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Dtrsftlitr Kreisblitt.

Mit wöchentlicher Kratis-HLeikageIllugrirtes Anterhaltungsölatt".

Nr. 148.Dienstag den 16. Dezember 1890.

Amtliches.

In einigen Stallungen der Gemeinde PferdS- d o r f ist unter dem Rindvieh die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen.

Dermbach, den 11. Dezember 1890.

Der Großherzoglich S. Director deS IV.

Verwaltungsbezirks. Schmock.

Au die Expedition der Thüringischen Zeitung in Erfurt.

* *

Beschluß.

In Abschrift an das Königliche Laudrathsamt itt Hersfeld. B. 5446.

Dermbach, wie oben.

Der Großherzoglich S. Director des IV.

Verwaltungsbezirks. Schmock.

* *

Hersfeld, den 13. Dezember 1890.

Wird veröffentlicht.

Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

Braun, Kreisdeputtrter.

Hersfeld, den 13. Dezember 1890.

Mit Rücksicht auf die inzwischen ergangenen Aenderungen und Ergänzungen zu dem für die Gemeindebehörden und Steuer-Empfänger be« stimmten Auszuge aus der Dienstvorschrift über Marschgebührmffe bet Einberufungen zum Dienst sowie bet Entlassungen vom 22. Februar 1887 ist zum Zwecke der besseren Uebersicht und sicheren Handhabung seitens der Königlichen Hofbuch- Handlung von E. S. Mittler und Sohn zu Berlin ein Neuabdruck gefertigt worden.

Im Anschluß an meine Verfügung vom 25. Ocioder 1887 Nr. 10236, tm KieiSblatt Nr 127, werde ich den Herren Ortsvorstäudeu und Guts- Vorstehern des hiesiger» Kreises je ein Exemplar buM Nevaddiucks zum amtliche» G brauch w't-

(Unbefugter Nachdruck verboten.) I Ein weiblicher Geheimpolizist.

Original-Erzählung von Walter Onslow.

(Fortsetzung.)

Ja," wiederholte Mary Golling.Obligationen im Werthe von einer halben Million Dollar sind der Firma auS der Haupikasse gestohlen worden, wahrscheinlich in einem unbewachten Moment, als die Kasse aufstand. Man kann eS sich nicht anders erklären. Sie werden seit Wochen alS der Sieb verdächtigt und beobachtet.-

Allmächtiger Gott! wie ist das möglich?" ,ES ist so. Und jetzt lassen Sie mich Ihnen sagen, waS ich mir aus Ihrem Gebahren zu- sammenretme: Sie haben sich etwas zu schulden kommen lassen, aber Sie haben nichts mit diesem gemeinen Dtebstahl zu thun."

Henry Wildert sah sie noch immer an, wie einer, der nicht versteht; dann bat er:Erzählen Sie mir alles I- rr _

.Nein, nein; erst erzählen Sie mir, wessen Sie sich schuldig fühlen, und dann werden Sie hören, was ich zu sagen habe."

Henry Wildert starrte den kleinen Franzosen an, ohne zu antworten. , ,, , ,

Ich meine es gut mit Ihnen!" fuhr sie fort Sie können sich nur retten, wenn Sie sich mir auvertrauen; glaube» Sie mir, ich will Ihnen helfen.'

H My Wildert war ein energischer, eißen« | mächtiger Mann, aber unter dem Blick der klaren blauen Augen, die so forschend und doch so wohl­wollend auf ihm ruhten, fühlte er sich willenlos und wie gebannt.

Ungeduldig sagte Mary Golling nochmals: Erzählen Sie mir, was Sie gethan, wieso Sie gestrauchelt sind! Theilen Sie mir die ganze Wahrheit mit, Sie sollen gerettet werden, Ihre Ehre soll gerettet werden, aber verschweigen Sie mir nichts, gar nichts."

Noch ein Moment deS Schwankens, dann brach es hervor:Es ist die alte, alte Geschichte!-

Schön, dann erzählen Sie mir die alte, alte Geschichte; vielleicht Ihnen zum Heile und Ihrer Mutter."

VIII.

DaS WortMutter" berührte Saiten tn Henrys Innern und stimmte ihn weich, wie dies durch nichts anderes hätte erreicht werden können, und so begann er: , . . . , .

Ein Freund kam eines TageS zu mir-- in Verzweiflung - er brauchte zweihundert Dollar - ich sollte, sie ihm leihen. Ich hatte sie nicht."

Ah l Ich sehe schon!" flüsterte Mary Golling.

Mein Freund war verlobt; ich kannte das Mädchen und liebte ihn und sie, wie wenn sie meine Geschwister gewesen wären."

! Md Pe gäbe» dem Flehen Ihres FremideS

theilen. Dasselbe ist in das Gemeinde-Inventar einzutragen.

11470. Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

Braun, Kreisdeputirter.

III. Bedingungen

zum Eintritt in das Kleinknderlehrerinnen-Seminar des Hessischen DiakoniffenhauseS bei Gaffel.

1 1) Die sich zum Eintritt Meldenden dürfen in der Regel nicht unter 17 und nicht über 30 Jahre alt sein.

2) Eine gründliche Elementarschulbildung und Anlage zum Singen sind durchaus erforderlich und es geht deshalb der Aufnahme ein Examen voraus.

3) Gute Gesundheit, namentlich gesunde AthmungSorgane und Nerven sind nothwendig.

4) Vor der Aufnahme sind an den Vorstand deS Dia- konissenhauseS (Poststation Wehlheiden) einzusenden: 1) ein Tauf-, 2) ein versiegeltes Sittenzeugniß des Ortsgeistlichen und andere Legitimationspapiere, 3) ein Schul-, 4) ein Gesundheitszeugniß, 5) ein selbst verfaßter Lebenslauf, 6) ein Garantieschein für die pünktliche Zahlung der Pension.

