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Htlsseliltt KlkisdiM.

__________Mit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Illukrirtes AuLerhakLungsötatt".__________

M. 87. Dienstag den 23. Juli " 18897

Amtliches.

Hersfeld, den 20. Juli 1889.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 21. April 1882 Nr. 3731 (im Kreisblatt Nr. 32), das Weißen und Reinigen der Schulräume betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran m i t F r i st b i s zum 3. A u g u st d. I. bei Meldung von 3 Mk. Strafe erinnert.

6682. Der Königliche Landrath

________________Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 20. Juli 18807“

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 29. Juni 1880 Nr. 7650 (im Kreis­blatt Nr. 52), die im Laufe dieses Jahres ge­borenen, von Privathengsten abstammenden Füllen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran m i t F r i st bis z u m 3. A u g u st d. J. bei Meidung von 3 M. Strafe erinnert.

6683. Der Königliche Landrath ______Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 20. Juli 1889.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises weise ich aus Anlaß einer Verfügung des Herrn Regierungs­Präsidenten zu Cassel hierdurch an, bei vor­kommender Einquartierung von Truppentheilen die Quittungen der Letzteren über an dieselbe verabreichte Marschfourage stets sofort nach stattgehabter Lieferung anher einzureichen, damit ich in die Lage versetzt werde, die desbezüglichen Liquidationen rechtzeitig bei der betreffenden Intendantur einreichen zu können und unnöthige Weiterungen, wie solche bisher öfter vorgekommen sind, thunlichst vermieden werden.

6596. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Waldschmetterling.

Erzählung von B. W a l d o w.

(Fortsetzung.)

.Sei einmal ernsthait, Freund, und antworte mir auf die Frage: Bist du in Wirklichkeit für Margarethens Glück bedacht, ehrlich und treu, wie es sich gehört?"

Der Gefragte heftet einen flüchtigen Moment mit sichtlicher Verwunderung die Augen auf sein Gegenüber, dann aber blitzt der alte Schelm in ihnen wieder auf, so sehr er sich auch abmüht, ernsthaft dretnzufchauen, indeß er salbungsvoll er­widert: .Wie kannst du daran zweifeln! Ginge es nach mir. dann würden alle Sorgen aus der Welt geschafft und alle Menschen müßten glücklich sein; unsere Waldsee aber ganz besonders."

, .Thalberg, du bist unverbesserlich! Du weißt sehr gut, woraus ich ziele. Hüte dich, daß du in deinem Uebermuth nicht eine Blume knickst, die frischen, fröhlichen Gedeihens werth! Ich rathe dir's alS Freund, den du jedoch verlieren würdest, wenn —*

.Thu' mir den einzigen Gefallen, Salfeld, und rede nicht solch' ungereimtes Zeug," fällt ihm der andere inS Wort. .So gewiß, als wir uns diesen Augenblick im Wohngemach des Oberförsters Kraft befinden, so gewiß liegt mir die Absicht fern, ein Attentat an irgend jemand auszuüben, ganz be- sonders, wenn dieser jemand deine hohe Protektion genteht,"

Hersfeld, den 20. Juli 1889.

Da am 25. hs. mit Umbau der Werra-Brücke bei Heimboldshausen in Stak. Nr. des Landwegs Heimboldshausen-Berka begonnen werden soll, so wird die qu. Brücke für den Fuhrverkehr auf etwa 5 bis 6 Tage gesperrt werden.

6645. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Gefunden: eine Bindekette. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Gersdorf.

t Deutsche Kapitalanlagen in Rußland.

An dem jüngsten russischen Convertirungsge- schäft hat sich nach Angabe der Börsenblätter von den deutschen Besitzern russischer Obligationen ungefähr her vierte Theil betheiligt. Da die deutsche Betheiligung sich nach Petersburger Angaben auf ca. 30 Millionen Mark beläuft, die im Wesentlichen von den Bankhäusern aus dem eigenen oder vorher angekauften Material zum Umtausch angemeldet worden sind, so würden die andern drei Viertel = 90 Millionen Mark baar zurückgcfordert worden sein, ein sicherlich recht beachtenswerther Erfolg in dem Bestreben, deutsches Kapital soviel als möglich aus Ruß­land zurückzuziehen. Wie nothwendig dies ist, erhellt von Neuem aus einer Notiz der „National- Zeitung" vom 15. d. Mts. Die russische Ma- schinenbaugesellschaft, welche s. Zt. gegründet wurde, um Rußland in der Beschaffung von Locomotiven und landwirthschaftlichen Maschinen vom Auslande unabhängiger zu machen, ist in Konkurs gerathen. Auf die Immobilien dieser Gesellschaft wurden s. Zt. durch Vermittelung eines Königsberger Bankhauses sechsprocentige

Dabei schlägt er, wie um seine Worte zu be» kräftigen, sich an die Brust, um jedoch im nächsten Augenblick in kläglichem Tone zu rufen:

.O weh, da hast du die Bescheerung! Zerquetsche ich wider Willen mit der ungeschickten Faust die hübschen Stolen, welche Margarethe m r vorhin als Genugthuung geopfert."

