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Insulin Klkisbktt.

Mit wöchentlicher Kratis-Meitage „Illustrirtes Anterhaltungsblatt".

Nr. 133.Dienstag den 11. November 1890.

ZMLliches.

Hersfeld, den 6. November 1890.

Mit Bezu« auf meine Verfügung vom 3. Juli 1883 Nr. 8492, Kreisblatt Nr. 67, veröffentliche ich nachstehend die Nachweisung über die stattge-

Habte Herbst-Körung der Zuchtbullen im Kreise.

Die betreffenden Herren Ortsvorstände haben das Resultat in der Gemeinde bekannt machen zu lassen und gemeinschaftlich mit der Königlichen Gendarmerie darüber zu wachen, daß Bullen, welche bet der Körung für untauglich befunden

Nachweisitttg über die Körung der Zuchtbullen im Kreise Hersfeld pro 1890.

worden sind, zur Nachzucht nicht verwendet werden.

Contraventionsfälle sind alsbald zur Anzeige resp. Bestrafung zu bringen.

10339. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

(Herbst-Körung.)

Anzahl

Namen

Gemeinde.

der anzu-

der

§

körenden

Bullen.

Eigenthümer.

1 Hersfeld

2 Meckbach

3 ReiloS

41 Rotensee

5 sorga

6 Untergeis

7 Unterhaun

8 WipperShain

1

1

1 Asbach

2 Hattenbach

3 HedderSdorf

4 MengShaufen

5 Niederaula

6

Friedrich, Friedrich Gemeinde Meckbach Klomp, Heinrich Künne, Andreas Schott, Adam Prentzell, George

Gilbert, Heinrich Röffing, Conrad

Schade, Nicolaus Witwe

Schmauch, Heinrich Grau, Bürgermeister

Wegfahrt, Bürgermeister

Rohrbach, Johannes

Grentzebach, Johannes

Mansius, Friedrich Hoffmann, George

1 Conrode

1

Mohr, Ludwig

2 Hilmes

1

Rüger, Witwe

3 Motzfeld

4 Philippsthal

1

1

Jäger, Heinrich 3ter Wiegand, Heinrich

5 Schenklengsfeld

1

Mannel, Johannes

6 Unterweisenborn

1

Rüger, Heinrich

7 Wüstseld

1

Heuser, Johannes

Resultate der Körung.

Datum der

Körung.

Alter und Race der Bullen.

Nähere Bezeichnung deS Bullen nach

Farbe und sonstigen Abzeichen.

Befund des Bullen.

Bemerkungen.

A.

18./10

V // //

B. j

24./10

C. K

3./11

Körungsveztrk Hersfeld.

l'/4 Jahr, Simmenthal. Kreuzung l*/e Jahr, Simmenthal. Kreuzung 1’/» Jahr, Landrace

1'/- Jahr, Simmenthal. Kreuzung

J-Hr, Fra^e

1 /4 Jahr, Landrace

l1/, Jahr, Simmenthal. Kreuzung ll/4 Jahr, Simmenthal. Kreuzung

rörungsbezirk Niederaula.

l8/t Jahr, Berner Race

l1/® Jahr, Landrace

1 /4 Jahr, Landrace

1 Jahr, Simmenthaler

1’ /a Jahr, Werner Race l'/a Jahr, Berner Race

örungsvezirk Friedewald.

l'/i Jahr, Franke

P/2 Jahr, Landrace

gelbschack rothschack roth roth roth gelbroty

gelbschack rothschack

braun mit weißem Kopf u. weißen Flecken

gelbschack braun

gelbschack

gelb mit weißem Kopf rothschack

gelb

gelb mit weißem Stern am Kopf

weiß mit aschgrauen Flecken gelb weißgelb gelbroth gelb mit Bläffe

rothschack

gelb mit Blässe

gut nicht geeignet gut sehr gut gut gut

gut gut

gut.

nicht gut gut

gut gut

gut untauglich

In u Monaten ver­wendbar.

In 5 Monaten ver­wendbar.

unbrauchbar, sprungfähig am 1.

Januar 1891. unbrauchbar Nicht erschienen.

sprungsähig am 1.

