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Herssel-tr Kreisbllitt.
Mit wöchentlicher KraLis-Keilage LLustrirLes NuterhalLungsölaLL^.__________
Nr. 68. Donnerstag den 12. Juck 1890.
Amtliches.
Berlin, den 16. Mai 1890.
Aus den von den einzelnen Bezirks-Regierungen vorgelegten Anträgen auf Gewährung von Gnadenbeihülfen zu Schulbauten aus Kapitel 121 Titel 28a des bisherigen Staatshaushaltsetats (jetzt Titel 38) habe ich ersehen müssen, daß in vielen Fällen Schulneubauten, die in Folge der Baufälligkeit des alten Schulhauses oder der Zerstörung desselben durch Feuer, Hochwosser u. dergl. nothwendig geworden sind, oder dringende Erweiterungs- und Reparatur-Bauten Jahre lang unausgeführt geblieben sind, weil die be- treffenden Schulverbände leistungsunfähig waren und die den einzelnen Regierungen aus dem vorerwähnten Fonds alljährlich zur Verfügung gestellten Summen zur Befriedigung des Bedürfnisses nicht auSreichten.
Um einen Ueberblick über das in den einzelnen „ Landestheilen zur Zeit vorhandene Bau-Bedürf- -uiß und die zu seiner Befriedigung erforderlichen Summen zu erhalten, veranlasse ich die Königliche Regierung, in einer nach anliegendem Formulare aufzustellenden Nachweisung alle diejenigen Fälle zusammenzustellen, für welche die Königliche Regierung zur Zeit Gnadenbeihülfen nachzusuchen sich veranlaßt sehen würde, wenn die ihr zur Verfügung gestellte Summe nicht auf eine bestimmte Höhe beschränkt wäre.
Die einzelnen Fälle sind in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit aufzuführen und ist in der letzten Spalte u. a. anzugeben, seit wann das Bedürfniß der Bauausführung besteht.
Die ausgefüllten Nachweilungen sind baldmög
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(Unbefugter Nachdruck verboten.) Am Kuß des Aesnquija.
Ein Roman
von G. Reuter.
Vor und hinte^^den^R^eisenden, ihnen zu Häupten und zur Seite rauschte und flatterte ks, — kreischte und schnatterte — stöhnte, raschelte und klagte. Und dieses Regen der Thiere er- «refft hier, wo der Mensch sich ein hilfloser Gast in ihrem unbekannten Reiche fühlt, seine Sinne mit eigenthümlich spannender, nervenauf- reizender Gewalt.
Anfangs sah das deutsche Mädchen voll Be- geisterung in die fremde Welt hinein. Zuweilen "ff^rten rothe und grüne Papageien oder ein gelber Kukuk über sie hin.
Ein Leguan*), von der Länge eines halben Meters, kroch träge über den Weg. Kein gefährliches Thier erschreckte sie. Aber ein seltsames > Grauen schnürte ihr die Kehle zu.
...»
'^ Riesenridechse.
lichst, spätestens aber in 8 Wochen einzureichen.
Ministerium
der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten.
Im Auftrage, gez. Kügler.
An sämmtliche Königliche Regierungen.
U. lila. Nr. 12450.
* * *
Cassel, den 24. Mai 1890.
In Abschrift unter Anschluß des Formulars mit dem Auftrage, die dringlichsten Schulbaufälle, zu welchen Staatsbeihülfen erforderlich sind, in demselben nach Maßgabe der beiden letzten Sätze des Erlaffes zu verzeichnen sowie die übrigen Spalten auszufüllen.
Der Erledigung sehen wir binnen 3 Wochen entgegen.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
Opitz.
An sämmtliche Landräthe deS Regierungsbezirks. B. 6588
* * *
Hersfeld, den 10, Juni 1890.
Wird den Herren Lokolschulinspectoren des hiesigen Kreises zur gefälligen Kenntnißnahme ergebenst mitgetheilt, mit dem Ersuchen, eine Nachweisung nach dem hierunter abgedruckten Schema und nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen hinsichtlich der in Betracht kommenden Schulen Ihres Bezirks gefälligst baldigst aufstellen und mir dieselbe bis späte stev s zum 20. d. Mts. zukommen lasten zu wollen. 2549, Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kreisdeputirter.
Die Schauer der wilden Einsamkeit legten i sich um ihr Herz. Schweigend ritt sie im Schritt den Bergpfad hinan.
Nur einmal begegnete ihnen ein Mann auf einem Maulthier, finster vor sich ntederstarrend.