.Sonst nichts? Nur diese Rosen?" schlüpil's unwillkürlich über Salields Lippen.

.N chts weiter! Knapp genug, nicht wahr? Will darum eben ihr den Possen spielen, mich ein paar Stunden unsichtbar zu machen."

.Und hoffst dann zu erhalten, was sie dir jetzt verweigerte?"

Der Gefragte streift mit pfiffigem Blick des Freundes ernste Züge.

.Je nun," gibt er zurück, .mich dünkt, unmöglich wäl's nicht, und bei meiner Treu' — ich habe niemals größere Lust verspürt, aus frische Mädchen- l'ppen einen Kuß zu drücken, als heute Margarethen gegenüber."

Salfeld stößt einen leisen Seufzer aus und wendet sich von Thalberg ab, der scheinbar sehr angelegentlich mit den zerdrückten Rosen sich be» schästigt, in Wahrheit aber kein Auge von dem ernsten Freunde wendet. Endlich legt er feine Hand auf dessen Schulter.

.Nun, wie steht's mit unserer Promenade, bist du dazu bereit?"

.Bereit zum gänzlichen Verlassen dieses Hauses, drssen Gastfreiheit ich ohnedies schon länger, als

Obligationen zum Kurse von 92 •/„ ausgegeben und zur ersten Stelle hypothekarisch eingetragen. Nun müssen nach russischem Gesetz alle Forde­rungen an eine Gesellschaft in einer bestimmten Frist bei der Konkursmasse angemeldet werden, der Termin, zu welchem diese Frist abläuft, ist aber im vorliegenden Falle in deutschen Blättern gar nicht bekannt gegeben worden, obwohl man russischerseits wissen mußte, daß die betreffenden Obligationen sich zum größten Theil in deutschen Händen befinden. Als nun einer dieser Obli- gationenbesitzer sich deshalb an das russische Gericht wendete, erhielt er zur Antwort, daß der Anmeldetermin seit 8 Tagen abgelaufen und eine nachträgliche Anmeldung nicht statthaft sei. Damit schweben denn 800 Stuck Obligationen mit 480000 Mark völlig in der Lust. Mit Recht bemerkt die .National-Zeitung" dazu: .Es erscheint uns als eine schreiende Ungerechtigkeit, daß man in Rußland Anleiheschulden in solcher Weise be­handelt und damit den Kredit von Obligationen aller Art schädig^" Es kommt hinzu, daß das russische Recht im vorliegenden Falle zu dem hiesigen Recht im Widerspruch steht. Nach unserem Recht können Forderungen, welche als sbevorrechtete gelten, erst angemeldet werden, wenn der Ausfall an der Hypothek durch die stattgehabte Subhastation festgestellt ist. Die Subhastation der fraglichen Immobilien hat aber in Rußland noch gar nicht stattgefunden, die deutschen Obltgationenbesitzer handelten mithin in gutem Glauben, als sie, ohne Kenntniß des Anmeldetermins, ihre Forde­rung unangemeldet ließen. Das gleiche Schick­sal können natürlich auch die deutschen Besitzer russischer Effenbahnobligationen jeden Tag haben, sobald eine Eisenbahn in Konkurs geräth oder irgend eine Bekanntmachung, weil sie nur in russischen Blättern erscheint, hier nicht bekannt oder übersehen wird.

es für mich gut, gemißbraucht," klingt's in be­stimmtem Ton zurück.

.Salfeld, bist du gescheit? Du willst jetzt plötzlich fort, nachdem ich deinetwegen, da ich merkte, daß es dir hier gefiel, weit länger, als eS nöthig war, herumgehinkt, um unseren wackeren Freunden Zeit zu lassen, den Werthmeffer an unser Inneres zu legen? Wir haben die Feuerprobe glänzend überstanden; man ist bestrebt, uns hier so lange, als es unsere Zeit erlaubt, zu fesseln, und du selbst gabst gestern erst mit frohbewegtem Herzen dem Herrn Oberförster das Versprechen, seinen diesbezüglichen Wunsch zu respectiren."

.Thalberg, rede, was du willst, ich kann nicht bleiben! Das Schicksal zwingt mich, wortbrüchig zu. werden."

.Das Schicksal —" Thalbergs Augeu blinzeln mit eigenartigem Ausdruck zu dem abgewandten Freunde hin. .Zieht dich's etwa mit tausend Banden in Gestalt einer schmachtenden Evastochter in die Residenz zurück? Fräulein Lucie Sander allerdings dürfte in erster Reihe während der ersten vier Wochen, die du von ihr ferne, dich häufig »hrer schätzbaren Erinnerung gewürdigt haben."

Salfeld wendet sich mit unwilliger Bewegung rasch dem Sprecher zu:

.Kannst du im Ernst behaupten, daß ich dem Fräulein je Veranlassung gegeben, sich mit mir be­sonders zu beschäftigen?" fragte er in rauhem Too. . .Bewahre," eutgegnet sehr gemächlich der Ge- fragte, damit beschäftigt, seine auSgegaugene