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Htlsstl-er Kltisbllltt.
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Nr. 12V. ~ Sonnabend den 11. Oktober 1890.
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Amtliches.
HerSfeld, den 7. October 1890.
Den Herren Ortsvorständen des hiesigen KreiseS theile ich hierdurch im Anschlüsse an meine Verfügung vom 8. Januar 1886 Nr. 60, im Kreisblatt Nr. 6, mit, daß die darin erwähnten Uebersichten der zur Zwangsvollstreckung überwiesenen Rückstände an directen Kommunal-, Kreis- und Provinztal-Steuern sowie Schulabgaben einschließlich des Schulgeldes für die Folge nicht mehr einzureichen sind, und ist hiernach der betreffende Eintrag im Terminkalender zu löschen.
9068. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 7. October 1890.
Ich nehme hierdurch Veranlassung, die Orts- Polizeibehörden des Kreises auf meine Verfügung vom 19. Juli 1886 Nr. 7642, Kreisblatt Nr. 86, die Maul- und Klauenseuche betreffend, aufmerksam zu machen. Die pünktlichste Befolgung der daselbst gegebenen Vorschriften wird künftig erwartet.
9309. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Kreuz und Kalömond.
Historische Erzählung von Ernst von Waldow.
(Fortsetzung.)
Catalina war es, die sich meiner Mutter und der Stunde meiner Geburt erinnerte — aus ihren Worten ward mir klar, daß ich ein Ausgestoßener, ein namen- und heimathloser Knabe bin!"
»Angelo, mein Bruder, sprich nicht also!" rief schmeichelnd das Mädchen, seine zarten Arme um den Hals des Jugendgefährten schlingend. »Ob Du mein Bruder bist, ob nicht — das gilt mir gleich. Wahr bleibt nur, daß ich Dich liebe und ewig lieben werde, als eine treue Schwester!" Dankbar und gerührt küßte der Knabe Äene- detta's weiße Händchen, dann aber verschleierte eine Wolke der Trauer seine Stirn aus's neue und er sagte leise:
»Doch wird Dein Vater dies gestatten, wenn er von Kandia zurückkehrt? Er ist stolz und edelgeboren, er wird den Namenlosen aus Deiner Nähe verbannen. Glaube mir, um dieses Makels willen hat er mich zur Kutte bestimmt!"
»O", lächelte Benedetta, »fürchte nichts, ich werde dem Vater meinen lieben Bruder schon abschmeicheln und ihn so lange bitten, bis er Bestattet, daß Du stets bei mir bleibest!"
»Süße Schwester!" flüsterte Angelo zärtlich.
Hersfeld, den 10. October 1890.
Die Anna Martha Caihartna Köhler von | Asbach, geboren am 12. März 1868 daselbst, hat um Erthetlung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
9412. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Cassel, den 6. October 1890.
Königliches Landrathsamt beehre ich mich unter Danksagung für die bisherigen Bemühungen er- gebenst zu benachrichtigen, daß der Zwangszögling Christian Philipp Sohlmann aus Hanau inzwischen ermittelt worden ist, weshalb ich mein Ersuchen vom 25. v. Mts. II. Nr. 3828 als erledigt hierdurch zurückziehe.
Der Landes-Director. I. V.: vr. Kn o r z. An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld.
J. II. Nr. 3974.
* * *
Hersfeld, den 9. October 1890.
Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königl. Gendarmerie des Kreises mit Bezug auf das Ausschreiben vom 27. v. Mts. Nr. 9048, Kreisblatt Nr. 115 zur Kenntniß gebracht.
9376. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Unter den Schafen hiesiger Gemeinde ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Landershausen, den 8. October 1890.
Der Bürgermeister Reinhard.
t Wann treten diejenigen Arbeiter in den Genuß der Altersrente, welche am 1. Januar 1891 bereits über 40 oder schon über 70 Jahre alt sind?
Nach dem Gesetze erhält grundsätzlich jeder Versicherte Altersrente, welcher das 70. Lebens
„Und dann," fuhr das Mädchen mit altkluger Miene fort, »mußt Du Dich auch nicht gar so betrüben und es beklagen, daß Du ein Niedrig- geborener seiest — nicht will ich dies glauben, sondern just etwas anderes. Erinnere Dich des Kreuzes, das Du mir gezeigt und das ein köstlich Erbtheil sein soll, wie uns Catarina einst er» zählt.
Meinst Du nicht, daß Deine sterbende Mutter es Dir um den Hals gehängt habe und daß eS ein Familienkleinod sei?"
»Das Kreuz — ich vergaß daran," sagte nachdenklich der Knabe. »Vielleicht stammt es von meinem Vater her."
