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Die Jnsertionigebühren betragen für den Raum einer Epaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Auftragen entsprechender Rabatt,

Kersseliikl Kreishilltt.

__________Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilaße „Illustrirtes ZluterhattungsvlE.

Nr. 41. Donnerstag den 10. April^ ' 1890

Avonnements-tzinladung. ,

Bestellungen auf das

Hersfelder KreisvLatt

mit der wöchentlichen Gratis Beil age ^Allustrirtes Unterhattungsblatt"

Sro II. Quartal werden von allen Kaiserlichen ostanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amllich«.

Cassel, den 31. März 1890.

Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des Preuß. GesetzeS vom^-^-^ zur Zwangserziehung überwiesene und von mir in der RettungSanstalt zu Sannerz in Pflege mtter- gebrachteMarttnMeyer aus Fulda geboren am 23. November 1878 ist am 29. d. M. aus seiner Pflegestelle durchgebrannt.

Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach dem Zögling umgehend Nach, forschungen gefälligst anstelle«, im BetretungS- falle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civil Person, welcher ich neben den baaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mk. und bei nöthig werdender Uebernachtung von 4 Mk. gewähren werde, in seine obenge­nannte Pflegestelle zurückbringen lassen zu wollen.

Von dem Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benachrichtigen.

Signalement: Größe: circa 1,26 m. Haare: blond. Augen: blau. Gesichtsbildung: rund. Nase und Mund: gewöhnlich. Gesichtsfarbe:

Geprüfte Herzen.

Erzählung von Oskar Höcker.

(Fortsetzung.)

„Sehr richtig," fiel die Mutter ein; „das hat sich erst jetzt wieder gezeigt. Unser gnädiger Herr würde ihm sicherlich nicht die Schlosserarbetten entzogen haben, wenn er nicht -"

„WaS?" rief Lilli, „Jobst darf nicht mehr in die Fabrik?"

Und nachdem die Eltern ihr das Nähere mit- getheilt, fuhr sie hastig fort: „Dann dürfen wir überhaupt mit diesem Menschen nicht mehr ver­kehren, das sind wir schon unserer gnädigen Herrschaft schuldig, die sich mir so freundlich und fürsorglich gezeigt."

Die Mutter gab der Tochter recht; der Vater hingegen brach eine Lanze für Jobst's ehrlichen Charakter. Die Folge davon war ein heftiger Auftritt zwischen den beiden Ehegatten; Lilli zog sich trällernd in die Kammer zurück, um ihre Toilette zu wechseln und ihre Kleider einer Musterung zu unterwerfen. Sie war fest ent- schloffen, in ihrer neuen Stellung mit möglichster Noblesse aufzutreten.

III.

3« dem kleinen Häuflein der zufriedenen Menschen, die eS auf dieser Erde giebt, gehörten unstreitig Hobst und seine Familie.

Mit echt christlichem Sinn waltete er im Kreise; der Seinen, alle Eigenschaften eines trefflichen Hausvaters in sich vereinend. Trotzdem er drei Knaben und zwei Mädchen sein eigen nannte, ging es still und ruhig in dem bescheidenen Schlosserhause zu. Die Kinder folgten auf's Wort und ein ernster Blick von Vater oder Mutter genügte, kleine Ungehörigkeiten zu beseitigen.

Wenn der eine oder der andere der Nachbarn den Meister fragte, durch welche Mittel er diese mustergültige Ordnung zuwege gebracht habe, so erwiderte er: „Ich lehre meine Kinder Gott lieben und verehren, und gehe ihnen mit meiner Frau in allen Dingen mit gutem Beispiel voran. DaS ist das ganze Geheimniß."

Mit demselben Respekt, den Jobst bei seinen Kindern fand, begegneten ihm auch seine Gesellen und Lehrlinge. Jedes nahm gern eine Stelle bet ihm an, da er nicht nur ein äußerst geschickter Schlosser, sondern auch ein trefflicher Lehrmeister war. Für so manche Erfindung in seinem Fache, die selbst einem kunftgeübten Mechaniker zur Ehre gereicht haben würde, hatte er das Patent er­halten, und daß er sich bei solcher Geschtcklichkeit einer großen Kundschaft erfreute, war natürlich. Gleichwohl hatte es der Meister bisher zu keiner Wohlhabenheit gebracht, da seine Experimente ziemlich ansehnliche Summen verschlangen. Außer- dem versäumte er nicht, für jedes seiner Kinder

gesund. Besondere Merkmale rHanauer Aussprache. I Der Landes-Director. I. A.: Schroeder.

Jr. II. Nr. 1564.

An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld.

* * *

Hersfelo, den 3. April 1890.

Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern und der Königlichen Gendarmerie des Kreises zur Kenntnißnahme und Fahndung nach dem Ent- laufenen mitgetheilt.

Im Betretungsfalle ist derselbe festzunehmen, seinem Lehrherrn zuführen zu lassen und mir Anzeige zu erstatten.

3146. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

HerSfeld, den 31. März 1890.

Die Gemeinde Malkomes beabsichtigt in der rechtsseitigen Böschung deS innerhalb der Ge­markung gelegenen 13 m breiten Feldweges, Kartenblatt 3 und 4 Nr. 111/114, einen Kalkofen zu errichten.

Es wird dieses in Gemäßheit des §. 17 der Gewerbeordnung vom 1. Juli 1883 mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Einwendungen dagegen binnen 14 Tagen schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll dahier angebracht werden können. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr geltend gemacht werden. Die rechtzeitig etwa erhobenen Einsprüche werden am 19. A p r t l d. J. Vor- mittags 10 Uhr vor dem Unterzeichneten mündlich erörtert werden, und zwar auch im Falle des Ausbleibens der Interessenten.

Die Zeichnungen rc. können im Büreau des hiesigen Landrathsamtes während der Dienst- stunden eingesehen werden.

A. Nr. 346. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 3. April 1890.

Der Oeconom LouiS Wirsing zu Tann hat

um Ertheilung eines Reisepaffes behufS Aus- wanderung nach Amerika nachgesucht.

3153. Der Königliche Laudrath ______________Freiherr von Schleinitz.

Sonnabend den 12. April d. I., Vormittags von IO’m Uhr ab, sollen auf dem Königlichen Hauptgestüt zu Beberbeck bei Hof« geismar 23 vierjährige, zwei fünfjährige und drei ältere Pferde öffentlich an den Meistbietenden unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen verkauft werden.

Sämmtliche Pferde sind, geritten und können am Tage vor der Auction, also am 11. April, Nachmittags zwischen 4 und 5«/, Uhr, in Beber« beck unter dem Reiter besichtigt werden.

Am 11. April, Nachmittags 3 Uhr, und am Auctionstage Vormittags 93/+ Uhr werden am Bahnhof Hofgeismar Gestütwagen zur Beförde­rung der mit der Bahn aukommenden Fremden nach Beberbeck bereit stehen. Anmeldungen zur Benutzung dieser W^aen werden rechtzeitig durch die Post erbeten.

Gedruckte RationallisteN der zur Auction kommenden Pferde können vom 25. Män d. 3« ab hierselbst in Empfang genommen werden.

Beberbeck, den 12. März 1890.

Der Königliche Landstallmeister von Jachmann.

Gefunden: eine Hemmkette und ein Spazier- stock. Meldung der Eigenthümer bei dem OrtS- Vorstand zu Tann.____________________________

Gefunden: ein wollenes Halstuch. Meldung des EigenthümerS bei dem Ortsvorstand zu Unterweisenborn._______________________________

Eine Allerhöchste Cabinetsordre, be­treffend die Ergänzung des Officiercorps.

Der »Reichs - und StaatS-Anzeiger" veröffentlicht folgende Allerhöchste Cabinetsordre : Ich habe Mich bereits am NeujahrStage den

ein Sparkassenbuch anzulegen, dessen Bettäge er allmonatlich einzahlte.

»Unsere Jungens und Mädels sollen dereinst nicht gänzlich mittellos in die Welt gehen" — pflegte er zu seiner Frau zu äußern, wenn sie hin- und wieder einmal von ihrem WirthschaftS« gelbe etwas für die Sparbücher abgeben mußte — „ich hab's an mir selbst erfahren, wie schwer es hält, sich als armer Teufel ehrlich und recht durch die Welt zu schlagen."

Um so größer war sein Zorn, als sich au dem Tage, an welchem ihm Ronning die Arbeit in seiner Fabrik entzogen hatte, herausstellte, daß das Sparkassenbuch seines jüngsten Knaben ver­schwunden war. Alles Nachsuchen fruchtete nicht-, und so sah sich denn der Meister genöthigt, auf das Rathhaus zu gehen und den Verlust anzu« zeigen. Doch wie groß gestaltete sich sein Erstaunen, als er dort erfuhr, daß das Einlage- buch von einem seiner Gesellen in seinem Namen präsentirt und die hinterlegte Summe infolge­dessen zurückgezahlt worden war.

Der Meister stellte mit seinen Untergebenen ein strenges Verhör an, und alle mußten sich eine Durchsuchung ihrer Habseliaketten gefallen lassen; doch es fand stch nichts. Wenn der Verlust des Geldes Jobst auch schmerzte, so erregte ihn doch noch wett mehr der Gedanke, daß er einen Dieb in seinem Hause habe, der mit ihm und bey