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Hklsftt-kl Kreishllitt.
Mit wöchentlicher chratis-ZLeilage ^llugririer Auterhaltungrölatt".
Nr. 32. Dicilsta, den K März 1890.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Frühjahrs-Controlversamm- lungen im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:
1. Zu Hersfeld II
Mittwoch, den 9. April 1890, Bormittags 8 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg. Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach. Tann und Hermannshof. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
2. Zu Hersfeld I Mittwoch, den 9. April 1890, Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
3. Zu Uuterhauu
Mittwoch, den 9. April 1890, Nachmittags 3 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Steglos, Unterbaun und Wippershain.
4. Zu Obergeis Donnerstag, den 10. April 1890, Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers- Hausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmannsrode, Obergets, Reckerode, Rotterterode und Untergeis.
5. Zu Scheuklengsfeld Freitag, den 11. April 1890, Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Conrode, Dünkelrode, Hillartshausen, Mal- komes, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach,Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Schenklengsseld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.
6. Zu Heimboldshausen
Freitag, den 11. April 1890, Nachmittags 2 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Beugen- dorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heim- boldshausen, Herfa, Heringen, Kletnensee, Lauten- Hausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfers- hausen und Unterneurode.
7. Zu Niederaula
Sonnabend, den 12. April 1890, Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Betershausen, Frielingen, Gers- dorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchhetm, Kleba, Kruspts, Mengshausen, Ntederaula, Niederjossa, Retmboldshausen,Solms, Stärklos, Willingshain und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg. Zur strengen Nachachtung für die betheiltgten Mannschaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Frühjahrs-Controlversammlungen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marine-Reserve, Landwehr und Seewehr ersten Aufgebots, der Ersatzreserve und Mar neersatzreserve angehören, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden ent» lassenen, die zur Disposition der Truppen- theile und Martnethetle beurlaubten Mannschaften zu gestellen. Nur diejenigen Wehr
Männer und Seewehrmänner, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1878 eingetreten sind und deshalb bei den diesjährigen Herbst-Controlversammlungen zur Landwehr zweiten Aufgebots übertreten, sind von der Frühjahrs Controlversammlung dieses Jahres entbunden.
2. Die Einberufung zu den Controlversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt.
Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Controlversammlungen wird disciplinarisch bestraft.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen rc. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.
4. Die Mannschaften haben den Militair-Paß und das Führungs-Attest mit zur Stelle zu bringen.
5. Gesuche um Befreiung von der Controlversammlung sind rechtzeitig bei dem Haupt- meldeamt des Königlichen Bezirkskommandos in Hersfeld anzubringen und können nur durch das Bezirkskommando genehmigt werden.
Wer vor der Controlversammlung keinen Bescheid erhält, hat sich dennoch zu gestellen.
6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Bebinderungsfälle müssen entweder durch ärztliche Atteste oder durch Atteste der Ortsoder Polizeibehörde, welche spätestens auf dem Controlplatz abzugeben sind, bescheinigt werden.
In allen ärztlichen Attesten ist die Krank» heit anzugeben. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Controlversammlung gehindert ist, ohne Angabe des Grundes sind ungültig und werden nicht angenommen.
Hersfeld, den 13. März 1890.
Königliches Bezirkskommando.
Hersfeld, den 14. März 1890.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises werden hierdurch angewiesen, die vorstehende Bekanntmachung in Ihren Gemeinde - Bezirken alsbald wiederholt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und namentlich den betreffenden Mannschaften noch besonders mitzutheilen.
2529. Der Königliche Landrath ________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 14. März 1890.
Die Herren Bürgermeister bezw. Gutsvorsteher zu
Biedebach, Bingartes, Eichhof, Engelbach, Kruspis, Mecklar, Oberrode, Sorga, Tann, Wilhelmshof, Bengendorf, Dünkelrode, Heringen, Lampertsfeld, Leimbach, Mal- komes, Ransbach, Schenksolz, Unterweisenborn, werden hierdurch veranlaßt, bis zum 1. k. MtS. mir anzuzeigen, daß meine Verfügung vom 15. Januar d. J. Nr. 11995/89 im Kreisblatt Nr. 7 Erledigung gefunden hat.
2524. Der Königliche Landratb Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 14, März 1890.
Für den um 1. Juni 1872 geborenen Valentin Klee von OberlengSfeld ist um Entlassung an
dern diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
2535. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 14. März 1890.
