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Hersseldel Kreisblitt.

Mit wöchentlicher chratis-Aeilage ^sllukrirter Unterhaltnugaklatt".__________

Nr. 153. Dlknüag den 24. Dezember 1889

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Die Expedition.

Amtliches

HerSfeld, den 21. Dezember 1889.

Zur Erhebung der Landeskreditkassen-Zinsen pro II. Semester 1889 werden hiermit folgende Termine bestimmt:

1. Montag den 6. Januar 1890 für die Gemeinden: Holzheim, Kruspts, Stärklos, Asbach, Beiershausen, Kohlhausen, Kerspenhausen, Hilperhausen und Roßbach.

L. Dienstag den 7. Januar 1890 für die Gemeinden: Niederaula, Mengshausen, Solms,

(Unbefugter Nachdruck verboten.

Wicht unb Liebe.

Roman von 6. Wild.

(Fortsetzung.)

Gerhard liebte Viola um ihrer einfachen Natürlichkeit willen, die ungeachtet der aufge- zwungenen Ueberbildung sich geltend machte; er liebte sie, weil er in ihren klaren Augen den Spiegel einer reinen Seele las, und er hoffte mit dem siegeSgewissen Muthe der Liebe, sich daS geliebte Mädchen zu erringen und ein echtes, deutsches Weib aus ihr zu machen, treuund rein in Wort und Sinn, kein höheres Glück als daS der eigenen Häuslichkeit kennend.

Violas leuchtende Blicke flogen zu ihm herüber, und er las aus diesen schönen, strahlenden Augen die Bestätigung seines Glückes. Ihr Mund zeigte ein seliges Lächeln, während er gütige Worte sprach, und als die Bescheerung zu Ende war und die so reichlich Beschenkten sich dankend entfernt hatten, da warf sich Viola freudetrunken an Magdas Brust.

Wie fühle ich mich heute so glücklich, so zu­frieden!" lispelte sie.

Ein wehmüthiger Zug umflorte für eine Secunde Magdas Gesicht, aber sie faßte sich rasch.

Ich freue mich mit Ihnen," versetzte ste sanft, einen schwesterlichen Kuß auf Violas reine Stirn drückend;aber nun lassen Sie uns sehen, ob daS Christkind auch unser gedacht."

! Kleba, Kirchheim, Reckerode, Rotterterode, Kemme-! thum herrscht, da breitet sich auch und nicht rode, Goßmannsrode, Gershausen und Reim- nur zur Weihnacht der Friede aus. Sie ist

boldshausen.

3. Mittwoch den 8. Januar 1890 für die Gemeinden: Frielingen, Allendorf, Gersdorf, Heddersdorf, Willingshain, Hattenbach und Niederjossa.

4. Donner stagden 9. Januar 1890 für die Gemeinden: Aua, Obergeis, Untergeis, Gittersdorf, Allmershausen, Heenes, Kalkobes, Biedebach, Tann, Rohrbach, Reilos, Friedlos, Mecklar und Meckbach.

5. Freitag den 10. Januar 18 90 für die Gemeinden: Kathus, Sorga, Petersberg, Wippershain, Rotensee, Unterhaun, Oberhaun, Sieglos und Eitra.

Königliche Steuerkasse. H e ck e r.

+ Friede sei mit Euch!

Abermals zieht diese frohe Botschaft deS

nieder, der alle Feindschaft und Bosheit auS den Herzen verscheucht und Liebe und Mitleid statt ihrer verbreitet. Zum Weihnachtsfest zieht in jede christliche Familie der Friede ein: es ruhen die Sorgen des Werktaglebens, die so oft mit Unfrieden verknüpft sind, es ruhen die Streitigkeiten der großen Welt, und Alles kehrt seine Herzen und Sinne dem Symbol des Friedens, dem Lichterglanz zu, welcher von der dunkelgrünen Tanne in der kalten Winterszeit ausstrahlt.

DasFriede sei mit Euch", welches in der Weihnacht von den Engeln den Hirten auf dem Felde zugerufen wurde, ist eine Botschaft des Heils, welche der Welt verkündet wurde, ebenso aber auch eine fortwährende Mahnung, die sich an die Christenheit richtet. Wo wahres Christen-

Sie zerdrückte ungesehen eine Thräne im Auge। und führte Viola in das Nebengemach, in welchem; reiche Geschenke für das junge Mädchen auSge- breitet lagen.

Purpurgluth auf den Wangen und eine Welt voll Glückseligkeit in den Augen, dankte Viola den Geschwistern für die bereitete Ueberraschung, dann kam auch sie mit ihren Geschenken.

