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Htlssel-er KreisMtt.

Mit wöchentlicher Kratis-MeilageIllustrirtes Anterhaltungsölatt".

Nr. 118.

Dienstag dm 7. Cctolcr

1890.

MMMMMldW.

Bestellungen auf das

Hersfelder Kreisvlatt mit der wSchentttche« Gratt- Beilage

^Jllustrirtes Unterhattungsblatt" pro IV. Quartal werden noch von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 30. September 1890.

Auf Grund des §. 82 der Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 7. Juni 1885 wird nachstehend das Ergebniß von der am 29. d. Mls. tu dem Gasthause zum Stern dahter stattgefundenen Kreistagssttzung, welche in dem Kreisblatt Nr. 109 l. Js. bekannt gemacht worden ist, zur öffentlichen Kenntniß gebracht. aälderTagesordnung. Der Landwege­bau-Etat pro 1891 wurde einer etngehenven Prüfung unterzogen, wobei für verschiedene Gemeinden des Kreises wegen deren Ueber- lastung rc. Unterstützungen aus communal- ständischen Fonds beantragt wurden. Sodann wurde

zu Punkt 2 der Tagesordnung der Kostenanschlag über die Instandsetzung der schadhaften Fuldabrücke bei Mecklar begutachtet und für die baupflichtige Gemeinde Mecklar eine Unterstützung von 1120 Mk. aus communal- ständischen Mitteln zu bewilligen beantragt; auch bei Begutachtung des zuPunkt 3 der Tagesordnung bezeich-

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Kreuz und Kalvmond.

Vistorische Erzählung von Ernst von Waldow. (Fortsetzung.)

Die Ausführung derselben mußte jedoch vor- tonst« hinausgeschoben werden, denn in er­schrecklicher Anzahl rückte die gesammte feindliche Seemacht näher und am 17. Juli 1657 kam es zur Entscheidungsschlacht.

Gleich Helden kämpften die Venezianer, tapfer wehrten stch auch die Türken, doch weder Ueber- macht noch blinder Muth des Feindes waren im Stande, die überlegene Ruhe der kriegstüchtigen christlichen Heerführer zu erschüttern.

Noch nicht lauge hatte das Gefecht gewährt und schon waren drei türkische Schiffe gescheitert, unter ihnen das Admiralsschiff.

Die Nacht brach an und noch war das Treffen unentschieden, obgleich die Türken bereits 20 Schiffe verloren. In fieberhafter Ungeduld er­wartet der tapfere Lazaro Mocenigo den Morgen, mit ihm seine Getreuen, zu denen auch Domenico Barbartgo zählt.

Der Beginn dieses Kampfes war so günstig ge- Wesen, daß der Feldherr sich mit Siegeshoffnungen trug. Mit einem Schlage wollte er den Feind vernichten und Venedig von der Geißel dieses Krieges befreien. War nur erst die Flotte zer- streut und zu Grunde gerichtet, dann war der

neten Projekts zum Bau eines Durchlasses im Eichhof-Solms'er Landweg wurde für die bau- Pflichtige Gemeinde Kerspenhausen eine Unter­stützung von 320 Mk. aus communalständischen Mitteln zu bewilligen beantragt. Die

zu Punkt 4 der Tagesordnung bean­tragte Kreissteuer von 2500 Mk. zum Bau einer Brücke über die Fulda bei Kohlhausen wurde einstimmig bewilligt; ebenso die

zu Punkt 5 der Tagesordnung bezeich­nete Kreissteuer zur Ansammlung eines Fonds zu den Grunderwerbskosten für die in Aussicht genommenen Secundärbahnen innerhalb des hiesigen Kreises; diese jedoch in Höhe von 20000 Mk.

Zu Punkts der Tagesordnung wurde einstimmig beschlossen, von dem dem Kreise aus den landwirthschaftlichen Zöllen des EtatS- jahres 1889/90 überwiesenen Betrage von 46254 Mk. zunächst

a. die Kreissteuer befcr.fB Zah­lung der Zinsen und Abträge von der bei der hiesigen städtischen Sparkasse behufs Erbauung des Landkranken- hausess.Zt. aufgenommenen Schuld mit jährlich ... 2880 Mk.

b. die zu dem Bau einer Brücke über die Fulda bei Kohl­hausen bewilligte Kreissteuer mit........ 2500

c. die zur Ansammlung eines Fonds zu den Grunderwerbs­kosten für die in Aussicht ge­nommenen Secundärbahnen innerhalb des hiesigen Kreises bewilligte Kreissteuer mit 20000

d. die zur Beschaffung von 9 freistehenden Feuerwehrlei­tern für die Landgemeinden

Weg frei, drohend und Verderben verbreitend würde das venezianische Geschwader, in der Meer­enge vordringend, Konstantinopel beschießen und den Glanz des Halbmonds erbleichen machen.

