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Mannes erwiesen sich als richtig, denn man fand I in der That das vermißte Geld bis auf einen | kleinen Rest unter einer marmornen Fensterbank versteckt. Der früher der That verdächtige Mensch ist jetzt aus's neue verhaftet worden.

Obergude bei Roteuburg, 14. October. Hier erhängte sich vor einigen Tagen ein Arbeits­mann wegen Nahrungssorgen.

Vermischtes.

Wie mitgetheilt wird, beabsichtigt die Königin Victoria dem Kats er Friedrich ein Denkmal in den Anlagen des schottischen Schlosses Balmoral zu setzen. Der Bildhauer Sir Edgar Böhm hat die von ihm entworfene Bildsäule des Kaisers Friedrich, welche in der St. George Capelle in Windsor ausgestellt werden soll, nahezu vollendet.

Dresden, 12. October. Heute früh 41/2 Uhr stießen am Lösuitzstraßen-Uebergange beim Schlesischen Bahnhöfe zwei Güterzüge auf­einander; 7 Personen sollen schwer verletzt sein, unter ihnen auch einer der Locomotivführer. Von den Zugbeamten sind 5, darunter 2 schwer, ver­letzt. Die Verwundungen der Verunglückten be­stehen hauptsächlich in Arm- und Beinbrüchen und Quetschungen. 20 Wagen sind beschädigt. Der Personenverkehr erlitt keine Unterbrechung.

Berlin, 13. October. Das Schwur­gericht am Landgericht II verurtheilte den Schmiedegesellen Schmiedkcke, welcher am 15. Juni zu Motzen den Töpfermeister Kalkmann erschlagen hat und dessen Ehefrau schwer verletzte, wegen vollendeten und versuchten Raubmordes zum Tode und zu zehnjährigem Zuchthaus. Der Angeklagte war der That geständig.

Halber st a d t. Ein hier lebender Veteran aus den Befreiungskriegen, Zacharias Werny, ist am Sonntag tu voller körperlicher und geistiger Frische in sein hundertstes Lebens­jahr eingetreten. Laut der Ehrentafel, die im Dome die Namen der gefallenen Halberstädter Helden aus den Befreiungskriegen kündet, sollte W. ebenfalls gefallen sein. Da er nicht unmittel­bar nach Beendigung des FeldzugeS zurückkehrte, hielt man ihn für todt, und so hat er mehr denn 70 Jahre lang seinen Namen unter denen seiner gebliebenen Kampfgenossen gelesen.

Wesel. An Geiz gestorben ist hierselbst eine vierzig Jahre alte Frauensperson. Sie war infolge schlechter Ernährung erkrankt, weigerte sich aber aus Geiz hartnäckig, einen Arzt rufen zu lassen. Sie wäre geradezu verhungert, wenn nicht ihre Bekannten m ihr Zimmer gedrungen und die Unterbringung der ganz Verwahrlosten in ein Krankenhaus bewerkstelligt hätten. Dort starb sie bereits nach zwei Tagen. Zum Nach­laß der alten Jungfer gehören drei Häuser, acht­hundert Thaler in baarem Gelde, eine Masse Sachen und ein seit 1869 aufbewahrter, dicht mit Schimmelpilzenbewachsener Schinken. Mehrere Geschwister der Verstorbenen theilen sich in die Hinterlassenschaft.

Mitten, 10. October. Ueber einen toll­kühnen Streich wird berichtet: Ein Marine- Reservist, welcher gestern Abend von Dortmund nach Mitten fuhr, verlor, während er sich zum Fenster hinauslehnte, seine Mütze. Ohne Weiteres sprang der Mann aus dem Wagen und kam nicht allein mit gesunden Knochen auf den Bahndamm, sondern fand auch seine Mütze. Mit dem nächsten Zuge kam er hier an. Die Bahnpolizei wird den Tapferen in Strafe nehmen.

