Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend
Abonnementspreis:
vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exti.
Postaufschlag.
Die Znsertionsgebühren betragen für den Raum einer SpaltjeUt 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zelle 20 Pfg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt
Herssel-tr Klkisbliitt.
__________Mit wöchentlicher Hratis-Weikage „Illustrirtes Nnterhaktnugsölatt".
Nr. 11. Sonnbend den 24. Januar 1891
Bestellungen
auf das
Sersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis Beilage „JllustrirteS Unterhaltungsblatt" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches
Hersfeld, den 20. Januar 1891.
Zwecks der in der 2. Hälfte des Monats Februar d. J. vorzunehmenden Ermittelung des Ernteertrages der wichtigeren feldmäßig gebauten Fruchtarten im Jahre 1890 werden den Herren Ortsvorständen des Kreises in den nächsten Tagen je zwei Exemplare des zur Erhebung dienenden Formulars B. sowie ein in der Repositur aufzubewahrendes Notizblatt für etwaigen im laufenden Jahre vorkommenden Hagelschlag, zugehen.
Das ersterwähnte Formular B. ist nach dem 1b. Februar unter Beachtung der demselben auf« gedruckten Anleitung, nöthigen Falles unter Hinzuziehung von Sachverständigen, sorgfältigst auSzufüllen, wobei selbstredend auch die auf den Nottzblättern für das Jahr 1890 enthalteueu Angaben über den im abgelaufenen Jahre vorgekommenen Hagelschlag zu übertragen sind.
Bis spätestens zum 24. Februar -. J. ist mir sodann ein Exemplar des richtig und deutlich auszufüllenden Formulars, mit Unter« schrist versehen, einzureiSen, während das andere Exemplar in der Repositur aufzubewahren ist. Besonders weise ich noch darauf hin, daß in den Formularen selbst, wie in den Vorjahren,
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Aus Heiterm Himmel.
Von J. Hütten.
Der junge Gutsbesitzer zögerte einen Augenblick, ehe er ernst, ohne den ihm sonst eigenen spöttisch blasirten Ton erwiderte: „Ich bin Weißner zu großem Dank verpflichtet und kann meine Hochachtung für ihn nicht besser ausdrücken, als indem ich erkläre, daß er nach meiner Meinung diese Frau verdient."
„Und das will viel sagen," rief Schultze, sein Glas erhebend. „Unsere schöne Unbekannte soll leben! Und nun, Scheppwitz, nachdem Sie dies Geständmß auf dem Altar Ihrer Freundschaft geopfert haben, können wir wohl an unsere Arbeit gehen. Was haben Sie in Königsberg auSge- richtet?"
„Die jüngeren Offietere werden fast vollzählig erscheinen und die Militärkapelle ist uns wieder bewilligt worden."
„Das find gute Nachrichten, denn wenn die Jugend nur tanzen kann, brauchen wir für ihre Unterhaltung nicht zu sorgen, und an Damen wird es uns nicht fehlen. Wieviel Schwestern bringt diesmal dein Prinzipal mit, Walther?"
„Ich hörte, alle sechs sollen kommen."
„Alle Wetter, das lohnt! Das halbe Regiment
durch kurze Bemerkungen oder Fragezeichen auf zweifelhafte Angaben oder sonstige Unregelmäßig» leiten aufmerksam gemacht worden ist.
Die genaueste Beachtung dieser Bemerkungen und Fragen sowie eine sachgemäße Beantwortung derselben wird erwartet.
619. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kretsdeputirter.
Das Königliche Landrathsamt in Hersfeld wird hierdurch ergebenst benachrichtigt, daß die unter dem Rindviehbestaude des Landwirths Christoph Wirsing in Berka a/W. ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen ist.
Eisenach. den 19. Januar 1891.
Der Großherzogl. S. Director des III.
P.218. Verw.-Bezirks. Beust.
* * *
Hersfeld, den 22. Januar 1891.
Wird veröffentlicht.
781. Der Köaig'üche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kretsdeputirter.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestaude des Posthalters Otto Coch iu Vacha ist erloschen, wovon ich hiermit ergebenst Nachricht gebe.
Dermbach, den 16. Januar 1891.
Der Großherzogl. Sächs. Bezirksdirector.
B. 247. Schmock.
* . *
Hersfeld, den 22, Januar 1891.
Wird veröffentlicht.
782. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kretsdeputirter.
versorgt Braun allein. Uebrigens hübsche Mädchen — Sie sollten sich eine anssuchen, Scheppwitz." „Sie sind der ältere — immer erst nach Ihnen," gab der andere mit spöttischer Höflichkeit zurück.
