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Hersselder Kleisblitt.

Mit wöchmllicher Kratis-Aeilage „Illustrirtes Nnteryallnngsvkatt".

Nr. 114. ~ Dienstag den 24. September 1889.

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 21. September 1889.

Im Hinblick auf den Umstand, daß die Gefahr eines Brandunglücks um so größer ist, je mehr Nahrung dem ausgebrochenen Feuer sich bietet, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, thunlichst darauf hinzuwirren, daß jetzt, wo nach beendeter Ernte die Scheuern mit brennbaren Stoffen angefüllt sind, soweit möglich ein Jeder seine Borräthe gegen Feuersgefahr versichert, damit im Falle eines Unglücks eine thunlichst erreichbare Aus­

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Aus der Otersörsterei.

Von U. von Eck.

, (Fortsetzung)

„Perlen! O, Waldemar, ich habe auch Perlen, ach so herrliche, große glänzende! Sie sind von meiner schönen todten Mama, die werde ich auch einmal tragen, Waldemar. Ich habe sie gestern gesehen, als der Onkel vor seinem Schreibtische saß und sie in der Hand hielt, als wollte er sie zählen, er war sehr böse, daß ich sie sah, und ^.ars sie zornig in das Fach zurück und sagte, dürfe ich nimmermehr tragen. Aber ich werde aach thun, ihm zum Trotze werde ich es thun; ^wollen sehen, ob ich das nicht werde!«

A.^»n ^ine blickte drohend mit ihren schwarzen

Aber Treppe des Forsthauses, wo eben der ^miathftv k™^' schlanke Männergestalt aus

ÄÄ getreten war.

Knabe le^ ^ Thränen" - sagte der ieuTrtolätÄ auf den Stufen war einer SM S die schon auf den ersten machte e? d°^ Fast zu groß, eines Wvns^ " ^ht den unangenehmen Eindruck aufS Größe lästig ist. Hoch Schultcrn^Ä« m r-E" Kopf auf den r^bens-L^^rs Gesicht dieses Mannes mit dem nKÄ^ Bartkaar und dem ftnfÄÄ ^^"lte in den blassen Zügen wäre finster zu nennen gewesen, hätten nicht ein paar

gleichung des erlittenen Schadens stattfinden möge.

Ich mache hierbei ausdrücklich darauf aufmerk­sam, daß nach dem Erlaß des Herrn Oberpräsi­denten vom 28. Februar 1878 (cfr. Kreisblatt Nr. 20) die Abhaltung von H a u s c o l l e c t e n aus Anlaß von Beschädigungen durch Brand ebensowenig wie bei Hagelschlag genehmigt werden wird.

Gleichzeitig richte ich an die Kreisbewohner die dringende Mahnung, ein besonderes Augenmerk auf die sichere Aufbewahrung der Streichzündhölzer zu richten, damit namentlich unverständige Kinder nicht in deren Besitz gelangen und durch Spielen damit, wie schon oft geschehen, Feuerschaden verursachen. Die Herren Ortsvorstände wollen für thunlichste Bekanntwerdung des Gesagten Sorge tragen, und auch die Herren Lehrer hieraus Anlaß nehmen, in entsprechender Weise auf die Schul­kinder einzuwirken.

.8838. DerMMe Landrath

_______Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 21. September 1889.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit Einreichung der Klassensteuer- Zu- und Abgangslisten, sowie der Listen der zu den Stufen 1 und 2 durch Zugangstellung neu veranlagten Personen pro I. Halbjahr 1889/90 an die Königlichen Steuerkassen noch im Rück­stände sind, werden hieran mit Frist bis z u m 2 5. d. M t s. bet Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert.

8847. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Cassel, den 12. September 1889.

Ew. Hochwohlgeboren benachrichtigen wir unter Bezug auf unser Schreiben vom 26. April 1884 C 11/0 5346, daß das Laichschonrevier der Ober­

herrliche tiefblaue Augen zu Zeiten wenigstens herzlich und wohlwollend daraus hervorgeleuchtet. Ein solcher freundlicher Schein lag auch jetzt in ihnen, als der Knabe herzukam und ihn grüßte.

„Guten Tag. Waldemar," antwortete der Oberförster mit wohltönendem Baß, „wie geht es Deinem Vater?"

