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Nr. 83. Sommdend dm 13. Juli 1889.
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Gefunden: eine Taschenuhr. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Reckerode.
« Die Veischllldung des Grundbesitzes.
Frühere Ermittelungen über die Verschuldung des Grundbesitzes, welche auf vielfache Schwierig- feiten stießen, haben die Nothwendigkeit einer fortlaufenden, von den Gerichten zu bewirkenden jährlichen Zusammenstellung über die Eintragungen und Löschungen von Hypotheken in dem gesummten preußischen Staatsgebiet ergeben. Die erste Zusammenstellung erfolgte für das Jahr 18ö6/87, die zweite — für das Jahr 1887/88 liegt gegenwärtig in dem ersten Halbjahrsheft des 2a. Jahrgangs der Zeitschrift des Statistischen Lüreaus (1889) vor.
Es ergiebt sich hieraus, daß in dem gedachten Jahre in den st ä d t i s ch e n Bezirken an Hypotheken neu eingetragen wurden 1128046054 wif., dagegen gelöscht wurden 561274317 Mk., so daß die Verschuldung sich vergrößert hat um 566771737 Mk. In den ländlichen Bezirken
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Waldschmetterling.
Erzählung von B. W a l v o w.
(Fortsetzung.)
»Nun, häti's auch vernünftiger anfangen können, buß er vor Nacht noch ms Dorf gekommen wäre, und ehrliche Ehnstenleute nicht so zu erschrecken brauchte/ erwidert die doch allmählich munter geworbene Alte. »Ein Galgenstrick wird's fein, Dem S grausige Wetter gerade paßt zum sauberen Handwerk; ich w.ll d'raul wetten."
Bedächtig zündet sie ein Licht an und trippelt dann zur Thür hinaus, Margarethe, die ihr folgen will, energisch von sich wehrend, da sie dieselbe bei einem etwaigen Rencontre mit dem Slörenirted stiebt brauche, indem soeben auch der Forstgehilse Werner, weicher das Pochen ohne Zweifel auch gehört, die Treppe herunter komme, um gleichfallS vachzu ehen, welch' sauberer Gast daS Forsthaus «"seinem Besuch beglücken wolle.
^»Der Arme," denkt die Zurückgebliebene Mitleids- voll. »Vielleicht steht er schon lange draußen in Sturm und Regen und dachte gewiß, daß hier unbarmherzige Menschen wohnen müssen.
<M daß er KatylS Worte nicht gehört; sie stellt sich gerade an, als habe ne ein Herz von Stein, >"^llh weiß doch sehr genau, wie weich es ist."
Draußen werden indeß verschiedene Stimmen laut und es drängt Margarethe, Kathis Wunsch i".1®69^ wem eigentlich das Forsthaus feine Thür geöffnet, doch hält sie anderenthells Vlevhr eine eigenartige Scheu davon zurück. Das
dagegen erfolgten hypothekarische Eintragungen im Betrage von 567 622 416 Mk. und Löschungen im Betrage von 479 588 024 Mk., so daß sich die Verschuldung in den ländlichen Bezirken um 88 034 392 Mk. vermehrt hat. Insgesammt hat sich in sämmtlichen Bezirken die hypothekarische Verschuldung um 654,8 Millionen Mark erhöht.
Vergleicht man die Zahlen aus den städtischen Bezirken mit denen aus den ländlichen, so könnte man leicht auf den Gedanken verfallen, daß die ländlichen Verhältnisse gegenüber den städtischen sich in einer weit besseren Lage befinden: denn die Vermehrung der Schuldenlast um 88 Millionen bleibt weit zurück hinter derjenigen von 566,8 Millionen Mark. Indeß es kommt hierbei stets auf den Werth der mit Schulden belasteten Objecte an. Der Bodenwerth der Städte ist in außerordentlicher Steigerung begriffen, immer neue Grundstücke werden für die Bebauung herangezogen und überdies ist es Thatsache, daß die Speculation bei dem billigen Zinsfuß die Miteel zum Ankauf und zur Bebauung von Grundstücken im Wege des Hypothekarkredits aufbringt. Auf diese Ursachen ist es zurückzuführen, daß allein für die Haupt» stadt Berlin und den Vor- und nächsten Nach- barstädten der Ueberschuß der Eintragungen über die Löschungen 284 Millionen Mark, also mehr als das Dreifache gegenüber den gesummten ländlichen Bezirken betragen hat. Aehnliche Ursachen sind auch für die übrigen städtischen Bezirke anzunehmen.
