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Htlsskl-er Kreislililtt.

__________Mit wöchentlicher chratis-Meilage ^Illustrirtes Mterhallungsvlatt".__________

Nr. 78. Sonnabend den 5. Juli 18907

Aöonnemeuts-Kinladung.

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Aersfetder Kreisblatt mit der wöchentliche« Gratis Beilage

^JUustrirtes Unterhaltungsblatt" pro III. Quartal werden von allen Kaiser- lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

AmMP«.

Im Auftrage deS Herrn Finanz-Ministers werden die nachfolgenden Zusatzbestimmungen zu dem Gebührentarts vom 31. März 1877 zur Bezahlung der nach den Vorschriften in den §§. 35 bis 42 der Geschäftsanweisung für die Kataster- kontroleure von demselben Tage auszufertigenden Katasterauszüge, Abschriften mnd Handzeichaungen (Extrabeilage zum Amtsblatt 1877 Nr. 44) mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach denselben im hiesigen Regierungsbe- zirke seit dem 1. April d. I. verfahren wird.

Cassel, den 23. Juni 1890.

Königliche Regierung, Abtheilung für directe Steuern, Domänen und Forsten.

Zusatzbestimmungen.

Artikel 1. Die Gebührenbeträge für jeden einzelnen Katasterauszug oder für jede einzelne Abschrift, Handzeichnung u. s- w. sind auf Beträge abzurunden, welche stufenweise um je 50 Pfennige aufstetgen, dergestalt, daß die bet unmittelbarer Anwendung der Gebühr enbestimmungen sich er­gebenden, die nächst niedrigere Stufe übersteigenden Theilbeträge, wenn sie fünfundzwanzig Pfennige

Am Fuß des Aronquija

Ein Roman von G. Reuter.

Sennora!" Was ist?«

rief das Mädchen.

Ich glaube o heiliger Thomas! Sehen Sie--!*

Donna Lastenia fuhr heftig von ihrem Sessel empor und eilte zum Fenster.

Der Wind, der am Morgen die Blätter der großen Orangebäume leise rauschend bewegt hatte, war verstummt. Eine angstvolle Stille schien sich aus erzfarbenen Wolkenbergen, welche mit unheimlicher Schnelligkeit von Nordwesten her an dem blauen Himmel heraufrückten, über die Stadt zu senken. In wenigen Minuten hatte sich das Bild auf der Plaza vollständig verändert. Ver­schwunden die geputzte Menschenmenge. Nur einige Gruppen eilten wie auf der Flucht die Calle Ancha*) hinunter. Ein vereinzelter Reiter sprengte bei der phantastischen Beleuchtung deS nahenden Unwetters über den verödeten Platz, auf dem ein halbes Dutzend Arbeiter ordnunge- loS umherliefen und versuchten, die riesigen Flaggen von den Mastbäumen herabzuziehen und die Teppiche, mit denen die Tribünen bedeckt

waren, in Sicherheit zu bringen.

*} Calle Auch» = lang« Straß«.

oder weniger betragen, außer Ansatz gelassen, wenn sie mehr als fünfundzwanzig Pfennige betragen, für volle fünfzig Pfennige gerechnet werden.

Artikel 2. Für die Anfertigung von Hand­zeichnungen ganzer Blätter der Gemarkungskarte oder ganzer Gemarkungen oder größerer Theile von Kartenblättern bezw. Gemarkungen ist neben den im Tarif vorgesehenen sonstigen Ansätzen ein Drittheil der Gebühren im Artikel 2 des Gebührentarifs I vom 10. März 1886 (Amts­blatt für 1886 Nr. 14) zu berechnen.

Berlin, den 15. März 1890.

Der Finanz-Minister.

" Hersfeld, den 1. Juli 1890.

Die am 16. Juni 1861 zu Gersdorf geborene Anna Catharina Becker hat um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

6180, Der Königliche Landrath.

Vertretung:

Braun, Kreisdeputirter.

Hersfeld, den 2. Juli 1890.

Die am 8. Januar 1837 zu Hof Thalhausen geborene Wittwe des Gastwirths Heinrich Pfaff, Anna Margaretha geb. Pfromm zu Schenklengs- feld, hat um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

6224. Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

_______Braun, Kreisdeputirter.

Berlin, den 8. Juli 1882.

Warnung«

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Comtor, Lotterie-Einnahme oder Lotteric-Collecte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Collecteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klassenlotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch da­

Das Fest würde nicht sein.... Alle An­strengungen und Vorbereitungen umsonst-- Der Eindruck auf das Volk unmöglich gemacht ---Auch Röver würde sie heute nicht mehr sehen....

Das heiße Blut begann der Frau stürmisch in den Pulsen zu klopfen.

