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Nr. 3.
Donnerstag öen 9. Ji
Januar
1890
Berlin, 7. Januar. Ihre Majestät die verwittwete Kaiserin- Königin Augusta ist um 4 Uhr 30 Minuten gestorben.
Ueber den schnellen tödtlichen Verlauf der Krankheit der Kaiserin, über ihre letzten Stunden, entnehmen wir Berliner Blättern Folgendes:
Bereits seit Sonnabend vermochte man sich nicht mehr zu verhehlen, daß der Zustand der hohen Patientin zu den ernstesten Bedenken Anlaß gebe. Die Gemächer der Kaiserin, sowie die übrigen Zimmer des ersten Stockes im Palais Unter den Linden blieben die ganze Nacht hindurch erleuchtet. Das Palais lag trotzdem in der tiefsten Ruhe da, nicht der leiseste Laut drang auf die völlig verödete Straßen - Umgebung. Zuweilen tauchte ein mantelumhüllter Lakai auf, der eiligen Schrittes vom Schloß her kam, im Palais verschwand und alsbald mit einer Bot» schuft nach dem Schlosse zurückkehrte. Gleichzeitig wurde auch die telephonische Verbindung zwischen dem Palais und dem Königlichen Schlosse wiederholt zur Uebermittelung von Nachrichten benutzt. Ein einziger Schutzmannsposten stand vor dem Palais. Eine Absperrung war in Anbetracht des Nachts äußerst geringen Verkehrs nicht für nöthig befunden worden. Hin und wieder machte ein vereinzelter Passant vor den hell erleuchteten Fenstern Halt und erkundigte sich bei dem Schutzmann über das Befinden der hohen Patientin.
Im Verlaufe der Nacht traten in dem Zustande der Kaiserin so bedenkliche Symptome hervor, daß man sich auf das Schlimmste gefaßt machen mußte. Der gesammte Hofstaat der Kaiserin war im Palais versammelt. Graf Perponcher erschien, und um 5 Uhr Morgens traf auch der
Amtliches.
Hersfeld, den 4. Januar 1890,
Die Herren Ortsvorstände dxs Kreises erhalten die Weisung, von jedem ihnen bekannt gewordenen Ausbruche und von dem Erlöschen der herkömmlich unter der Bezeichnung „Influenza" begriffenen Pferdekrankheiten (B r u st s e u ch e — ansteckende Lungenentzündung — Pferdestaupe — Rothlauf- seuche — Skalma — seuchenartiger Katarrh der Luftwege —) mir sofort Anzeige zu erstatten. 65. Der Königliche Landratb
Freiherr von Schletnitz.
Hersfeld, den 3. Januar 1890.
Zu der für den hiesigen Kreis in Gemäßheit des §. 3 des Gesetzes vom 5. Juni 1874 auf die Steuerperiode vom 1. April 1890 bis 31. März 1893 vorzunehmenden Wahl von 7 Abgeordneten und deren Stellvertretern für die Gewerbesteuer- Gesellschaft der Klasse C. (Gast-, Schank- und Speisewirthschast) in der IV. Abtheilung ist Termin auf
Donnerstag den 16. d. MtS. Morgens 10 Uhr in das Grschäitslocal des hnsigen Königlichen Landrathsamtes anberaumt, und werden die betheiligten Gewerbetreibenden hierzu mit der Verwarnung eingeladen, daß die Wahl ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen gültig
Hausminister von Wedell - Piesdorf im Palais ein. Um 5*/4 Uhr erschienen der Kaiser und die Kaiserin. Nach und nach fanden sich sämmtliche zur Zeit hier weilende Mitglieder der Kaiserlichen Familie ein und versammelten sich in unmittelbarer Nähe des Krankenzimmers. DaS Kaiserpaar verweilte längere Zeit am Bette der hohen Patientin, zusammen mit dem Großherzog und der Großherzogin von Baden. Heute Morgen fuhren der Feldmarschall Graf Moltke, Fürst Radziwill und Herbert BiSmarck am Palais vor und verweilten im Palais mehrere Stunden. Moltke und Graf Herbert Bismarck fuhren um zwölf Uhr wieder fort. Den ganzen Vormittag über war die Schwäche d<lÄaiserinsehr groß. Die hohe Frau lag mit geschlossenen Augen völlig apathisch da; zeitweise war dasiBewußtsein der erlauchten Patientin geschwunden. Vor dem PalaiS sammeltesich seit heute Morgen eine stetig wachsende Menschenmenge an, die in tiefstem Schweigen verharrte und von einer Schutzmannskette bis an das Denkmal Friedrichs des Großen zurückgedrängt wurde. Herr Oberhofprediger Kögel verweilte gestern Abend bis 11J/+ Uhr. Heute Nachmittag um 1/a4 Uhr äußerte die Monarchin den Wunsch nach dem geistlichen Zuspruch des Oberhofpredigers. Herr Kögel wurde sofort benachrichtigt und eilte unverzüglich an das Lager der Kaiserin Augusta, woselbst er mehrere Gebete und Bibelstellen sprach.
