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Herssel-er Kleisblitt.
Mit wSchentlicher Kratis-HLeitage „Illustrirtes Antcrijaltungsklatt".
Nr. 119. Donnerstag bot 9. October 1890.
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DsMmeck-FckdW.
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Amtliches.
Cassel, den 3. October 1890.
Königliches Landrathsamt beehre ich mich unter Danksagung für die bisherigen Bemühungen er» gebenst zu benachrichtigen, daß der ZwangSzög- ling Matthäus Opfer aus Alleudorf inzwischen ermittelt worden ist, weshalb ich mein Ersuchen vom 10. v. Mts. II. Nr. 3614 alS erledigt hierdurch zurückziehe.
Der Landes-Director. I. B.: Dr. Knorz.
An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld. J. II. Nr. 3942.
* * *
Hersfeld, den 7. October 1890.
Wird mit Bezug auf meine Bekanntmachung Vüm 12. September d. J. Nr. 8580, Kreisblatt Nr. 109, den Ortspolizeiverwaltern und der Königl. Gendarmerie des Kreises mitgetheilt..
9335. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e t n t tz.
In der hiesigen Gemeinde ist unter dem Rindvieh die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, was hiermit veröffentlicht wird. Oberlengsfeld, den 7. October 1890.
Der Bürgermeister Pfaff.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Kreuz und Kakömond.
Historische Erzählung von Ernst von Waldow.
(Fortsetzung.)
So war es unmöglich gewesen, gemeinsam und Mit Erfolg zu operiren und nachdem sich die Türken von dem ersten Schreck erholt hatten, sammelten ste schnell ihre zerstreuten und arg beschädigten Fahrzeuge und warfen sich mit denselben auf die Inseln Stalimene, Samothrake und Tenedos, die sie auch alsbald wieder besetzten Und zurück gewannen.
Drittes Kapitel.
Zwei Waisen.
Indessen die KriegSstürme welterschütternd weiter brausten, erblühten im eng umfriedeten Daheim der Nobili-Familie Barbartgo zwei liebliche Menschenblumen: Benedetta und Angela. Lange hatten eS die Kinder nicht anders gewußt, als daß sie Geschwister seien und eine wahrhaft geschwisterliche Liebe und Zärtlichkeit verband sie auch. Das mehr denn ein Jahr ältere Brüderchen, kräftig, und entwickelt an Geist und Körper, leitete die Spiele des kleinen, zarten MägdeletnS, dessen Mwache Gesundheit den Wärterinnen manche Sorge bereitete.
In der hiesigen Gemeinde ist unter dem Rindvieh die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, was hiermit veröffentlicht wird.
Wehrshausen, den 7. October 1890.
Der Bürgermeister Bock.
t Was hat der Landarbeiter schon jetzt zu thun, um die Vortheile der Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu erlangen?
In Blättern, welche nicht wollen, daß da« Invalidität«- und Altersversicherungsgesetz schon am 1. Januar 1891 in volle Kraft gesetzt werde, liest man die Behauptung: das Gesetz und namentlich die UebergarmSbestimmungen seien so schwer verständlich, daß sich viele BersicherungSPflichtige nicht darin zurecht finden könnten und mancher nicht wisse, was er zu thun habe. Namentlich soll das für die kleinen Wirthe, für die Tagelöhner und daS Gesinde auf dem Lande gelten. Ist denn die Sache wirklich so schwierig, daß sie der einfache Mann nicht verstehen kann? Wir denken das Folgende wird klar und deutlich sein.
Versichert werden muß jeder Dienstbote, jeder Tagelöhner, überhaupt jeder Landarbeiter über 16 Jahre, der Lohn in Geld bezieht Wer nur Naturalien und keinen Geldlohn bezieht, ist nicht versicherungspflichtig. Grundsätzlich werden Alters- und Invalidenrenten erst nach Zurücklegung einer Wartezeit gewährt und muß Jemand, der auf Invalidenrente Anspruch erhebt, mindestens 5 Jahre und Jemand, der in den Genuß der Altersrente treten will, mindestens 30 Jahre Beiträge gezahlt haben. Hiernach würden diejenigen Personen, welche noch vor den ersten 5 Jahren der Versicherung, also innerhalb der Zeit bis 1896, invalide werden oder die dem 70. Lebensjahre jetzt schon nahe sind, von den Wohlthäter, des Gesetzes ausgeschlossen sein. Um das zu verhindern und die Altersrente sofort, die Invalidenrente schon nach einem Versicherungsjahre (zu 47 Beitragswochen ge- rechnet) zahlbar zu machen, sind besondere Uebergangs- bestimmungen getroffen worden. Diese besagen: Wer schon vor dem 1. Januar 1891 in einer Beschäftigung stand, in der er hätte Beiträge entrichten müssen, wenn das Gesetz schon gegolten hätte, soll geradeso behandelt werden, als hätte er die Beiträge wirklich gezahlt. Aber natürlich muß er Über die Beschäftigung vor dem Inkrafttreten des Gesetzes Nachweise liefern, welche sich auf die Dauer der Beschäftigung und die Dauer der ArbeitSunterbrechungen seit dem 1. Januar 1886 erstrecken. Arbeiter, welche schon im 60. Lebensjahre
Im fernen Kandia weilte Sir Domenico, sobald er wieder hergestellt war, hatte er Venedig verlassen, um seinen Platz in der kleinen, tapferen Schaar der Vertheidiger Kandia's einzunehmen. Eine innere Unruhe und Friedlosigkeit trieben ihn von bannen. Wohl liebte er sein zartes Töchter- letn, aber was vermochte der ernste, rauhe KriegS- mann für das Kind zu thun? Jetzt noch gehörte es unter die Obhut der Frauen und erst, wenn Benedetta zur Jungfrau erblüht, konnte ste alS holder Hausgeist dem alten Vater sein Heim wieder freundlich gestalten.
