* sagte sie wieder.

»Das sollen Sie nicht, Fräulein,* beruhigte er sie mit innigem Lächeln.Sie wissen, ich kann sehr sanft sein, aber das ginge zu weit, wenn ich Sie beleidigen ließe.*

Sie schaute träumerisch vor sich hin, und auch er war so aufgeregt, daß ein heiteres, unbe­fangenes Gespräch erst zwischen ihnen aufkam, als der Tanz ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.

Dora ersparte ihrem Tänzer unterdessen auch

10 bis 1 Uhr in der Eichman n'schen Gast­wirthschaft zuNiederaula für die Gemeinden Mengshausen, Hattenbach, Ntederjossa, Solms und Engelbach und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr daselbst für die Gemeinde Niederaula.

2) Dienstag den 24. Februar d. I. von 9 bis 11 Uhr in der Völke r'schen Gast­wirthschaft zu Kerspenhausen für Kerspen- Hausen, Roßbach, Kohlhausen und Hilper- hausen und von 12 bis 2 Uhr in der Wohnung des Bürgermeisters zu Asbach für Asbach und Beiershausen.

3) Dienstag den 3. März d. I. von 11 bis 2 Uhr in der S L m i d tsscheu Gastwirth­schaft zu Frielingen für Frielingen, Gersdorf, Willingshain und Heddersdorf.

4) M i t t w o ch d e n 4. M ä r z d. I. von 8 bis 11 Uhr in der E Y d t'schen Gastwirth­schaft zu Kirchheim für Kirchheim, Kleba, Gershausen, Allendorf, Reimboldshausen und Kemmerode und ^;$ 1 bis 2 Uhr in der Wohnung des Bürgermeisters zu Reckerode für Reckerode, Goßmannsrode und Rotterterode. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dies in den betr. Gemeinden in ortsüblicher Weise be­kannt machen zu lassen.

Hersfeld, den 13. Februar 1891.

Ständische Landes-Renterei. F a s o l d.

+ Des Wilthschilstsjllhl 1890.

Wenn auch zur Zeit noch kein abschließendes Urtheil über die wirthschaftlichen Ergebnisse, ins­besondere über diejenigen des Waarenverkehrs, im Jahre 1890 möglich ist, so treten doch schon einige Momente hervor, welche bet Beurtheilung der wirthschaftlichen Lage zu beachten sind.

Zunächst fei darauf hingewteseu, daß die Handelskammer von Hamburg eine erhebliche Er­weiterung und Vermehrung des Waarenverkehrs für ihren Platz festgestellt: Der Raumgehalt der

die verdienten Vorwürfe nicht. »Wie konnte" Sie nur meine Freundin so in Verlegenheit setzen?*

»Ich war in meinem Recht, gnädige Frau.*

»Selbst das zugegeben, begreife ich Ihr Ver­halten nicht. So ein sanftes, schüchternes Mäd­chen, wie Anna, sollte doch besonderen Anspruch auf Rücksicht haben.*

»Unter anderen Umständen wäre eS mir auch gar nicht eingefallen, ihren Frieden zu stören. Aufrichtig gesagt, ist die Unterhaltung mit solch einem Backfischchen gar nicht meine Passion, und ebensowenig lockt es mich, dem jungen Radowsky, der wirklich ein guter, braver Mensch ist, in das Gehege zu kommen, aber die Galle lief mir heute über. Vergessen Sie nicht, gnädige Frau, daß ich schon eine Zurückweisung an diesem Abend erfuhr, die, wenn auch besser motivtrt, mir doch doch viel empfindlicher war.*

»Ist es möglich, daß Sie von meiner früheren Weigerung, den Kotillon mit Ihnen zu tanzen, sprechen?* fragte Dora, in hohem Maße ver­wundert.

