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wurde das Thier scheu und sprang über die l Brücke in die Edder. Es mußte darauf in Folge der Verletzungen sofort getödtet werden.

Rinteln, 24. August. In Rheinsen wurde in der Nacht zum 22. d. M. einem Bergmann von böswilliger Hand ein Fuder Weizen, welches wegen Mangel an Raum auf der Dorfstraße stehen geblieben war und welches am andern Morgen auf der Dreschmaschine in Lindthorst gedroschen werden sollte, in Brand gesteckt, so daß der Wagen nebst zwei großen leinenen Tüchern mit verbrannt ist. _______

vermischtes.

Stötteritz, 30. August. Gestern Nach­mittag erfolgte in der Ulrich'schen Brauerei in der vierten Stunde der Einsturz des im Bau befindlichen Kellergewölbes, wobei sechzehn Arbeiter verschüttet wurden. Von den Verunglückten sind sieben todt, fünf erlitten schwere, vier leichte Verletzungen.

Aus Thüringen, 28. August. In

i Oberweißbach zog sich ein Mann beim Kegelspiel eine Darmverschlingung zu, an der er schon nach wenigen Stunden verstarb. Beim Aufstieg mittelst einer Leiter auf einen Neubau verlor ein Maurer das Gleichgewicht und ließ den mit heißem Theer gefüllten Kübel aus der Hand fallen; die siedend heiße Masse traf einen unten beschäftigen Mann. Beim Entfernen des Theeres mußte die Haut vom Körper mit abgelöst werden. Die schweren Verletzungen geben zu ernster Besorgniß Veranlassung.

Berlin, 29. August. Wie der Boden­werth in Berlin gestiegen ist, dafür führt derConf." in seiner letzten Nummer ein recht eklatantes Beispiel an. Das Terrain in der Müllerstraße 9298 wurde vor 30 Jahren von dem damaligen Besitzer Friese für 3200 Thaler an den Consul Kaw verkauft. Diesem sind in den letzten Tagen zwei Millionen Mark für die gesammten Baustellen geboten worden; doch wurde diese Offerte nicht angenommen. Der Besitzer verlangt vielmehr drei Millionen. Herr Friese hatte s. Z. 1800 Thaler für das Terrain gegeben und glaubte, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, als er beim Verkauf desselben 1400 Thaler verdiente.

- Colmar (Elsaß), 29.August.Noch nie

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dagewesen!" Dieses geflügelte Wort ist die Bezeichnung, mit welcher nach einem Berichte der »Straßb. Post" aus Colmar-Land die Ackers­leute daselbst mit frohen Gesichtern von der heurigen Ernte sprechen, »KameinAckerer" so heißt es in diesem Berichtevon Horburg auf die hiesige Dreschmaschine mit dem Weizen von einer Juchart Boden (45 Are). Er hatte, weil die Ernte reichlich ausgefallen, statt nur 15 leere Säcke deren 18 mitgebracht. Soviel dachte er, kann es dieses Jahr von einer Juchart geben. Es wurde gedroschen, aufgefaßt und siehe, als alle 18 Säcke gefüllt waren, lag noch Weizen da für 3 Säcke, die herbeigeschafft werden mußten. 21 Säcke von der Juchart Weizen ist wohl noch nie, wenigstens seit Menschengedenken nicht, gesehen worden.

- Rudolstadt, 28. August. Die In­fluenza ist wieder aufgetreten und ist in zunehmender Verbreitung.

(Eisberge im Atlantischen Ocean.) Der Führer des am 27. August in Hamburg angekommenen Dampfers »A m a l f i" berichtet, daß er während der Reise von New-Aork am 15. August auf 4748 Gr. nördl. Breite und 47-48 Gr. westl. Länge sehr viele Eisberge im Atlantischen Ocean angetroffen habe. Die beiden größten derselben haben etwa 150 Fuß aus dem Wasser hervorgeragt.