Ah, Madonna!« jammerte das gelbe Dtrnchen, die Hände zusammenschlagend,Sennora werden das herrliche Kleid nicht tragen! Und die Illumination wird nicht sein und der Ball!«

Ein kurzer spanischer Zornesausruf entfuhr Lastentas Lippen. Aufgeregt an ihrem Putztisch vorüberstretchend, warf sie eine kristallene Schmuck­schale zu Boden. Die Jungfer schrie erschrocken und kauerte nieder, die Scherben aufzulesen.

, »Du Thier!« herrschte die Dame sie an und trat, ihren Groll zu kühlen, mit dem Hacken ihrer eleganten Stiefelchen der armen Kleinen auf den nackten Arm.

Da erhob sich der Sturm.

.Brüllend stürzte er sich von den wilden Felsen- höhen des Aconquija auf die Ebene, auf die Stadt hernieder. Er kam unter dem Krachen und Knattern berstender Urwaldstämme, in dem Getöse stürzender Mauern, dem Aufschrei tausend angstvoller Menschenstimmen, dem Rasseln und Prasseln stuthender Regengüsse, gefolgt von Feuerflammen, die lichtblau, bluttgroth und schwefelgelb aus den pechschwarzen Wolken brachen, von dem Donner, der in gewaltigen Orgeltönen an den Lergzügen

durch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn-Abzüge für sich auSbedingen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung aus Looseerneuerung und auf Gewinn- zahlung.

Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von LooSantheilschein- Verkäufern haben herauSgesteUt, daß folche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder aus wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres LoofebesttzeS erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der LooSantheilscheine von den achten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stete einen Stempel mit der inneren UmschriftKön. Pr. Gen. Lotterie-Direct." und die gedruckte UnterschriftKönigl. Preuß. General-Lotterie-Direction" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich als »Lotterie-Ein­nehmer" benennenden und ihr Geschäft als .Lotterie-Ein­nahme" oderLotterie-Comtor" bezeichnenden Privat-Ver- käufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie- Einnehmern andererseits aber mache» Mr darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alsKönigliche Lotterie-Einnahmen" oder .Königliche LotterU-Einnchrner" sich namhaft machen.

Königliche General-Lotterie-Direction.

A. 1318. DammaS. Lilicnthal.

Aus dem Reichstage.

Berlin, 2. Juli. Zn der heutigen (32.) Sitzung wurde der Gesetzentwurf betreffend die C o n s u l a r g e - richtSbarkeit in Samen, definitiv genehmigt, und bei der darauf folgenden Fortsetzung der Berathung des An­trages der verbündeten Regierungen, betreffend die Errichtung eines RationaldenkmalS für Kaiser Wilhelm 1. der von dem Berichterstatter Abg. Frhr. v. Unruhe-Bomst (Reichsp.) befürwortete CommissionSantrag: die Entscheidung 1. über den Platz, auf welchem das Nationaldenkmal für Sc. Majestät den hochseligen Kaiser Wilhelm I. errichtet werden soll, 2. über die Gestaltung deS Standbildes, und 3. über die Art, in welcher ein engerer Wettbewerb über einen Entwurf für das Denkmal vom Reichskanzler au«zu- schreiben ist, der Entschließung Sr. Majestät des Kaisers anhcimzugeben, gegen die Stimmen der Socialdemokraten und einiger Mitglieder der deutschfreisinnigen Partei ange­nommen. Nach fernerer definitiver Erledigung einer

wiederhallend, das Höllenconcert der Elemente begleitete.

Donna Lastenia rauschte mit flatternden Ge- wändern in ihrem Zimmer auf und nieder. Wenn ein Blitz das Gemach durchzuckte, schauderte sie zusammen, bekreuzte sich und murmelte einen Spruch gegen das Einschlägen des Wetterstrahles. Das Kammermädchen kauerte noch immer am Boden, hatte die Schürze über den Kopf gezogen und plapperte mechanisch ihren Rosenkranz. Zu­weilen besah sie verstohlen die blutunterlaufenen halbmondförmigen Ränder auf ihrem Arm und befeuchtete die gemißhandelten Stellen mit ihren Lippen.

Vor den Fenstern strömte eine undurchsichtige graue Wafferfluth herab. Wirbelnd fuhren die bunten Flaggen und Banner zerfetzt in den Lüften umher. Klatschend schlugen die losgeriffenen Leinwanddächer der Tribünen auf und nieder. Dann krachte ein und das andere Brettergebäude ganz zusammen und seine Planken schoflen in dem lehmigen Wasserstrom die öde Straße hinab.

Die Zeit, die für die Enthüllung des Denkmals bestimmt war, ging vorüber. Es wurde Abend. Da ließ das Unwetter endlich nach.

Gleichgültig blickte Donna Lastenia auf die Verwüstung. Durch das Wasser, durch den Sturm bahnte sich ein einzelner Mann unerschrocken den Weg. Er mußte toll sein. Der Pampers konnte wiederkehren und ihn rettungslos zu Boden oder gegen eine Wand schleudern,