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Hersftl-tl Kleisblatt.
s__________Mit wöchentlicher Hratis-Weilage „Illugrirtes Hluterhaltungsblatt".
Nr. 5. Sonnabend deu 10. Januar 1891.
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^Jüustrirtes Unterhaltungsblatt" für das I. Quartal 1891 werden noch fort» während von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition ange« nommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 5. Januar 1891.
Am Sonnabend den 24. Januar d. J. Vormittags 10 Uhr findet in dem Saale des hiesigen Rathhauses eine Kreistagssitzung statt.
Tagesordnung.
K 1. Berathung über Begründung einer land- wirthschaftlichen Winterschule in Hersfeld.
2. Berathung über die Petition des Bürgermeisters Rüger in Scheukleugsfeld und Genossen um Uebernahme der Landwegebau- pfllcht auf deu Kreis.
J. A.gir. 1689/90. Der Königliche Landrath _____________Freiherr von Schleivitz.
Hersfeld, den 7. Januar 1891.
Es wird hierdurch in Erinnerung gebracht, daß in jedem Frühjahr und Sommer in der Baumschule zu Breitenau zur Förderung des Verständnisses und Interesses für Obstbaumzucht praktische Unterweisungskurse in den verschiedenen Veredelungsmethoden mit 4- bis 6tägiger Dauer
Ein weiblicher Geheimpolizist.
Original-Erzählung von Walter On-lwo.
(Fortsetzung.)
XX.
; Noch am selben Tage setzte sich Robertson mit einem gewissen Mac Gurre, einem würdigen Freunde Charles Harriugtous, in Verbindung. Derselbe, ein noch junger Mann von kaum vier- . undzwanzig Jahren, war ein schlauer, verkommener Patron, der sich scrupelloS zu allem I hergab, wenn eS nur gut bezahlt wurde. Ihm ’ gab Robertson den Auftrag, der „Französin' nachzuspüreu.
Es gelang ihm auch bald, seinem Auftraggeber -efriedtgeude Auskunft über den Verbleib des Mädchens bringen zu können. Mac Guire hatte sie in Männerkleidern um Robertsons Villa Herumschleichen sehen, war ihr gefolgt und hatte festgestellt, daß der junge Mann, die Alte und daS junge Mädchen ein und dieselbe Person waren, wie ja Georg Robertson schon zuvor richtig vermuthet hatte.
I Robertson wollte fein Glück bei dem gefähr- lichen Wesen erst einmal durch Bestechung ver- § suchen, er wollte ihr Schweigen mit Geld erkaufen.
Ging sie auf seinen Vorschlag nicht ein, so
stattfinden. Die getroffenen desbezüalichen Be-! stimmungen sind im Kreisblatt Nr. 47 von 1887 abaedruckt.
Diese für Ortswege- und Baumwärter, sowie für Privatpersonen, die sich für praktischen Obstbau interesstren, unentgeltlich ertheilten Unterweisungen, welche die Hebung des Obstbaues im Bezirk erstreben, werden noch keineswegs in der ausgiebigen Weise benutzt, wie es die gemeinnützige und für den rationellen Obstbau wichtige Einrichtung wünschen läßt.
10508. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleiuitz.
Hersfeld, den 8. Januar 1891.
Für den am 14. Februar 1872 zu Bornheim geborenen Carl Heinrich Alexander Tromp dahier ist um Entlaffung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
88. Der Königliche Landrath
Freiherr v o u Schleiuitz.
Hersfeld, den 2. Januar 1891.
In Gewäsheit des §. 25 bezwse. 45 der Deutschen Wehrordnung vom 22. November 1883 haben alle diejenigen Personen männlichen Geschlechts, welche
1. in dem Zeitraum vom 1. Januar 1871 bis einschließlich 31. Dezember 1871 geboren sind,
2. dieses Alter bereitsüberschritten, aber sich noch nicht vor einer Ersatz-Behörde zur Musterung bezw. Aushebung gestellt,
3. sich zwar gestellt, aber über ihr Mtl itärverhältniß noch keine feste Bestimmung er halten haben, sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar d. I. zur Rekruttruugs- Stammrolle zu melden, und dabei die über
mußte sie um jeden Prels aus der Welt geschafft werden.
