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Armee, Graf Waldersee, wohnten dem Feste bei. Im Ganzen waren zu dem Feste etwa 1200 Gäste aller Stände erschienen. Der Broglie-Platz war durch mehr als 20000 farbige Lämpchen erhellt und von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge besetzt. Alle öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser waren prächtig illuminirt. Ihre Majestäten richteten an die Vorgestellten überaus freundliche Worte der Anerkennung für den warmen Empfang. Eine unabsehbare Menschenmenge hielt sich vor dem Stadthause auf, brächte ununterbrochen Hochrufe auf das Kaiferpaar aus und erst, als Ihre Majestäten um 11 Uhr Abends das Fest verlassen hatten, verließ die Menge den Platz.

Straßburg, 22. August. Se. Majestät der Kaiser begab sich heute früh um 8 Uhr in der Uniform des Leib-Garde-Husaren-Regiments nach dem Polygon.

Ihre Majestät die Kaiserin besuchte heute Vormittag das Münster und die Thomaskirche. Gestern stattete Ihre Majestät bei der Rückkehr vom Besuche des Konvaleszenten- Hospitals Lovisa" der Fürstin Hohenlohe einen längeren Besuch ab. Das Wetter ist trübe und windig, aber ohne Regen.

Straßburg, 22. August. Der Huldigungs­zug der Vereine, woran ca. 100 Vereine mit 8000 Personen theilnahmen, verlief auf das Glänzendste und Großartigste. Der Kaiserpalast war vielfarbig erleuchtet, 400 Turner bildeten mit Fackeln ein riesenhaftes w und A. Die Sänger trugen mehrere Lieder vor. Der Bürger­meister brächte ein Hoch auf den Kaiser aus. Die Majestäten dankten und grüßten vielfach von dem Balkon des Kaiserpalastes. Eine unge­heure Menschenmenge brächte enthusiastische Ova­tionen dar.

Faktische Nachrichten.

(Deutschland.) Ihre Majestät d i e K a i s e r i n A u g u st a ist am Donnerstag Abend von Neubabelsberg nnch Schlangenbad abgereist. (Bewaffnung ber Ieldwebel rc. der d e u T r u p p e n z u F u ß.) Auf den Mir ge­haltenen Vortrag bestimme Ich, daß die Feldwebel und Vicefeldwebel einschließlich der Vicefeldwebel des Beurlaudteustaudes, sowie die im gleichen Range stehenden Stabshoboitzeu. beziehungsweise Stabshornisten und ZahlmeMraspiranten bei denjenigen Truppen, bei welchen zufolge Meiner Ordre vom 22. März 1889 der Jafanterie- Oificier-Degeo neuen Modells zur Einführung gelaugt ist, ebenfalls mit Jnsanterie-Officier-Degen und Portepee neuen Modells zu bewaffnen sind Die genannten Chargen haben den fraglichen Degen an einem weißen beziehungsweise schwarzen Ueberschnallkoppel zu tragen. Die Einführung des Degens hat nach Maßgabe der dafür verfügbaren Mittel unter Mitverwenbung der in den Elfparnitz- fonds der Truppen vorhandenen Bestände zu er­folgen. Das Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlassen. Wilhelmshafen, den 28. Juli 1889. Wilhelm, V. Verdy. An das Kriegsministerium-

Ter deutsche Reichspostdampfer .Braun- schweig* ist am 21. August b. I. mit dem am 25. Juni d. J. von Apia abgegangenen A b -

lösungstransport, Führer Kapitän-Lieutenant i v. Arend, bestehend aus Bcsatzungstheilen S. M. Kreuzer .Adler', S. M. Kanonenboot »Eber* und S. M. Kanonenboot.Wolfs* tu Port Said anaekommen.

Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus ist M a l i e t o a mit anderen Häuptlingen an Bord des Kanonenboots .Wolfs' auf Samoa an­gekommen. Die Eingeborenen empfnaen Malietoa aufs Herzlichste und hißten sogleich seine alte Standarte Auch Malaga begrüßte ihn aufs Freundlichste. Consul Stübel theilte dem Ange- komwenen mit, daß er nunmehr vollständig frei sei. Nach derselben Meldung ist die Ernte auf Samoa gut ausgefallen und find die Befürchtungen einer Hunaersnolh unbegründet.

Der Generalverein der schlesischen Bienen­züchter erläßt aus Anlaß eines Spezialiolles an alle B enenzuchtvereine Deutschlands einen AuEus zu gemeinsamem Vorgehen zur Erlangung eines Gesetzes zum Schutze des Honigs. Nach dem vorgeschlagenen, 4 Paragraphen ent­haltenden Gesetzentwurf, soll als Hon'g nur das teilte, von Bienen bereitete Naturprodukt verkamt werden. D e bisher als Tafelhonig, Schweizer- Honig u. s. w. in den Handel gebrachten Surro­gate (meist Stärkesyrup oder sonstige Mischungen mit geringem Honig) bürkn nur als Sy-up ver- kau't werden. Die zum Verkauf gebrauchten Ge­säße sollen deutlich die Umschrift des wahren Namens .Symp* u. s. w. tragen.

