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trsftliitr Krcisdllltt

__Mit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Illuürirtes Ituterljaltungsklatt".

Nr. 77.

Sonnabend den 29. Jnai

1889.

Abonnements-Einladung.

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 24. Juni 1889.

Der von dem ständischen Bauamte dahier auf­gestellte Landwegebau-Etat für den Kreis Hersfeld pro 1890 liegt vom 3. Juli d. J. ab vierzehn Tage lang zur Einsicht der Ortsvorstände des Kreises offen und zwar:

1. für die zum ersten Aussichtsbezirke gehörigen Gemeinden 2c. Aua, Allmershausen, Biede- bach, Friedlos, Eichhof, Gittersdorf, Heenes, Hersseld, Meckbach, Mecklar, Meisebach,

Waldschmelterking.

Erzählung von B. W a l d o w.

(Fortsetzung.)

Nun will's Gott, nlmmt's einen guten Aus­gang.*

Eine geraume Zeit wandert er im Zimmer auf und ab, allmählich aber ungeduldig werdend, faßt er zuweilen an dem Fenster Posto und trommelt in immer schneller werdendem Tempo einen General- marsch nach dem andern an d e Scheiben.

«Meine Alte wird doch über den Backfisch unsere Forellen nicht vergessen haben?" murrt er vor sich hin. .Der alte Magen macht sein Recht energisch geltend und wenn das Weibervolk n^t bald zum Vorschein kommt, verspeise ich mein Abendessen allein."

Bevor er jedoch daran geht, seinen Vorsatz aus- zusührew öffnet die Frau Oder^örstertn die Thür.

.Welch' herzig Kind ist diese Margarethe, Alter!" ruft ste schon auf der Schwelle. .Hättest ihre Freude sehen sollen über ihr Stäbchen oben und den Kranz, den ihr die Kathi über die Thür ge­hängt, und wie sie mich so innig bat, sie doch ein wenig lieb zu haben! Weißt du, mir ist, als sei der Sonnenschein mit ihr in6 Haus gekommen und recht von Herzen habe ich mich gefreut, daß auch du--*

.Paperlapap — was ist mit mir 9* unterbricht er sie mit komischem Unwuth.

»Daß auch du das einzuseheu scheinst, mein wackerer Alter, und dich herzlicher gezeigt hast,

Obergeis, Reilos, Rohrbach, Tann und Untergeis imGeschäftslocale des Königlichen Landrathsamtes,

2. für die zum zweiten Aufsichtsbezirk gehörigen Gemeinden rc. Allendorf, Asbach, Beiers- hausen, Engelbach, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Hilperhausen, Holzheim, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirch- heim, Kleba, Kohlhausen, Kruspis, Mengs- Hausen, Niederaula, Reckerode, Reimbolds- Hausen, Roßbach, Rotterterode, Solms, Stärklos und Willingshain im Bürger» meistereilocale zu Niederaula.

3. für die zum dritten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden rc. Petersberg, Wilhelmshof, Oberrode, Sorga, Kathus, Wippershain, Bingartes, Unterhaun, Rotensee, Oberhaun, Sieglos, Eitra. Malkomcs, Dünkelrode, Schenksolz, Lampertsfeld, Schenklengsfeld, Conrode, Landershausen und Wüstfeld im Bürgermeistereiloeale zu Wippers­hain,

4. für die zum vierten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden rc. Friedewald, Hilines, Hillarts- hausen, Kleinensee, Lautenhausen, Motzfeld, Oberlengsfeld, Unterweisenborn und Wehrs­hausen im Bürgermeistereilocale zu Friedewald,

5. für die zum fünften Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden rc Ausbach, Bengendorf, Gethse- mane, Harurode, Heimboldshausen Heringen, Herfa, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Ransbach, Unterneu­rode, Wölfershausen und Widdershausen im Bürgermei stereilocale zu Phi» lippst hal.

Die Herren Ortsvorstände wollen diesen Etat während der besagten Zeit daselbst einsehen und sich in Betreff der für Ihre bezüglichen Gemeinden vorgeschlagenen Etatssätze sofort schriftlich beim

als du d'ch vorher angestellt. Und das war auch deine Pflicht; hat das SmD doch keinen Vater mehr und — Hugo, sei nicht böse — auch feine Mutter, denn was deine Schwester ihr sein sollte, ist sie entschieden nicht".

.Hat Margarethe über ihre Stiefmutter geklagt?" .Wo denkst du hin! Jwoch ich sehe schart."

.Wenn das ist, Mütterchen, dann wüßtest du auch sehen, daß ich bereits ungeduldig nach dem Abendessen Umschau halte."