Für Magda hatte sie mehrere zierliche Stickereien verfertigt, der unvermeidliche Herr von Rotteck erhielt eine Cigarrentasche und Gerhard eine große Rolle weißen Papiers. Erstaunt entfaltete der Freiherr dieselbe.

Unser Heim, Magda!" rief er freudig über­rascht, als er der sorgsam ausgeführten Zeichnung ansichtig wurde.Wie hübsch! Sie haben sich selbst übertroffen, Viola!"

Unser liebes, altes Schloß, getreu bis in das kleinste Detail," nickte die Schwester,Sie hätten Gerhard gar keine größere Freude bereiten können, meine gute Viola!"

O wie stolz, wie glücklich fühlte sich daS junge Mädchen bei diesen Lobsprüchen!

Und als Gerhard dann zu ihr trat und mit einem warmen, innigen Händedruck sagte:Von morgen an wird das Bild über meinem Schreib­tisch hängen!" da glich nichts der seligen Freude, die Violas ganzes Herz erfüllte.

Sie meinte, das Uebermaß des Glückes müsse ihre Brust zersprengen, so schön, so herrlich hatte sie sich das Leben nie gedacht.

also eine Mahnung zur Bethätigung wahren Christenthums! Man hat oft Waffen gegen daS Christenthum daraus geschmiedet, daß es trotz jener Heilsbotschaft nie an Kriegen und Unfrieden gefehlt, daß sie also der Christenheit den Frieden nicht gebracht hat. Wo dieser aber nicht zur Herrschaft gelangte, war nicht das Christenthum, sondern die Verleugnung und Nichtachtung des Christenthums daran Schuld. Und so wird es immer bleiben! In dem Maße wie die öffent­lichen Zustände, die Verhältnisse der großen Welt wie des inneren Herzens sich abwenden von den christlichen Grundsätzen, entschwindet die Wohlthat des Friedens: der Friede kann nur erkämpft werden durch die Beseitigung der Hindernisse, welche zu allen Zeiten sich den Grundsätzen des Christenthums eutgegenstellen.

Wenn wir unS heute in dem öffentlichen Leben der Wohlthat des Friedens erfreuen, so

IVUI< lvC4U|tL UH|Cllli dlUl|wl MUV |*WW» <JlM«g*V* dazu geführt hat, diejenigen Bedingungen zu schaffen, unter denen eS den Völkern vergönnt ist, sich ihrer arbeitsamen Thätigkeit in Ruhe und fern von Kriegsdrangsalen widmen zu können. Demselben Geiste des Christenthums ist die Fürsorge für die armen und arbeitenden Klassen entsprungen, welche gerade in diesem Jahre davon reichliche Beweise erhalten haben. Hier wie dort hat es großer Mühen und An­strengungen bedurft, um der guten Sache zum Stege zu verhelfen und die Hindernisse zu beseitigen, welche auS der menschlichen Natur wie aus den äußeren Verhältniffen der Welt den Grundsätzen des Christenthums erwachsen. Aber die Mühen und Anstrengungen sind mit sichtbaren Erfolgen gesegnet. Wie daS Volk in seiner Gesammtheit sich einer fröhlichen

Zu den Feiertagen kamen Gäste, und eine fest» liche Geselligkeit herrschte auf Schloß Lindenhain.

Der Freiherr sah um zehn Jahre verjüngt aus, und Viola ging herum mit einem Gesicht wie der lachende FrühlingShimmel.

Mit dem feinen Jnstinct deS FrauenherzenS fühlte sie die Entscheidung herrannahen, und die sehnende Erwartung ließ ihr ganzes Wesen älter und gereifter erscheinen.

Und es kam ein Tag, da das verhängnisvolle Wort von seinen Lippen fiel und er, das zitternde Mädchen fest in seine Arme schließend, heiße, innige Liebesworte zu ihr sprach.

Und vertrauensvoll ihr Köpfchen an seine Brust lehnend, flüsterte sie ihm leise erröthend daS Geständnis ihrer Liebe zu.

Nun hatte ste daS Glück gewonnen, und sie glaubte es nimmer verlieren zu können.

Magdas Glückwunsch klang so liebevoll und aufrichtig, wie er eben nur aus einem treuen Herzen kommen konnte, und dennoch überschlich sie eine bange Ahnung, als ste die beiden vor sich sah.

Ihr fester, ernster Bruder und daS Kind jener Frau!" Würde daS zu einem glücklichen Ende führen? Und Magda betete aus der tiefsten Tiefe ihrer Seele zu Gott, er möge diese Ehe eine glückliche werden lassen.

Man hatte beschlossen, Violas Verlobung mit Gerhard noch geheim zu halten, da die Ver­mählung doch erst nach Jahresfrist erfolgen sollte»