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Htrssel-er Kreishsült.

Mit wSchmtlicher Kratis-Iteilage ^Mustrirte« Nuteryattungsblatt-.

Nr. 55.

Dienstag den 13. Mai

1890.

Amtlich«.

HerSfeld, am 1. Mai 1890.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises benach­richtige ich davon, daß in Ausführung deS Reichs- Jmpfgesetzes vom 8. April 1874 im Kreise Hersfeld die Jmpfstationen bezw. Impf- und ReviflouS-Termtve für das Jahr 1890 wie folgt bestimmt worden sind.

1. Station Hersfeld.

a) Impfung: Mittwoch, den 21. Mai, Vormit­tags 9 Uhr, Erstimpfung der im Jahre 1889 geborenen Kinder der Stadt Hersfeld und der Restanten.

Revision: Dienstag, den 27. Mai, Vormit- tags 9 Uhr.

b) Impfung: Donnerstag, den 22. Mai, Vor- mittags 9 Uhr, Erstimpfung, bezw. Wieder­impfung der Kinder und Schüler aus den Gemeinden KalkobeS, Allmershausen mit HählganS, Heenes, Meisebach, Eichhof und fiskalischer Oberförsterei Hersfeld und Wieder­impfung der Schüler der Stadt Hersfeld.

Revision: Donnerstag, den 29. Mai, Vor­mittags 9 Uhr.

2. Station Sorga, umfassend die Ortschaften Sorga, KathuS, Peters­berg, Wilhelmshof und Oberrode.

Impfung: Donnerstag, den 22. Mai, Nachmittags

Revision: Donnerstag, den 29. Mai, Nachmittags

4 Uhr,

3. Station Friedlos, umfassend die Ortschaften Friedlos, Reilos, Rohrbach, Tann, Mecklar, Meckbach und fiska­lische Oberförsterei Meckbach.

JmMng^: Freitag, den 23. Mai, Nachmittags

Revision: Freitag, den 30. Mai, Nachmittags 4 Uhr.

Geprüfte Herzen.

Erzählung von Oskar Höcker.

(Fortsetzung.)

»Mir fiel dies aus," erzählte Anton weiter,ba Lunds Stellung nichts zu wünschen übrig ließ, und mein Verdacht gegen ihn nahm durch diesen Vorfall nur noch mehr zu. Als ich nach Hause kam, zeigte mir meine Mutter einen Brief von unserm Hamburger Vetter. Sie hatte ihm ge- schrieben, daß ich stellenlos sei und mich vergebens bemühe, in der Heimath Arbeit zu erhalten. Er schrieb nun, daß ich zu ihm nach Hamburg kommen möge, er könne mir dort mit Leichtigkeit eine gute Stelle verschaffen. Ich entschloß mich rasch und packte meine Sachen. Ein seltsam unruhiges Gefühl beklemmte meine Brust und ich beschleunigte meine Abreise. Als ich auf der nächsten Bahn-

Kn den Zug bestieg, der mich nach Hamburg

en sollte, erblickte ich hinter einem der offenen Wagenfenster ein Gesicht, das mit jenem von Lund große Aehnlichkeit hatte. Meine Vermuthung ward bet meiner Ankunft in Hamburg zur Ge­wißheit, denn der Mann, welcher neben zwei Vackträgern einherging, die einen anscheinend schwerwiegenden Koffer nach einer der Droschken trugen, war kein Anderer als Lund. Er hatte also seinen Zweck erreicht und war daheim in der Maschiurnschlosserei verabschiedet worden. Der Inhalt meiner Geldbörse gestattete mir zwar nicht,

4. Station Obergeis, umfassend die Ortschaften Obergets, Untergeis, Aua, Gittersdorf, Biedebach und fiskalische Oberförsterei Neuenstein.

Jmpfiing^: Sonnabend, den 24. Mai, Nachmittags

Revision: Sonnabend, den 31. Mai, Nachmittags 4 Uhr.

5. Station Schenklengsfeld, umfassend die Ortschaften Schenklengsfeld, Ober­lengsfeld, Wehrshausen, Hilmes, Conrode, Lam- Pertsfeld, Landershausen, Unterweisenborn, Wüst- selb, MalkomeS, Schenksolz, Dünkelrode, Motzfeld und Hillartshausen.

Impfung: Montag, den 2. Juni, Vormittags 8 Uhr. Revision: Montag, den 9. Juni, Vormittags 8 Uhr.

6. Station Ransbach, umfassend die Ortschaften Ransbach und Ausbach. Impfung: Montag, den 2. Juni, Nachmittags

Revision: Montag, den 9. Juni, Nachmittags 1 Uhr.

7. Station Philippsthal, umfassend die Ortschaften Philippsthal und Röhrigshof mit Nippe.

Impfung: Montag, den 2. Juni, Nachmittag? 2^2 Uhr.

Revision: Montag, den 9. Juni, Nachmittags 2'/- Uhr.

8. Station Asbach, umfaffend die Ortschaften Asbach, Betershausen und Kohlhausen.

Impfung: Dienstag, den 3. Juni, Nachmittags

Revision: Dienstag, den 10. Juni, Nachmittags 2 Uhr.

