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Hersseliitl Krklsdliitt.
Mit wöchentlicher Kraiis-Meilage „Illustrirtes Auter-akdrugsölE._________
Nr. 69.
Sonnabend den 14 Juni
1890.
Amtliches.
Hersfeld, den 11. Juni 1890.
Die Schulstelle zu Solms wird in Folge Versetzung ihres seitherigen Inhabers mit dem 1. Juli d. I. vacant.
Etwaige Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungsgesuche nebst den nöthigen Sitten- und Befähigungszeugnissen innerhalb 14 Tagen bei dem hiesigen Landrathsamte oder bei dem Königlichen Lokatschulinspector Herrn Pfarrer Gerlach zu Niederaula einreichen.
Namens des Königlichen Schulvorstandes: Der Königliche Landrath.
5548. In Vertretung:
Braun, Kreisdeputirter.
-i-ErhöhungderBeamtenbesoldungen im Reiche.
Nach der vom Bundesrath beschloffenen Nach- tragSvorlage soll das Reich für die Verbesserung der Lage aller Beamten und einzelner Ossiciers- klaffen eine dauernde jährliche Ausgabe von 19,9 Millionen Mark bewilligen. Die Berechtigung dieser Ausbesserungen im Allgemeinen ist seit lange völlig anerkannt, und es war bisher immer die Rücksicht auf die Finanzlage, welche die Ausführung einer solchen Maßregel in den größeren Einzelstaaten und im Reiche verzögert hatte. Nachdem Württemberg, Sachsen und Preußen vorgegangen sind, darf das Reich nicht zurückbleiben. Im Verlaufe der letzten 10—20 Jahre hat sich der Lebensunterhalt unverkennbar vertheuert, das Einkommen der Beamten ist im Allgemeinen das gleiche geblieben und nur vereinzelt verbessert worden. Bei dem Arbeiter bot die Steigerung der Löhne einen Ausgleich, und der Arbeiter steht sich heute sogar trotz der
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Am Friß des Aconquija.
Ein Roman von G. Reuter.
(Fortsetzung.)
Das rothbraune, wie aus Felsstein gefügte Antlitz des alten Indianers blickte verächtlich auf die zitternde Gestalt des blonden Mädchens. Dann wies er lässig mit der Hand nach dem s entgegengesetzten Ende des Thales.
$ »8nm Oyo de oro! Ins Goldloch! dort wo die Felsen sich gegen einander neigen, werdet | Ihr die dunkle Oeffnung finden. Laßt die Pferde laufen.--Toro! Toto !“
^Mit diesem wilden Ruf stachelte der Hirt seinen i Gaul ohne Sporen an und sauste fort.
Heinrichsen ergriff die Zügel von Elses Stute «»6 riß sie mit Aufbietung aller Kräfte durch , das Wassn, dem jenseitigen Ufer zu.
Hmter ihnen nahmen die Stiere Besitz von dem Bach. Die meisten derselben waren zum | für die Reffenden zu dringend beschäftigt, I ^urst zu loschen, um sie zu verfolgen.
Nur ein neseuhafter fchwarzer Geselle schielte boshaft den beiden enteilenden Gestalten nach. } Dann patschte er durch das seichte Wasser und den Kopf mit den spitzen Hörnern vorgestreckt, I trabte er ihnen m kampflustiger Neckerei nach.
Noch andere Hirten erschienen am Eingang des Seitenthales. Sie schauten der aufregenden Jagd, I
theureren Preise unbestreitbar besser als früher, und kann Bedürfnisse befriedigen, an die früher kaum zu denken war.
Die von der Reichsregierung vorgeschlagene Ausgabesumme vertheilt sich wie folgt: für Stabsossiciere, Hauptleute und Premierlieutenants, sowie Aerzte des Heeres und der Marine 4173 480 Mark, für etatsmäßige Beamte 11921263 Mark, für diätarisch beschäftigte Beamte 2 536 657, an Stellenzulage 540 000 und 756 682 Mark an Bayern (für deffen Officiere und Aerzte).
Wenn wir von den Officieren im Kriegs- Ministerium rc in besonderen Stellungen absehen und nur die Officiere bei den Truppen ins Auge fassen, welche natürlich weitaus die Mehrzahl bilden, so soll das Gehalt der Stabsossiciere von 5400 und 5700 Mark auf 6000 Mark, der Hauptleute I. Klaffe von 3600 auf 3900, der Hauptleute und Rittmeister IL Klaffe von 2160 und 2520 auf 2700, der Premierlieutenants vou 1080, 1260 und 1338 arf 1680 Mark gebracht werden. Entsprechendes ist für die Aerzte und für die Marine vorgesehen.
Für Beamte der Tarifklaffe III (1500—7500 Mark) sollen zwölf Klaffen eingerichtet werden mit einem Durchschnittsgehalt von 6150—1600 Mark. Hierunter fallen nur obere und mittlere Beamte, von deren Verbesserung in Preußen mit wenigen Ausnahmen (Oberförster, Baum- spectoren) abgesehen worden ist, namentlich ständige Hilfsarbeiter in den Zentralstellen, Jutendanturräthe, Oberpost-, Post- und Bauräthe, expedirende Secretäre der Centralstellen, Post» und Telegropheninspcctoren, bei denen sich eine Erhöhung des Durchschnittsgehaltes um 3 bis 600 Mark ergiebt. Der Mehrbedarf für Tarif- klasse III beträgt über 900000 Mark. Für die Tarifklaffe V sind 23 Klassen vorgesehen mit einem Durchschnittsgehalt von 4500 - 2300 Mark. Hierunter fallen u. A : Proviantmeister, Bureau
die sich jetzt zwischen dem Büffel und den Rettern entspann, gelassen zu.
