Erscheint wöchentlich drei $al Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, Lbonnementspreii: vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl.
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Die Jnsertionkgebühren betragen sür den Raum einer Spalt»eil« 10 Psg, im amtlichen Theile 15 Pf«. Reklamen die Zeile 20 Psg, Bei größeren Aufträge» entsprechender Rabatt.
Midier Ireislilitt.
Mit wSchmtlicker ckraLis-N^ilaae „SlTußrirtrs AuLerKattungsölatt".
Nr. 14
DiMaa den 4 Februar i .....i—-i ss-d
1890.
AöonnemenLs-ßinladung.
Bestellungen auf das
Hersfelder Kreisvlatt
mit der wöchentlichen GratiS Beilage
„JllusLrirtes Unterhaltungsblatt" pro Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 1. Februar 1890.
Behufs Herbeiführung einer zweckmäßigen Zusammenstellung der Jmpflisten nach Jmpfstattonen für das Jahr 1890 haben die Herren Standesbeamten zu
1) Motzfeld
a) für Hillartshausen, Hilmes, Motzfeld
b) „ Gethsemane,
2) Ransbach
a) für Ausbach und Ransbach
b) „ Unterneurode,
8) Philippsthal
a) für Philippsthal und Röhrigshof mit Nippe
b) für Heimboldshausen,
4) Heringen
a) für Heringen, Bengendorf und Lengers
b) „ Widdershausen und Leimbach
c) „ Harnrode und Wölfershausen,
5) Kerspenhausen
a) für Asbach, Beiershausen, Kohlhausen und Eichhof
b) für Hilperhausen, Kerspenhausen und Roßbach
die nach meinem Ausschreiben vom 28.Januar d 3-
Pflicht unö tieöe.
Roman von 6. Wild.
(Fortsetzung.)
Viola setzte sich auf eine Gartenbank und neigte MÜde ihr Haupt zurück. Droben am dunkeln Nachthimmel zog hell und klar die Mondscheibe empor; wie in flüssigesSilber getaucht schimmerten Laub und Blüthen, und der küble Nachtwind trug der Einsamen den süßen Duft der Blumen zu. In halber Betäubung schloß Viola die Augen.
Diese Schönheit war nicht für sie, sie durfte Nichts davon genießen, hinter ihr lauerten Tod und Verderben, das Leben konnte ihr nichts mehr bieten: Vorbei, alles vorbei!
Hatte sie diese Worte laut gedacht oder waren dieselben wirklich an ihr Ohr gedrungen?
Die junge Frau sprang empor und starrte mit weit geöffneten Augen vor sich hin.
War es Täuschung ihrer Sinne oder Wirklichkeit? Dort aus jenem Seitenwege kam eiligen Schrittes die dunkle Gestalt eines Mannes.
Satte er diese Worte gerufen?
nd nun, barmherziger Gott, war's möglich — Tonnberg, ihr Gatte — sie sah im Mondes- lichte deutlich den Lauf eines Revolvers blinken — ein kurzer, scharfer Schrei entrang sich ihrer Brust. Fast zugleich mit diesem Schrei ertönte ein Schuß.
Aelähmt vom Schreckest blieb Viola einen
Nr. 689 (Kreisblatt Nr. 12) aufzustellenden Jmpflisten, wie vorstehend angegeben, vollständig getrennt (in 2 bezw. 3 Aktenstücken) anzu- fertigen.
Gleichzeitig ersuche ich die Herren Local- schulinspectorenzu
1) Ransbach
a) für Ransbach und Ausbach
b) „ Unterneurode,
2) PHilippsthal
a) für Philippsthal und Röhrigshof mit Nippe
b) für Heimboldshausen,
3) HilmeS
a) für Hilmes, Motzfeld und Hillartshausen
b) für Gethsemane,
4) Heringen
a) für Heringen, Bengendorf und LengerS
b) „ Leimbach
c) „ Harnrode und Wölfershausen,
5) Kerspenhausen
a) für Kerspenhausen, Hilperhausen und Roßbach
b) für Asbach, Beiershausen und Kohl- hausen ebenfalls für die Schulen, wie angegeben, gänzlich getrennte Listen aufstellen zu lassen.
Sollte das übersandte Formularpapier nicht ausreichen, kann auf Nachsuchen weiteres von hier aus bezogen werden.
964. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 3. Februar 1890.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 8. Januar 1886 Nr. 60 im Kreis- blatt Nr. 6, die zur Zwangsvollstreckung über- wiesenen Rückstände an directen Kommunal-,
Augenblick lang regungslos stehen. Sie sah ihren Gatten wanken und zu Boden stürzen, und jetzt erst kehrte ihr die Besinnung zurück.