In den ländlichen Bezirken liegen aber die Verhältnisse ganz anders. Die Schuldensteigerung geht hier nicht Hand in Hand mit einer Werthsteigerung der Grundstücke: im Gegentheil, der Werth der ländlichen Grundstücke ist im Sinken begriffen, was bei dem Sinken der Produkten- preise, der Steigerung der Arbeitslöhne, dem Mangel von Arbeitskräften begreiflich ist; auch
Warten aber dauert ihr allmählich doch zu lange und sie ist froh, als endlich Peter wenigstens erscheint, um ihr mitzutheilen, was es da draußen eigentlich zu lamenttren giebt. Von den beiden wildfremden Herren, die so einen Heidenlärm gemacht und wie die Wasserratten ausgesehen hätten, meint er, habe sich der eine einen Fuß verstaucht, indem er in der Finsterniß gestürzt sei. Wie ein Häufet Unglück habe er aus der Thürschwelle gehockt, sei aber sammt dem andern, da sie nun endlich unter Dach und Fach und Herr Werner mit trockenen Kleidern ausgeholsen habe, jetzt wieder Hahn im Korbe. Und endlich öffnet sich nun aber- mals die Thür und gestützt auf Katht und dem Forstgehil'en Werner, einer großen, kräftigen Gestalt, hinkt ein mittelgroßer junger Mann herein, dem trotz des verstauchten Fußes der Uebermuth aus hübschen, jugendirischen Zügen lacht. Ihm folgt der andere Fremde, eine hohe würdige Er- jcheinung mit dunklen, ernsten Augen, die sich mit forschendem Blick aus Margarethe heften, welche mit unbefangener Freundlichkeit der Gruppe näher tritt. Plötzlich aber hemmt sie ihren Schritt preßt ihre Lippen wie verlegen auseinander und die klaren Kinderaugen, die theilnahwsvoll soeben das Gesicht des Patienten suchten, lenkten sich vor dessen heiterem Blick verwirrt zu Boden.
»Ah, welch' unerhörtes Glück bei allem Unglück!" ruft der Patient mit unverkennbar froher Ueber- raschung aus, indeß er Kalhi und Herrn Werner nöthigt, ihn dicht vor Margarethe zu geleiten.
»Ich mache Ihnen, gnädiges Fräulein, mein
eine Vermehrung des Werths durch Neubauten auf dem Lande liegt nicht vor, da die Bevölkerungszahl der ländlichen Bezirke sich nicht wesentlich gehoben, in manchen Districten durch Auswanderung sogar abgenommen hat.
Wenn nun trotz des Sinkens die Werthobfecte in den ländlichen Bezirken die Verschuldung sich in einem Jahre um 88 Millionen Mark gesteigert hat, so ist dies ein sehr ernstes und bedenkliches Symptom. Von der Zunahme der Verschuldung sind die vorzugsweise ackerbautreibenden Provinzen am meisten betroffen. Im Bezirk des Oberlandesgerichts Königsberg hat sie 10,6 Millionen Mark, im Bezirk des Oberlandesgerichts Breslau 18,9, im Bezirk des Oberlandesgerichts Raum» bürg a. S. 18,6 Millionen Mark betragen. Wenn in Posen und Marienwerder die Ein» tragungen hinter den Löschungen zurückgeblieben sind, so macht sich hierin die Wirkung der Thätigkeit der Ansiedelungscommission geltend, welche verschuldete Güter ankauft und die Hypo» ^UeberUbt^®rünbe der steigenden'Verschuldung in den ländlichen Bezirken machen die Gerichte verschiedene Angaben: in verschiedenen Mittel» deutschen Bezirken wird die wucherische Ausbeutung der ländlichen Bevölkerung, in Schleswig-Holstein und Sachsen die Ungunst der Productionsbedingungen und die Steigerung der Arbeitslöhne, in den meisten Bezirken aber Erbtheilung und Ver» äußerung, also die Eintragung von Erbab- findungen und Restkaufgeldern als Grund angegeben. Da, wo, wie in einigen Bezirken von Stettin und Königsberg, die Löschungen die Eintragungen übersteigen, handelt es sich nach ausdrücklicher Angabe der Gerichtsbehörden nicht um eine Besserung der Lage der Grund» besitzer, sondern um Zwangsversteigerungen!
So weist denn die Hypothekenbewegung in
unterthänigeS, wenn durch die Umstände auch ein etwas unbeholfenes Compliment, mit dem Be» merken, daß ich mich glücklich schätzen würde, wenn Sie die Güte hätten, sich unserer früheren, wenn, wie ich bedauere, auch nur flüchtigen Begegnung zu erinnern und Grund deren mir, als einem nicht vollständig Fremden, Absolution ertheilen wollten, um die ich ganz besonders bitten muß, da ich die Hauptschuld trage, daß wir so ungestüme Forderung um Einlaß stellten."
»O, ich habe gar nicht's zu vergeben," entgegnet Margarethe mit zurückgewonnener Unbefangenheit, »bedauere vielmehr nur, daß wir wider Willen zweifellos Sie etwas länger warten ließen, indem der Sturm —"
,O, das hat nichts zu bedeuten, gnädiges Fräulein, sind wir doch jetzt um so geborgener. Nehme mir übrigens die Freiheit, auch meinen Freund und Reisekameraden Ihrer Güte zu empfehlen: Doctor Salfeld, ein sich bereits berühmt gemachtes Menschenkind, das jedoch, wie ich erst heute eingesehen, den sehr großen Fehler hat, nicht Arzt für kranke Glieder zu sein, obgleich im all» gemeinen sonst ein Monstrum an Gelehrsamkeit und nebenbei Inhaber einer chemischen Fabrik."
Ein leichter Blick des VorwuriS aus den ernsten, dunklen Augen unseres Freundes Salfeld, denn er ist es, der mit dem lustigen Thalberg sich hierher verirrt, trifft das Gesicht des letzteren, um dann mit Wohlgefallen auf Margarethens zierliche Gestalt zurückzulehlen, indessen es über seine Lippen klingt: »Ja, in der That, gnädiges Fräulein wollen Räch«