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Hersstliitl SrtisMntl

__________Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllugrirles Anterhattungsblatt".__________

Nr. 109. Donnerstag den 12. September 1889.

Amtliches.

Hersfeld, den 10. September 1889.

Der Schuhmachermeister Jacob Fischer dahier, geboren am 13. März 1839, hat für sich und seine Ehefrau um Ertheilung eines Reise­passes behufs Auswanderung nach Amerika nach­gesucht.

8495. Der Königliche Landrath _____________Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 10. September 1889,

Wilhelm Hohmann Witwe zu Hersfeld, geboren am 18. Dezember 1836, hat für sich und ihre am 25. October 1869 zu Fulda geborene Tochter Marie um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

8496. Der Königliche Landrath

Freiherr v o n S ch l e i n i tz.

Bekanntmachung.

Diejenigen Herrn Gemeindevorsteher, welche noch Gebäudebeschreibungen in ihren Händen haben, wollen dieselben schleunigst an das Kataster- Amt einsenden. Die Baurisse sind beizufügen und ist anzugeben ob genau nach denselben ge­baut ist.

Gleichzeitig wird um Rücksendung der Nach- Weisungen der Miethspreife ersucht.

Hersfeld, den 10. September 1889.

Mr Königliche Katasterkontroleur Schmeißer.

Zugelaufen: ein kleiner weißer Hund. Mel­dung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Schenklengsfeld.

Der Keiseltissi in Dresden.

Bei der am 7. September stattgehabten Fest­tafel brächte König Albert einen Toast aus, in

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Mit der Fluth.

Novelle von Zoe von Reuß.

(Fortsetzung.)

»Es giebt auch Freunde des Volkes unter ihnen, aufrichtige Freunde. Bürger Egaliis ist ein solcher, und dazu ein Bewunderer Maire Pethion's und Ihrer selbst seit Ihrer Rede im Jacobiner- club, in der Sie die Leiden des französischen Volkes schilderten! Würden Sie sich seiner Partei anschUeßen?"

Aber Etienne schüttelte traurig mit dem Kopse und antwortete:

, »Ich glaube ihnen nicht keinem! Ich habe ewN mein Leben gewagt für einen unter ihnen, vielleicht den besten. Das Kind des Volkes empfand Dankbarkeit, Zuneigung, Liebe.... Sie aber W^en mlch hinterdrein und reichen mir den Stein anstatt des Brodes . . .."

hn^hJ6^* ^^ ^"enne's geigten dem Baron, als ^1«?«?^« Tal«a Recht gehabt hatte,

ÄeV@Limn' der junge Mann hier »Ä# es ist Wahrheit, tödtliche ^hrheit, die aus ihm spricht!" Etienne mußte IMSn^J! vielleicht mit Hohn abge- ^elcvwolden sein. O, er konnte sich den Vicomte dem jeder Zoll Edelmann war, trotzdem er zuweilen von Voltatre'schem Geiste "" Rousseau im Briefwechsel ge- haUe, den jungen Mann unter der Perrücke m«r4?L$^^ Augen gemessen hatte, Wenn W avAesangen hatte, von der Gleichheit der

welchem er an die letzte Anwesenheit desrühm- i reichen, unvergeßlichen" Kaisers Wilhelm I. in I Sachsen vor 7 Jahren erinnerte und seine Kameraden" vom 12. Corps zum Treugelöbniß für Kaiser Wilhelm II., denFeldherrn der Zukunft," aufforderte. Der Kaiser erwiderte u.A.:

Es ist eine große Schuld, die ich abzutragen habe. Viele Jahre haben Ew. Majestät mit un­wandelbarer Treue und Gnade für Mich gesorgt und Sich um Mich gekümmert. Wie Ew. Majestät es wohl bekannt ist, hat dereinst Mein verstor­bener Herr Vater Mich Ew. Majestät besonders ans Herz gelegt mit der Bitte, Sie möchten für Mich sorgen, wenn Ihn einmal etwas Mensch­liches träfe.

Ew. Majestät haben diese Bitte in hochherziger Weise erfüllt, und Ich habe schon lange Jahre Meines Lebens einen innigen Freund und väter­lichen Berather an Ew. Majestät gefunden, und Ich bin hoch erfreut, hier Meinen warmen Dank zum Ausdruck zu bringen.

In Ew. Majestät verehpe Ich denjenigen Zeit- genossen, der unter dem Kommando Meines Hochseligen Herrn Großvaters mit ruhmreicher Hand an der Wiedergewinnung Unserer alten Freiheit, an der Neubegründung des Deutschen Reiches erfolgreich mitgearbeitet hat.

Kaum ist jener hohe, für Unsere Nation viel­bedeutende Tag, den Wir alle Jahre von Neuem feiern, dahingegangen, an welchem des Feindes Macht zusammenbrach, und an welchem Ew. Majestät Corps ein so gewichtiges Wort mit in die Wagschale warf, so haben Ew. Majestät die kriegbereiten Söhne Sachsens jetzt wiederum versammelt, um zu zeigen, daß die Tradition und die Arbeit, welche im Jahre 1870 bereits die bedeutenden Erfolge aufzuweisen hatten, im Frieden unentwegt und mit frischer Kraft fort­geführt werden."