»Laß es mich noch einmal betrachten," bat Benedetta.
Angelo löste die feine Goldkette von seinem Halse, an welcher ein seltsam geformtes mit erblindeten Edelsteinen und Perlen besetztes Kreuz befestigt war. Dieses reichte er seiner Gefährtin, dann vertieften beide Kinder sich in den Anblick dieses einzigen Erbstückes, das dem Knaben von seinen früh geschiedenen Eltern geblieben.
Endlich rief Angelo: »Hier steht etwas geschrieben, stehe, die Schriftzeichen sind fast verwischt, aber dennoch leserlich — es soll heißen: „Dieu et l'honneur“ — das muß der Wahl- spruch des Hauses gewesen sein, dem ich entstammte!"
»So zage nicht," meinte Benedetta tröstend,
jahr vollendet und eine Wartezeit von 30 Jahren durchgemacht, d. h. 30 Jahre hindurch Beiträge geleistet hat. Das Gesetz hat aber in den sogenannten Uebergangsbestimmmigen auch für diejenigen Vorsorge getroffen, welche bet seinem Inkrafttreten (am 1. Januar 1891) bereits über 40 Jahre alt sind, also bis zu ihrem 70. Lebensjahre die dreißigjährige Wartezeit nicht mehr durchwachen können. Diesen Leuten wird jedes Jahr, das sie über 40 Jahre alt sind, als Wartezeit angerechnet, vorausgesetzt, daß sie durch Bescheinigung ihrer Ortsbehörde oder beglaubigte Atteste ihrer Arbeitgeber Nachweisen, daß sie seit dem 1. Januar 1888 mindestens 141 Woche» hindurch in einem versiche- rungspflichtigen Arbeitsverhältniß gestanden haben. Ist ein Arbeiter am 1. Januar 1891 schon über 59 Jahre alt, so ist für ihn nützlich, sich außerdem auch eine Bescheinigung über die Höhe des.Lohnes, den er seit 1. Januar 1888 bezogen hat, zu verschaffen. ^
Beispiel: Der Schäfer Jakob wird am 1. Januar 1892 70 Jahre alt. Seit dem 1. Januar 1891 sind für ihn durch seinen Gutsherrn 47 Wochenbeiträge nach der 2. Lohnklasse (wöchentlich 20 Pfennige in Marken) gezahlt worden. Er weist nach, daß er schon seit 1888 in gleicher Beschäftigung auf verschiedenen anderen Gütern stand, hat es aber versäumt, einen Nachweis über die H ö h e des LohneS in der Zeit vom 1. Januar 1888 bis 1. Januar 1891 sich zu verschaffen. Dann werden ihm zwar die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zurückgelegten 29 Jahre auch als Beitragsjahre gezählt, aber für diese wird bet Berechnung der Rente nur die n i e d r i g st e (1.) Lohnklasse in Ansatz gebracht. Er bekommt dann vom 1. Januar 1892 ab rund 107 Mark Altersrente, während er rund 134 Mark bekäme, wenn er nachgewiesen hätte, daß er schon in den letzten Jahren vor 1891 einen Lohn bezoa, der her 2. Lohnklasse entspricht.
»auch Du bist von edlem Geschlecht, denn dieser Spruch, ob er gleich in fremder Mundart verfaßt, ist deß ein Zeichen."
Leuchtenden Auges sprach der Knabe:
»Mögest Du wahr sprechen! Ich aber gelobe es, nach dem Spruche zu handeln, sei er wessen immer!"
Noch lange besprachen die Kinder sich, denn die Entdeckung eines so seltsamen Geheimnisses hatte sie in begreifliche Aufregung versetzt, bildete eS doch gewissermaßen einen bedeutsamen Abschnitt in ihrem sonst so friedvollen und gleichmäßigen Dasein.
Beide kamen zuletzt darin überein, mit keinem Worte es zu verrathen, daß sie Wissenschaft von einem Geheimniß erhalten, das man so lange und sorglich vor ihnen gehütet.
Viertes Kapitel.
Zwei Nebenbuhler.
Wild tobte der Kampf um den Besitz Kandia's, nachdem der Senat den Antrag des Wesir Achmed Kiuperli, einen Friedensabschluß be- treffend, zurückgewiesen. Die Türken hatten allerdings begehrt, daß man ihnen die Hälfte der Insel Kandia abtrete und zwar wünschten sie jenen Theil mit den Städten Canea, Rettino und Suda. Später stellte die Pforte noch härtere Bedingungen, die anzunehmen den Venezianern ihre Ehre verbot und beide streitenden Parteien