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Hersskliitl Kreisblütt.

Mit wöchentlicher Kratis-Mrilag«Jllustrirte« JlnterhaltuugrSlatt".

Nr. 51.

Sonnaicub den 3. Mai

1890.

Amtlicher.

Hersfeld, den 1. Mai 1890.

Mit Bezug auf meine Verfügung vom 3. Juli 1883 Nr. 8492, Kreisblatt Nr. 67, veröffentliche ich nachstehend die Nachweisung über die stattge-

Nachweisung über die Körung der Zuchtbullen im Kreise Hersfeld pro 1890. (Frühjahrs-Körung.)

£

Gemeinde.

Anzahl der anzu- körenden

Bullen.

Namen der Eigenthümer.

Resultate der Körung.

Bemerkungen.

Datum der Körung,

Alter und

Rare der Bullen.

Nähere Bezeichnung deS Bullen nach Farbe und sonstigen Abzeichen.

Befund des

Bullen.

Köru»gsbezirk Hersfeld.

1

Eichhof

1

Suntheim, G. W.

Schmidt, Johanne» l.

13. April

1 Jahr, Simmenthaler

Rothschack

gut I

vorerst noch zu jung.

2

Gitterrdorf

1

2 Jahr, Landrace

gelb

unbrauchbar 1

3

Mecklar

1

Baumhardt, Johannes

2 Jahr, Franke

rothgelb

sehr gut

4

Oberhaun

1

Dehnhardt, Conrad 11.

kk

2 Jahr, Allgäuer

mau-fahl

unbrauchbar

5

Obergeir

1

Ernst, Heinrich

2 Jahr, Lanorace

gelb

gut

6

Eitra

1

Rudolph, George

17. Jahr, Allgäuer

mausfahl

unbrauchbar

7

Sorga

1

Schott, Adam

2 Jahr, Landrace

gelbroth

gut

8

Meisebach

1

Roll, Franz

17a Jahr, Kreuzung

schweißroth mit Blässe

gut

B. Körungsbezirk Niederaula.

1

Frielingen

1

Eschstruth, Rittergut-pachter

16. April

P/tSv Simmenthaler Kreuzung

dunkelroth mit halber Blässe

brauchbar

2

Holzheim

Kirchheim

1

Hochhau», Adam

Schlabach, Oeconom

17i Jahr, Landrace

dunkelroth mit Blässe

ziemlich gut

3

1

17» Jahr, Simmenthaler

rothschäckig

tauglich

4

Niederjossa

1

Stollberg, Heinrich

2'/» Jahr, Simmenthaler

gelbroth mit Stern gelbschäckig gelbschäckig

brauchbar

1

1 Jahr, Simmenthaler

gut

5

1

Corell, Eduard

2 Jahr, Simmenthaler

ziemlich gut

6

Stärklo«

1

Fischer, George

17» Jahr, Simmenthaler

brauchbar

7

KerSpenhausen

*

Schenk, Jacob Johanne»

17» Jahr, Simmenthaler

gelbroth mit Blässe

C. Köruttgsbezirk Friedewald.

i Friedewald

| (Hof Weisenborn)

Hoßbach, Heinrich

26. April

17» Jahr, Simmenthaler

Gelbschack

» Körungsbezirk Sche»kle»gsfeld

1

Aurbach

1

Reinhard, Heinrich

18. April

274 Jahr, Simmenthaler

roth mit Blässe

gut

2

Philippsthal

1

Freiherr von Grote, Adolf

1 Jahr, Holländer

schwarzschäckig gelbschäckig

gut

sprungfähig im August

3

Ransbach

1

Burghardt, A-mu-

17. Jahr, Simmenthaler

gut

sehr gut

, Juni

4

Wehr-Hausen (Hof Thalhausen)

1

Drude, Carl

0

17» Jahr, Friese,

Schwarzschack

abgeneigt

Geprüfte Herzen.

Erzählung von Oekar Höcker.

(Fortsetzung.)

BehrenS und seine Frau dankten gerührt der braven Frau, blickten dabei aber in schmerzlicher Bewegung auf Lilli, die mit zorngerölheten Wangen hin und her ging und noch aufgebrachter wurde, als der Vater ihr Mißgeschick den Freunden verkündete.

