die Influenza gewissermaßen den Nährboden für die Lungenentzündung vorbereite, wie ja auch Erkältungskatarrhe zu derselben Erkrankung disponirten. Man habe vielfach behauptet, daß die Lungenentzündung nach Influenza leichter verlaufe; Geheimrath Leyden indessen ist der Meinung, daß man das Wesen der nach Influenza auftretenden Lungenentzündung und den Zusammenhang zwischen beiden Krankheiten noch nicht genugsam kenne, um zu einer bestimmten Prognose berechtigt zu sein.
— Belgien. Der Streik der Kohlengruben- arbeiter in C h a r l e r o i hat eine b e d e u « tendeAusdehnung angenommen. In den Kohlengruben von Mambourg, Rochelle, Fleurus, Lambuflart ruht die Arbeit vollständig, in denjenigen von Amercoeur, sowie in den ver- einigten Gruben Sacr^e- Madame, Pays de Liege, Trien-Kaisin, Bayemont, Ormont und Bourbier theilweise. Die Zahl der Streikenden wird auf etwa 10000 geschätzt, eine weitere Ausdehnung des Streiks wird befürchtet. Die Ruhe ist nirgends gestört worden.
— Salamanca (W. T. B.) Das hiesige Liceo-Theater ist durch eine Feuers« b r u n st vollständig zerstört worden. Acht Personen sollen dabei Verletzungen erlitten haben.
— N e w«I o r!, 23. Dezember. Der ganze Geschäftstheil der Oel-Stadt Petrolia in Penn- sylvanien ist niedergebrannt. Der Schaden wird auf 100000 Dollars geschätzt.
— New-Aor k. Ein veklagenswerthes Un* glück wird vom 20. Dezember aus Detroit gemeldet. Während 16 K i n d e r in Gazekleidern in einer öffentlichen Schule eine Weihnacht?« Cantate einstudirten, gerieth der Stab, den eines derselben in der Hand trug, durch Berührung mit einer Kerze in B r a n d. In der hierdurch hervorgerufenen allgemeinen Aufregung fingen die Kleider von einem Dutzend Kinder an zu brennen. Waffer wurde so rasch als möglich herbeigeschafft und über sie gegossen, aber 2 Kinder verbrannten, während mehrere andere tödtliche Verletzungen davontrugen.
— Salonichi. Ein uraltes Ehepaar, Vielleicht das älteste der Welt, ist dieser Tage in einem Dorfe deS Vilajets Monastir gestorben. Der Mann ist 135, die Frau 123 Jahre (?) alt
geworden. Das Ehepaar wohnte in einem Hause, welches es sich gerade vor einem Jahrhundert selbst erbaut hatte. An das Haus stieß ein kleiner Garten, der sich inzwischen zu einem Walde mit 90- und 100jährigen Bäumen ausgewachsen hat, mit Bäumen, die der Mann selbst gepflanzt und bis zu seinem Tode auch stets selbst gepflegt hatte.