Mit bebenden Knieen eilte sie zu ihm; sie beugte sich nieder und hob seinen Kopf sanft in die Höhe.
Er schlug die Augen auf.
Sein erlöschender Blick traf das bleiche Antlitz der Gattin, die bis zum letzten Momente treu zu ihm gestanden.
Ueber Tonnbergs verstörte Züge legte sich ein milder, versöhnender Ausdruck. In den matten Augen flammte ein Strahl der Zärtlichkeit längst vergessener Tage auf, die blassen Lippen öffneten sich und kaum hörbar flüsterte er: „Viola!"
Sie neigte sich tiefer über ihn und eine heiße Thräne fiel auf die Stirn, welche der Todesengel mit seinem Kusse berührte — ein letzter Blick noch, ein leises Röcheln und Stöhne», dann war alles still.
Neben dem Körper des Todten lag ohnmächtig ein blaffes, junges Weib, beide Arme fest um die Leiche geschlungen, und so fand man sie noch eine halbe Stunde später, dicht an den todten Gatten geschmiegt, so bleich und starr, daß man sie selbst für eine Leiche hielt. —
Ein Jahr war seit allen diesen Ereignissen vergangen; Gerhard hatte trotz aller eifrigen Nachforschungen nichts von Viola erfahren können. Er hatte Tonnbergs Selbstmord viel zu spät erfahren, denn derlei tragische Vorgänge gelangen nur selten in die Oeffentlichkeit.
Kreis- und Provinzial-Steuern betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran m i t F r i st bis zum 10. d. Mts. bei Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert.
1005. Der Königliche Landrath
Freiherr vovSchletnitz.
Hersfeld, den 1. Februar 1890.
Die Nummerliste der verloosten und zum 1. Mai 1890 gekündigten Kurmärkischen Schuldverschreibungen liegt im Geschäftslocale des hiesigen Landrathsamtes sowie auch in denjenigen der Königlichen Steuerkassen des Kreises während der Dienststunden den Inhabern zur Einsicht offen.
Zugleich mache ich auch auf die diese Nummerliste betreffende Bekanntmachung der Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 3. o. MtS., abgedruckt auf Seite 15 des diesjährigen Amtsblattes, aufmerksam.
970. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Iolitische Nachrichten.
Se. Majestät der Kaiser empfing am Freitag Vormittag den Besuch des GroßherzogS von Baden, mit welchem der Monarch längere Zeit zusammen blieb. — Nach der Mittagstafel unternahmen dann die Majestäten eine gemeinsame Spazierfahrt vom Schlosse aus durch die Stadt und nach dem Thiergarten. Von dieser zurückgekehrt ertheilte der Kaiser dem Königlich Sächsischen Gesandten am Berliner Hofe, Grafen von Hohenthal eine Audienz. — Demnächst begab sich der Kaiser auf einer Ausfahrt des Nachmittags nach demReichskanzler-PalaiS zu dem Fürsten Bismarck, um au dem zu dieser Zeit dort versammelten Ministerrathe Theil zu nehmen. Von dort noch d-M Königlichen Schlöffe zurück-
Die Bankverwallung in Monte Carlo hatte den Selbstmörder in aller Stille beerdigen lassen und für dessen schwererkrankte Gattin Sorge getragen, bis sie ihre Gesundheit wiedererhalten hatte; damit war die ganze Sache abgethan gewesen.
Viola stand nun gänzlich mittellos da; allein sie war viel zu stolz, um das ihr von der Bankverwaltung angebotene Reisegeld anzunehmen. Sie wollte auch nicht in die Heimath zurück, sondern in der Fremde ihr weiteres Fortkommen suchen. Das Glück war ihr insofern günstig, alS es ihr bald gelang, eine Stelle als Gesellschafterin bei einer Fürstin zu finden, welche nach einem kurzen Aufenthalt in Nizza mit Viola nach PariS reiste, um dort für wenige Monate zu verwetten.
Gerhard war, nachdem er die traurige Catastrophe vernommen, sofort nach NiM gereist, um Viola dort aufzusuchen. Leider war fett dieser Zeit mehr denn ein halbes Jahr vergangen, und Viola hatte schon längst Nizza verlassen.
Trotz aller Nachfragen konnte Gerhard nicht mehr erfahren, als daß die junge Frau mit einer hochgestellten Dame nach Paris gegangen sei. Allein man wußte weder den Namen noch die Wohnung der Dame anzugeben.
Der Freiherr reiste wohl nach PariS, aber sein Suchen blieb umsonst und er mußte unverrichteter Dinge heimkehren.
Dennoch erlahmte sein Eifer nicht; er hielt
sich zu Hause nur wenige Wochen auf, um i wme;