Bewegten Herzens hat das deutsche Volk diese

Stände zu Phantastren oder wohl gar von seiner Leidenschaft für die Bicomtesse von Merville. Die Scene mußte unbezahlbar gewesen sein, und indem er sie sich vergegenwärtigte, steigerte sich die Leiden­schaft, die er für seine Cousine empfand, trotz der Liebenswürdigkeit von Lucile d'Or, die ste ihm im Geheimen noch ein wenig erhielt. Und mit dieser Leidenschaft wuchs auch der Haß gegen Graf Hohnstein, der ein Landsmann der Oester- reicherin war.

Ich ahne, Sie warten hier auf die Postkutsche nach Schloß Merville? Das Ziel Ihrer Reife ist Ihre tzetmath? Ich verließ das Schloß erst am Morgen, um nach Paris zurückzukehren. Der Besuch des deutschen Grasen verleidet mir den Aufenthalt im Hause meiner Verwandten.

Er ist dort?"

Seit mehreren Tagen!"

Häufig?"

Wie ich glaube, ja! Wir werden uns beide trösten müssen, Sie, Bürger Marchand, um den Verlust einer schwärmerischen Jugendliebe, ich um die mir bestimmte Gattin. Unsere beste und einzige Tröstung sei das Vaterland!"

DaS Gift träufelte ins Herz, Tropfen um Tropfen, und zerfraß die sanfteren, tugendhafteren Gefühle, die eine sorgfältige, wenn auch etwas verfehlte Erziehung erzeugt hatte. Etienne haßte tu-diesem Augenblicke alles, was seine Existenz den früheren Verhältnissen verdankte: Königthum, Adel, Wissenschaft und Bildung. Nur seine leide»- schädliche Liebe für die Mitchschwestex blieb be«

Tischreden vernommen. Es ist ein ergreifendes Bild, wie der erfahrene Schlachtenlenker von 1870 dem Feldherrn der Zukunft Treue gelobt und wie dankbar dieser die Verdienste und die enge Freundschaft desväterlichen Berathers" anerkennt. Das Stuttgarter Kaiserwort von derSolidarität" der deutschen Fürsten ist dabei auf's Neue zu lebendigem Bewußtsein gekommen.

Folitischr Nachrichten.

Am Dienstag Mittag hat Se. Majestät der Kaiser von Lommatzsch aus die Reise nach Minden zu den Manövern des VII. (West- fälischen) Armeecorps angetreten. Von Minden aus wirb Se. Majestät demnächst nach H an­no v e r fich begeben, um den Manövern des X. (hannoverschen) Corps und sodann den großen Kaiser-Manövern des X. gegen das VII. Corps betzuwohnen. Zur Theilnahme an diesen großen militärischen Uebungen wird auch der jugendliche r u s f i s ch e T h r o n f o l g e r in der Residenz an der Leine Eintreffen, Bei seiner Ankunft in Kiel wird derselbe officiell mit allen seiner hohen Stellung gebührenden Ehren empfangen werden.

DieKönigsberger Hart. Ztg." schreibt:Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, steht unserer Stadt noch in diesem Monat der Besuch des Kaisers bevor. Der Kaiser geht Ende des Monats (wie man annimmt, in der Zeit nach dem 25. d. Mts.) zur Jagd in die Rominter Heide und verweilt einen Tag über im hiesigen Schlosse. Von größeren Empfangsfeierlichkeiten soll, soweit bis jetzt verlautet, gemäß dem Wunsche des Kaisers Abstand genommen werden.

An Reichsmünzen sind nach amtlichen Auf­stellungen in deutschen Münzstätten bis Ende August 1889 insgesammt geprägt worden: An Goldmünzen: Doppelkronen für 1862657940 Mark, Kronen für 476 294290 Mark, halbe

gehen wie Sonnenschein und Frühlingswehen. Ader gerade die beglückende Reinheit dieser Em­pfindung verschärfte den Kontrast und erhöhte die Qual seiner zerrissenen Seele.... ES war ihm unmöglich, die Unterhaltung fortzusetzen, und da in diesem Augenblick eine Bewegung unter den Anwesenden entstand, welche die Ankunft der nach Schloß Merville weitergehenden Postkutsche verrieth, stand er eilig aus, stürzte den mit Cognac ver- mlschten Landwein hinab und schritt mit kurzem, verächtlichem Gruße dem Hofe zu.

Baron Alphous blieb noch ein Weilchen auf der Bank fitzen. Er überlegte anscheinend. Hatte er keinen falschen Zug gethan? Durste er noch hoffen den deutschen Grafen matt zu setzen, bei seiner Cousine? Schwerlich! Und die Rousseau'schen Schwärmereien von denRechten des Herzens," welche sich nun einmal vor einem Bierteljahrhundert in dem geistvollen Kopse des Vicomte festgesetzt hatten, behaupteten bei ihm auch jetzt noch ihre Krast. Die Bewerbung um die Schönheit und den Reichthum seiner Cousine ward immer aus- fichtsloserl . .. Aber er hatte wenigstens ein Werkzeug seiner Rache gesunden. Dieser Gedanke gab dem Baron Trost genug, drinnen erst ein wenig mit Madame Gervaise zu schäkern, bevor er dem Reitknecht befahl, das Pferd vorzusühren, zur vollständigen Rückkehr nach Paris.

XIV.

Schloß Merville lag in vollstem Herbstschmuck,

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