Januar 1891.

D. Köi

24./10

rungsbezirk Schenklengsfeld

1*/» Jahr, Simmenthal. Kreuzung l’/a Jahr, Frankenrace

1 '/4 Jahr alt, Landrace l’/e Jahr, Landrace 1 Jahr, Simmenthaler

l*/4 Jahr, Simmenthaler

1’/® Jahr, Simmenthaler

gut

sehr gut gut gut gut

gut sehr gut

sprungfähig Anfang- Februar 1891.

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Uervehmt.

Eine Erzählung von K. L o ch m a n n.

(Fortsetzung.)

In ihrem Vater hatte Felicia zu jener Zeit eine unerwartete Stütze gefunden. Der Graf, der seine Tochter fast abgöttisch liebte, wollte nicht zugeben, daß Felicia eine Ehe ohne Neigung einginge und hoffte auf den Zufall, der schon einen, allen genehmen Freier ins Haus führen würde. DaS Verhältniß zwischen Vater und Tochter war seit der Zeit ein herzlicheres ge- worden. Namentlich jetzt, auf dem Lande, war Felicia oft in des Grasen Gesellschaft, besonders begleitete sie ihn gern zu Pferde auf seinen Aus­flügen in die Umgebung des Schlosses.

Sie war eine kühne Reiterin; ihre zarte Hand wußte den Zügel des muthtgen Pferdes zu lenken, das seinerseits stolz auf seine schöne, graziöse Herrin schien.

An einem heiteren Maimorgen ritt Felicia, auch diesmal in Begleitung ihres Vaters, durch die im grünen Lenzgewande prangende Ebene,

eine tletne bewatvele Anhöhe hinan.

Oben angekommen, bot sich ihnen ein über­raschend lieblicher Anblick dar. Ein friedliches Thal, von silberglänzendem Bach durchflossen, breitete sich dicht zu ihren Füßen aus. Die Vegetation schien hier eine üppigere und kräftigere zu sein, als auf der anderen Seite des Hügels. Die Saaten, mit ihrem saftigen Grün, gewährten ein so wohlthuendes Bild, sie streckten sich, hier und da von goldig blühenden Oelfruchtfeldern unterbrochen, bis zu einem von Linden und Obst­bäumen umschatteten Landhause hin, dessen rotheS Ziegeldach freundlich zwischen dem maifrischen Grün der Linden und dem Blüthenschnee der Obstbäume hervorschimmerte.

»Wem gehört dies reizende, freundliche Haus?" — fragte Felicia, mit der Reitgerte hinüber- deutend.

„Es ist „Ltndenbruch," die Besitzung jenes Herrn von Hagen, den du einst kennen zu lernen wünschtest!" —

„W Also hier wohnt er," rief Felicia über, rascht auS.

Der Graf hatte glücklicherweise den AuSrnf

nicht gehört; mit der Hand auf die Felder zeigend, bemerkte er:

„Welch' ausgezeichnete Wirthschaft bekundet der Stand dieser Felder! Du hättest dieses Land vor etwa zehn Jahren sehen sollen, Felicia! — ES ist erstaunlich, waS ein thatkräftiger Wille alles zu vollbringen vermag. — Ich muß als Land- wirth dem Fleiße und dem Wirken des Besitzers meine volle Anerkennung zollen." —

Des Grafen Blick schweifte bei diesen Worten von neuem bewundernd über die Landschaft.

„Und wie urtheilst du über die Vergangenheit Herrn von HagenS, Papa?" fragte jetzt Felicia schüchtern, während ein feines Roth verrätherisch in ihren Wangen aufstieg.

„Wer sprach dir davon, mein Kind?" — warf der Graf statt aller Antwort fast streng ein.

"Die alte Anne erzählte mir auf mein Bitten die Geschichte, Papa. — Aber ich glaube sie nicht!"

„Der wahre Sachverhalt ist bis jetzt noch unergründet geblieben," erwiderte nun der Graf in ernstem Tone. - „Ein leichtsinniges, ver­schwenderisches Weib, wie die Baronin eS war, die nur außerhalb ihres Heims und, fern von