9. Station Kerspenhausen, umfassend die Ortschaften Kerspenhausen, Hilper- Hausen, Roßbach, Holzheim, Cruspis, Stärklos und fiskalische Oberförsterei Niederaula.

mir eine Droschke zu nehmen. Dennoch that ich bargelegt, ein williges Gehör, und noch zwei -8. iinh hphpittf+f» htm Sntfrfipr. hom Atthorott Tnnp nur OThfnhrt des Scbistes Halteten Criminal-

es, und bedeutete dem Kutscher, dem anderen

Wagen, in welchem Lund bereits Platz genommen hatte, zu folgen. Mein ehemaliger Kamerad fuhr nach dem Hafen und stieg dort, zu meiner nidjt geringen Ueberraschung, in einem Auswanderer- H6tel ab. Ich war von seiner Schuld nunmehr fest überzeugt. Er wollte offenbar das Weltmeer zwischen sich und der deutschen Heimath legen, um sich seines Raubes in Sicherheit freuen zu können. Ich zog Erkundigungen ein, wann das nächste Schiff nach Amerika abging, dann erst begab ich mich in die Stadt und suchte meinen Vetter auf. Ich erhielt von ihm die nöthigen Geldmittel, um Lund unausgesetzt beobachten zu können, und ich hatte hinreichend Zeit dazu, denn das Schiff begann erst nach fünf Tagen seine Fahrt. I' ließ Lund nicht mehr aus den Augen und b gleitete ihn ungesehen nach einem Kleidermagazi woselbst er große Einkäufe machte. Er sah fei recht vornehm aus, namentlich als er sich au einen Cyltnderhut angeschafft hatte. Er führ ein höchst vergnügliches Leben und ließ sich feine. Genuß entgehen, den die Großstadt bot. Geld spielte bei ihm keine Rolle und während ich in einer abgelegenen Ecke bei einem Gläschen Bier saß, schlürfte er ein Glas Champagner nach dem andern. Nunmehr hielt ich es für geboten, die Polizei auf ihn aufmerksam zu machen. Ich fand, nachdem ich meine Verdachtsgrunde klar

Ährte

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Impfung: Dienstag, den 3. Juni, Nachmittags

4 Uhr.

Revision: Dienstag, den 10. Juni, Nachmittags

4 Uhr.

10. Station Unter« m, umfassend die Ortschaften Uuterhaun, Oberhaun, Eitra, SiegloS, Rotensee, Wippershain, Bien- gartes und fiskalische Oberförsterei Wippershain. Impfung: Mittwoch, den 4. Juni, Nachmittags Reviston:^Mittwoch, den 11. Juni, Nachmittags . 2 Uhr.

11. Station Niederaula, umfaffend die Ortschaften Niederanla, Mengs« Hausen, Solms, Ntederjoffa, Hattenbach, Kleba, Reimboldshausen, Kemmerode und Engelbach. Impfung: Mittwoch, den 4. Juni, Vormittags 9 Uhr.

Revision: Mittwoch, den 11. Juni, Vormittags 9 Uhr.

12. Station Frielingen, umfassend die Ortschaften Frieltngen, Allendorf, Gersdorf, Heddersdorf und Willingshalu. Impfung: Donnerstag, den 5. Juni, Vormittags 11 Uhr.

Revision: Donnerstag, den 12. Juni, Vormittags 11 Uhr.

13. Station Kirchheim,

umfassend die Ortschaften Kirchheim, Reckerode, Gershausen, Goßmannsrode und Rotterterode. Impfung: Donnerstag, den 5. Juni, Nachmittags l*/2 Uhr.

Revision: Donnerstag, den 12. Juni, Nachmittags l/4 Uhr.

14. Station Friedewald, umfassend die Ortschaften Friedewald, Lauten- Hausen, Gethsemane, Herfa, Unternenrode und fiskalische Oberförsterei Friedewald.

Impfung: Freitag, den 6. Juni, Vormittags 9 Uhr. Revision: Freitag, den13.Juni, Vormittags 9 Uhr.

Hmen Herrn in dem Besuch ab. Meine

Tage vor Abfahrt des Schiffes statteten Criminal- beamte dem scheinbar vornehmen Herrn in dem AuswanderungshStel einen Besuch ab. Meine Ahnung hatte mich nicht betrogen, in LundS Koffer wurde eine Schatulle mit dem geraubten Gelde gefunden."

Lilli, welche Antons Erzählung mit wachsen­dem Interesse gefolgt war, stieß einen Schrei freudiger Ueberraschung aus. , ,

Lund war nunmehr überführt" schloß Anton seinen Bericht »und gestand fein Ver­brechen unumwunden ein. Er bekannte auch, daß er die zum Oeffnen des Geldschraukes nöthigen Instrumente seinem ehemaligen Meister Jobst entwendet und derart versteckt hatte, daß sie un­bedingt bald gefunden werden mußten. Auf solche Weise wollte der schlechte Mensch den Verdacht auf den braven Jobst lenken. Sind Sie jetzt noch immer auf meinen guten Meister schlecht zu sprechen, Fräulein Lilli?"

Sie schüttelte den Kopf.

»Doch Sie sind nicht die Einzige, welche dem Biedermann im Stillen alles abbittet. Da

lesen Sie."

Anton überreichte ihr einen Brief, der von Rönning stammte und deutete auf eine Stelle.

Dieselbe lautete:

»Seien Sie überzeugt, Herr Henneberg, daß ich Alles aufbieten werde, um mein Unrecht an