— New-Aork, 17. Dezember. (Schutz gegen Katzenmusiken) Im August des Jahres 1888 feierte zu Albia im Staate Iowa ein junger Mann Namens Adams seine Hochzeit. Während der Hochzeitsnacht wurden er und seine junge Frau durch einen furchtbaren Scandal aufgeschreckt, der von einer sogenannten „charivari parti" (Katzenmusik-Gesellschaft) ausging. Adams, dem der Spaß zuletzt zu viel dünkte, trat vor die Thür mit geladenem Revolver in der Hand und versuchte die lärmende Bande fortzuscheuchen. Da diese sich trotzdem nicht verzog, schoß er in den Haufen hinein. Ein gewisser Sidney A. Darling sank tödlich getroffen zusammen, und Adams wurde nach der Polizeistation gezerrt. Er wurde zu sieben Jahren Zuchthaus verurtheilt. Hiergegen wurde jedoch beim Obergericht Berufung eingelegt, und dieses entschied, daß es den Gebrauch des „charirari“ für balkarisch halte, daß Adams ein volles Recht hatte, sich dagegen zu vertheidigen, und daß ihm ein neuer Proceß bewilligt werden sollte. Das geschah, und diesmal fand die Verhandlung desselben in einem andern Orte statt. Adams war ehrenvoll freigesprochen und kam glückstrahlend mit seiner Frau nach Albia zurück, um sich dort wieder niederzulaffen. Doch Freunde eilten zu ihm und warnten ihn. Er müsse sofort abreisen, da ein Pöbelhaufen sich zusammenrotte, um ihn zu lynchen. In Folge dessen floh er mit seiner Frau nach Chariton. Wirklich kam ein Haufen Uebelthäter in der Nacht nach seinem Hause in Albia und zog, da er dasselbe leer fand, nach der Wohnung von Adams Mutter. Dort zündeten die Barbaren die Scheune an, die vollgefüllt mit Heu und Getreide war und bis zum Grunde niederbrannt.
— (Er weiß es) Meister Pechdraht (der seinen Lehrling auch über die Zubereitung des LederS unterrichtet hat, denselben plötzlich fragend): „Zu was dient die Lohe?« Lehrling schweigt. Meister: „Und das Leder?« (indem er den tot ««HU w» 8rtäO»wrl «nchdnlSnei (fW$. Bau!
Spannriem ergreift. Lehrling i(weinerlich): „Zum Durchgerben.«
— Die Schönheitscoucurrenz ist aus der Mode gekommen. Der „Rappel« berichtet, daß nunmehr eine andere Eigenschaft des zarten Geschlechts in die Schranken geführt werden soll. Eine belgische Dame Namens Boyd will ein „Wettrennen der geläufigen Zungen« veranstalten, zu dem natürlich nur Damen zugelassen werden. Den Preis erhält, wer in einer Stunde die meisten Wörter vor der Jury ausgesprochen hat.
— Der Doctor Schluckmeier saß eben im Weinhaus und mochte wohl etwas zu tief in'? Glas geschaut haben, als er eilig zu eine« schwer Erkrankten gerufen wurde. Zwar ungern, erhob er sich doch, sammelte sich ein wenig und ging zu dem Leidenden, einem Postillon, den ganz plötzlich ein hitziges Fieber überfallen hatte. Er verschrieb ihm Blutegel, ließ sie sogleich ander Apotheke holen und übernahm, da die Frau des Kranken sich sehr ungeschickt anstellte, selbst das Geschäft, ihm dieselben an die Beine anzu« legen. Aber trotz aller Bemühungen des DoctorS wollten die Blutegel nicht anbeißen, so daß nach einer Viertelstunde endlich Schluckmeier die Geduld verlor und aufhören wollte. Da trat plötzlich die Frau des Postillons, die bisher gespannt der Operation zugeschaut hatte, mit dem Vorschläge hervor: „Däc's denn nit besser, Herr Doctor, wenn wir mei' Mann erst seine Lederhosen ausziehen thäten?«
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst Sonntag den 29. Dezember. Vormittags: Herr Pfarrer Hosbach. Nachmittags: Herr Pfarrer Schaub.
Fruchtpreise.
Waizen (ä 100 Kilogr.) 19 M. - Pf. biS 19 M. 25 Pf. (Durchschnittspreis 19 M. 12 Pf ) Roggen (ä 100 Kilogr) 18 M. — Pf. bis 18 M. 30 Pf. (Durchschnittspreis 18 M. 15 Pf.) Gerste (A 100 Kilogr ) - M. — Pf. biS — M. — Pf (Durchschnittspreis — M. — Pf.) Hafer (ä 100 Kilogr) 15 M. - Pf. biS 15 M. 50 Pf. (Durchschnittspreis 15 M. 25 Pf.)
ie huSfeld.