Berathend tauschen die Freunde vertraute Worte, da schon der Morgen berandämmert.

Doch plötzlich erhebt sich ein starker Wind, das Meer beginnt unruhig zu werden: ein Sturm bricht los:

Kampf aller gegen alle, Kampf gegen die Ueber- macht wilder Elemente das war ein ver­zweifeltes Ringen! Die Macht der Elemente jedoch erwies sich am stärksten und spottete aller Anstrengungen der streitenden Parteien, einander zu schaden.

Bald trieb der Sturm die Schiffe der Küste zu, an deren Klippen neue Gefahren ihrer warteten, bald vereitelten die empörten Wogen alle Bemühungen der Venezianer, sich der tür­kischen Flotte wenigstens so weit zu nähern, daß dieselben mit Erfolg beschossen werden konnte ein Spiel der Meereswellen, wurden die Schiffe hier und dorthin geschleudert and die Mann­schaften hatten genug zu thun, um nur die Fahr­zeuge vor dem Untergänge zu retten.

Erst am dritten Tage legte sich der Sturm, die Wogen glätteten sich und beim Lichte deS jungen Morgens vermochte man die Spuren der angerichteten Verwüstung zu erkennen.

Trotz alledem hatte der Oberfeldherr weder den Muth, noch die Thatkraft eingebüßt.

des Kreises bewilligte Kreis­steuer mit ..... . 1170 Mk. zu decken;

e. der Gemeinde Taun behufs Bestreitung von Schulhaus- baukosten eine Unterstützung von ........ 1000

f. der Gemeinde Gershausen

zu demselben Zwecke eine solche von...... 250 «.

g. der Gemeinde Philippsthal behufs Zahlung von Armen­lasten eine Unterstützung von 164 , zu bewilligen, und h. den Rest mit .... . 18290 * gemäß §. 4 Abs. 2 a u. b des Gesetzes vom 14. Mai 1885 (Ges.-Sammluug de 1885 Seite 128 u.ff.)zu verwenden.

Das Gesuch der Gemeinde Kleba um Bewilligung ('mr Unterstützung behufs Ab­tragung von Schulhausbaukosten wurde zurückgewieseu.

Bei Punkt 7 der Tagesordnung würd« die Herren Siebmacher Georg Steinweg hier und Gastwirtb Heinrich Eichmann zu Nieder» aula mit Revision der Kreiskafseu-Rechnung pro 1889/90 betraut. Auf den

zu Punkt 8 der Tagesordnung bezeich- neten Antrag des Vorsitzenden des Bezirks- Feuerwehr-Vereins, Oberbrandmeister Jean Möller hier, wurde mit 12 gegen 3 Stimmen beschlossen, die Mittel zur Anschaffung der fraglichen 9 freistehenden Feuerwehrleitern auS der Kreiskaffe zu bewilligen und zu diesem Zwecke eine Kreissteuer in Höhe von 1170 Mk. zu erheben; jedoch nur unter der Bedingung, daß sich die Gemeinden bereit erklären, für die sachgemäße Unterbringung, Instandhaltung und Transportirung der Leitern bei einem Brande

Schnell sammelt er etwa ein Dutzend seiner Galeeren und wirft sich dem Feinde entgegen. Schon fliehen die Türken, er verfolgt sie biS in die Meerenge da ereilt den Helden sein Geschick.

Unvorsichtigerweise hat man bei der Hantiruug mit den Geschützen Pulver verschüttet, ein Funke setzt es jetzt in Brand die Mannschaft beeilt sich zwar, denselben zu löschen, doch währeud Mocenigo, »»erschüttert durch diesen fatale« Zwischenfall, seine weiteren Befehle erthellt, stürzt von der Höhe eine Segelstange herab und tödtet thu.

DaS Feuer, welches sich nun mit Riesenschuelle auf dem Schiffe verbreitete, hatte das Tauwert der Segelstange verzehrt und so mittelbar deren Herabfallen verursacht.

Domenico Barbartgo steht den verehrten Freund stürzen, eilt hinzu und steht entsetzt vor der blut­überströmten Leiche.

»Rettet den Leichnam Eures Admirals!" ruft er, von Schmerz übermannt, »auf daß der todte Feldherr nicht in die Hand des Feindes falle und geschändet werde!" .

Umtobt vom Graus der Schlacht, vom Flammen- schein grell beleuchtet, tragen die Getreuen La- zaro's Leiche in ein schnell herabgelassenes Boot. Barbartgo übernimmt die Führung, kaum aber ist es eine Strecke entfernt, fliegt das eben Der« lassene Admiralsschiff in die Luft und nur Wenige von der Mannschaft werden gerettet.

In der furchtbaren Aufregung, in welche