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Htrsstl-er Kreisblett
Mit wöchmtlicher Kratis-Arilag« ^Allugrirt« Ilulerßaltuugsklatt"
Nr. 81.
Sonnabend den 12. Juli
1890.
Aöonnements-Ginladung.
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Kersfeldrr Kreisblatt mit der wöche«tliche« Gratts Bettage ^Jllustrirtes Unterhattungsblatt" pro III. Quartal werden von allen Kaiser» lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlich«.
Cassel, den 23. Mai 1890.
Es hat sich im Geltungsgebiet der Bauordnung in vom 1. August 1885 als ein Uebelstand herausgestellt, daß die Bauabnahmen aus Mangel an geeigneten Kräften vielfach ohne jede technische Mitwirkung haben vorgenommen werden müssen.
Die kommunalständische Verwaltung des Bezirks, welche mit Rücksicht auf die Hessische Brandversicherungs-Anstalt an der Beseitigung dieses Uebelstandes ein hervorragendes Interesse hat, hat mir nun zu diesem Zwecke die Mit- Wirkung der Landesbauinspectoren und der denselben untergeordneten Bauaufseher augeboten. Ich habe dieses Anerbieten mit Dank angenommen und mit dem Herrn Landesdirector eine Rege» lung der Angelegenheit in der Art vereinbart, daß die technische Beihülfe der Landesbeamten gewährt wird, ohne in die ortspolizeilichen Zuständigkeiten einzugreifen.
In Verfolg dieser Vereinbarung ersuche ich die Herrn Landräthe von jeder im Geltungsgebiet der Bauordnung III ertheilten Bauerlaubniß dem zuständigen Bauinspector der kommunal- ständischen Verwaltung unter Uebersendung der genehmigten Bauzeichnungen, welche nach Einsicht zurückzusenden sind, Mittheilung zu machen.
Am Fuß des Aeo«q«ija.
Ein Roman von ®. Reuter.
(Fortsetzung.)
Frau von Ottenhausen nahm RöverS Anerbieten dankbar an und trat ängstlich neben ihn, die Kleine fest an der Hand haltend, während die Männer das Zimmer füllten und sich spanische Scherze und Flüche an die Köpfe warfen.
Der Umstand, daß der Fremde ihren Gatten kannte, flößte ihr gleich ein großes Zutrauen zu demselben ein und unbefangen nahm sie seinen Arm, als er sie hinausgeleitete. Ein zerlumpter Kerl warf sich krachend auf den Platz am Tische, wo noch eben ihr süßes Gesicht im Traume genickt hatte.
AlS der Wirth das von Röver vor einigen Stunden bestellte zweite Pferd brächte, stand der Zweck seines nächtlichen Rittes dem jungen Manne wieder vor der Seele. Er mußte das Zusammentreffen mit Donna Lastenta versäumen. Diese Vorstellung nahm ihm einen Moment vollständig den Athem und krampfte ihm die Brust schmerzhaft zusammen.
War kein Ausweg zu finden? Nein, — er konnte die Frau vor ihm in ihrer Hülflostgkeit und ihrer Vertrauensseligkeit nicht verlassen. Unschlüssig sah er sie von der Seite an uno biß die Zähne aufeinander.
Die ständischen Baubeamten, welche auf diese Weise in die Lage gesetzt sind, über die Bauprojekte ein Urtheil zu gewinnen, werden von dem Herrn Landesdirector angewiesen werden, da, wo ihnen ein technischer Beirath erforderlich erscheint, die Bauausführungen zum Zwecke der Abnahme zu besichtigen oder durch bei Anfertigung und Ausführung der Bauprojekte un- betheiligte sonst qualificirte Bauaufseher besichtigen zu lassen.
Diese Besichtigung geschieht unter Zuziehung der zuständigen Ortspolizeibehörde.
Zu dem Zwecke wird der ständische Bauinspector oder der von ihm beauftragte Bauaufseher dem Verwalter der Ortspolizet von dem Besichtigungstermin womöglich vorher Kenntniß geben.
Dieser hat sich unter Vorlegung der Bauzeichnungen, welche ihm inzwischen von dem Landrath übersendet sind, an der Besichtigung zu bethetligeu.
Die Uebernahme geschieht sodann von der Polizeibehörde auf Grund des technischen Gutachtens des ständischen Beamten.
Die Herren Landräthe wollen die Polizeibehörden gefälligst mit entsprechender genauer Anweisung versehen, und dabei denselben die gehörige Beachtung der ihnen von den ständischen Beamten an die Hand gegebenen Gesichtspunkte bet der Abnahme zur Pflicht machen.
Ich erwarte, daß die Herrn Landräthe, diesem in der Hauptsache aus ihrer Mitte in Anregung gebrachten Verfahren ihre besondere Aufmerksamkeit widmen werden.
Einem Bericht darüber, wie sich derselbe bewährt hat, sehe ich nach einem Jahre entgegen.
Der Regierungs-Präsident.