Eine neue Feldpost-Dienstordnung ist an Stelle der bisherigen Feldpost-Dienstordnung vom Jahre 1873 vom Kaiser genehmigt worden.

(O e st e r r e t ch - U n g a r n.) Graf Hartenau (Alexander von Battenberg) bewirbt sich um das Bürgerrecht in Graz; nach Verleihung desselben erfolgt seine Einstellung in die österreichische Armee. Es heißt, daß mit derselben seine Beförderung zum Generalmajor verbunden werde. Gegen­wärtig bekleidet er den Rang eines Obersten in jenem Dragoner-Regiment, das dieser Tage dem Prinzen Albrecht von Preußen versehen wurde. tFrankreich.) Als Termin für die allge­meinen Wahlen wird jetzt der 29. September ge­nannt. Ein Pariser Blatt meldet gerüchtweise, daß Bo u l a n ge r vier Tage vor den Kammerwahlen nach PariS zurückkehren und sich dem Gericht stellen werde. Seine Anhänger sollen eine« groß­artigen Empfang vorbereiten. Die Nachricht klingt nicht sehr wahrschewUeKf Die in Paris an­wesenden Bürgermeffter haben eine Sammlung er­öffnet, um dem Präsidenten Carnot ein Andenken zu widmen, außerdem haben dieselbe» Sammlungen für die Armen von Paris veranstaltet. Prä­sident Carnot ist am Mittwoch nach Fontainebleau abgerefft, um daselbst Sommeraufenthalt zu nehmen. Am Bahnhöfe wurde derselbe von einer zahlreichen Menschenmenge mit den Rufen: »Es lebe Carnot!* »Es lebe die Republik!* lebhaft begrüßt. Während der Wahlen wird Carnot in Fontaine­bleau bleiben___________________________________

Vermischtes.

Essen, 20. August. In dem benachbarten Dorfe Borbeck schlug gestern Abend während eines furchtbaren Gewitters der Blitz in das mit vielen Hunderten von Menschen gefüllte Schützenzelt, tödtete den Sohn eines Landwirthes und betäubte

eine größere Anzahl von Personen. Das Fest wurde natürlich sofort eingestellt.

PariS. Am Sonntag hat in PariS ein Mon - streb antet stattgesunden, an welchem aus Einladung der Weltdame Lutetia nicht weniger als 15 000 französische Bürgermeister Theil genommen haben. Die Speisekarte mit ihren unvermeidlichen Lachsiorellen, Trüffelpoularden und russischen Salaten wollen wir unseren Lesern nicht den Wortlaute nach mittheilen, auch nicht die sechs ver, schiedenen Weinsorten, welche servirt wurden, aufzählen. Einige andere statistische Angaben dürften aber doch nicht ganz ohne Interesse sein. Unsere Kochkünstler werden nicht erstaunt sein darüber, daß 2000 Eier zur Fertigstellung der Mayonnaise verwendet worden sind und daß diese Sauce, welche einige Tage vorher zubereitet werden mußte, drei große Tonnen angesüllt bat. 50) Stück Geflügel sind kalt den Herrn Bürgermeistern vorgesetzt worden und 1500 Enten fanden in Form von Pasteten Ausnahme in den 15 000 Magen. Für daS Festmahl waren 80 00) Teller, 20 000 Gabeln, 20 000 Messer, 16 000 Löffel, 15 000 Kaffeelöffel, 52 000 Gläser erforderlich. 61 sind verzehrt worden: 1400 Liter Suppe, 3000 Kilogramm Fisch, 2509 Kilogr. Ochsensilet, 1200 Puten, 800 junge Enten, und getrunken wurden: 15 000 Flaschen gewöhnlichen TischweinS, 31'00 Fl. Graves, 1800 Fl. Madeira, 4500 Fl. Po ward und 4800 Fl. Champagner. Um diese Wein- sortm frisch zu halten, waren 6000 Kilogr. EiS ersorder- l:d), bte carafes kruxxsss natürlich nicht mitgerechnet. Die Suppe füllte vier Kessel zu 330, 300 und zwei zu je 250 Liter. Das sind nur einige vorläufige Zahlen, die vielleicht aus Grund neuerer Mittheilungen ergänzt werden sollen, möglichenfalls auch berichtigt werden könnten. Es ist ja z. B. n-chi ausgeschlossen, daß mehr alS 29 000 Flaschen Wein, die ja schon das hübsche Quantum von 18 300 Liter auSmachen, geleert worden sind.

Ein furchtbares Verbrechen wurde in der Nacht des 6. August unweit CorvalttS, tm westlichen Montana, verübt. Ein Landwirth Namens Jones hatte seine Hochzeit gefeiert und kehrte mit seiner jungen Frau, den Brautjungfern und seinen Trauzeugen nach seinem 7 Meilen ent­fernt gelegenen Pachthofe zurück, als die ganze Gesellschaft aus der Landstraße ermordet wurde. Die von Kugeln durchbohrten Leichen wurden am nächsten Morgen von einem Freunde des jungen Ehemannes entdeckt, der, beunruhigt über das Ausbleiben der Neuvermählten, sich aus­gemacht hatte, um nach ihnen zu forschen.