Mary Golling erstaunte nicht wenig, als ihr etwa acht Tage nach obigen Ereignissen ein Zettel von einem Vorübergehenden in die Hand gedrückt wurde. Sie verließ eben als Frau Browu eine ihrer Wohnungen. Die Zeilen besagten, daß eine bestimmte Person um ihre Schliche wisse, ihre Verkleidungen kenne und es ihr daher nie gelingen würde, die gestohlenen Papiere, die in sicherem Gewahrsam seien, wiederzufinden. Die Belohnung, welche ihr nur für Nennung deS mutmaßlichen Diebes Zustände, ohne Wieder- erlangung der Wertpapiere, sei so gering, daß sie von anderer Seite mehr verdienen könne, indem sie ihre Nachforschungen aufgebe und über bisheriges schweige.
Zur näheren Besprechung der Sachlage wurde sie aufgefordert, sich gegen elf Uhr Nachts an einem bestimmten Orte einzufinden, und zwar in Männerkleidern, um es weniger auffällig zu machen.
Um halb elf Uhr war Mary in der Verkleidung des Franzosen »Monsieur Durand' auf dem Wege nach einem der einsamsten Stadtviertel New-Iorks. Punkt elf Uhr war sie an der Stelle des bezeichneten Ortes angekommen, doch zeigte sie sich vorerst noch nicht und hielt sich hinter einem dichten Gebüsche verborgen.
ihr Alter sprechenden, sowie die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits ergangene Bestimmungen über ihr Mtlitairverhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen.
Die Herren OrtSvorstände der Stadt- und Landgemeinden einschließlich der Gutsvorsteher des Kreises haben demgemäß im laufenden Monat folgende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise viermal zu erlassen:
„Jeder Mtlitatrpflichtige, welchem über eine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Bebörden noch nicht ertheilt st, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. I. bei dem OrtSvorstände zur RekrutiruugS - Stammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.
Für solche Militairpflichtige, welche, ohne an einem anderen Ort im Deutschen Reiche einen dauernde» Aufenthalt zu haben, abwesend sind- ^en deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile."
Die sodann genau nach der Instruktion deS Herrn Ober-Präsidenten vom 16. Mai 1876 (Amtsblatt de 1876 Seite 109 und 110) aufzu- stellenden Rekruttrungs-Stammrollen pro 1871 sind mir nebst den bei den Meldungen zur Stammrolle aus deu betreffenden Jahrgängen vorgelegten Attesten rc. und den beiden Rekruti- rungs-Stammrollen der Jahre 1869 und 1870 bis spätestens zum 5. Februar d. I. unter der Bezeichnung Militaria eiozuretcheu.
Ferner haben die Herren Ortsvorstände re. bei Kreise? die in ihren Gemeinden sich aufhaltenden, zum einjährig-freiwilligen Dienst berechtigten Militairpflichtigen, welche in das milttairpfltch- 'tige Alter eintreten resp, eingetreten sind, und
Ein Mann in einem zerlumpten Arbeitskittel näherte sich dem Platze.
„Das ist Robertson selbst!' flüsterte Mary, die ihn mit ihren Späh eräugen sofort am Gang erkannte. ,
Der Bankier lehnte gegen einen Baum und sah ungeduldig nach allen Richtungen auS, all plötzlich der kleine Franzose wie auS der Erde gewachsen vor ihm stand.
„Ah 1 So sind Sie also doch gekommen 1* „Warum denn nicht?'
„Sie erhielten meinen Brief?'
"Dann wissen Sie auch, daß ich hinter Ihre verschiedenen „Rollen' gekommen bin?'
„Nun, und wenn dem so ist?'
„Vor allem möchte ich wissen, Wal Sie vorhaben.'
„Können Sie daS nicht abwartev?'
„Durchaus nicht, mein verehrtes Fräulein; seitdem Sie so erftaunenSwerthe Fortschritte im Englischen gemacht haben, verspüre ich keine Neigung mehr in mir zum Abwarten.'
„Gut, dann thun Sie eben, was Sie nicht lassen können.'
„Sie fordern mich heraus?'
„Warum sollte ich nicht, wenn eS mir so beliebt?' Georg Robertson griff mit der Hand in sei»?
Blust.