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Htlsstl-kr Klkisdliltt.

__________Mit wöchentlicher Kratis-WeilageIllustrirtes Nutertjaltungsölatt".

Nr. 131. Donnerstag den 6. November 18907

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auf das

Hersfelder Kreisvlatt

mit der wöchentlichen Gratis Beilage

^Jllustrirtes Unterhalt« ngsblatt" für die Monate November und Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief- trägern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung döm Listen d. Mts., durch welche die beiden Häuser des Landtages der Monarchie, das Herren­haus und das Haus der Abgeordneten, auf den 1£. November d. M in die Haupt- und Residenz­stadt Berlin zusammenberufen worden sind, mache ich hierdurch bekannt, daß die besondere Benach­richtigung über den Ort und die Zeit der Er­öffnungssitzung in dem Büreau des Herrenhauses und in dem Büreau des Hauses der Abgeordneten am 11. November d. Js. in den Stunden von 8 Uhr früh bis 8 Uhr Abends und am 12ten November d. Js. in den Morgenstunden von 8 Uhr ab offen liegen wird. In diesen Büreaus werden auch die Legitimationskarten zu der Eröffnungssitzung ausgegeben und alle sonst erforderlichen Mittheilungen in Bezug auf dieselbe gemacht werden.

Berlin am 22. October 1890.

Der Minister des Innern. Herrfurth.

Hersfeld, den 5. November 1890.

Diejenigen Herren Orts Vorstände des hiesigen

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Uervrhmt.

Eine Erzählung von K. L o ch m a n n.

(Fortsetzung.)

Nuü, also du mußt wie sage ich e8 nur du mußt morgen früh zu erfahren suchen ob j-ner Mann du weißt, von dem wir neulich - kurz, ob Herr von Hagen sich noch in der Stadt aufhält. Ich sah ihn heute im Theater wieder; ich muß ihn sprechen!" fügte sie, mehr mit sich selbst redend, hinzu.

Mein Jesus!" rief die Alte händeringend, S^aS fällt dir ein, Kind? Hast du vergessen, was dir von dem Unglückseligen erzählt habe? Du sankst damals in Ohnmacht über den Bösewicht, und jetzt willst du selbst ihn sprechen, dich in seine Nähe wagen? Oh!"--

»Laß das, laß das, Anne! Nichts mehr davon. Ich will ihn sprechen! Sage, daß ich eigensinnig bin, aber hilf mir! Höre meinen Plan! Sobald ich weiß, daß er noch hier ist, bitte ich Papa so lange, bis er ihn zu unserem Balle auf Übermorgen einladet- Erkundige dich daher genau, wo Herr von Hagen wohnt, und ob er etwa heute oder morgen die Stadt zu verlassen gedenkt!"

Laß den bösen Mann wohnen, wo er will, Felicia, und wär's tief unten in der Hölle!"

Ich habe es mir nun einmal in den Kopf ge» setzt," rief geltet« trotzig, und wie ein verzogenes

| Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver- I fügung von 1. Dezember 1880 Nr. 11469, im Kreisblatt Nr. 79, die den Gemeindekassen im Jahre 1890 zugeflossenen Beträge für verkauftes Obst betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 12. d. M t s. bei Meldung von 3 Mk. Strafe erinnert.

10361. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schletnitz.

Caffel, den 30. October 1890.

Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des Pttuß. Gesetzes vom ^^ zur Zwangserziehung übermk fette und von mir in der Rettnngs-AnstaltBeiserhaus" zuRengS- Hausen in Pflege untergebrachte Nikolaus Henning aus Hanau, geboren am 23. März 1876 in Hanau, ist am 25. d. Mts. aus seiner Pflegestelle durch- gebrannt.

Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz er- gebenst, nach dem 3^Hna umgehend Nach­forschungen gefälligst austellen, im Betretungs- falle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civilperson, welcher ich neben den baareu Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark und bei nöthig werdender Uebernachtuvg von 4 Mark gewähren werde, in die Lehre bei den Schmiedemeister Theodor Frank zu Struth bei Schmalkalden bringen lassen zu wollen.

Vom Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mich hiervächst gefälligst zu benachrichtigen.

Der Landes-Director: von Hundelshausen.

An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld. Jr. II. Nr. 4247.

Hersfeld, den 3. November 1890.

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gendarmerie deS Kreises behufs

Kind mit dem niedlichen Füßchen auf den Boden { stampfend,und wäre er der Ritter Blaubart selbst, ich fürchte ihn nicht. Nun sprich, liebe, gute Anne," fügte sie schmeichelnd und die alte Dienerin liebkosend hinzu,wirst du meinen Wunsch erfüllen?"