L o h m a bei Schmölln, 10. October. Ein

welche sich ohnedies schon in bedrängten Ver- hältnissen befand, lebhaft besprochen. Mit AuS- nähme eines Amerikaners nahmen alle Anwesen­den an der Unterhaltung theil, und jeder drückte in warmen Worten sein Mitleid aus und ver­sprach, helfend eintreten zu wollen. Der Ameri­kaner schien für die Unterhaltung wenig Jutereffe zu haben und kannte wohl auch die betreffende Familie nicht, er suchte anscheinend theiluahms- los in seiner Brieftasche herum, plötzlich entnahm er derselben eine Banknote, legte sie auf einen Teller, den er seinen Nachbar herumgehen zu lassen bat, und sagte:Ich bedanere die arme Familie mit 100 Dollars, mit wieviel bedauern Sie dieselbe?"

(Ein verunglücktes Fallisement.) New« Bork, 4. October. Der im Mittelpunkte Nebraskas er­scheinendeGrantie Hill Advertiser", ein etwa handgroße«, aber in seiner Heimath nichtsdestoweniger vielgelesene« Wochenblatt, enthielt kürzlich in gesperrter Schrift den folgen­den (wörtlich wiedergegebenen) Bericht, welcher jeden Com­mentar überflüssig macht:Es war kein Bankerott! Am verflossenen Sonnabend blieb die Thür der Granite Hill Sparbank geschlossen, da, wie es hieß, der Präsident, Mr. Duggan, plötzlich krank geworden sei. Da dieser gute Mann erst vor zwei Jahren das Geschäft übernommen hatte, also zu einem lohnenden Durchbrennen noch lange nicht genug Mammon an die Seite gebracht haben konnte, so schöpfte die vertrauensselige Bevölkerung unseres Ortes auch nicht den ge­ringsten Verdacht. Am Sonntag Morgen um zehn Uhr aber erschien am Fenster des Bankhauses ein Zettel mit der über­raschenden Ankündigung, daß das Geschäft großer Verluste wegen leider hätte geschlossen werden müssen; in längsten« einer Woche würde es seine Thore jedoch aufs neue öffnen und den Gläubigern mindestens 50 Procent ihres Guthaben« auszahlen können.---Mr. Duggan war, das beweist dieser Zettel, in unserer Gegend doch, noch ziemlich unbekannt, sonst hätte er wissen müssen, war auf seine Ankündigung folgen würde. Um zehn Uhr erschien dieselbe, um halbelf war die ganze Umgegend bereits unterrichtet, und um elf Uhr standen 35 gute und treue Jungen vor dem Bankhause und luden den Präsidenten ein, sich näher zu erklären und seine Bücher herauSzubringen. Er antwortete, er habe gerade jetzt keine rechte Zeit; nachdem aber eine mitgebrachte Schlinge um seinen Hals gelegt war, wurde er auf einmal freundlich und gestattete es, daß unsere 35 Boys ihn inS Haus begleiteten, um die Bücher und die Kasse einer Durchsicht zu unterziehen. Leider waren die Boys gezwungen, die kleine Hansschlinge etwa fünfmal eng zuzuziehen, ehe Mr. Duggan alles flüssige Geld hergegeben hatte, und nun fand es sich denn, daß die Bank nicht 50, sondern 147 CentS für jeden Dollar auSzu- zahlen imstande war. Da die schnell von diesem Befunde in Kenntniß gesetzten Gläubiger sämmtlich coulant genug waren, sich mit der Auszahlung von 147 Procent zu bescheiden, so wurde die Theilung aus der Stelle vorgenommen und darauf die Bank in feierlicher Weise geschlossen. ES war also, wie wir für auswärtige Leser ausdrücklich bemerken möchten, nicht eigentlich ein Bankerott, sondern eine Geschäftsaufgabe in bester Form. Was den Präsidenten Mr. Duggan betrifft, so verließ er um zwei Uhr schon die Stadt. Er ging zu Fuß. In seiner Reisetasche trug er nur einen Papierkragen, drei Bleistifte und eine ihm von milder Hand gesandte Pintflasche Whiskey; aber dafür nahm er das stolze Bewußtsein mit, nicht Bankerott gemacht, sondern daS ihm anvertraute Amt in ordnungsgemäßer Weise niedergelegt zu haben. Für den Fall, daß er sich in einer unserer Nachbarstädte um ein ähn­liches Amt bewerben sollte, bemerken wir, daß er fünf Fuß sechs Zoll hoch ist, kurzgeschorene blonde Haare und einen Schnurrbart tragt und auf zwei Augen spielt."