Doch es war noch ein anderer Beweggrund, welcher Sir Domenico rastlos in der Welt um» hertrieb. Niemand wußte etwas GewiffeS über das Geheimniß, welches die Jugendjahre deS reichen und vornehmen Mannes getrübt.
Man munkelte nur damals, daß auch der junge Barbartgo die schöne Bianca Boltant geliebt, die durch den Zauber ihrer Reize einst die Söhne der vornehmen Patrizier VenedigS vergessen gemacht, daß in ihren Adern kein adliges Blut floß.
Zum großen Kummer ihrer zahlreichen Verehrer war Bianca Boltani ganz plötzlich auS Venedig verschwunden, ohne daß auch nur eine Spur aufzufinden gewesen, wohin ste ihre Schritte gelenkt habe.
Ihre alte Mutter, eine der geschicktesten Spitzenklöpplerinnen/ war vor Kummer gestorben, denn
stehen, müssen außerdem die Höhe des Lohne« nachweisen, den sie seit 1. Januar 1888 bezogen haben, weil da« bei der Berechnung über die Höhe der Altersrente von Wichtigkeit sein kann.
Diese Nachweise soll sich jeder über 16 Jahre alte Landarbeiter, jeder Knecht, jede Magd :c. noch vor dem 1. Januar 18 91 verschaffen. Wie macht er das? Er geht zur unteren Verwaltungsbehörde (Gemeinde- oder Gutsvorsteher) und läßt sich die Dauer feiner Beschäftigung feit dem 1. Januar 1886 bescheinigen. Die Bescheinigung kann auch der Dienstherr russtellen, dessen Unterschrift dann aber vom Gemeinde- bezw. Gutsvorsteher beglaubigt werden muß. Für die Bescheinigungen bestehen Formulare, die überall auf Druckereien, Buchhandlungen leicht bezogen werden können. Hat der Arbeiter während der Zeit, über die er Nachweise beibringen will, nur bei einem Arbeitgeber oder nur bei wenigen Arbeitgebern in Beschäftigung gestanden, so läßt er sich von diesem einen oder diesen wenigen die erforderliche Bescheinigung unter Beglaubigung der Unterschriften auS» stellen. Hat der Arbeiter aber seine Stelle häufig gewechselt, so ist einfacher, er legt die Bescheinigungen seiner sämmtlichen bisherigen Arbeitgeber dem Ortsvorsteher vor, der dann einen neuen Schein über alle Arbeitsverhältnisse ausstellt. Militärische Dienstleistungen werden als Arbeits- (Beitrags-) Zeit gerechnet, die Nachweise hinüber liefern die Militärpapiere. Krankheiten bescheinigt der Krankenkassenvorstand oder wenn der Erkrankte keiner Kasse angehört, der Gemeindevorstand. Alle diese Bescheinigungen und Beglaubigungen geschehen stempel - und gebührenfrei.
Die Nachweise muß jeder VersicherungS- Pflichtige sorgfältig aufbewahren, weil er nur durch sie beim Eintritt der sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen Rentenempfänger werden kann.
Ein Beispiel: Der Knecht Gottfried Schulze, 21 Jahre alt, hat von Johann! 1886 bis Johanni 1888 bei dem Kossäthen Henschke in Marienburg in Lohn gestanden, seitdem steht er bei dem Bauer Iahn im benachbarten Hohendorf in Lohn. Im November 1890 geht er zu Henschke und bittet ihn, Anfang und Ende seines ersten Dienstverhältnisse« zu bescheinigen. Henschke füllt ein Formular au«, geht damit zum Gemeindevorsteher in Marienburg und setzt vor diesem seine Unter- f«trift unter die Bescheinigung. Der Gemeindevorsteher beglaubigt die Unterschrift und da« ausgefüllte, unterschriebene und beglaubigte Formular erhält nun Gottfried Schulze ein« gehändigt. Eine gleiche Bescheinigung verschafft sich Schulze durch seinen gegenwärtigen Dienstherrn Iahn in Hohendorf. Beide Scheine hebt Schulze sorgfältig aus. Vom 1. Januar
all ihre ZukunftShoffnungen, welche ste auf der Tochter Heiratb gebaut — und deren Schönheit berechtigte wohl zu der Annahme einer glänzenden Parthie — versanken mit Bianca's Flucht.
Während mancher edle Jüngling dem Gram seines Herzens in lauten Klagen Luft gemacht, waren Domenico's Lippen verschlossen geblieben und nie war des schönen Mädchens Name, daS er doch geliebt, wie zweifellos feststand, von ihm ausgesprochen worden. Bald darauf war er in eine schwere Krankheit verfallen und alS er endlich genesen, war jene melancholische GemüthS- sttmmung zurückgeblieben, die ihn auch in späteren Jahren nicht mehr verlaffen.
Weder die milde Zärtlichkeit der Gattin, welcher sich Domenico auf den Wunsch seines sterbenden VaterS vermählt, noch jetzt das Lächeln der kleinen Benedetta hatten vermocht, die Schatten deS Trübsinns zu bannen.
Und wie holdselig lächelte daS junge Mädchen! Gleich einem Sonnenstrahl durchleuchtete ihre lichte Erscheinung die düsteren Gemächer deS grauen Palazzo an der Ponte delle Balotte.
Der treue Carlo, niedergebeugt durch die Lader Jahre, konnte fürderhin die Strapazen eines bewegten Lager- und KriegSlebens nicht mehr er« tragen. So war er auf den Wunsch deS Nobili zurückgeblieben und verwaltete indessen den reiches Besitz des Hauses Barbartgo.