Vergebens waren alle ferneren Vorstellungen der Alten.

Als Felicia endlich zu weinen begann, war der Widerstand der guten Frau völlig besiegt, und sie gab nach. Hoch und theuer mußte sie dem rasch beruhigten Mädchen versprechen, morgen in aller Frühe Erkundigungen über Herrn von Hagen ein- zuziehen. Bei dem Hin- und Herüberlegen, wie dies am besten anzufangen sei, ergab es sich, daß Anne Herrn von Hagens alten mürrischen Diener kannte, dem sie schon beikommen würde. Sichtlich befriedigt verließ Felicia nach diesem Versprechen das Stäbchen der Alten.

Weshalb interesstrt mich eigentlich dieser Mann?" fragte sich Felicia, als sie allein war. Ist eS die Neugier, den Schleier von seinem Geheimniß zu heben, das mir so unglaublich er­scheint, oder ist es die gänzliche Verschiedenheit unserer Lebensauschauungen? Wie mit einer ge» heimnißvollen Macht fesselte er mich von der ersten Secunde an. Was soll dies bedeuten?"

Sinnend begab sie sich zur Ruhe.

Den Bitten Felicias gelang es am anderen Morgen endlich unter Aufbietung aller möglichen

Fahndung nach dem Entlaufenen mitgetheilt.

Im Betretungsfalle ist derselbe festzunehmen, seinem Lehrherrn zuführen zu lassen und mir hiervon Anzeige zu erstatten.

10239. Der Königliche Laudrath

Freiherr von Schleinttz.

Die unter dem Rindvieh hiesiger Gemeinde ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist er­loschen.

Conrode, den 31. October 1890.

______________Der Bürgermeister Mohr.

Die unter dem Rindvieh des AckermannS Johannes Koch II. und Heinrich Boß II. dahier ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist er­loschen.

WehrShausen, den 1. November 1890.

______________Der Bürgermeister Bock. "Gefunden: eine Peitsche. Meldung deS Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Oberhaun.

Gefunden: 6 ^chuhmaLerleisten, Meldung der EigenthümerS bet dem Ortsvorstand zu Sorga. "Nachdem die Listen der Aerzte, welche gemäß §. 4 der Allerhöchsten Verordnung vom 25. Mai 1887 G. S. S. 169 berechtigt sind, die Mitglieder der Aerztekammer der Provinz Hessen- Nassau zu wählen, der Vorschrift des §. 6 daselbst entsprechend aufgestellt worden sind und nach vorheriger öffentlicher Bekanntmachung ordnungs­gemäß ausgelegen haben, wurde auf Grund deS §. 7 von dem Herrn Oberprästdeuten zu Caffel bestimmt, daß für die Provinz Hessen-Nassau von 878 wahlberechtigten Aerzten 17 Mitglieder und 17 Stellvertreter und von diesen in dem Regierungsbezirk Wiesbaden mit 530 wahlbe­rechtigten Aerzten 10 Mitglieder und 10 Stell­vertreter, in dem Regierungsbezirk Caffel mit 348 wahlberechtigten Aerzten 7 Mitglieder und 7 Stellvertreter zu wählen sind.

Hervorgesuchten Gründe, ihren Vater zu bestimmen, Herrn von Hagen eine Einladungskarte zu senden, nachdem ihr die Alte die Nachricht gebracht hatte, daß derselbe sich noch in der Stadt befinde, und auch noch nicht abzureisen gedenke.

Herr von Hagen war seit längeren Jahren der nächste Nachbar des Grafen auf Hohrnheim, und wenn jener auch ein gänzlich zurückgezogenes, menschenscheues Leben führte, so hegte doch der Graf alle Achtung vor dem Mann, der, ein aus­gezeichneter Landwirth, aus dem als Wüstenei übernommenen Gute ein Paradies geschaffen hatte. Sie waren sich zwar nur flüchtig begegnet, alletu der Graf hatte schon längst einen, wenn auch be­schränkten Verkehr mit dem Gutsuachbar ge­wünscht.

Am Abend deS erwähnten TageS waren die großen, schönen Räume der gräflichen Wohnung aufS festlichste erleuchtet und mit Gästen gefüllt. Auch Herrn von Hagens hohe und vornehme Ge­stalt bewegte sich unter ihnen. Seit Jahren diesen Zirkeln der Gesellschaft entfremdet, hatte er doch nichts von den geselligen Formen einge­büßt, und seine edle, echt aristokratische Erscheinung gab ihm etwas uugemetu Fesselndes.

Vom Wirth des Hauses aufs liebenswürdigste empfangen, und späterhin auch der Gräfin vor- gestellt, befand er sich jetzt in anziehender Untep