Der Kaiser, welcher noch bis 12 Uhr halbstündlich Nachricht von dem Krankheitszustande seiner Großmutter erhalten, erschien Punkt 6
vorgenommen werden kann, und daß, im Falle die Wahl der Abgeordneten nicht oder nicht in vorgeschriebener Weise zu Stande kommt, die Steuervertheilung durch die Veranlagungsbehörde bewirkt werden wird.
Die Herren Ortsvorstände der Landgemeinden des Kreises haben den betreffenden Gewerbetreibenden in Ihren resp. Verwaltungsbezirken hiervon noch besonders Kenntniß zu geben.
76. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
HerSfeld, den 3. Januar 1890.
Zu der für den hiesigen Kreis in Gemäßheit des §. 3 des Gesetzes vom 5. Juni 1874 auf die Steuerperiode vom 1. April 1890 bis 31. März 1893 vorzunehmenden Wahl von 7 Abgeordneten und deren Stellvertretern für die Gewerbesteuer- Gesellschaft der Klasse A II in der IV. Ab- theilung ist Termin auf
Mittwoch den 15. d. Mts. Morgens 10 Uhr in das Geschäftslocal des Königlichen Land- rathsamtes dahier anberaumt, und werden die betheiligten Gewerbetreibenden hierzu mit der Verwarnung eingeladen, daß die Wahl ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen gültig vorgenommen werden kann, und daß, falls die Wahl der Abgeordneten überhaupt nicht oder nicht in vorgeschriebener Weise zu Stande kommt,
Uhr früh, also eine Viertelstunde nach erhaltener Botschaft im Palais der Kaiserin Augusta und wenige Minuten später traf auch die Kaiserin ein. Beide Majestäten, die ersten am Leidenslager der theuern Verwandten, blieben von da an unausgesetzt im Zimmer der Kaiserin Augusta, welche von der Großherzogin von Baden in der aufopferndsten Weise gepflegt wird. Nach und nach trafen auch die übrigen hohen Herrschaften im Laufe des heutigen Vormittags ein; die Hof-Equipagen fuhren nicht auf der Rampe des kaiserlichen Palais herauf, sondern benutzten die Einfahrt Unter den Linden, um jedes Aufsehen zu vermeiden.
Nach Allem scheint zu der Influenza, an welcher ja Kaiserin Augusta seit einigen Tagen leidet, eine Lungen-Entzündung hinzugetreten zu sein.
In dem Zustande der Kaiserin Augusta war Mittags eine gewisse Ruhe eingetreten, weshalb die Mitglieder des Königshauses auf kurze Zeit das Palais verließen. Nachmittags waren das Kaiserpaar und sämmtliche Mitglieder des Königshauses wieder am Sterbebette versammelt. Die Kaiserin lag bereits von heute früh ab in Agonie und vermochte die ihr dargereichte Milch und kleine Eisstückchen nicht mehr bei sich zu behalten.
Nachdem Ihre Majestät, wenn auch mit Unter- brechungen, geschlafen hatte, traten seit 3 Uhr stärkere Behinderungen der Athmung durch Erschwerung der Expektoration auf, bis um 4 Uhr 30 Minuten die Catastrophe eintrat.
dte Steuervertheilung durch die Beranlagungs- behörde bewirkt werden wird.
Die Herren Ortsvorstände der Landgemeinden des Kreises haben den betreffenden Gewerbetreibenden in Ihren resp. Verwaltungsbezirken hiervon noch besonders Kenntniß zu geben.
77. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schletnitz.
Königlicher Ober-Präsidium der Provinz Hessen-Nassau.
Cassel, den 29. Dezember 1889.
Auf den gefälligen Bericht vom 24. d. Mts. — A 1 13065 — erwidere ich Ew. Hochwohl- geboren unter Rückgabe der Anlage ergebenst, daß in denjenigen Standes-Hauptregistern, welche für mehrere Jahre angelegt sind, die Einträge eines jeden Kalenderjah."es mit neuer Nummer- folge zu bezeichnen sind, so daß, wenn nach Ablauf eines Kalenderjahres die Haupt- wie die Neben- regifter gemäß §. 14 Absatz 2 des Gesetzes vom 6. Februar 1875 von dem Standesbeamten abgeschloffen worden sind, bei nächste Eintrag in dem betreffenden Hauptregister ebenso wie der erste Eintrag in dem für das neue Kalenderiahr bestimmten Nebenregister mit Nr.1 zu bezeichnen ist.
Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, die