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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag. Donnerstag und Sonnabend, LbonnementSpreii: vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. exel Postaufschlag.

Die Jnsertiontgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Psg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Psg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Hersskl-er Brrisblatt.

Mit wöchentlicher Kratis-ZteilageIlluSrirLes IluLerhattuugsölatt".__________

Nr. 10. Sonnabend den 25. Januar 1890.

AHonnemeuts-Kintadung»

Bestellungen auf das

Hersfelder Kreisvtatt mit der wöchentlichen Gratis Beilage Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" pro Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 21. Januar 1890.

Zwecks der in der 2. Hälfte des Monats Februar er. vorzunehmenden Ermittelung des Ernteertrages der wichtigeren feldmäßig gebauten Fruchtarten im Jahre 1889 werden den Herren OrlSvorständen des Kreises in den nächsten Tagen je 2 Exemplare des zur Erhebung die­nenden Formulars B sowie ein in der Repositur aufzubewahrendes Notizblatt für etwaigen, im laufenden Jahre volkommenden Hagelschlag, zugehen.

. Das ersterwähnte Formular B. ist nach dem 15. Februar unter Beachtung der demselben aufgedruckten Anleitung s o r g f ä l t t g st auszu» füllen, wobei selbstredend auch die auf den Nottz­blättern für das Jahr 1889 enthaltenen Angaben über den im abgelaufenen Jahre vorgekommenen Hagelschlag zu übertragen sind.

Bis spätestens zum 24. Februar d. I. ist mir sodann ein Exemplar des richtig und deutlich auszusüllenden Formulars, mit Unter­schrift versehen, einzureichen, während das andere Exemplar in der Repositur aufzubewahren ist.

Besonders weise ich noch darauf hin, daß nach §. 4 der Anleitung auf dem Erhebungsformu­

Pflicot unö Cicüe.

Roman von 6, Wild.

_ (Fortsetzung.)

Eine Weile blieb alles still und ruhig, dann wurde das Rauschen einer Schleppe hörbar und eine schlanke Frauengestalt trat vor die Blicke deS lauschendes Mannes.

Es war Viola.

Gerhard hielt den Athem an, während er die schöne Frau förmlich mit seinen Blicken verschlang.

Ein kostbares Negligee von rosa Seide mit blaßgelben Spitzen verziert, umhüllte die reizenden Formen der jungen Frau. Einem entfesselnden Strome gleich stoffen die goldbraunen Locken bis tief über den Nacken hinab; weiß und zart sahen die schön geformten Arme aus den halb­langen Spitzenärmeln hervor Viola bot ein reizendes Bild, und doch ihr Anblick erinnerte an das Gleichnis von dem schönen Apfel, in dessen Innerem ein nagender Wurm bohrte.

Die schöne Stirn war nicht rein und frei wie ehedem, und um die großen Augen lagerten leichte Schatten, wie sie Kummer und Betrübnis erzeugt. § Viola schritt langsam vorwärts; in der Hand trug sie ein Blatt Papier, daS sie noch während des Gehens überlas.

^^ sie jäh zusammen und richtete sich stolz empor. Aus einem Nebenzimmer er- tönten rasche Schritte.

lare B. diesmal nicht nur die Ernteerträge für das Vorjahr, sondern auch die m i t d e n einzelnen Früchten 1889 bestellt ge­wesenen Flächen in die neu aufgenom- menen Spalten 6 und 7 einzutragen sind, was leichter und übersichtlicher auszuführen ist, als die bisher nöthigen Flächenveränderungsvermerke. Ferner ist in den Formularen selbst, wie im Vorjahre, durch kurze Bemerkungen oder Frage­zeichen auf zweifelhafte Angaben oder sonstige Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht worden.

Die genaueste Beachtung dieser Bemerkungen und Fragen sowie eine sachgemäße Beantwortung derselben wird erwartet.

440. Der Königliche Landrath __ Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 23. Januar 1890.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 5. Juli 1882 Nr. 8773 im Kreisblatt Nr. 53, die Führung des Verzeichnisses über die in die Pflichtfeuerwehr einzureihenden Mann­schaften betreffend, noch im Rückstände sind, wer­den hieran mit Frist bis zum 30. d. Mts. bei Meldung von 3 Mark Strafe erinnert.

585. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 23. Januar 1890.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 9 Februar 1884 Nr. 1721 im Kreis­blatt Nr. 20, die Revision der Feuerungsanlagen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 30. d- Mts. erinnert.

586. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Berlin, den 15. Januar 1890.

Seine Majestät der Kaiser und König haben

Die Thür wurde geöffnet und Tonnberg trat ein.;

Gerhard zog sich unwillkürlich noch tiefer in j den Schatten der Portiere zurück.