(Höchste Milderung) A.:Könnte man denn nicht einen milderen Ausdruck für Scharsrichter finden?" B.:O, ja Haupt- kassierer

- (Ueberflüssig.) Arzt:Ich habe Ihnen roch nur flüssige Speisen erlaubt, Herr Müller ?* Patient:Bier ist doch auch flüssig, Herr Doctor!" Arzt:In dem Fall aber ganz überflüssig."

(Stimmt.) Nun, Herr Doctor, welche- Stück erklären Sie für das schönste und beste? Kritiker: Offen gestanden, das Frühstück.

entsetzlicherUnglücksfall ereignete sich gestern Nachmittag in der zum Rittergute ge­hörigen Brauerei, indem der Pächter der letzteren, Namens Brömel, während der Arbeit ab- rutschte, in den Braubottich stürzte und dabei in der kochenden Masse so verbrannt wurde, daß er nach einigen Minuten seinen Geist aufgab. Die bei der Catastrophe mit anwesende Ehefrau des Verunglückten, die schnell zugesprungen war und ihren Mann zu retten versucht hatte, verbrannte sich dabei auch beide Vorderarme.

Darmstadt, 8. October. (Zum Tode verurtheilt.) Das hiesige Schwurgericht verurtheilte gestern nach zweitägiger Verhandlung den 20jährigen Steinhauer Leonhard Orth aus Höchst im Odenwald wegen Mordes zum Tode und wegen Mordversuchs zu fünfjährigem Zucht­haus und außerdem zu den üblichen Nebenstrafen. Der Verurtheilte, ein überaus roher Bursche, hatte bei Gelegenheit einer Tanzmusik ein braves Mädchen, welches er in der Dunkelheit auf der Straße für eine andere ansah, durch mehrere Messerstiche getödtet und dann auch noch ein anderes Mädchen gestochen, während das eigentlich von ihm verfolgte Mädchen, welches durch Zurückweisung seiner Zudringlichkeiten seinen Zorn erregt hatte, dem ihm zugedachten Schicksal glücklich entging. Bet der Verhandlung stellte er die Sache so hin, als habe er die Ver­brechen in sinnloser Trunkenheit begangen, was aber durch die Zeugenaussagen widerlegt wurde. Die Verkündigung des Todesurtheils nahm der junge Mensch anscheinend völlig gleichgiltig auf, wenigstens zuckte keine Muskel in seinem Gesicht.

Rendsburg, 13. October. Am Tage des 90. Geburtsfestes des Feldmarschalls Grafen Moltke wird an dem Hause Köntgstraße 510, wo Moltke als junger Mann mehrere Jahre gewohnt hat, eine Gedenktafel angebracht werden. Am 3. März 1819 trat Moltke in das hier garnisonirende oldenburgische Regiment als Lieutenant ein. Ja die den ersten Bürgern der Stadt und den Officieren der Garnison zum ge­selligen Aufenthalt dienendeHarmonie", welche noch heute existirt, trat Moltke nach Ausweis der Acten der Gesellschaft im Juni 1821 ein. Mit der Anbringung der Gedenktafel ist eine Feier verbunden. _ ,

Köln, 13. October. Auf der Zeche Massener Tiefbau" hat, wie dieKöl­nische Volkszeitung" meldet, vorgestern ein größerer Brand stattgefunden.

Prag, 13. October. Heute Vormittag hat sich hier ein g r o ß e s Unglück bet der Wegräumung des Schuttes der eingestürzten Karlsbrücke zugetragen. Ueber dreißig arbeitende Geniesoldateu und ein Haupt­mann wurden durch herabfallendes Gemäuer schwer verwundet.

London, 13. October. In dem zu der City gehörigen Stadthell Aldersgate wurde heute eine Hutfabrik durch eine größere Feuersbrunst in Asche gelegt. Bet derselben haben, wie ver­lautet, mehrere Personen den Tod in den Flammen gefunden; eine nochgrößere Anzahl hat Ver­letzungen erlitten.

B r ü s s e l, 12. October. Bei der Station Anderlues stießen zwei Güterzüge zu­sammen. Mehrere Waggons wurden zer­trümmert; vier Bahnbeamte wurden schwer verwundet.

(Praktisches Mitleid.) In einer vornehmen deutschen Gesellschaft New-Aorks wurde der traurige Unglücksfall einer bekannren Familie,

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