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Hklsseliin Kreisblutt.

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M. 154 Sonnabend den 28. Dezember 1889.

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 12. Dezember 1889.

Es wird hierdurch veröffentlicht, daß derKreis- auSschuß des hiesigen Kreises in seiner Sitzung am 11. d. MtS. gemäß §. 18 des Gesetzes vom 12. März 1881 betreffend die Abwehr und Unter­drückung der Viehseuchen, aus den sachverständigen Eingesessenen des Kreises für das Jahr 1890 folgende als Schiedsmänner zu den SchätzungS Commissionen heranzuziehende Personen gewählt hat: ___________

(Unbefugter Nachdruck verboten.

Mtcht unö Liebe.

Roman von 6. Wild.

(Fortsetzung.)

Gerhard betrachtete sie ernst.

Stola,* sagte er nach langer Pause,kannst du mir unrecht geben?"

Sie sah zu ihm auf.

Sie hatte kalt und abweisend antworten wollen, aber als sie seine dunklen Augen mit dem Aus­druck innigster Zärtlichkeit auf sich geheftet er­blickte, da schwand ihr Groll.

Mit einer Bewegung voll reizender Anmuth reichte sie ihm die Hand, indem sie in sanftem Tone sagte:Vergib, Gerhard, ich wollte dir nicht wehe thun."

Er hielt ihre kleine, bebende Hand fest und zog * schlanke Gestalt ungestüm in seine Arme. Viola, Viola," flüsterte er leidenschaftlich,0 könntest du mich ganz verstehen und klar in meiner Seele lesen, wie glücklich, wie überglücklich wäre ich dann!"

Viola hatte diesen kleinen Zwischenfall bald vergessen, aber in Gerhards Seele blieb der Stachel zurück. , ,

Sie wäre im Stande, für eine Leidenschaft alles zu opfern, sich und andere: kann das eine Bürgschaft für die Zukunft sein?" dachte er *%Ä kommen sollte, da ihre Gefühle

1. Oekonom Peter Heil zu Hersfeld.

2. Oekonom Friedrich Friedrich zu Hersfeld.

3. Oekonom Friedrich Heil zu Hersfeld.

4. Gutsbesitzer Richard Braun zu Oberrode.

5. Domainenpachter Freise zu Bingartes.

6. Domainenpachter Königl. Oberamtmann Ol­denburg zu Wilhelmshof.

7. Domainenpachter Suntheim zu Eichhof.

8. Gutsbesitzer Schwarz zu Unterhaun.

9. Landwtrth Wilhelm Jacob daselbst.

10. Gutsbesitzer Franz Roll zu Meisebach.

11. Gutsbesitzer Ferd. Roll zu Obergets.

12. Landwtrth Johannes Claus zu Mecklar.

13. Landwirth Johannes Wetzel II. zu Meckbach.

14. Landwirth Andreas Struber zu Friedlos.

15. Landwirth Heinrich Fey zu Tann.

16. Landwirth Conrad Hildebrand zu Rohrbach.

17. Bürgermeister Glebe zu Kohlhausen.

18. Gutsbesitzer Eschstruth zu Frielingen.

19. Gutsbesitzer Baron von Lepel zu Hattenbach.

20. Oekonom Philipp Schäfer zu Mengshausen.

21. Landwirth Jacob Grenzevach zu Neederaura.

22. Oekonom Bezzenberger zu Kirchheim.

23. Oekonom Meister zu Beiersgraben.

24. Oekonom Johannes Jacob Schenk zu KerS- penhausen.

25. Bürgermeister Nuhn zu Asbach.

26. Landwirth Philipp Thiel zu Kruspis.

27. Landwirth George Waitz zu Harnrode.

28. Gutsbesitzer Gerlach zu Nippe.

29. Gutsbe itzer Führer jun. zu Lautenhausen.

30. Gutsbesitzer Hoßbach zu Hof Weißenborn.

31. Gutsbesitzer Ernst Bippart zu Hermannshof.

32. Gutsbesitzer Gliemeroth zu Wölfershausen.

33. Gastwirth Ruch zu Widdershausen.

34. Vicebürgermeister Grau zu Heringen.

35. Ackermann Johs. Volkenand zu Bengendorf.

36 Gutspächter Otto zu Oberlengsfeld.

37. Landwirth Burghard Rüger zu Unterweisen­born

für mich kälter, ruhiger würden, so würde sie mich vielleicht ohne Bedenken verlassen, um einem Phantome nachzujagen. Regt sich das wilde, ungestüme Blut ihrer Mutter in ihr? O Gott, nur das nicht, nur das nicht, mein Lebensglück wäre dann für immer vernichtet!"

Der Carneval brächte für Viola so manche Freuden, denen sie sich mit voller Lust hingab.

