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Itrsftlitr Kttisblitt

Mit wöchentlicher Kratis-KeilageIllustrirtes AnterhatLungsblatt".

Nr. 154. Dienstag den 30. Dezember 1890.

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DWeO-KMuH.

Mit dem 1. Januar 1891 beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal er­scheinende

Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllusttirles Unicryalimigs-Blail".

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Die Expedition.

Amtliches.

Des Königs Majestät haben dem Verwaltungs- ausschusse deS Ceutral-Dombau-Verems zu Cöln mittelst Allerhöchster Ordres vom 7. Octover v. J. und 20. Oktober d. J. zu gestatten geruht, in den Jahren 1890, 1891 und 1892 je eine Prämien« lotterte Behufs Erwerbung der zur Freilegung des Cöln'er Domes nach der Westseite anzu«

Ein veielicher Geheimpolizist.

Original-Erzählung von Walter On«lwo, (Fortsetzung.)

Julia ging sofort ins Französische über, als hätte sie nur nicht daran gedacht, wen sie vor sich habe. Sie gab einige unwichtige Befehle und ent­ließ das Mädchen.

Zu schon sehr vorgerückter Stunde ging Julia Mit leisen »»hörbaren Schlitten nach dem Zimmer der Jungfer. Dies lag in dem Mansarvenbau des nur dreistöckigen Hauses. Julia hatte sich Mit einem Fläschchen Chloroform versehen und einem seidenen Tuche: sie wollte, ohne befürchten zu müssen, daß das Mäochen erwache, mit den Sachen derselben eine genaue Untersuchung vor­nehmen. Vorsichtig öffnete sie die Thür zu Lucres Mansarde und trat ein. Im Dunkeln tappte sie sich nach der Stelle, wo sie das Bett wußte, das in Chloroform getränkte Taschentuch bereit haltend. Leise glitt ihre Hand über das Kopi« klffeu sie erschrak das Kissen war glatt und unberührt. Zitternd vor Erregung steckte sie Licht an; ein Schrei der Ueberraschung ent­fuhr ihren erblassenden Lippen: daS Bett war leer, war überhaupt in jener Nacht noch nicht benutzt worden.

XIV.

Kurie, oder vielmehr Mary GBivg hatte sich

kaufenden Grundstücke zu verunstalten und Loose im ganzen Staatsgebiete zu vertreiben.

Die unterstillten Polizeibehörden werden hier­von mit der Aufforderung in Kenntniß gesetzt, ven Vertrieb der Loose im hiesigen Regierungs­bezirke nicht zu beanstanden.

Caffel, am 20. Dezember 1890.

Der Regierungs-Präsident. I V.: v. Pawel.

politische Nachrichten.

Berlin, 27. Dezember. Während der heutigen Morgenstunden arbeitete Se. Majestät der Kaiser zunächst allein und unternahm darauf von 9 Uhr ab eine Spazierfahrt nach dem Thiergarten und darauf in den Anlagen desselben eine längere Promenade, auf welcher Se. Majestät vom Flügeladjutanten vom Dienst begleitet war. Auf der Rückfahrt zur Stadt begab sich Se. Majestät der Kaiser zu dem Staatssekretär des Auswärtigen Amred FrO« von Marschall zu einer Besprechung in dessen Wohnung uvd dem­nächst von dort auch noch zu dem Reichskanzler von Caprivi, mit welchem er in dessen Wohnung von 10*/+ Uhr ab längere Zeit conferirte. Als Se. Maj. der Kaiser sooann bald nach 11 Uhr nach dem königlichen Schlosse zurückgekehrt war, empfing derselbe gleich darauf den Handels« minister Frhrn. von Berlepsch in kurzer Audienz und arbeitete demnächst mit dem Chef des Generalstabes General der Cavallerie Grafen von Waldersee und hieran anschließend mit dem Chef dks Militär-Cabinets General-Adjutanten von Hahuke. Nach der Frühstückstafel gedachte Se. Majestät der Kaiser und König wieder eine Schlittenfahrt zu unternehmen.

Die Einnahmen der Post- und Tele- grapheu-Verwaltung haben für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schluß

l wie immer mit einem freundlichenGute Nacht" i 1 von ihrer Herrin entfernt und war in ihr Zimmer gegangen.

Schon nach wenigen Minuten jedoch war sie durch ihr Fenster aufs Dach gestiegen, nach einem andern Fenster gerutscht und hatte sich durch dieses wieder in eine leere Mansarde hinab- gleiten lassen. Dann begab sie sich in ein elegantes Zimmer tm ersten Stock des Doppelhauses, auf der evtgegengksrtzten Seite des Theiles, in dem Julia Harrington wohnte. Dieses Zimmer, wie auch die Mansarde hatte Mary unter der An« gäbe von ihren Wirthen für die Zeit ihres Dienstverhältnisses zu Julia gemiethet, daß sie eine Fremde sei, welche Verwandte im selben Stadtviertel habe, bet denen sie Raummangels halber nicht aufgerommen werden könne.