London, 30. August. Das große Kohlen- Depot der Firma Reh & Sons im Osten Londons ist gestern Abend gänzlich niedergebrannt; mehrere Tausend Tonnen Kohlen sind verbrannt. Das anstoßende Oportowerft, sowie mehrere Magazine sind beschädigt. Fast die gesammte Feuerwehr war aufgeboten.

(Z e r st r e u t.) Ein Professor der Natur- Wisseuschaften fing einen Frosch und zog seine Uhr aus, um den Pulsschlag des Frosches fest­zustellen. Als er genug experimentirt, warf er die Uhr in das Wasser und steckte den Frosch in die Westentasche.

(Rentable Liebe) Unteroffizier (bet der Musterung): » . . . Der Kerl steht so heraus­gefüttert aus, als ob alle Köchinnen der Stadt in ihn verliebt wären!"

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst am Sedanfeste:

Herr Superintendent Dr. V i a l.

DerVerein für Kampfgenossen" widmet den gefallenen Kameraden von 1870 71 folgende»

Nachruf.

Wie einst Penelope auf Jthaka,

Seit ihr Gemahl gen Jlion gezogen,

Sich und ihr Haus bedränkt von Frevlern sah, Bis er heimkehrend, den gewalt'gen Bogen, Den Keiner sonst bewält'gen konnte, spannte, Und alle Frevler in's Verderben rannte.

So hilflos, trauernd stand Germania,

Seit ihr Gemahl, der Geist der Einheit, fehlte,

Der selbst sich schwer bedrängt von Frevlern sah, Da er der hohen Göttin sich vermählte;

Doch als die Zeit erfüllt war, kehrt' er wieder Der starke Held und warf die Feinde nieder.

Der Raubgier Bogen gegen uns zu spannen, Erhob der Franzmann sich mit Kraft und Wucht, Doch unsre Brüder schnellten sie von dannen, Ihr schnöder Angriff ward zu schnöder Flucht, Und der für uns bestimmte Pfeil vom Bogen, Ist in der Feinde eigen Herz gezogen.

Die Banner Deuschlands grüßten Frankreichs Fluren, Erfüllt ist, was des Sehers Mund verhieß;

Viel Riesenschlachten zogen blut'ge Spuren, Von Weißenburg und Wörth bis nach Paris.

Ihr hörtet von dem großen Riesen melden, Drum thut, wie die Gefallnen, Eure Pflicht: Für Heerd und Freiheit starken uns're Helden, Versaget ihnen ein ehrend Angedenken nicht.

Nie sah die Welt solch füchterliches Morden Seit KainS Tagen, wie in diesem Krieg, Wo Frankreich selbst der Wüste schwarze Horden Auf uns gejagt, doch unser blieb der Sieg. Der Boden Frankreichs dampft vom deutschen Blute, Hört, was des Kriegers brechend Auge spricht: Mein Licht verlöscht, mein Tod kommt Euch zu Gute, Versaget mir ein ehrend Angedenken nicht.

Die eh'rnen Massen wenden sich zum Knäuel, Wie Riesenschlangen im Verzweiflungskampf, Feind rang mit Feind und Greuel rang mit Greuel, Die Erde dröhnt vom Krachen und Gestampf. Vorstürmend stürzten ganze Bataillone, Die Mitrailleusenkugeln prasseln dicht, Der Heldentod ward Euch zum Siegeslohne, Versaget ihnen ein ehrend Angedenken nicht.

Wohl ward dem Heldenheere Ruhm und Ehre, Als im Triumph es heimzog aus Paris;

Es war uns eine starke Burg und Wehre, Daran sich Frankreichs Ruhm die Stirn zerstieß. Doch ehrt die Todten nun, die bis zur «seine, Den Weg gebahnt in schwerer Kriegerpflicht, Um sie floß manche Weib's- und Kindesthräne, Versaget ihnen ein ehrend Angedenken nicht!

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