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Hklsseliier Kreisbllltt
Mit wSchmtlicher Kratis-Weilage «Muflrirt« N«teryallu«gsblatt"
Nr. 82.
Dienstag den 15. Juli
1890.
Amtliches
. treffend die Ausloosung von Rentenbriefen Einziehung Schulstellen des Kreises (Kreisblatt Nr. 61) wiMe Königlichen Loka ls ch ulinsp e c t o 1
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Bekanntmachung, betreffend den Aufruf und die ( der Fünfhundertmarknoten des Leipziger Kassenvereins Leipzig. Vom 4. Juli 1890.
Hersfeld, den 11. Juli 1890. | burys im Oberhause heben wir hervor: Helgoland
Mein Ersuchen vom 22. Mai er. Nr. 4922 be- sei im Jahre 1807 Dänemark abgenommen treffend die Ausloosung von Rentenbriefen der
I an ren
Nachdem der Leipziger Kassenverein in Leipzig seine Auflösung beschlossen und damit auf das Recht zur Ausgabe von Banknoten verzichtet hat, hat der Bundesrath auf Grund des §. 6 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 (Reichs-Gesetzbl. S. 177) den Aufruf und die Einziehung der von . . . _ „ _
dem Leipziger Kassenverein in Leipzig unter dem fügung vom 15. April 1879 Nr. 4433, im Kreis-
März 1875 ausgegebenen Fünfhundert- blatt Nr. 31, die Versicherung der Feldfrüchte M--k— «"»^-iben angeordnet: gegen Hagelschaden betreffend, noch im Rückstände
1. Der Aufruf ist bis zum" 31. Juli d. I. sind, werden hieran mit Frist bis zum 20. d. Mts. zweimal, ferner vom 1. August bis zum 31.1 erinnert.
Dezember d. I., sowie im Laufe des Jahres 6599. Der Königliche Landrath
1891 je mindestens zweimal in angemessenen Freiherr von S ch l e i n i tz.
31. März 1875 ausgegebenen Fünfhundert marknoten mit folgenden Maßgaben angeordnet
1. Der Aufruf ist bis gum s' ~ - ■ -
Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e t n i tz. $Mgfcn>, ^ ii, Juli 1890.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver-
Jahre 1807 Dänemark abgenommen worden; die nach ihrer Lage und durch ihre Be« völkerung zu Schleswig gehörende Insel sei zur Zeit des großen Krieges für England werthvoll gewesen. Seit dem Jahre 1821 sei die Insel nicht mehr militärisch besetzt oder zur Ver«
thetdigung eingerichtet gewe^
Zwischenräumen bekannt zu machen
im Deutschen Reichsanzeiger und in der
Leipziger Zeitung
2. Die aufgerufenen 1______ _________ ______
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Der Wortlaut unterscheidet sich nur in Neben- SÄ, QpiSi^ttpi hpr^pnHAt^ Punkten von den früher mitgetheilten Grundzügen. öptrinSKÄ । Ausführlicher sind die Vorbehalte zu Gunsten
n A Berlin gegen Baargeld umgetauscht werden. der jetzt lebenden Helgoländer angegeben. Diese 3. Nach dem 31. Juli d. I hören die mit der können sich ~ '
Firma des Leipziger Kassenvereins Umläufen- die britisch!
den Noten auf Zahlungsmittel zu sein. *
„. * Hkigelaud.
Noten können vom Tage Das deutsch-englische am 1. Juli unterzeichnete 1 Abkommen ist nunmehr veröffentlicht worden.
3. Nach dem 31. Juli d.
l bis zum 1. Januar 1892 entschließen, । Bit inuiime Nationalität anzunehmen. Die vor / t . dem 1. Juli 1890 Geborenen brauchen nicht zu
Dieselben behalten jedoch die Kraft ein- dienen. Der geltende Zolltarif soll bis zum 1. facher Schuldscheine und werden als solche Januar 1910 nicht erhöht werden. Wohler. bet der Kasse des Leipziger Kassenvereins im । wordene Eigenthumsrechte bleiben bestehen, ebenso Lokale der Allgemeinen deutschen Kreditau- die Rechte der englischen Fischer, zu ankern,
stalt in Leipzig bis zum Ablauf des Jahres 1891 eingelöst werden.
4. Die bis zum Ablauf der letztbezeichneten Frist nicht zur Einlösung gelangten Banknoten sind auch als einfache Schuldscheine präcludirt.
Berlin, den 4. Juli 1890.
D er Reichskanzler.
In Vertretung:
von Boetticher.
L-bensmittel einzunehmen, Waaren zu verkaufen, Netze zu landen und zu trocknen. Von einer weiteren Beschränkung des politischen VerfügungS- rechts, etwa einer Verpflichtung, keine Befestigungen oder Stationen für die Marine anzulegen, konnte natürlich keine Rede sein.
Zuuächst muß das englische Parlament die Abtretung genehmigen. Im Oberhause ist die Helgoland-Bill bereits in zweiter Lesung durck- gegangen. Aus den Erklärungen Lord Salis-
Am JmU des Aronquija.
Ein Roman von G. Reuter. (Fortsetzung.)
