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Hersftldcl Kleisblitt.

Mit wSÄmtlicher Kratis-AeitaaeSluflrirtes AuierSaltungsölatt".

Nr. 143.

Sonnabend den 30. November

1889.

Erstes Statt

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KersfeLder Kreisvlatl mit der wSchenttiche« Gratis Beilage ^Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" pro Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrtefträgern und von der Expedition angenommen.

Wolitisch« Nachrichten.

Se. Majestät der Kaiser hat sich am Mittwoch Abend nach Pleß begeben, um daselbst an Fäsanenjagden Theil zu nehmen.

Am 29. SLovember n. J. werben es 50 Jahre sein, daß der General - Feldmarschall Graf V. Moltke den höchsten militärischen Orden, den Orden pour le mörite, erhielt. König Friedrich Wilhelm 111. verlieh dem damaligen Hauptmann vom Großen Generalstabe v. Moltke diese hohe Auszeichnung zum Beweise Seiner Zufriedenheit während dessen Commandos nach der Türkei, wo Hauptmann v. Moltke bekanntlich den Feldzug gegen die Egypter in Klein-Asien mttmachte, der mit der Niederlage der Türken in der von Hafiz Pascha gegen Herrn v. Moltkes Rath am 24. Juni 1839 bei Nisib geschlagenen Schlacht endigte. Der Sultan verlieh dem Hauptmann v. Moltke damals 1839 den türkischen Nischan - Jftihar- Orden (den Orden des Ruhmes) mit Brillanten.

General Höbe Pascha begibt sich von Constantt- nopel nach Berlin, um im Auftrage des Sultans sechs

(Unbefugter Räch »ruck oeiboien,

Wicht und Liebe.

Roman von E. W ild.

(Fortsetzung)

MelinenS Eltern starken," fuhr Gerhard von Linden fort.Auch dieses traurige Ereigniß brächte keine Aenderung in ihrer Sinnesart hervor. Diese Frau schien nur für das Ver­gnügen zu leben und nichts anderes zu kennen als Bälle, Festlichkeiten und schöne Toiletten. Und doch war sie dabei nicht glücklich, das fan man ihr an; mitten in dem heitersten Gespräche konnte sie oft bitter und schmerzlich auflachen, daß eS einem tief in die Seele schnitt, und ihre Augen hatten dann solch' einen Ausdruck herben Schmerzes, daß man Mitleid mit diesem schönen, glänzenden und doch so armen Weibe haben mußte.

Jahre gingen so dahin; ein unglücklicher Sturz vom Pferde machte Buchfelds Leben ein rasches Ende.

Auf seinem Todtenbette vertraute er mir noch an, daß Meline ihn am Vorabende ihres Hochzeits­tages kniefällig gebeten hätte, sie frei zu geben, es sei ihr beiderseitiges Unglück, wenn sie seine Gattin würde.

Er hatte sich nicht dazu entschließen können, ihre Bitte zu erfüllen, und so war denn diese unselige Verbindung geschlossen worden, die zwei Menschen so grenzenlos elend wachen sollte»

edle arabische Pferde nach dort zu bringen, von denen ; zwei für den Kaiser Wilhelm, und je eins für die Kaiserin, den Prinzen Heinrich, den Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg und den Grafen Herbert Bismarck bestimmt sind.

Der Deutsche Fischereiverein und die Deutsche Landwirthschaftliche Gesellschaft werden dem­nächst in eine gemeinsame Berathung über die Wasserrechtsgesetzgebung treten, um eventuell Abänderungswünsche zum Entwurf des bürger­lichen Gesetzbuchs auf diesem Gebiet zu formuliren. Wie dieB. Pol. N" hören, haben die beiden genannten Vereine sich damit einverstanden erklärt, daß an diesen Berathungen auch Delegirte des Verbandes Deutscher Müller Theil nehmen. Damit würde ein großer Theil der Interessenten in dieser Frage zu einem gemeinsamen Vorgehen vereinigt sein.

Die im Reichs-Eisenbahnamt ausgestellte, vom Reichs- und Staats-Anzeiger" soeben veröffent­lichte Uebersicht der Betriebse'-gebnisse deutscher Eisenbahnen für den MonatOk^ber d. J. ergiebt für die 74 Bahnen, welche auch schon im ent­sprechenden Monat des Vorjahres im Betrieb waren und zur Vergleichung gezogen werden konnten, mit einer Gesammtbetriebslänge von 35391,79 kni Folgendes: Im October d. J. war die E i n n a h m e aus allen Verkehrszweigen auf ein Kilometer Betriebslänge bei 61 Bahnen mit zusammen 33 325,31 km höher und bei 13 Bahnen mit zusammen 2066,48 km (darunter 1 Bahn mit vermehrter Betriebslänge) niedriger als in demselben Monat des Vorjahres. In der Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis Ende October d. J. war dieselbe auf ein Kilometer Betriebslänge bei 65 Bahnen mit zusammen 34 443,55 km höber und bei 9 Bahnen mit zusammen 948,24 km (darunter 1 Bahn mit vermehrter Betriebslänge) geringer als in dem I selben Zeitraum des Vorjavres.