Dem gutmüthigen Anton wurden sofort die Augen feucht. WaS mußte seine arme Ltlli nicht alles erdulden. Er nannte sie im Stillen immer so. Wären die Zeiten und Verhältnisse besser gewesen, so hätte er sich jetzt den Muth gefaßt und Lilli gebeten, seine Frau zu werden. Aller» die Geschäfte gingen schlecht und der arme, gute Meister Jobst sah sich vielleicht schon in aller- nächster Zeit genöthigt, seine Gesellen zu entlassen. Dann war auch Anton ohne Brot.

Plötzlich schwirrte ihm etwas durch den Kopf.

»Mutter,- rief er dieser zu,wie wäre eS denn, wenn Du an den Vetter in Hamburg schriebst? Der braucht ja

»JesseS, Du hast recht," fiel Frau Heuueberg ein und wandte sich sofort mit ihren Auseinander­setzungen an die Freunde. »Ich habe nämlich in Hamburg einen Vetter, der recht wohlhabend ist. Nun ist ihm unlängst seine Frau gestorben unt> er sucht für seinen Hausstand und seine noch

habte Frühjahrs-Körung derZuchtbullen im Kreise.

Die betreffenden Herren Ortsvorstände haben das Resultat in der Gemeinde bekannt machen zu lassen und gemeinschaftlich mit der König­lichen Gendarmerie darüber zu wachen, daß Bullen, welche bet der Körung für untauglich

! unerwachsenen Kinder eine zuverlässige Person.! äußerte zu Frau Henneberg, daß sie nicht abger Wenn die Stelle noch nicht besetzt ist, so wäre sei, die Stellung bet dem Hamburger Vetter

das vielleicht etwas für Fräulein Lilli."

Die Eltern athmeten auf; in den Mienen der Tochter jedoch war keine Veränderung wahrzu­nehmen. Erst nachdem Frau Henneberg noch einmal über die Angelegenheit gesprochen, fragte sie in einem Tone, als ob man sie beleidigt hätte:

»Was ist denn Ihr Vetter?"

Er besitzt ein großes Droguengeschäft, das sehr einträglich ist. Auch scheint er fein eingerichtet zu sein; Du weißt ja, Anton, daß er vor ein paar Jahren schrieb, er habe sich eine ganz mo­derne Einrichtung gekauft. Plüschmöbel und ein stilisirtes Büffet."

Lilli lächelte verächtlich. Gleich darauf versank sie aber in tiefes Nachdenken. Der Posten als Haushälterin bei einem Vetter der Frau Henne­berg konnte ihr selbstverständlich nicht genügen, aber sie befand sich wenigstens in einer großen Stadt, in welcher sie sicherlich bald eine bessere Stellung fand. In Hamburg gab es ja reiche Kaufherren, die einen luxuriösen Haushalt führten. Vielleicht kam sie bei einem solchen an; derselbe konnte ja Wittwer und ein Mann in den besten Jahren sein, von elegantem Aeußeru, mit einem schönen Vollbart. Wie leicht konnte er nicht Wohlgefallen an ihr finden und dann war sie aller Noth und Armuth entrückt.

Sie seufzte tief auf, lächelte verklärt und

befunden worden sind, zur Nachzucht nicht ver­wendet werden.

Coutraventionsfälle sind alsbald zur Anzeige resp. Bestrafung zu bringen.

4028. Der Königliche Landrath

Freiherr vonSchleinitz.

an*

zunehmen.

Die Eltern klatschten in die Hände und die Freundin versprach, noch heute an ihren Ver­wandten zu schreiben.

Sie trat deshalb auch mit Anton sofort den Heimweg an, nachdem Behrens und seine Frau ihr Anerbieten, bei ihr zu wohnen, angenommen hatten.

Seltsamer Weise theilte der Sohn nicht die freudige Stimmung der Mutter. Er schritt in sich gekehrt neben ihr her.

WaS hast Du denn?" fragte sie ihn.

Er antwortete nicht, sondern schüttelte nur den Kopf. Ein schrecklicher Gedanke war ihm durch den Sinn gegangen; wenn der Vetter Lilli nach Hamburg kommen ließ, sich in sie verliebte, waS bet ihrer Schönheit sehr leicht möglich war, ihr einen Antrag machte und sie

Er vermochte den Satz nicht zu Ende zu denken. Ein Schauder durchlief seinen Körper.

VII.

AuS dem Hause des Meisters Jobst war die ehemalige Freudigkeit gewichen. Sein Weiü blickte besorgt auf ihn, denn der Kummer seines Herzens spiegelte sich in jedem seiner GesichtSzüge wieder. Wie konnte eS auch anders sein, da er sah, wie man ihm überall, wohin er kam, scheu