AuS HeinrichsenS Brust kamen röchelnde Athemzüge, er spreitzte die Finger und zog sie krampfhaft wieder zusammen, als schüttele ihn ein wahnsinniger Schmerz — er faßte sich inS Haar und riß daran, als wollte er sich zum Bewußtsein der Wirklichkeit zurückbringen.
Röver ging mit schweren Schritten in sein HauS und verschloß dasselbe.
Durch die kleinen Fenster drang der sanfte gelbe Lampenschein und zeigte dem Manne unter dem Baume ein friedlich-heimlicheS Bild. Elfe hantirte um eine Spiritusmaschine. Die junge fremde Frau saß zurückgelehnt, mit fieberhaft glänzenden Augen und glühenden Wangen dem Fenster gegenüber in der Ecke deS Sophas. Neben ihr das Kind, sich im Schlummer unruhig bewegend. Röver legte ihm das herabgesunkene Händchen leise auf die Brust.
Ein Aechzen drang unter den Zweigen deS Cedro hervor. Erinnerte das Bild den Unseligen g« etwas Vergangenes, Liebes V
Er streckte die Arme in der zerrissenen Jacke auS, er griff in die Luft — bewegte sich vorwärts, ächzte wieder, als verbrenne ihm das Hirn in Qual und taumelte gegen den Baumstamm zurück.
Und dann schlich er fort von dem Hof — in die Dunkelheit, in die Einsamkeit hinaus.
Ueber den höchsten Zacken des Aconquija stieg silbern die schmale Sichel des späten Mondes empor. So fern, so hoch, so ätherrein stand sie über den zerklüfteten Felsen und schaute nieder auf die schlummernde Erde — auf den Mann, der fern den Häusern auf dem Felde zusammen« gebrochen lag, in dem Schlamm des erweichten Erdbodens gewühlt. Er, der keinen Staub an den Fingerspitzen vertragen konnte.
Der Frühthau troff ihm auf Haar und Kleider, ohne daß er sich bewegte. Schweren Flügel» schlages kam ein Geier geflogen und senkte sich zu ihm nieder, bis der Mann gleichgültt
ann gleichgültig nach
Da stieg der Vogel mit lautem Kreischen der grauenden Morgendämmerung entgegen.
Noch fand er hier keine Beute für sich.
XI.
Röver kehrte von einem kurzen Jagdausflüge
Zwecke sei ein sehr geringfügiger, der Hände»- werth derselben für England ein unbedeutender. Welchen Werth könne Helgoland für England im Kriege haben? In einem — hoffentlich höchst unwahrscheinlichen — Kriege mit Deutschland, würde Deutschland wahrscheinlich am Tage der Kriegserklärung eine genügende Streitmacht nach Helgoland senden, bevor England eine Eut- satzflottedahinzuschicken vermöge, England würde dadurch einer erheblichen Demüthigung auSgesetzt sein. Im Falle eines KriegeS England« mtt anderen Mächten aber würde England eine bedeutende Flottenmacht bet Helgoland stationtrea müssen und dadurch in Nachtheil gerathen. Er sei überzeugt, daß die Bewohner von Helgoland nach Abtretung der Jusel durch noch größeren Besuch seitens deutscher Badegäste gewinnen würden.
Ueber das Abkommen im Allgemeinen sagte der englische Premierminister bei dieser Gelegenheit — unsere unbefriedigten Kolontalpoltttker mögen eS besonders beachten —: »Wir behaupten nicht, daß wir oder Deutschland große Vortheile durch das Abkommen gewonnen haben, ich glaube, daß auf beiden Seiten Vortheile gewonnen worden sind, da Jeder dasjenige erhielt, waS seinen Zwecken entspricht. Ich glaube nicht, daß ein Land einen Vortheil über daS andere erhalten hat. Wir haben ein Abkommen getroffen, daS jede Gefahr der Uneinigkeit und deS StreiteS zwischen uns beseitigt und auf lange Zeit hinaus die guten Gesinnungen derjenigen befestigt, die infolge ihrer Sympathie für einander, ihrer Interessen und ihrer Abkunft stet« Freunde sei« sollten."
Helgoland wird wahrscheinlich, biS seine Ein- heim. Einen Truthahn und ein paar wilde Tauben hatte er am Sattelkuopfe hängen. Daneben einen großen Strauß, den er beim Suchen nach den Tauben am Rande deS SumpfdickichtS gepflückt hatte.
In die Küche tretend, übergab er Else beide«, Wtldpret und Blumen.
„Putz damit unsere Stube/ sagte er, auf die Blumen deutend. „Es steht ohnehin ärmlich bei uns aus. Ist Frau von Ottenhausen schon auff'
„Sie schläft noch."
Röver trat zu seiner Schwester und küßte sie auf die von vergoffenen Thränen leicht gerötheten Augenlider.
„Hm — hm — ®Ife$*
„WaS meinst Du?"
„Eine wunderliche Geschichte, was? Diese verrückte Geheimnißkrämerei! Aber stehst Du Schwesterchen, so sind die Männer. Nun lernst Du sie kennen! — Habe ich Dich nicht immer vor ihnen gewarnt? — Stets habe ich Dir gesagt/ fuhr der liebenswürdige Verräther in der Betrachtung der Charakterzüge seines Geschlechtes fort, „auch der beste Mann verläßt mit kaltem Blute seine nächsten Anverwandten in der peinlichsten Lage, wenn eS ihm bequem ist. Wüßtrst