Buchfeld starb, nachdem er mich zum Vormund I über seine Tochter Viola eingesetzt, und sein Tod

gab Melinen ihre Freiheit wieder.

Die kleine Vwla wurde in eine Pension gegeben

und die Baronin begann nun ein wahres Nomaden­leben zu führen. Sie war überall und nirgends. Bald tauchte sie in Paris auf, bald war sie wieder in London, Berlin oder Nizza.

Immer gefeiert, immer von Bewunderern um- schwärmt, lebte sie nur für die Welt und ihre Freuden, bis der Tod sie mit raschem Griffe diesem so glänzenden und doch so elenden Dasein entriß."

DeS Freiherr» Stimme war schwächer und immer schwächer geworden, bis sie in einem leisen, schmerzlichen Hauche erstarb.

Mazda saß mit gefalteten Händen schweigend da, ihr gutes, ehrliches Gesicht war um eine Nüance blässer geworden, und in den blauen Augen schimmerte es feucht, gleich verhaltenen Thränen.

Meltne war eine sehr unglückliche Frau," sprach endlich der Freiberr nach einer langen Pause; gehe daher nicht zu streng mit ihr ins Gericht, Mazda, wenn ich dir sage, daß sie ihr Vermögen verschwendet hat, so daß für Viola nur die Summe bleibt, welche ihr der Baron in seinem Testament ausgesetzt."

Nicht möglich," rief Magda, kann eine Mutter so ihres Kindes vergessen!"

»Meline war der armen Viola niemals eine

Nach Privatbriesen, die in Capstadt aus Damaraland eingegangen sind, ließ der deutsche Reichscommissar für Südwestafrika (Damara- land), Hauptmann von Franvois, das Reisegepäck des Engländers Lewts beschlagnahmen. Der Handel stockt in Damaraland; die Deutschen erwarten Verstärkungen.

Wie dieHamb. Börsenhalle" meldet, wurde unter der FirmaHanseatische Plantagen-Gesell- schaft Hamburg und Guatemala" kürzlich eine Actiengesellschaft zum Zweck des Ankaufs und Betriebes von Kaffeeplautagen in Guatemala unter Mitwirkung angesehener Firmen begründet. Das Capital beträgt vier Millionen Mark.

Diejenigen Mannschaften desge- ammten G ar d e« Co rps, welche bereits m dritten Jahre dienen, sind aufgefordert worden, ich zur freiwilligen Dienstzeit in Afrika zu melden. Jeder muß die Verpflichtung übernehmen, mindestens ein Jahr in Afrika zu dienen. ES sollen sich bereits u. a. einige Schützen und Oberjäger durch"Unterschrift für diesen Dienst verpflichtet haben. Auch bet den Jäger-Bataillonen der Linie sollen diese Werbungen für Afrika vor sich gehen. Jeder Angeworbene erhält ein Hand­geld von 1000 Mk.

Freiherr E. v. Barnbüler, Seeondelieute- nant im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 29 in Ludwigsburg, begiebt sich, wie derV. Z." aus Stuttgart geschrieben wird, demnächst zur Truppe des Retchscommissars Wißmann nach Ostafrika. Zu demselben Zweck begiebt sich Lieutenant v. Arnim vom 3. Oberschlesischen Infanterie Regiment Nr. 62 nach Afrika.

Nach einer Drahtmeldung desNew-Z)ork Herald" aus Sansibar ging am 24. d- MtS» eine 2000 Mann starke Carawane unter Führung des Freiherrn von Gravenreuth von Bagamoyo ab, um Stanley und Emm Lebensmittel und andern Bedarf zuzuführen. Die Carawane des

gute Mutter," versetzte Gerhard von Linden, ihrem Herzen ist die Tochter des ungeliebten Mannes stets fern geblieben, wenn"

Nein, nein, ich kann mir denken, was du sagen willst," unterbrach ihn Magda ungestüm,etwas von Unverstandensein, und wenn ihr das Geschick einen anderen Mann gegeben haben würde das sind so die schönen Floskeln, mit denen leichtsinnige Frauenzimmer ihrePflichtvergeffeuheit beschönigen wollen. Aber das ist schlecht, das ist erbärmlich, sage ich dir. Ob sie den Mann, dessen Frau sie geworden ist, dessen Namen sie trägt, nun liebt oder nicht, sie muß ihn ehren und schätzen und ihre Pflichten ihm gegenüber sich stets vor Augen halten. Ich kenne kein ver­ächtlicheres Geschöpf, als die Frau, die mit ihrem Unglück kokettirt und das oft selbst herauf- beschworene häusliche Elend den Blicken anderer preisgiebt. Eine echte Frau wird ihr eheliches Leid immer in sich verschlossen tragen, wenn sie es nicht ändern kann, und besser, viel bester ist es, sie wandelt allein ihre Bahn, als daß sie der Menge das Schauspiel eines verfehlten Lebens

bietet."

Aber Schwester!" rief der Freiherr, ob ihrer Heftigkeit überrascht.

Mazda sah ihn mit blitzenden Augen an.

Wenn du an Buchfelds Stelle gewesen wärest- würdest du dann auch so gesprochen haben?" fragte sie langsam und mit Nachdruck.

Ueber das Gesicht Gerhards flog eine leise