Das Mädchen hielt sich krampfhaft an der Mähne ihres Pferdes — sie war in beständiger Gefahr, aus dem Sattel geschleudert zu werden.
Es gehörte die ganze Geschicklichkeit dieser Gebirgspferde dazu, auf dem steinigen Boden durch Schlammlachen und Dorngestrüpp ihren Weg zu finden. Und dazu der Verfolger im Rücken. Zwar meinte er es zu Anfang nicht böse. Bisweilen stand er stille, hob den Schweif, schüttelte das zottige Haupt. Allmählich aber stachelte die Flucht der schaumbedeckten Thiere, der keuchenden Menschen seinen Zorn. Heftiger begann er ihnen nachzusetzen — und die Heerde folgte jetzt seinem Beispiel. Gefahrvoller, zweifelhafter wurde das Entkommen, die Pferde stolperten, ihre Kraft erlahmte an den Hindernissen, in der Angst vor den gefährlichen Feinden. _ i
Schwärme von Geiern erhoben sich stügel»! schlagend in die Last und verstörten die Sinne i der Reiter vollends durch ihr gellendes Geschrei. -
Schon durchschoß des Mannes Kopf die Idee, sich vom Pferde zu werfen, um auf einem der Steinblöcke Rettung zu suchen. Schon konnte Elfe nur noch einen Gedanken fassen: daß Alles vorüber sein möge. Da erblickten sie vor sich, I zwischen den regellos übereinander geschobenen Felsmassen die dunkle Oeffnung der bezeichneten ; Höhle. Mit der äußersten Kraftanstrengung; brächte Heinrichsen die schweiß gebadeten Thiere!
beamte, technische Hilfsarbeiter, Registratoren Oberpostdirectionssecretäre, Postkassirer, Ober- postsecretäre, Postmeister, Jvteudavtursecretäre, Zahlmeister, Jnspectoren verschiedener Art, berpostassistenten, Postverwalter, Postassistenten, deren Durchschnittsgehalt sich meist um 3-500 Mark erhöht.
Die Unterbeamten werden in 12 Klassen mit 1800-600 Mark Durchschnittseinkommen eingekeilt. Die Verbesserungen betragen 100-250 Mark. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß die relative Erhöhung (in Procenten des bisherigen Gehalts) bet den Unterbeamten mit Recht am stärksten ist. Sie beträgt 15,7"/. während sich die Subalternbeamten nur um 12,6 und die oberen um 10,4 °/0 verbessern sollen. Es wird z. B. erhöht das Durchschnittsgehalt: der Aufseher bei den Magazinverwaltungen von 930 auf 1200 Mark, der Unterbeamten im inneren Dienst der Post- und Telegraphenaustalten von 1050 auf 1200, der Büchsenmacher bei den Truppen von 765 auf 900, der Kasernen- und Arrestwärter von 720 auf 900, der Landbriefträger von 650 auf 775 Mk.
Bet der Mehrausgabe im HülfsarbeiterfondS (diätarisch beschäftigte Beamte) fallen der Zahl nach am meisten iu's Gewicht die Postagenten, Postpraklikmlen, die unteren Posthilfsstellen und der Poststcllvertretuugsdienst. Die diätarischen Unterbeamten werden um 10°/o aufgebessert.
Wenn man den Mehrbedarf nach Verwaltungszweigen getrennt betrachtet, so erhält weitaus den Löwenantheil die Reichs-, Post- und Telegraphenverwaltung, nämlich für 1076 Beamten der Tarifklaffe III451700 Mark, 16 557 Beamten der Tarifklaffe V 4 256 900 Mark, für 30 616 Unterbeamte 4 189920 Mark, für ihre Diätare 2 336 755 Mark zusammen 11035 275 Mark. ES folgt dann die Militärverwaltung mit rund 7000 Militärbeamten (ohne die Diätare) und 1516000 Mark (einschließlich der diätarischen Gehälter.)
eine Sekunde zum Stehen. Em toller Sprung — ein halbes Stürzen — die befreiten Pferde jagten wie rasend davon — der Stier stutzte — hielt in seinem Laufe inne — Heinrichsen und Else fanden Zeit in dem Lianengestrüpp bis zu dem Erdspalt emporzuklimmen — und schützend nahm das Goldloch sie auf.
Wüthend warf ihr Verfolger das Erdreich mit den Hörnern empor, während sie eng aneinander- gedrängt, athemlos keuchend, von der Todesangst noch immer geschüttelt, im Dunkel standen. Unwillkürlich hatten ihre Hände sich gegenseitig umklammert und hielten sich noch immer in krampfhaftem Druck, als könne der Mensch nur bei dem Menschen Hülfe und Rettung finden. Erst allmählich löste Elfe ihre Finger aus denen ihres Gefährten und beide blickten wortlos und nach Fassung ringend umher.
Durch einen Spalt in dem Gestein empfing das Gewölbe von oben ein schwaches Licht. AlS ihre Augen sich an die Dämmerung gewöhnt hatten, bemerkten sie, daß die Höhle Spuren aufwies, zu einer Zeit bewohnt gewesen zu sein. Ein roher Tisch aus einem Felsstück, mehrere Baumklötze wurden sichtbar. Der Boden war mit vermoderten Planken bedeckt. Jenseits derselben führte ein Gang tiefer in den Berg. Dumpf rauschte dort ein unterirdisches Gewässer.
Der Stollen mochte der Versuch zur Anlegung einer Mine gewesen sein, der aus Mangel g«