Endlich hatten die Reiter die Höhe erreicht und gewannen einen freien Aussichtspunkt. Nach der ihnen gegebenen Beschreibung mußte sich jetzt ein weites Thal den Blicken öffnen, in welchem der Vater von Rodrigo Maziel andalusische Pferde züchtete.
Elfe spornte ihren Fuchs um die Höhe, und damit daS Ende des Waldes zu erreichen. Weit und kahl dehnte sich nun ein Felsengrund vor ihren Blicken. Aus dem Bergesabhang war daS Dickicht mit schonungsloser Hand gerodet worden. Die blendende Mittagssonne schien grell auf eine wilde traurige Verwüstung nieder. DaS Erdreich aufgerissen — der Pflanzenwuchs mit grausamen Messer zerstört — Riesenstämme mit verdorrtem Astwerk in gigantischer Verwirrung über einander geschleudert — Wurzelballen ungeheuerlich emporragend. —
Unten aber, im Thal ein ödeS Steingeröll,
damit
+ Die innere Plitische sage.
Zwei Ereignisse auf parlamentarischem Gebiete sind es, welche gegenwärtig die Aufmerksamkeit der politischen Welt etwas mehr als gewöhnlich in Anspruch nehmen. Diese sind einmal die langwierigen Debatten in der Militärkommission des Reichstags, in denen auf einer Seite daS Bestreben erkennbar hervorgetreten ist, die Annahme der Vorlage von der Erfüllung gewisser politischer Forderungen, wie es die alljährliche Feststellung der Präsenzstärke und die Einführung der zweijährigen Dienstzeit ist, abhängig zu machen; und zweitens ist es die am Sonnabend im Abgeordnetenbause erfolgte Ablehnung der sog. Sperrgelder-Vorlage, welche von sich reden macht.
Um von letzterer zuerst zu sprechen, so wird Niemand bestreitev, daß es einen ungünstigen Eindruck macht, wenn eine Vorlage, welche offenbar friedliche Zwecke verfolgte und ein unleugbares Entgegenkommen gegen die katholische Kirche enthielt, zu Fall gebracht wird. An diesem Ergebniß war im Grunde doch nur ein Mtßver» ständniß, welches auf Seiten des CentrumS gegenüber dem Zweck und der Bedeutung der Vorlage obwaltete, Schuld. Da diese Partei sich nicht von ihrer Ansicht abbringen ließ, daß die Form der Rentenzahlungen ein Unrecht gegen die katholische Kirche sei, so konnte man kaum erwarten, daß die Parteien, welche sich auf den Boden der Regierungsvorlage gestellt hatten und welche für sich allein auch eine große Mehrheit gebildet haben würden, das Gesetz zum Beschluß erheben würden, cs würde daraus eine fortwährende Quelle neuer Beunruhigung entstanden sein. Nur das Anerkenntniß der Brauchbarkeit des Gesetzes von Seiten des Centrums, vielleicht sogar nur der Entschluß des Centrums, sich deS Votums über die Vorlage enthalten zu wollen, hätte den friedlichen Zweck, welcher mit der Vorlage verbunden war, sicher stellen können.
Wenn das Centrum nicht zu bewegen war, dieser offenbar von den friedlichsten Absichten getragenen Vorlage gegenüber eine freundlichere Stellung einzunehmen, so wird man sich im Lande fragen, welche besonderen politischen Stimmungen
Felsblöcke in i starren Kaktusgebilden, dazwischen einzelne abgestorbene Cebilbäume, auf denen Schaaren von häßlichen rothköpfigen Geiern hockten. Und zwischen dem Gestein versickernd ein gelbes, schlammige? Gewässer.
Erschrocken wandte Else sich nach ihrem Begleiter um. Heinrichsen sah gleichfalls hinab — hinaus — nach allen Seiten, wo Berg- und Felsenwände sich übereinander thürmten — keine menschliche Behausung war in dieser Einöde zu erspähen.
Eine flüchtige Röthe färbte des Mannes blasse Wangen.
„Das ist gegen die Verabredung, murmelte er. „Wer zeigt uns nun den richtigen Weg?- —
Er öffnete seinen Rock. „Hier ist die Stelle für die Spitze Ihres Dolches — der verworfene Sclave erwartet den Todesstoß!"
Elfe schüttelte abwehrend den Kopf. Der Humor war ihr vergangen.
Heinrichsen sah noch einmal daS Thal hinunter.
„Ein wüster Anblick,- warf er in seiner kavaliermäßigen Weise hin. „Ein Ort, wie geschaffen zu einem Morde! Die Statur — verstört