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Sttüfrlhti Kleisblitt.
__________Mit wöchentlicher KraLis-Neilage „Issugrirtes AuterhatLungsölatt^.
Nr. 81. ^ Dienstag den 9. Juli 1889.
AHonnewents-Kintadung.
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Hersfetder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis Beilage „Jttustrirtes Unterhaltungsblatt" pro III. Quartal werden noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 8. Juli 1889.
Zufolge einer Mittheilung des Kommandos des hiesigen Bataillons findet am Mittwoch den 10. d. Mts. von 6 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Nachmittags bei Mecklar gegen das Gelände Meckbach-Metzenkreuz gefechtsmäßiges Schießen mit scharfen Patronen statt.
Es wird dieses mit dem Bemerken veröffent- licht, daß zur Absperrung des gefährdeten Terrains Posten ausgestellt werden, deren Weisungen unbedingt Folge zu leisten ist.
6269. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
" Zehn Ich» LgMMitik.
II.
Die thatsächliche Nutzbarmachung des Unfall- versicherungs-GesetzeS hat nicht geringe Arbeit dadurch veranlaßt, daß es nur allmählich von den Jndusttearbetlern auch auf die anderen Gewerbe ausgedehnt werden konnte und daß dazu umfangreiche Aufnahmen erforderlich waren. Zunächst erfolgte durch das Gesetz vom 28. Mai 1885 die Ausdehnung auf die in den Transport»
Waldschmetterting.
Erzählung von B. WaIdow, (Fortsetzung.)
»Ja — und nein — ich sah von dem gelobten Lande, daS ich mit Mama im vergangenen Herbst besuchte, nur lehr wenig, da wir nur kurze Zeit dafelbn verweilt/ entgegnet Lucie leichthin, indeß ein etwas spöttisches Lächeln ihren Mund umspielt.
Doclor SaUeld hatte eS bemerkt, denn die klugen, dunklen Augen fest auf sie gerichtet, läßt er Die Bemerkung folgen: »Und scheinbar liegl'S auch nicht in Ihrem Wunsch, diesen herrlichen Erdenfleck genauer zu besehen?"
»Nein, danach sehne ich mich allerdings nicht im geringsten/ giebt Lucie mit einer sehr koketten «opibeweguvg kurz zurück.
»Nun das muß ich sagen/ mischt sich Frau von tollet ein, »hatte ich die Wahl, dann entschied ich wich gewiß auch für ein anderes Reiseziel. Ich dampste nun zum Beispiel geraden Weges nach PuriS."
Der junge Mann schüttelt sehr energisch seinen schön geformten Kopf, als gälte eS, in dieser Weise die Zumulhung der gnädigen Frau entschieden von sich abzuwehren.
»PariS* — entgegnet er, — „o nein, das wäre nichts lür mich und nichts für meinen Freund. Was wir beide suchen, kann jene Weltstadt uns nicht bieten, da es uns gilt, die herrliche Natur, die ungeschminkte, wie sie aus des Schöpfers Hand htkvortzegan-ev, in ihrer wilden, überwältigenden
betrieben beschäftigten Arbeiter; für die gleich-1 zeitig beabsichtigte Ausdehnung auf die land» und forstwirthschaftlichen Arbeiter war im Reichstage eine Verständigung zunächst nicht zu erzielen, es gelang dies erst im folgenden Jahre, welches die Wohlthaten der Unfallversicherung auch auf die Beamten und Personen des Soldatenstandes ausdehnte. Im Jahre 1887 folgten die bei sog. Regiebauten beschäftigten Arbeiter und die Seeleute. Sind damit nun auch noch nicht alle Arbeiter, bezüglich deren die Unfallversicherung in Anwendung zu bringen ist, in dieselbe einbezogen, so ist die Fürsorge doch auf den weitaus größten Theil der arbeitenden Klassen erstreckt und es konnte nun zu der größten und schwierigsten Aufgabe: der Alters- und Jnvali- ditätS-Versicherung geschritten werden. Die Aufstellung des Gesetzentwurfs geschah mit solcher Umsicht, daß gleich die erste Vorlage die Zustimmung des Reichstages fand. Für die nächste Session ist noch eine.Novelle zum Kranken- rassengesetz zu erwarten, welche an einzelne Punkte des letzteren auf Grund der inzwischen gesammelten Erfahrungen die bessernde Hand legen soll. Damit dürfte dann die sozialpolitische Gesetzgebung einstweilen zu einem Stillstand gelangt, ihr nächster größerer, in einigen Jahren zu erwartender Schritt aber die Wittwen- und Waisen-Versicherung sein. Vom allgemeinen Humanitätsstandpunkt aus ist es gewiß erwünscht, daß auch dieses Stück des großen Reformwerkes sobald als möglich zur Ausführung gelangt. Aber zuförderst muß die Arbeit bewältigt werden, welche die Alters- und Jnvaliditäts-Versicherung mit sich bringt, und zugleich an der Hand der praktischen Erfahrung eine Norm dafür gewonnen werden, ob die mit jenem Gesetz für das Reich überkommene finanzielle Belastung eine weitere ^Ausdehnung auf die Wittwen- und Waisen-Versicherung verträgt. Denn wir dürfen nicht bet»
Schönheit zu bewundern und ist Schlesien sicher dazu angethan, solche Wünsche zu er üllcn/
»Und wann gedenken Sie zu reifen, lieber Doclor?*
»In aller Frühe morgen/ klingt die Erwiderung zurück, inbtffen Salfelbs Augm ireudig blitzten.