Mary ließ nichts unversucht, um die gestohlenen Werthpäptere wiederzuerlavge»; erst wenn sie diese in Händen hielt, wollte sie sich zufrieden geben. Sie wußte schon viel, aber daS konnte ihr noch lange nicht genügen.

Nicht allein die ÄuSficht auf einen erheblichen Gewinn ließ sie die Sache so ernstlich betreiben, ihr Herz war in dieser Sache nicht unberührt geblieben. Seit sie Henry Wildert gesehen, sehnte sich daS arme Mädchen noch mehr denn je nach Ruhe und der friedlichen Sphäre, welche sonst weiblichen Wesen beschteden ist.

Erst kurz vor Mitternacht bestieg sie einen

des Monats November betragen: 146065180 Mk. (gegen denselben Zeitraum des Vorjahres + 6 609 245 Mark); die Einnahmen der Reichs« Eisenbahn-Verwaltung haben betragen: 38034000 Mark (+ 2113000 Mark).

S. Hoh. der Fürst Günther vonSchwarz- burg-Rudolstadt hat sich mit der Prin­zessin Luise Charlotte Marie Agnes, der jüngsten Tochter des Prinzen Moritz von Sachsen-AIten- burg verlobt.

Nach derCöln. Volksztg." bat das Ministerium die Eisenbahn-Direction Breslau mit der Be­schaffung Don23Oßocomottüen beauftragt. Ferner theilt dieCöln. Volksztg." angeblich aus zuverlässiger Quelle mit: Für diese Neuan­schaffungen, sowie für umfangreiche ErweiterungS- Umbauten von Bahnanlagen zur Beseitigung der Verkehrsstockungen, hauptsächlich in den Kohlen­revieren, würden 50 Millionen Mark vom Landtage verlangt werden.

Dem Vernehmen nach haben sich, wie die Berl. Polit. Nachr.' mtttheileu, sämmtlich« preußische Minister mit dem Plane der Herstellung von Leamtenwohnungen einverstanden erklärt und sollen die einzelnen Refforts in ihren verschiedenen Voten auch bereits die Kategorien der Beamten angegeben haben, für welche ste Wohnungen beschafft sehen möchten. Das Stadium, in welchem sich die ganze Angelegenheit gegen­wärtig befindet, läßt vermuthen, daß dem Land­tage noch in seiner gegenwärtigen Tagung eine diesbezügliche Vorlage zugehen könnte.

Die Central-Vorstände deutscher JnuuugS- Verbände haben an den Reichstag wiederum eine Petition gerichtet, tu welcher sie um gesetzlich« EinführungvonLegitimationspapiereu für die gewerblichen Arbeiter aller Altersklasse« bitten.

Wie aus Neapel gemeldet wird, ist daselbst

Wagen, den sie voraus bestellt hatte. Sie fuhr in eleganter Toilette auf einen Maskenball, der alljährlich um diese Zeit stattfand und von der Gute der New-Norker Haudelswelt besucht wurde. Das Gewand einer grauen Nonne verhüllte ihre Toilette, als sie in den Saal trat.' Unter dieser Maske eilte sie von Gruppe zu Gruppe, da und dort ein Wort dazwischen werfend; sie schien jemand zu suchen. Endlich ließ sie sich ermüdet auf einen Stuhl ziemlich abseits nieder. An­den Reihen der Tanzenden trat kurz darauf ein Ritter auf sie zu und ließ sich an ihrer Seite nieder.

Ich werde er der Aebtisstn vermelden, daß du vier die Nacht zubriugstl' flüsterte er ihr zu.

Meinethalben!' gab sie zurück.Wenn da übrigens solch eine Plaudertasche bist, will ich nichts mit dir zu thun haben.'

Sie sagte eS tu heiter scherzendem Tom, während ihr Herz zum Zerspringen , klopfte. Er ist eS, Henry Wildert,' murmelte sie.

Sie hotte ihm ein Billet zu dem Balle ver­schafft und gesandt, indem sie ihm befahl, eine graue Nonne anzusprechen. Er war gekommen, denn er ahnte, daß ihm die Aufforderung von jenem geheimnisvollen Wesen zu ging, welche- ihn zu retten versprochen hatte.

Schöne Maske," flüsterte der Ritter,ich weiß wer du bist. Zeige mir doch endlich deig wahres Autlitz, willst W