wurde der Bedauernswerthe in seine Wohnung I — Bremen, 3. Januar. Der Dampfer des geschafft, wo er schon am andern Morgen starb. m-^-“*-* o^ 97
Derselbe hinterläßt Frau und mehrere Kinder.
Niddawitzhausen, 2. Januar. Die Einwohner unserer Ortschaft" sind durch ein Ereigniß, das für einen der Betheiligten noch schwere Folgen haben wird, in nicht geringe Aufregung versetzt. Am 31. December v. J. erstattete der Tagelöhner Werner Käsemann bei der hiesigen Ortspolizeibehörde die Anzeige, seine Frau sei plötzlich am Schlagfluß gestorben. Die alsbald vorgenommenen Ermittelungen lieferten jedoch als Ergebniß die Annahme, daß die Frau erschlagen worden sei. Als der Mordthat verdächtig erschien der Ehemann der Gerösteten, es erfolgte auch am 1. d. M. die Verhaftuag desselben und nachherige Einlieferung in das Gefängniß zu Eschwege.
Norddeutschen Lloyd „Spree, welcher am 27. Dezember v. I. Morgens 4 Uhr von New-Iork abgegangen war, hat heute Vormittag ll3/4 Hör die „Needles", passirt und hat somit die Reise in 6 Tagen 21 Stunden 53 Minuten zurückgelegt, ein Resultat, welches bisher noch von keinem
Schnelldampfer um diese Jahreszeit erreicht wurde. ' — Bei Sau Remo wurde ein erschossener Fremder aufgefunden, anscheinend den höchsten Ständen angehörig, dessen Tasche einen Zettel enthielt: „800,000 Rubel verloren. Mein Name bleibe verschollen.*
- Toulouse, 3. Januar. Hier sind zwei Häuser eingestürzt, zwei Todte wurden aus den Trümmern gezogen, mau befürchtet, daß noch weitere begraben sind.
— (D e r Z u f a l l a l s N e m e s i s.) Vor einiger Zeit wurde in einem Walde bei Bern die furchtbar verstümmelte Leiche einer Frau aufgefunden; eine Spur des Mörders zu entdecken, gelang jedoch trotz der eifrigsten Nachforschungen nicht. Am 24 Dezember nun waren auf der Klinik des Berner Professors der Anatomie zahlreiche Studenten versammelt, um einer wichtigen Operation zuzusehen, bezw. zu assistiren. Der Professor forderte die Studenten auf, ihre Aermel zurückzuschlagen. Sie thaten es, nur einer derselben weigerte sich. Endlich entschloß er sich auf dringende Weisung des Professors dazu, and es zeigte sich nun an seinem Vorderarm eine eigenthümlich gestaltete Wunde. Der junge Mann verließ bestürzt das Gemach, und gleich darauf erfuhr man, daß er sich mtt einem Revolver erschossen habe. Das Stück Fleisch, das man zwischen den Zähnen des unglücklichen im Walde erschlagenen Opfers gefunden hatte, und das in einem Gefäß aufbewahrt worden war, wurde nun an die Wunde des Studenten gelegt, und siehe da — es paßte genau in die Wunde.
— Newyork, 3. Jan. Das am Broadway belegene Fifth-Avenne-Theater und das Hermanns- 1 Theater sind abgebrannt. Kein Menscheuverlust. i Auch das benachbarte Sturtevant-Hotel wurde ’ thetlweise zerstört. Die Gäste wurden sämmtlich ! gerettet. Der Schaden beträgt eine halbe Million, i . — New - Nork, 3. Januar. Ja dem Kohlen- becken von Alroona tu Pennsylvanien hatten die
Wiesbaden, 2, Januar. Im königlichen Theater entstand, wie die „Magdeb. Ztg.* berichtet, während der Kindervorstellung „Der kleine Däumling* eine Panik. Eine Ballettänzerin war einer Gasflamme zu nahe gekommen, wodurch ihr Kleid in Flammen gerietb. Die Unglückliche stürzte sich in ihrer Verzweiflung auf ihre Colleginnen, welche flohen. Ein Feuerwehrmann erstickte die Flammen durch Ueberwerfen von Decken. Das Alles geschah in der Pause nach dem vierten Acte bei herabgelassenem Vorhang. Rauch und Funken drangen in den Zuschauerraum; es erscholl der Ruf „Feuer-, worauf Alles unter Schreien und Jammern ins Freie strebte. Ober-Regiffeur Köchy, der inzwischen das ganze Personal auf der Bühne versammelt hatte, hielt eine Ansprache an das Publikum, worauf die Vorstellung bei bei fast leerem Hause zu Ende geführt wurde. Die Ballettänzerin hat b e d e u t e n d e Brandwunden, namentlich am Rücken, davongetragen. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde sie iuS Krankenhaus geschafft.
,— Hamburg, 2. Januar. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr fand in der Nobelschen Dynamitfabrik beim Aufgraben einer Leitung für Nitroglyzerin eine'Explosion statt, wobei mehrere Arbeiter getödtet wurden. Der materielle Schaden ist unerheblich.
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Grubenarbeiter eine Lohnerhöhung verlangt, die jedoch von den Bergwerksbesitzern verweigert wurde. Man glaubt, daß in Folge dessen am Montag gegen 16 000 Arbeiter die Arbeit nieder- legen werden.
— Annaburg, 2. Januar. Ein kleiner Zögling des Knaben - Erziehungsinstttuts mit Namen Krause, der am Neujahrstage vier Stunden Arrest verbüßen mußte, erstickte, da der Ofen geplatzt war.
— M e r a n. Eigenthümliche Contraste bietet der Meraner Winter. Während sich im Thale die Schlittschuhläufer tummeln, reifen an den Ab- Hängen des Küchelberges, trotz der niederen Nachttemperaturen, Erdbeeren.
— Vera Cruz (Mexiko). Hier ist in letzter Zeit daS aelbe Fieber wieder ausgetreten und hat größere Ausdehnung gewonnen.
— St« Paul (Minnesota). Aus Carlisle, etwa 12 Meilen von St. Paul wird eine schreck« liche Familientragödie berichtet: Dort lebte Karl Reher, ein deutscher Schuhmacher, mit seiner Frau, einem Sohne und drei Töchtern. Reher und seine Frau zankten sich vor etlichen Wochen, worauf Ersterer seine Familie verließ und in einem benachbarten Dorfe einen Laden eröffnete. Am 27. Dezember Abends kehrts er unerwartet zurück, beladen mit einigen Düteu mit Zuckerwerk und einigen Flaschen Whiskey, welche Weihnachtsgeschenke für seine Familie bilden sollten. Nachdem er das Zuckerwerk und die Flaschen auf den Tisch gestellt, zog er plötz- lich zwei Revolver hervor, hielt in jeder Hand einen und begann auf seine Frau und Kinder zu feuern. Eine Kugel traf die Lampe und löschte das einzige Licht in dem Zimmer aus, und die ganze Familie machte alsoann verzweifelte Versuche, in der Dunkelheit zu entkommen. Es entspann sich ein wüthender Kampf, und als die Kugeln von Reher's Revolver verschossen waren, zog er ein Messer und hiev damit aus bie Seinigen ein. Er tödtete seinen Sohn durch einen Schuß und mehrere Messerstiche. Frau Reher wurde buchstäblich in Stücke zerhackt, während eine Tochter lebensgefährlich verletzt wurde. Reher erhängte sich dann, und als der Strick stch um seinen Hals zusammenzog, schoß er stch durch das
1 Herz. Zwei Töchter des Mörders kamen mit : leichten Verletzungen davon. ........ .....