EinealteFrauin New-York bekam einen Brief von der Post. Da sie nicht lesen konnte, ersuchte sie einen Bekannten, ihr den Brief vor- zulesen, der wie sie glaubte, von einem ihrer ab­wesenden Söhne war. Der Vorleser hub an: .Carlefton, am 21. December 1888. Liebe Mutter!* hier hielt er inne, um herauszubekommen, was nun folgte, da der Brirf sehr schlecht geschrieben war, aber die alte Frau rief sogleich: «Ja, ja! es ist mein lieber Jones, er hat stets gestottert!*

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Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst Sonntag den 25. August. Vormittags: Herr Pfarrer Hosbach. Nachmittags: Herr Pfarrer S ch a u b.

Mittwoch den 28. August Abendgoltesdienst: Herr Pfarrer Schaub.

Geliebten mit den glühendsten Farben vor, bei dem Wiedersehen mit dem Vater. Er vermochte nicht sich des Bildes zu entschlagen und rief:

0, Aimäe, Mademoiselle, Sie sollen ihn Wieder­sehen und wäre es mein Tod!*

»Wie meinen Sie, EtienneZ*

«Fragen Sie nicht, Mademoiselle, aber hoffen Sie! Auch ich hoffe! Vielleicht ruft mich der König doch noch. O, ich will seine Knie umklammern und ihn auflehen, Gerechtigkeit zu üben!*

»Und wenn er Sie nicht wieder rufen läßt, Etieuue?* frug Aimäe schüchtern, und dachte au Graf Hohenstein.

.Dann will ich ihm auslauern aus dem Boulevard und das Papier mit dem Gnadengesuch aus den Schooß der Königin werfen. Und wenn sie es von sich weist, sollen ihre Pferde mich auf dem Stein- Pflaster zerstampfen . . .*

»Aimöe erschrak wie früher schon. Ein Gefühl sagte ihr plötzlich, daß ihr Empfinden wieder miß­verstanden sei. Sie versuchte einzulenken und sagte wie in Beruhigung:

»Sie sind zu rasch Etieune, in Ihrem Handeln. Beten wir lieber zur Madonna!*

X,

Die zu Versailles tagende Nationalversammlung ward aufgelöst. Die beiden Monate ihrer Thätig­keit hatten sich als unfruchtbar erwiesen. Da geschah das Unerwartete, Unglaubliche: während der Adel und die Geistlichkeit dem Befehl des Königs Dehorsa» leisteten, blieb das Bürgerthum auf

seinem Platze, und erklärte sich selber zur National­versammlung. Diese kühne Beharrlichkeit begeisterte plötzlich das ganze Volk, sogar von Adel und Geistlichkeit traten mehrere Abgeordnete zum dritten Stande über, um nun über die Veränderungen zu berathen, die in der bisherigen Verfassung vor­genommen werden sollten.

Der König, die M Ulster begannen rathlos zu werden. Eilig zog Ludwig ein Heer von 50000 Mann um Paris zusammen, und schon glaubte man der täglich fortschreitenden Empörung Herr zu werden, als plötzlich die Soldaten sich weigerten, auf daS Volk zu schießen. Selbst eine angebotene Vermehrung des Soldes schlugen sie ab, indem sie erklärten, durch die allgemeine Liebe des Volkes belohnt zu sein. Dafür ward ihnen Beifall geklatscht, wo sie erschienen, man umarmte und küßte sie off ntlich, und die vornehmsten Bürger gingen mit ihnen Hand in Hand.

So war allmählich Mitte Juli herdeigekommen, als sich die Nachricht von der Entlassung Neckers verbreitete. Mff Recht galt Necker als diejenige Person am Hofe, welcher man die endliche Zu- sammenberufung der Nationalversammlung zu danken hatte. Aber gerade dies hatte ihn der Hof- partei verhaßt gemacht. In Verbindung mit der Königin beredete man den König, den Befehl zu geben, daß der ehemalige Finanzminffter, der Liebling des Volkes, in der Nacht des 11. Juli Paris verlassen solle.

Im Lause des folgenden Tages verbreitete sich die Nachricht von der Ausweisung Neckers wie ein

Lauffeuer und entflammte das Volk von Paris zu wilder Wuth. Zwei Tage vergingen in immer neuen Tumulten, die aber von den Truppen noch ohne Anwendung von Feuerwaffen zerstreut wurden. Am Morgen des 14. Juli war die Spannung aus'S Höchste gestiegen. Die Kaufläden blieben geschlossen, die Handwerker feierten. .Freiheit oder Tod* klang es auf den Straßen. (F. f.)

New -York, 19. August. Beim Brand eines Miethshauses der siebenten Avenue kamen heute neun Personen ums Leben. Viele wurden außerdem verletzt.

R t ch m o u d (Texas). Hier fand am Sonnabend zwischen zwei nebenbuhlerischen politischen Parteien ein Kampf statt, wobei der Sheriff und zwei an­dere Personen getödtet und mehrere verwundet wurden. DaS Militär mußte zur Wiederherstellung der Ordnung einschreiten.

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