»O, gnädige Frau, da Sie wir jetzt den Vor­zug gönnen, habe ich kein Recht, mich zu be­klagen, aber verlangen Sie auch nicht zu viel von mir. Müssen wir armen Junggesellen schon to so manchem unseren verhetratheten Freunden

im Jahre 1890 angekommenen Schiffe bat ge­genüber dem Vorjahre um reichlich 400000 Tonnen zugenommen und damit erheblich die Zahl von fünf Millionen überschritten, nachdem erst im Jahre 1888 die vierte Million erreicht wär. Die Zunahme des Verkehrs ist gleichzeitig auf die vermehrte industrielle Thätigkeit der fremden, bei uns importtrenden Ländern und auf den Auf­schwung in Deutschland, wie auf die Vermehrung unserer Absatzgebiete zurückzuführen.

Dieser Beobachtung an den einen Haupthandels- platz entspricht das Ergebniß der Ein- und Aus- fuhr für ganz Deutschland während des ver­gangenen Jahres, welche das statistische Amt jüngst zusammengestellt hat. Freilich fehlt bis jetzt die Werthberechnung, ohne welche ein richtiges Urtheil nicht möglich ist; zunächst liegen bloß die Angaben über die Mengen vor und diese auch noch nicht in der Schlußsumme. Aber die bis jetzt festgestellten Angaben lasten eine allge­meine Belebung ucä Waarenverkehrs erkennen. Eine Steigerung des Verkehrs sowohl in der Einfuhr wie iu der Ausfuhr zeigt sich bei einer großen Zahl der verschiedenartigsten Artikel, wo­gegen nur eine beträchtlich geringere Anzahl vor- kommt, wobei eine Abnahme eingetreteu ist.

Eine starke Zunahme der Einfuhr ist iusouder- brit an Rohmaterialien der Textil- und Eisen­industrie zu verzeichnen, was ein Zeichen deS verstärkten Bedarfs unserer Industrie ist. Weiter hat sich die Einfuhr von Cousumtibilten aller Art stark vermehrt. So steigerte sich die Weizen- einfuhr von 5168 872 Doppel-Ctr. auf 6 723 444 Doppel-Ctr.; die Gersteneinfuhr von 6514220 aus 7 349 670 Doppel-Ctr.; Kartoffeln von 547 aus 987894 Doppel>Clr.; ferner vermehrte sich die Einfuhr von Bier, Arrac, Rum, Spiritus, Schaumwein, Fleisch von Vieh, Fischen, Heringen, Kartoffeln, RetS, Thee, Schmalz, Federvieh, Eier, Kühen, Jungvieh, Schweinen (von 327 649 auf 596 823 ©M was mit Den von Seiten deS

nachstehen, so sollen sie uns doch wenigstens nicht im Ballsaale Concurrenz machen.*

»Sie missen aus der unbedeutendsten Sacht eine tragische Geschichte zu machen,* meinte Dora, »und außerdem denke ich, liegt eS doch meistens in dem eigenen Willen der Herren, wenn sie keinen Hausstand gründen.*

»Sie irren, gnädige Frau. Jeder von uns trägt ein Ideal in seiner Brust, und ich glaube auch, jeder sieht Dasselbe einmal verwirklicht, aber er Darf es Dann oft nicht ergreifen und halten, weil Die Verhältnisse oder seine Pflicht ihn hindern. Der eine ist zu arm, Der andere findet keine Gegenliebe, und am schlimmsten ist der daran, dem fein verkörpertes Traumbild in einer ver­hetratheten Frau eutgegeutritt.*

»Für diese letzteren hätte ich kein Mitleid,* unterbrach ihn Dora kurz, »denn kein Mann hat daS Recht, eine verheirathete Frau daraufhin anzusehen, ob sie seinem Ideal entspräche.*

Scheppwitz wurde jeder Antwort durch daS Kommando zum Tanz überhoben. Während er mit der jungen Frau dahinflog, mit ihr, Die sein ganzes Sinnen und Denken immer mehr in An­spruch nahm, fragte er sich mit peinigender Un­ruhe: Hatten diese letzten Worte birect ihm gegolten oder waren sie harmlos ihrer unschuldigen Seele entsprungen? Er konnte es nicht ex.