Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend MonnementSpreiS: vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl. Postaufschlag.
Die JnsertionSgebühren betragen für den Raum einer Spaltzelle 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
Mit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Illustrirtes Nnterhaktungsölakt".
Nr. 124.
Dienstag den 21. Octoder
1890.
Amtliches.
Hersfeld, den 17. October 1890.
Mit Rücksicht auf die Höhe der vorhandenen Reserve-Fonds wird auch für das Jahr 1891 von der Erhebung jeglicher Viehseuchen'Abgabe abgesehen.
Da gleichwohl eine Zählung des Viehbestandes am (2.) 3. November d. I. zu statistischen rc. Zwecken erforderlich erscheint, ist dieselbe seitens der Herren Ortsvorstände des Kreises vornehmen zu lassen und mir b t s z u m 2 0. N o v e m b e r d. I. berichtltch anzuzeigen:
a. wieviel Stück Pferde und Fohlen
b. . , Rindvieh
bei der Zählung ermittelt worden sind.
9750. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Herbst-Kontrolversammlungen im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:
1) Zu Obergeis
Montag, den 10. November d. J. Vormittags 10 Uhr, füt die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers- hausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmanusrode, Obergets, Reckerode, Rotterterode und Uutergeis.
2) Zu Hersfeld
Dienstag, den 11. November d. J. Vormittags 8 Uhr, für die Mannschaften aus der Stadt HerSfeld und den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorg«, Gutsbezirk BingarteS, Metsebach, Friedlos, Kal- kodes, ReiloS, Mecklar, Meckvach, Gutsbezirk Etchhof, Heeues, Rohrbach, Taun und Her- mannshof.
Kontrolplatz: »Turnplatz am Hain".
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Kreuz und Kalömond.
Historische Erzählung von Ernst von Waldow.
ä (Fortsetzung.)
Schmerzlich bedrückt durch diesen harten Vor» Wurf, senkte Angelo den Blick, Benedetta aber glitt auf ihre Kater und flehte mit erhobenen Händen:
^ »Vergebung Vater! Mein ist die größere Schuld, Angelo wollte, eingedenk der Wohlthaten, so Du ihm erwiesen, der Liebe und dem Glück entsagen und stch in den Mauern eines Klosters lebendig begraben. Ich ließ es nicht zu, meine Bitten hielten ihn tn der Welt zurück, denn ich konnte nicht von dem Glauben lasten, daß Du einst Mitleid haben werdest mit unserer treuen und standhaften Liebe."
Barbarigo preßte die Hand auf die mächtig arbeitende Brust, ein Mondstrahl, der auS dem dunkeln Gewölk brach, ließ die Todtenblässe ,^uer Züge erkennen. Endlich fand er Worte ^.^H^"de der Flehenden von stch löSmachend, raulr ^" " 8U umklammern strebte, rief er dr2°n!^!x^" V* Seine werden, drum E länger in mich. Wenn Du mich ÄS D°tn Unrecht wieder gut machen willst Pflichtvergessene - dann wirst Du die
3) Zu Unterhaun I
Dienstag, den 11. November d. I. Nachmittags 3 Uhr | für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Steglos, Unterbaun und Wippershain.
4) Zu Niederaula
Mittwoch, den 12. November d. I. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Betershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchhetm, Kleba, KrusptS, Mengshausen, Niederaula, Ntederjoffa, Retm- boldShausen, Solms, Stärklos, Willtugshatu und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.
5) Zu Schenkleuzsfeld
Donnerstag, den 13. November d. J. Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften auS den Gemeinden Conrode, Dünkelrode, Hlllartshausen, Malkomes, Motzfeld, Oberleugsfeld, Rausbach, Ht.mes, LawpertSfeld, Laudershausen, Schenklengsfeld, Scheuksolz, Unterweisenborn, Wehrshauseu und Wüstfeld.
6) Zu Heimboldshausen
Donnerstag, den 13. November d. J. Nachmittags 2 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Beogendors, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kletneusee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Röhrtgshof mit Nippe, Philtppsthal, Widdershausen, Wölfershaufen und Unterneurode.
Zur strengen Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fügt das Bezrrkskommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Herbst-Kontrolversammlungen haben zu erscheinen:
a) diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1878 eingetreten sind und deshalb zur
। Braut Antonio GiustimantS und entsagst diesem Unwürdigen!"
»Eher sterben!" schluchzte Benedetta.