War das Tonnberg, der schöne, elegante Mann, der alle Frauenherzen im Sturm eroberte? Das Gesicht hager und eingefallen, die Blicke düster und unruhig, in Gang und Haltung nachlässiger geworden, das war der Gatte Violas, der Mann, der sie schützen und lieben sollte sein Leben lang.

Hast du unterschrieben?" fragte Tonnberg, als er seine Gattin gewahrte, die bleich und bebend in der Mitte des Gemaches stand.

Wilhelm, das muß ein Ende nehmen," sagte Viola, mit Gewalt das Beben ihre Stimme be­herrschend,so kann es nicht sortgehen"

Tonnberg unterbrach sie.

Nur keinen Sermon, ich bitte dich! Hast du unterschrieben, ja oder nein?"

Ja," versetzte Viola, das Blatt Papier fest in der kleinen Hand zusammendrückend,ich habe deiner Spielwuth die kleine Summe geopfert, die ich dir einst als Aussteuer mitbrachte, und die du mir damals lächelnd in meine Schmuck- cassette stecktest."

Wozu die Sentimentalität," unterbrach sie Tonnberg abermals;gib mir die Anweisung und die Sache hat ein Ende."

Viola schüttelte daS Haupt.

Du mußt mir versprechen, daß dieS die letzte Spielschuld ist," sagte sie in sanftem, aber be­stimmten Tone,

zu bestimmen geruht, daß die Feier des Aller­höchsten Geburtsfestes am 27. d. M. durch die hergebrachten Festmahle erfolgen dürfe, daß dabei jedoch die Verwendung von Musik zu unterbleiben habe, und daß die Trauerabzeichen für diesen Tag abzulegen seien.

Euer Hochwohlgeboren setze ich hiervon zur gefälligen weiteren Veranlaffung ergebenst in Kenntniß.

Der Minister des Innern.

gez. H e r r f u r t h.

An den Königlichen Regterungs - Präsidenten Herr» Rothe Hochwohlgeboren zu Cassel. S.J. 230.

* * *

Cassel, den 19. Januar 1890.

Abschrift zur gefälligen Kenntnißnahme und geeigneten weiteren Veranlassung.

Der Regierungs-Präsident.

Schwarzenberg i. V.

An die Königlichen Herren Landräthe deS Bezirks rc. P. 108.

* . *

Hersfeld, oen 22. Januar 1890.

Wird veröffentlicht.

542. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Berlin, den 3. Januar 1890.

Unter Bezugnahme auf unseren Erlaß vom 14, Juni v. I. ersuchen wir Euer Hochwohlgeboren ergebenst vor dem Vertriebe des Gassenschen Kunstkaffees mit Hinweisung auf die einschlagen­den Vorschriften des Nahrungsmittelgesetzes in geeigneter Weise öffentlich zu warnen.

Nach den inzwischen angestellten Erhebungen hat sich ergeben, daß die Firma J. Heckhausen u. Weies zu Köln sich zwar mit eigentlichen Handels­geschäften in Kunstkaffee nicht befaßt, dieselbe jedoch mit dem Patentinhaber P. Gassen eben­daselbst zu einem gemeinsamen Unternehmen ver-

Das kann ich nicht, Viola, du weißt es wohl! Erst muß ich zurückgewinnen, was ich verloren habe, eher höre ich nicht auf."

O, das wird also nie geschehen," murmelte die junge Frau, während ein Ausdruck von Ver­zweiflung ihre Züge überflog.

Wilhelm," fuhr sie fort, ihn mit ihren schönen Augen bittend ansehend,laß uns die Residenz verlassen, ich gehe mit dir überall hin, nur laß uns fliehen, fort, weit fort von hier."

Viola, keine Scene, ich liebe dergleichen nicht du solltest mich in dieser Hinsicht schon kennen," war die rauhe Antwort.

In den Augen der jungen Frau blitzte eS zornig auf.

Sprich nicht in einem solchen Tone zu mir," stieß sie bebend hervor:Wilhelm, ich habe lange genug gelitten! Gib deine Lebensweise auf und ehre den Namen, den du trägst."

Reize mich nicht, Viola!"

Die junge Frau sah ihm fest ins Auge und fuhr unerschrocken fort:

Du kannst nicht blind sein gegen das, was um uns herum vorgeht blicke um dich alle deine wahren Freunde, deine Standesgenossen haben dich verlassen. Kein Mensch verkehrt mit dir, kein Mensch ladet dich ein oder kommt zu dir; kaum daß man dich grüßt und hier und da eiu kühles Wort mit dir wechselt. Weißt du, warum das so gekommen ist? Weil Wilhelm von Tonnberg seine Zeit bei Abenteurer» ver»