I. V.: gez. v. Pawel.
An sämmtliche Herrn Landräthe deS BezirkS. J. A. III. Nr. 3546.
* ^ *
Was war da weiter zu thun?" — Auf seine Karte schrieb er beim Schein der Laterne, die der Italiener ihm hielt, mit Bleistift eine flüchtige Entschuldigung. Er werde alles erklären und hoffe Verzeihung zu finden.
Dabei mußte er sich sagen: es sei sehr un- wahrscheinlich, daß die hochmüthige Spanierin ihm jemals vergeben werde, sie im Stich gelassen zu haben, um einer anderen Frau Ritterdienste zu erweisen.
Er mußte ihr irgend etwas vorlügen. Und sie würde doch die Wahrheit erfahren. . . .
Seiner Brieftasche ein Couvert entnehmend und die Karte hineinsteckend, trug er dem Wirthe auf, dasselbe beim Morgengrauen im Hause der Sennora Jndalecto abzugeben.
Dabei wurde sein Gesicht brennend roth, wie nach großer körperlicher Anstrengung. Es war doch ein verzweifelt unangenehmer Entschluß. . .
Röver fragte Frau von Ottenhausen, ob sie reiten könne. Sie bejahte. Auch auf einem Herrensattel? Das war unmöglich!
Sie warf den Kopf energisch zurück. „Wenn man sich drei Jahre lang auf die Wildntß drefsirt, wird man in allen Sätteln fest!*
„A la bonheur!“ rief Röver bewundernd und half ihr hinauf. „Das Munterchen nehme ich auf den Arm. Wir wollen eine Decke um das kleine Thierchen schlagen."
Er schickte den Wirth noch einmal hinein und
Hersfeld, den 8. Juli 1890.
Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern der Landgemeinden des hiesigen Kreises zur Kenntnißnahme mttgethetlt.
Die gehörige Beachtung der Ihnen von den ständischen Beamten an die Hand gegebenen Gesichtspunkte bet der Abnahme der Neubauten mache ich Ihnen hiermit besonders zur Pflicht. 6356. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 10. Juli 1890.
Der Maurer George B o d e dahier, 55 Jahre alt, hat um Erthetlung eines Reisepasses behufS Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
6463. Der Königliche Landrath
Freiherr von S chletuitz.
HerSfeld, den 10. Juli 1890.
Die Herren Bürgermeister der Landgemeinde« des hiesigen Kreises werden daran erinnert, daß im laufenden Monate die Gemeinde-Rechnungen pro 1889/90 aufgestellt werden müssen.
Bis zum 1. September' d. Js. ist mir bericht- lich anzuzeigen, daß die fragliche Rechnung von dem Erheber aufgestellt und dem Gemeinderath eingereicht worden ist.
J. A. Nr. 874. Der Königliche Landrath ___________Freiherr von Schleinitz.
Die unter dem Rindvieh deS MühlenbesttzerS G. H. Braun zu Eichmühle ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen.
ASbach, den 11. Juli 1890.
Der Bürgermeister Nuhu.
Politische Nachrichten.
Berlin, 10. Juli. Se. Majestät der Kaiser begab sich am gestrigen Nachmittage bald nach 5 Uhr, nach seiner Ankunft in Bergen, und von den Herren seiner nächsten Umgebung be»
nahm dann das eingehüllre Kind vor sich auf sein Pferd. Es wollte schreien, aber Röver lachte und sprach so freundlich zu ihm, daß eS sich zutraulich an seine Brust schmiegte und dort bald einschlief.
Unterwegs erzählte die junge Frau, sie habe bet ihrer Abreise von Buenos-AyreS ihrem Manne ihre Ankunft gemeldet. Doch sei ihre Ungeduld, ihn wiederzusehen zu heftig geworden, um seine Antwort abzuwarten. Auch habe sie geglaubt auf der Post, wohin sie die Briese an ihre« Gatten, nach seiner Angabe unter dem Namen eines Freundes gesandt habe, die Wohnung dieses Freundes erfahren zu können. Aber Niemand habe etwas von dessen Existenz gewußt. Sie nannte einen Namen, der auch Röver unbekannt war. Statt dessen habe man ihr den eigenen Brief gezeigt, der noch nicht abgeholt worden sei.
Die grenzenlose Enttäuschung habe sie zum ersten Male völlig fassungslos gemacht. Den Consul habe sie nicht angetroffen. Und da sei ihr Rath und ihr Muth zu Ende gewesen und sie sei verzweifelt in den Straßen umhergetrrt, bis das Unwetter sie schließlich in das erste beste Gebäude mit einem WirthshauSschilde tr eb.
Sie erzählte alles dies mit Lebhafttgke t, nicht ohne sich selbst ein wenig über ihr Ungeschick zu verspotten. Dabei lenkte sie ihr Pferd mit der eleganten Sicherheit, die die fesche Retterin der Aristokratie verrieth. Auch fragte ste viel nah