Str Domenico's Herz zuckte auf in bitterem Wehe, er preßte die Hand an die Augen, als wolle er das Bild der Zukunft, die der Tochter Worte ihm prophezeiten, nicht sehen. Ja seiner Brust erhob sich eine Stimme zu Gunsten der Liebenden. Was war denn die Schuld dieser Armen, die stch geliebt von Jugend auf — war ihre treue und innige Zuneigung nicht ganz natürlich?"
Und er selbst, hatte es nicht eine Zeit gegeben, wo er alles geopfert und allem Trotz geboten, um das Mädchen seiner Liebe zu erringen! Das Bild der schönen Bianca Boltant stand vor ihm in seinem ganzen Liebreiz. Sie war seine Braut gewesen, wenn auch das Verlöboiß für die Welt ein Geheimniß hatte bleiben müssen. Freilich hatte ste schnöden Verrath geübt an ihm, dem Arglosen, doch sie hatte ihre Schuld auch schwer gebüßt — und war es edel, ja nur gerecht, den unschuldigen Sohn der Heimgegangenen dies entgelten zu lassen? v ..
Langsam glitt Barbarigo's Hand von seinem Antlitz herab, das Auge war ihm feucht geworden, mildere Empfindungen hatte die Er- inneruna an den kurzen Liebestraum in ihm erregt, - da fiel sein Blick auf Angelo, das Mondlicht, durch die EPhrurauken schimmernd,
Land- bezw. Seewehr II. Aufgebots übergeführt werden,
b) sämmtliche Reservisten und DiSposttious- Urlauber,
c) die zur Verfügung der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.
2. Die Einberufung zu den Kontrolversamm- lungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt.
Die Ntchtbefolgung der Berufung zu den Kontrolversammlungen wird disciplinarisch bestraft.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühle« rc. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden ste gehören.
4. Die Mannschaften haben den Milttairpaß und das Führungs-Attest mit zur Stelle zu bringen.
5. Gesuche um Befreiung von der Kontrolver- sammlung find rechtzeitig bet dem Haupt- meldeamt des Königlichen BezirkskommandoS in Hersfeld anzubriagen und können nur durch das Bezirkskommando genehmigt werden. Wer vor der Kontrolversammlung keinen Bescheid erhält, hat sich dennoch zu gestellen.
6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungsfälle müssen entweder durch ärztliche Atteste oder durch Atteste der Ortsoder Polizeibehörde, welche spätestens auf dem Kontrolplatz abzugebeu stud, bescheinigt werden. Ja allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit auzugebeu. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Kontrolversammlung gehindert ist, ohne Angabe des GrundeS, sind ungültig und werden nicht angenommen.
Alle Mannschaften gehören während beS ganzen Tages, zu welchem ste zu den Kon- trolversammlungen etvdernsen find, zum
ließ daS Gesicht des jungen Mannes schmäler uno bleicher erscheinen, während dessen dunkleS Feuerarme den Ausdruck sehnsüchtigen Verlangens zeigte. So glich Angelo seinem Vater, dem Manne, den Barbarigo haßte, wie man nur den Räuber seines Glückes und seiner Liebe hassen kann — und der der gerechten Rache deS verrathenen Freundes, dessen Braut er einst zur Untreue verlockt, entflohen war. Doch wie — hatte daS Geschick ihm jetzt nicht noch einmal Gelegenheit geboten, stch an dem Chevalier von Matsou- Rouge zu rächen? Und konnte eS eine empfind» lichere Rache geben für ein Vaterherz, als in dem Sohne zu leiden?
Auf dem Sterbebette hatte Bianca, einst Sir Domenico's Braut, dem früheren Verlobten ent» hüllt: daß der Ehe Band ste mit ihrem Eut» führer, der ihre Neigung zu gewinnen gewußt, verbinde, daß der Knabe, dem ste das Leben gegeben, der legitime Sohn Anatole'S sei. Ge» trennt von ihrem Gatteu durch die Wechselfälle deS KriegeS, war ste in türkische Gefangenschaft gerathen und dann durch die Venezianer befreit worden.
An all' dies dachte Sir Domenico jetzt wieder, und blitzschnell wechselten seine Vorstellungen — zuletzt blieb nur der brünstige Wunsch: einst dem verhaßten Nebenbuhler — und sei es am Rande deS Grabes — zurufen zu können:
»Nicht frei gingest Du aus, weil mein Ar«