3) die Pension beträgt 330 Mark, in Quartalsraten praenumerando zu zahlen, kür das Bett werden 15 Mark besonders gerechnet. Aus Wunsch stellt die Anstalt die Bettwäsche auch für 15 Mark jährlich. Zur Anschaffung der nöthigen Bücher sind circa 25 Mark erforderlich.

6) Der CursuS ist einjährig und zerfällt in zwei Semester, welche im Mai und October beginnen.

7) Auf besonderen Wunsch werden die Schülerinnen auch in den nothwendigsten Handgriffen der Krankenpflege ausgebildet.

8) Schülerinnen, welche durch Betragen, Fleiß und Leistungen den Ansprüchen genügen und das Schlußexamen bestanden haben, erhalten ein empfehlendes Abgangszeugniß und werden vom Vorstände des Seminars nach Kräften zur Erlangung von passenden Stellen unterstützt.

9j Für junge Mädchen, welche als Lehrdiakonissen sich dem Verbände der Schwestern des Hessischen Diakonissen- Hauses anschließen wollen, bestehen besondere Bedingungen.

IV. Bedingungen, unter denen Kranke in die Krankenabtheilung des Diakonissen- hauseS zu Treysa ausgenommen werden.

1) Von der Aufnahme sind alle Kranken ausgeschlossen, welche an Krätze, geschlechtlichen, chronischen und unheilbaren Krankheiten leiden, sowie Geistesgestörte.

2) Der Pflegesatz für unbemittelte Kranke beträgt täglich für Erwachsene 0,75 Mark, für Kinder 0,50 für bemittelte Kranke werden die Pflegesatze nach Verhältniß erhöht.

3) In der Regel kann die Aufnahme der Kranken nur nach vorheriger Anmeldung und erhaltener Antwort erfolgen. Der Anmeldung ist ein ärztliches Attest über die Art und den bisherigen Verlauf der Krankheit beizufügen, in welchem ausdrücklich angegeben sein muß, ob die Krankheit heilbar ist.

4) Aufnahmegesuche sind zu richten an den unterzeichneten Vorstand resp, an die Vorsteherin der Erziehungsanstalt zu Treysa, oder an den Hausarzt daselbst, Herrn KreiSphysikuS Dr. Nothnagel.

V, Bedingungen unter betten Kinder in die mit dem Diakonissenhause zu Treysa verbundene Erziehungsanstalt für verwahrloste Mädchen ausgenommen werden.

1) Die aufzunehmenden Mädchen dürfen in der Regel nicht unter 6, nicht über 12 'Jahre sein.

2) Dieselben müssen gesund sein, namentlich dürfen sie nicht an unheilbaren, chronischen oder ansteckenden Krank­heiten leiden.

3) Der Leitung der EvichungSanstalt muß bi« zur Ent­lassung der Kinder die volle elterliche Gewalt über dieselben eingeräumt werden.

4) Bis zum vollendeten 16. Lebensjahre müssen die Mädchen in der Regel in der Anstalt bleiben.

5) Die Pension beträgt für Kinder, welche von Privaten oder ärmeren Communen untergebracht werden, jährlich 120 Mark, in Quartalsraten praenumerando zu zahlen, sonst 150 Mark.

6) An Kleideremschädigung sind beim Eintritt deS Kinde» 45 Mark zu entrichten.

7) Bei der Anmeldung sind einzusenden: a) Taufzeugniß, b) Sittenzeugniß mit Angabe der Ursache, weswegen das Kind der Anstalt überwiesen werden soll, c) Schul-, d) Ge- sundheitS, e) Jmpfzeugniß, f) Garantieschein be« Zahlungs­pflichtigen für die Zahlung der jährlichen Pension.

8) Anträge sind an den unterzeichneten Vorstand zu richten. Wehlheiden, den 26. Januar 1883.

Der Vorstand des Hessischen DiakonissenhauseS bei Cassel.

Wird veröffentlicht.

Cassel, den 29. Januar 1883.

Königliche Regierung, Abtheilung be« Innern.

nach, indem sie ihm liehen, waS nicht Ihnen ge­hörte?" fragte Mary mit einem schmerzliches Ausdruck in den milden, blauen Augen.

Ich gab nicht gleich nach," fuhr Henry in seiner Erzählung fort;erst dann, als er mich versicherte, daß er mir das Geld in acht Tagen wiederbringen könne, daß er dann sein Gehalt bezöge, es aber sofort brauche, um seine Ehre zu retten ein Mädchen sei dabei im Spiel Ich hatte Geld unter mir, von dem ich wußte, daß es erst nach Wochen, vielleicht nach Monate» vermißt werden würde. Ich gab es ihm endlich nach vielem Zögern, in der festen Zuversicht, daß ich eS nach Verlauf einiger Tage zurückerhalten würde. Viele Wochen vergingen, mein Freund blieb aus. Ich eilte zu feiner Braut er ist und bleibt verschollen."

So daß Sie der Firma 200 Dollar entwendet haben bezw. sie ihr schulden!" nickte Mary.

Wären eS doch nur 200 Dollar!" stöhnte Henry auf.

Wieviel denn?"

Fast 8000 Dollar."

Wieso ist die Summe so hoch, da Sie doch Ihrem Freunde nur 200 Dollar geliehen haben 8*

Vierzehn Tage waren seit meines Freundes Verschwinden verstrichen; ich war fast wahnsinnig vor Angst, Entdeckung fürchtend. Ich war stets früh nach Hause gegangen nach den Geschäfts- stunde»; jetzt aber hatte ich nicht Rast »och Ruh; ^