Für den am 2. Januar 1871 zu Oberlengsfeld geborenen Ackermann Heinrich Otto Pfaff ist um Entlaffung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
2536. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Aus dem Landtage.
Berlin, 14. März. In der heutigen (28.) Plenarsitzung setzte das Hau« die zweite Berachung des Etats derBerg -, Hütten-und Salinenverwaltung fort. — Abg. Dr. Ritter (freiconf.) führte in längerer Darlegung auf Grund genauer Kenntniß der niederschlesifchen Verhältnisse au«, daß von einem Nothstände der Bergarbeiter keine Rede sein könne, vag dre lediglich durch gewissenlose Agitation in Scene gesetzten StrikeS einen gesetzlosen Charakter trügen, und daß sich alle wahrhaften Arbeiterfreunde um die Fahne der Kaiserlichen Botschaft schaaren und zum Wohle bei guten ArbeiterstandeS gemeinsam thätig sein mühten. Abg. Schultz-Lupitz (freiconf.) setzt auseinander, daß die Lage der Bergarbeiter zu den erhobenen Klagen keinerlei Veranlassung gebe und bittet die Regierung, der socialdemokratischen Agitation energischer entgegenzutreten, als die« bisher geschehen sei. Abg. Fuchs (Centr.) tritt den gestrigen Ausführungen des Abg. VopeliuS entgegen und sucht nachzu- weisen, daß die Löhne vielfach noch nicht die gewünschte Höhe erreicht hätten und verweist neben den nöthigen Wohlfahrtseinrichtungen namentlich auf den Einfluß der Schule, welcher der sittlichen Hebung der ArbeiterstandeS in weiterem Umfange zu dienen habe. Minister der öffentlichen Arbeiten v. M a y - bach erklärt zunächst, daß die Uebertragung der Departements der Bergverwaltung auf das Handelsministerium auf seine eigene Initiative zurückzuführen sei, und betont dann in Erwiderung auf die bezüglichen Ausführungen der Vorredner, daß das Saarrevier das einzige der Staatswerke sei, in dem ein Ausstand erfolgte. Die Untersuchung habe zu dem Ergebnisse geführt, daß auf die Integrität, die Pflichttreue und die technische Tüchtigkeit der oberen Beamten keinerlei Makel falle. Die bei den unteren Beamten hin und wieder unterlaufenden Unregelmäßigkeiten würden streng geahndet bezw. abgestellt. Nachdem der Herr Minister gegenüber den bei den gegenwärtigen Verhandlungen geäußerten Wünschen im Besonderen erklärt, daß eine neue Arbeitsordnung nur nach Anhörung der Arbeiter selber geschaffen werden könne und daß die Frage der Einführung neuer Zwischenorgane zwischen den Verwaltungen und den Arbeitern einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden müsse, schließt er mit der Hoffnung, daß sich wiederum zum Wohle des Vaterlandes ein gutes Verhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern anbahnen werde. ^Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. W i n d t h o r st (Centr.) hätte eine officielle Vorlegung der Denkschrift gewünscht, deren ziemlich objektiven Charakter er übrigens an» erkennt. Er führt sodann des Näheren au«, daß die Arbeiterbewegung vorzugsweise auf die Zurückweisung berechtigter Forderungen zurückzuführen sei und bezeichnet schließlich das mit wahrhaft christlicher Freiheit auszustattende Gebiet der Schule und der Kirche als dasjenige, von welchem allein eine durchgreifende Heilung der socialen Schäden 31t erwarten sei. Abg. Br 0 emel (deutschfreis.) bemängelt die Methode der stattgchabtcn amtlichen Erhebung und Berichterstattung, welche vielfach über auf der Seite der Arbeitgeber zu suchende Mängel leicht hinweggehe, und erklärt es als die Hauptforderung im Interesse der Arbeiter, daß dieselben nicht blo« human behandelt, sondern auch als gleichberechtigte Bürger anerkannt würden. Gegen 4 Uhr wurde die Berachung auf Sonnabend, Mittag« 12 Uhr vertagt,
Berlin, 13. März. In der heutigen (29.) Plenarsitzung wurden zunächst einige kleinere Vorlagen erledigt und dann die Berathung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung, bezw. die Debatte über die Berg- arbeiterbewegung fortgesetzt. Zu einem längeren, vom Hause mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Verträge erhielt zunächst Abgeordneter Berg er ssraktion«loS) das Wort. Er legte, nachdem er seine Legitimation zur Sache und seine volle r Unab^änzi^keit und Unbefangenheit an der Sache heton^
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