Gerhard gönnte ihr von Herzen diese flüchtigen Freuden, wenn er vielleicht auch im Innersten seines Herzens gewünscht hätte, sie möge seinet­willen sich etwas in ihrem Vergnügen zurückhalten, aber Viola dachte gar nicht daran.

Sie fand es so hübsch, umschwärmt und be­wundert zu werden) und so genoß sie denn ihre kleinen Triumphe auch in vollstem Maße.

Daß es ihre Pflicht gewesen wäre, Gerhard gegenüber gewisse Rücksichten zu beobachten, daS fiel ihr gar nicht ein.

Sie war jung, schön und wollte alle Vorrechte dieser Vorzüge genießen; ihr Herz, ihre Liebe gehörten doch nur Gerhard allein.

Aber es kam ein Tag, an welchem diese Liebe auf eine harte Probe gestellt werden sollte, und Viola bestand diese Probe leider nicht so, wie sie dieselbe hätte bestehen sollen, um sich Gerhards Neigung vollkommen würdig zu zeigen.

Auf einem Balle, welchen einer von Gerhards Gutsnachbarn gab, begegnete sie einem jungen Manne, dessen Schönheit und weltmännische Ge­wandtheit nicht ohne Eindruck auf sie blieben.

38. Oekonom Adolph Reinhard zu Unterweisen­born.

39. Ackermann Heinrich Burghardtl.zu Ransbach.

40. Gutsbesitzer August Aulepp zu PhilipPSthal.

41. Schmied Scheer zu Schenklengsfeld.

42. Ackermann Rudolph zu AuSbach.

43. Ackermann Peter Bock zu Conrode.

44. Ackermann Oswald Steinhauer zu Wüstfeld.

Aus der Zahl dieser Personen hat die OrtS- Polizeibehörde die Schiedsmänner für jeden ein­zelnen Schätzungsfall zu ernennen. Die Schätz- ung erfolgt durch die aus dem beamteten Thier- arzte und zwei Schiedsmänner» gebildete Com­mission, und sind die Schiedsmänner von der Ortspolizeibehörde eidlich zu verpflichten. Das­selbe gilt, wenn an Stelle des beamteten Thier­arztes ein nicht beamteter Thierarzt zugezogen wird, für diesen, sofern derselbe nicht im Allge­meinen als Sachverständiger beeidigt ist.

Die den Schiedsmännern als Ersatz für Reise­kosten und Auslagen zu gewährende Vergütung wird im Verwaltungswege festgesetzt und auS der Staatskasse bestritten.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die vorstehend genannten Personen alsbald von der auf sie gefallenen Wahl in Kenntniß zu setzen und denselben zugleich zu eröffnen, daß sie verpflichtet seien, auf amtliche Requisition erfor­derlichen Falles an allen Orten des Kreises Abschätzungen vorzunehmen.

J. A. Nr. 1225. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Cassel, den 19. Dezember 1889.

Der dem diesseitigen Bezirksverbande auf Grund des Preuß. Gesetzes vom 237^^4 zur Zwangserziehung überwiesene und von mir bet dem Schneidermeister I. Teschner dortselbst in Arbeit untergebrachte Christoph Friedrich

Wilhelm von Tonnberg war ein den Frauen sehr gefährlicher Mann.

Von außergewöhnlicher Schönheit, mit allen möglichen gesellschaftlichen Talenten ausgerüstet, war er stets ein bevorzugter Liebling der Damen­welt gewesen. Seine Unwiderstehlichkeit war sprichwörtlich geworden.

Im Grunde genommen war Tonnberg nichts weiter als ein leichtsinniger junger Mann, der wohl reiche Geistesgaben besaß, sie aber nur dazu anwandte, um zu blenden und zu bezaubern, und das machte ihm bei seinem vortheilhaften Aeußern in der That sehr wenig Mühe.

Ein schönes Gesicht ist ein Empfehlungsbrief, der fast immer nur zu günstig wirkt; die klügsten Männer lassen sich oft täuschen, wenn sie einem schönen Mädchen ins Antlitz sehen, wie dann erst die Frauen! , ,

Wohl ist eS wahr, daß eine kluge Frau sich in einem solchen Falle weit weniger täuschen läßt alS ein Mann, aber es giebt wenig Frauen, die so ganz von aller Eitelkeit frei sind, um sich nicht durch schöne Worte und ein bestechende- Aeußere blenden zu lassen.

Viola war leider nicht frei von dieser Eitelkeit, die den höchsten Triumph in der Bewunderung ihrer Schönheit sucht.

Ihre Erziehung war nicht darauf berechnet gewesen, sie zu lehren, daß die Schönheit der Seele kostbarer und werthvoller sei, als diejenige des Körpers.