.Natürlich, und ich kam ja eben —"

.Um mir eine Lobrede über deinen Schützling aufzut'schen," fällt er ihr lachend in die Rede.

.Das nur so nebenbei," vertheidigt sich die Gattin, .in Wahrheit aber, um deinen Arm zu nehmen und dich auf den gedeckten Tisch unterm Lindenbaum zu führen, wo Gretchcn uns bereits erwartet."

.Laßt euch eure Forellen schmecken und seid alle Zeit so froh wie heut, ihr guten Menschen!" So mochte Kathi, die alte Haushälterin, wohl denken, welche vom Küchenfenster aus den Platz unter der Linde übersehen konnte.

Mit dem Zipfel ihrer steifgestärkten Schürze wischt ste sich ein paar Thränen aus dem runzeligen Gestcht und geht dann in das Wohnzimmer hin­über, aus dem Peter die dort zurückgebliebenen Reiseeffecten Margarethens in das Fremdenstübchen bringen soll.

Sehr eilig scheint er's damit nicht zu haben,

Landrathsamt erklären, indem sonst angenommen werden muß, daß Einwendungen dagegen nicht zu erheben sind und dem demnächst zusammen­tretenden Kreistage bet Vorlage des Etats hier­von Kenntniß gegeben wird.

J. A. 637. Der Königliche Landrath.

In Vertretung: Braun, Kreisdeputirter.

Hersfeld, den 27. Juni 1889^

Die Nummcrliste der verlosten und zum 1. Januar 1890 gekündigten Schuldverschreibungen der 4prozentigen Preuß. Staatsanleihe von 1868 A. liegt in den Geschäftslocalen des hie­sigen Landrathamtes und der Königlichen Steuer­kassen des Kreises zur Einsicht offen.

Zugleich mache ich auf die diese Nummerliste sowie den Umtausch von rückständigen Schuld­verschreibungen der consolidirten^/zpro- zentigen Staatsanleihe in Verschrei- bungen der 4prozentigen Staatsanleihe, gemäß § 2 des Gesetzes vom 4. März 1885 betreffende Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwal­tung der Staatsschulden vom 1. Juni d. I., Regierungs-Amtsblatt S. 117 pro 1889, auf­merksam.

5835, Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

Braun, Kreisdeputirter.

Hersfeld, den 21. Juni 1889.

Der Ackermann Heinrich Sand rock zu Unter» neurode ist heute als Bürgermeister dieser Ge­meinde auf die Dauer von 8 Jahren eidlich ver­pflichtet worden.

5725. Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

____Braun, Kreisdeputirter.

Ausschreibe«.

Am 24. d. Mls. Abends S1^ Uhr wurde in der Nähe der hiesigen Stadt in einem Kornfelde

denn er bat sich vor dem großen Spiegel im ver­blichenen Rahmen aufgepflanzt und betrachtet dort mit stillem Wohlgefallen sein breites gutmüthige- Gesicht, indessen feine steifen Finger das seinen Hals umgebende bunte Tuch in Ordnung bringen.

Erst bei Kathls derben Worten: .Ich glaube gar, der Peter wird auf einmal eitel, nun wir einen Gast im Hause haben!" dreht derselbe sich mit einiger Verlegenheit herum, um gleich darauf unter freundlichem Lachen mit den gedachten Gegen­ständen abzutrollen.

Sie paßten gut ins heimliche Forsthaus, diese beiden schlichten Menschen, die schon gar manches Jahr mit ihrer wackeren Herrschaft Freud und Leid getheilt. Insonderheit war Kathi, die bet etwas strengen, harten Zügen doch ein warmes, treues Herz besaß, nicht das Geringste fremd, was nur mit der Familie in Verbindung stand, und so recht innig hatte ste sich heut gefreut, als Peter mit gewiffem Stolz vom Bahnhof heimgekehrt, sofort, nachdem er seine vierbeinigen Lieblinge be­friedigt, stch bet ihr eingefunden hatte, um ihr zu erzählen, wie gut das Fräulein sei, das er geholt. Sie habe, so hatte er gemeint, so zutraulich mit ihm geschwatzt, könne sogar kulschiren und habe die Zügel so sicher in den kleinen Patschhänden gehalten, daß es eine Lust gewesen, dies anzuseheu. Den Schluß seiner Lobrede hatte die Berftcherung gebildet, daß er dem Fräulein alles, was sie wünschte, zu Gefallen thun werde und gälte eS, den höchsten Vogelnestern nachzuklettern.

Mit dem Klettern, hatte Kathi ihm erwidert,