Ein einziger flüchtiger Blick nur ist's, den Frau von Felsek ihrer Tochter zuwirst, um dann in unbefangenem Ton zu sagen: »O, wie schade, daß Sie uns auf diese Art um das Vergnügen bringen, Sie morgen bet Baronin Arnau zu begrüßen. Eigentlich sollten Sie doch Ihrem Freunde grollen, daß er so früh S e schon entführt/
»Diesmal/ entgegnet Salleld lächelnd, »muß ich dem Ungeduldigen schon den Geiallen thun, am den genußreichen Abend bei Frau Baronin Arnau zu verzichten und — ohne ihm zu grollen/
»Obgleich Sie mit Ihrem Verzicht jemand anderem so wehe thun" — läßt Frau von Felsek in gut gelungen vorwurfsvollem Tone folgen.
»Das verstehe ich nicht, gnädige Frau; wollen Sie nicht die Güte haben, mir zu sagen — —‘’
»Worauf ich ziele, lieber Doctor?" fällt Frau von Felsek ihm ins Wort. »Nun einfach, daß es graujam von Ihnen ist, Ihrem Freunde Thatberg gemllig zu sein, da S e's doch nur können, indem Sie Frau von Bach betrüben/
»Verzeihung, daS verstehe ich wiederum nicht, entgegnet Doctor Salfeld und sein Augenpaar ruht fest auf Frau von Seifet.
»Besser gesagt/ giebt rasch die letztere zurück, Sie haben keine Lust, mich zu verstehen, obgleich Ste es doch selbst am besten wissen, daß die Dame,
gessen: das Gesetz, sobald es einmal verkündet ist, gewährt jedem Versicherten einen klagbaren Anspruch auf Zahlung des Versicherungsbetrages, das Reich darf daher nicht mehr übernehmen als es auch unter minder günstigen finanziellen Verhältnissen zu leisten in der Lage bleibt. Zudem ist durch die Unfall-, die Alters- und Jnvaliditätsversicherung auch für den weiblichen Theil der Arbeiter gesorgt und der Wittwen- und Waisenversorgung ferner im Unfallversiche- rungs-Gesetz besonders Rechnung getragen, indem dasselbe für die Wittwe eines Getödteten sowie für jedes Kind eine Rente aussetzt. Zieht man dazu ferner in Betracht, daß durch die Wohlthaten jener Gesetze viele Gelder frei werden, die — der Armenpflege im Allgemeinen gewidmet — nun der Wittwen- und Waisenversorgung zuge- wendet werden können, so sind das Alles Gründe, welche einen kurzen Aufschub von einigen Jahren rechtfertigen oder doch weniger empfinden lassen.
Ein weiteres großes Verdienst dieser sozial- politischen Gtztzseb^« Ut es ja überhaupt, daß es den besitzenden Klassen die Fürsorge für die Mittellosen und Hülssbedürftigen in ganz anderer Weise als christliche und soziale Pflicht nahe- gelegt hat, als dies bisher lediglich nach den Lehren der Religion und der Humanität der Fall war. Jetzt besteuert das Gesetz erstlich die Besitzenden, die Betriebsunternehmer, in der Unfall- und der Jnvaliditätsversicherung zu Gunsten der Mittellosen und dann noch einmal die Gesammtheit, das Reich, durch Auferlegung des Reichszuschusses. Der soziale Gesichtspunkt, der früher fast ganz unberücksichtigt blieb, ist jetzt bei der gesammten Gesetzgebung, in unserem ganzen öffentlichen Leben mit ausschlaggebend geworden, der Wohlfahrtszweck des Staates hat seinen lange entbehrten Platz ebenbürtig neben den anderen Staatszwecken erhalten. Die praktischen Folgen werden sich hoffentlich schon
........ —BBM— " —»!»!>-!»--' «»- deren Herz dem Ihrigen so nahe steht, Sie morgen Abend schwer vermissen wird. Daß ich mit Ihnen von dieser Angelegenheit so offen spreche, bevor sie m r, der mütterlichen Freundin gegenüber, etwas davon erwähnt, mögen Sie damit entschuldigen, daß ich die erste sein wollte, die Ihnen ihren aufrichtigen Glückwunsch übermittelt."
Und artig die bargebotene Hand an die Lippen führend, blickt kalt und ruhig Doctor Salfeld der Sprecherin ins Antlitz.
»Gnädige Frau sind äußerst gütig/ entgegnet er, »aber ich habe durchaus kein Recht, Ihren Glückwunsch anzunehmen und denke, daß Sie mir glauben werden, wenn ich Ihnen sage, daß Frau von Lach nichts anderes, als den Freund ihres leider schon so früh verstorbenen Eattens in mir sieht, welchen ersteren sie viel zu sehr geliebt hat, als daß sie jemals daran denken würde, ihre Hand zum zweiten Male zu vergeben. Was mich dagegen anbetrifft, so glaubte ich der Wittwe jenes Freunde» es zu schulden, sie der geistvollen, liebenswürdigen Baronin Arnau zuzulühren, in welcher sie auch in der That bald eine mütterliche Freundin fand, und habe ich es somit nur der Freundschaft, die mich mit dem Verstorbenen verband, zu danken, wenn Frau von Bach in der Gesellschaft oft an meiner Seite war.*
»In seinem Munde ist das keine Lüge; er sprach zweifellos die Wahrheit/ jauchzt es nach SalseldS letzten Worten in Frau von Felsek auf, indeß sie, um ein Bedeutendes erleichtert, die Eonversatiou । geschickt auf etwas anderes lenkt,