„Er läßt Sie sehr schön grüßen, Herr von Edla," sagte der Knabe--

„Onkel," fiel Cola hastig ein, „denke Dir, der Herr Prediger will Waldemar in die Stadt schicken. Auf die abscheulichen Schulbänke und zwischen lauter häßliche, langweilige Bücher —"

„Halt, Cola," unterbrach sie hier der Onkel ernst — wie strenge konnten die wohlwollenden blauen Augen blicken — „wessen Buch fand ich denn eben in der Wohnstube auf der Erde liegen? Du wirst das erst an seinen Platz stellen, mein Kmd!"

Cola biß die Zähne aufeinander, einen Augen­blick drückten sich die schwarzen Wimpern auf die vor Zorn gerötheten Wangen, als wolle sie hinter beiden gewaltsam den aufsteigenden Trotz ver­schließen, dann gehorchte sie schweigend — es war so schwer, dem Onkel zu trotzen.

Der Nachmittag verging den Kindern in heiteren Spielen, Waldemar oft mit sanfter Ueberredung oder ruhigem Ernste die Wildheit der Kleinen meisternd. Es schien auf den ersten Blick, als wenn Cola die kleine Tyrannin spiele dem älteren Knaben gegenüber, aber ein genauerer Beobachter würde bald herausgesunden haben, daß es eben auch nur so schien.

försterei Hersfeld—Meckbach in der Fulda von der Friedlos'ser Brücke bis zum Mecklar'er Wehr vom 1. April k. Js. ab behufs Verpachtung der Fischerei wird aufgehoben werden.

Königliche Regierung, Atheilung für directe Steuern, Domänen und Forsten.

S ch ö n i a n.

An den Königl. Landrath, Herrn Freiherrn von Schleinitz, Hochwohlgeboren Hersfeld. J. C II/O Nr.* 13431.

Hersfeld, den 21. September 1889.

Wird mit Bezug auf meine Verfügung vom 15. Mai 1884 Nr 6387 (Kreisblatt Nr. 59) veröffentlicht. n

8823. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz., Hersfeld, den 20. September 1889.

Am Mittwoch den 9. Oktober d. I. Vor­mittags 10 Uhr findet im Saale des hiesigen Rathhauses eine Kreistagssttzung statt.

.Tagesordnung.

1) Begutachtung des Landwegebau - Etats pro 1890.

2) Begutachtung des Nachtrags-Etats für die Gemeinde Reckerode pro 1889 bezüglich des Ausbaues des Landweges Hersfeld-Kirchheim innerhalb der Gemarkung Reckerode.

3) Beschlußfassung über die Verwendung des dem hiesigen Kreise aus den landwirthschaft- lichen Zöllen überwiesenen Betrages pro 1888/89 und über die vorliegenden Unter­stützungsgesuche.

4) Antrag des Handels- und Gewerbe- Vereins betreffend die Wahl eines Mitgliedes für das Comitee zur Herbeiführung des Ausbaues der projektirten Bahnlinie Hersfeld—Als- seid rc. aus der Mitte des Kreistages.

5) Prüfung rc. der Kreiskaffen - Rechnung pro 1888/89 bezw. Beauftragung einer Com-

Waldemars Abreise wurde zwischen ihnen nicht wieder erwähnt. Was weiß die Jugend vom Weh des Auseinandergehens, ehe sie es nicht schon einmal empfunden!

Erst als der Knabe am Abend fortging und Cola ihm die kleine braune Hand reichte, sagte sie traurig:

„Und Du wirst mich auch gewiß nicht vergessen in der großen Stadt, Waldemar?"

„Gewiß und wahrhaftig nicht, Cola! Wie könnte ich das!"

„Da- nimm," sagte sie und reichte ihm hastig eine Rose, die sie sich am Nachmittage hinter's Ohr gesteckt - „und nun geh', sonst fange ich noch an zu weinen, und Thränen sind mir un- säglich zuwider!"

Der Knabe drückte ihre kleine braune Hand mit dem Goldreifen, dann wandle er sich hastig ab. Was glänzte dort in seinem klaren grauen Auge, war es eine Perle?

„Perlen bedeuten Thränen!"

II.

Im Herbste des Jahres — im Frühling des Lebens.

Fünf Jahre sind vergangen. Die Oberförsterei liegt wie sonst am Rande der alten ernsten Fichten da, aber diesmal ist's Herbst, und der Wind fegt über die Stoppeln vor dem Forsthause.

Dicht vor dem Hause vertreten patzige Georginen ! und buntfarbige Astern den sommerlichen Schmuck 1 der Rose, die alte Eiche hat schon einen Theil