„Dann üben Sie sich in Geduld," lachte der dicke Herr. „Heda, Veit!"
Der Wirth erschien und Schultze besprach noch verschiedenes mit ihm, während die beiden jüngeren Männer sich ziemlich schweigsam verhielten. Als dann alle drei ihre Pferde bestiegen, um heim zu retten, sagte Walther Radowsky: „Ich begleite die Herren noch eine kleine Strecke, da ich im Dorfe Wehrkitten zu thun habe."
Kaum hatten sie den Waldkrug aus den Augen verloren, als sich Schultze an seinen Neffen wandte. „Dieser Veit muß ein glänzendes Geschäft machen. Ich werde ihm, wenn sein Con- tract abläuft, die Pacht erhöhen."
»Das kann dein Ernst nicht sein, Onkel," rief Radowsky erschrocken. »Ich glaube, du täuschest dich über feine Einnahme. Mir ist erzählt worden, daß eS den Leuten schon oft recht schlecht gegangen wäre, wenn nicht Doctor Weißner sich ihrer angenommen hätte."
»Davon ist mir nichts bekannt", erklärte Schultze kurz. »Wenn aber Weißner sich für sie interessirt, so geschieht es, weil Veits Frau die Schwester der alten Wirthschafterin in Gmilien- Hof ist und er alles thut, was dieselbe verlangt,"
Bekanntmachung.
Zur Erhebung der Brandsteuer für das Jahr 1891, welche nach einer Bekanntmachung bei Herrn Landesdirectors 16 Pf. pro 100 Mk. Um* lagekapital beträgt, wird für die
Stadt Hersfeld sowie für die Gemeinden Kalkobes, Hof Meisebach, Eichhof, BingarteS, Wilhelmshof, Oberrode und Petersberg Termin auf den 28. und 29. b. Mts. Vormittags von 8 bis 1 U h r und für die Gemeinden:
Kathus, Sorga, Friedlos, Heenes und All- mershauseu
Termin auf Dienstag den Z.Februar d. I. ebenfalls von 8 bis 1 Uhr in ba« Büreau der Ständischen LaudeS-Renteret hier- selbst angesetzt.
Hierbei wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Renterei am 30. d. Mts. wegen deS Monats- Abschluffes geschlossen bleibt und vom 5. btS Ende des Monat? Wruar der auswärtigen Erhebung wegen nur Mittwochs und Sonnabends geöffnet ist.
Hersfeld, den 22. Januar 1891.
Ständische Landes-Revterei. Fasold.
Ansichten des Fürsten Bismailk über den bäuerlichen Besitz.
In den von Geh. Rath Poschinger herausgegebenen Actenstücken zur Wirthschaftspolitik des Fürsten Btsmarck befindet sich ein Schreiben deS Fürsten als HandelSminister an das Slaatsmt- nistertum vom 1. Februar 1882, welches von der Theilbarkeit der Bauerngüter und die Erschwerung der Verschuldung handelt. Fürst Btsmarck will zwar die Theilbarkeit des GrundeigenthumS nicht völlig freigegeben haben, hält aber die Vermehrung der Zahl der kleineren Grundbesitzer für
»Weißner hat ein warmes Herz und hilft gern," mischte sich Scheppwitz in Gespräch.
»Ein junges Lämmchen, weiß wie Schnee," citirte Schultze. »UebrigeuS brauchst du dich gar nicht Über meine Absicht aufzuregeu, Walter, denn du bist mein einziger Verwandter, und wenn ich
einmal sterbe —" , , . . „
»AS, Onkel, sprich nicht so," unterbrach ihn der Neffe, »noch wissen wir nicht, wer von unS den andern überlebt, aber sollte ich es selbst sein — ich möchte kein Geld, das aus dieser erhöhten Pacht stammt. - Du hast gewiß nur gespaßt und überlegst dir s noch."
Dabei waren sie an einer Stelle angelangt, bet der Radowsky sich von den anderen Herren verabschiedete, die dann schweigend ihren Weg weiter fortsetzten.
Unterdtssen standen der Wirth deS WaldkrugeS und seine Frau vor der Hausthür. »Hast du eS gehört, Veit? Die Herrschaften aus Emilienhof werden nächsten Sonntag auch hierherkommen," sagte sie triumphirend.
»Was dich daS wohl angeht," erwiderte er. »Die Weibsbilder kümmern sich doch um alles."
Damit aber kam er bei seiner Frau schlecht an. »Sei kein Narr, Veit," sagte sie entrüstet. »Meinst du etwa, ich hätte nicht gemerkt, wie du neulich, alS die Regln hier war und von ihre?