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Strsftlürr Irtisblatt

__________Mit wöchentlicher KraLis-AeilageILuKrirtes NnLeröakLungsötatL".__________

Nr. 51. Dienstag den 30. April 1889.

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Hersfewer Kreisvlatt mit der wöchentlichen Gratis Beilage

Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträ­gern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 25. April 1889.

Im Anschlüsse an die vorjährigen Arbeiten sollen im Laufe dieses Sommers etwa vom 1. Mai ab trigonometrische Per» Messungen unter Leitung des Chefs der trigonometrischen Abtheilung der Landes-Auf- nähme, Oberstlieutenant Morsbach ä la suite des Generalstabes der Armee, in der Provinz Hessen-Nassau stattfinden.

Topographische Vermessungen wer» den unter Leitung des Chefs der topographischen Abtheilung der Landes-Aufnahme, Oberst Stein­hausen, ä la suite des Generalstabes der Armee, in der Provinz zur Ausführung gelangen.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiervon benachrichtigt mit der Weisung, den sich mittelstOffener Ordre- legilimirenden Herren Offizieren, Trigonometein, Hülfstrigono- metern, Topographen und Hülfstopographen auf Erfordern jede Hülfsleistung zu gewähren bezw. die gemeinnützigen und wissenschaftlichen Unter­nehmen in jeder Hinsicht thatkräftigst zu unter­stützen.

3b27. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n t tz.

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Katharina Aadendik.

Eine Kaiserin aus dem Volke.

Historische Erzählung von Zoö von Reuß, (Schluß.)

Jmmermehr gewann ste Ruhe und Selbst­beherrschung zurück, und übersah bald die Lage mit ruhigem Verstände. Ein starker Argwohn gegen die Person des vermeintlichen Gatten stieg in ihr aus, prüfend betrachtete sie den Eindringling. Plötzlich kommt ihr ein Gedanke:Nicht den Ring will ich sehen,' sagt ste mit schlauer Vorsicht, auch ein Unwürdiger, ein Betrüger könnte thu vesttzeo, durch Zufall. Zeig' mir leber das Zeichen, das unvertilgbare, mit dem wir uns, auch äußerlich fichtbar, verbanden S Wo ist das Herz auf der Fläche der rechten Hand, mit dem Buchstaben K. Katharina? Noch trag ich hier daS gleiche Zeichen, mit der Deutung: Karsten. Der Ring laßt sich abstretfen, verlieren, aber daS Zeichen mit einem Stückchen Feuerschwamm in liebender Stunde in die Handfläche eingebrannt, ist unauslöschlich!'

Der ginne erschrack sichtlich und gerteth in Ver­legenheit. Katharina bemerkte es scharfsichtig und fuhr eilig fort:Zeige es sogleich, oder tw rufe Hilfe herbei. Der Strick ist dem elenden Betrüger gewiß trotz des Generals Scheremetjew. Schnell, die Zeit ist kostbar. Wo ist es?'

Der finnische Abenteurer sah, daß er daS Spiel ptklofen habe, und lag im nächsten Augenblicke

Hersfeld, den 25. April 1889,

Die in neuester Zeit erfolgten Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche unter den aus Hamburg- Altona und Bremen-Geestemünde nach England verschifften Schaftransporten haben die König­liche Großbritannische Regierung veranlaßt, ein allgemeines Verbot der Vieheinfuhr aus Deutsch­land zu erlassen.

Im Interesse der deutschen Viehzüchter und Viehmäster ist es dringend wünschenswerth, die Maul- und Klauenseuche so schnell als möglich zu unterdrücken, um die Veranlassung für die Sperrung der deutschen Vieh-Ausfuhr zu beseitigen.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hierdurch zur st r e n g st e n Befolgung der in meinem Ausschreiben vom 19. Juli 1886 Nr. 7642 (Kreisblatt Nr. 86) gegebenen Anweisungen zur Bekämpfung der Seuche und zur Verhütung der Verschleppung des Ansteckungsstoffes mit dem Bemerken aufgefordert, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Anweisungen oder Lässigkeiten bei der Handhabung der Betermairpolizei nach aus­drücklicher Anordnung des Herrn Ministers un* nachsichtlich geahndet werden sollen.

3908. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 25. April 1889.

Der Herr Minister hat durch Erlaß vom 20. Februar d. I. genehmigt, daß die im vergange­nen Jahre probeweise angeordnetenAufsichts­maßregeln gegen die Einführung und Verbreitung der Schafräude" auch ferner zur Anwendung ge­bracht werden, um ein sicheres Urtheil darüber zu gewinnen, ob der Erfolg dieses für die Schaf- besitzer minder lästigen Verfahrens wirklich ein vergleichsweise günstiger oder nur ein schein­barer ist.

Indem ich nachstehend eine Nachweisnng der­jenigen Schafheerden des Kreises veröffentliche,

sklavisch zu Katharinas Füßen. In diesem Augen­blicke öffnete sich auch der golddesranzte Vorhang des Eingangs, und ließ Peter eintreten. Im Hintergründe befanden sich Menschikow und General Scheremetjew, welcher den Zar heimtückisch zum gegenwärtigen Besuch bet seiner Gemahlin ver­anlaßt hatte.

Katharina, im Gefühl ihrer Unschuld, trat Peter sogleich mit tiefer Verbeugung entgegen und sagte mit Würde:Ew. Majestät kommen mir mit einem Besuche zuvor. Soeben wollte ich mich hilfesuchend an das Herz meines erhabenen Gemahls flüchten!'

Da trat General Scheremetjew dazwischen und sprach mit schneidendem Hohn:Die Weisheit meines mächtigen Geb eters mag selbst entscheiden, ob ich zuviel gesagt habe I Die lwländffche Sklavin, die die Gnade des Zars aus ihrer Niedrigkeit ewporgehoben hat, ist deren unwerlh! Die sauste Taube hat den Adler betrogen!'

Mit voller Klarheit erkannte Katharina die Größe der Gefahr, in welche sie durch die gegen­wärtige Situation versetzt war. Rasch drängte sie sich an General Scheremetjew hinweg und sank zu PeterS Füßen nieder.Der Schein spricht gegen mich,' rief sie laut,aber die Weisheit und Ge­rechtigkeit des großen Peter wird die Wahrheit er- kennen! Dieser Mann ist ein Elender, ein Be­trüger, der sich für meinen ersten Gatten ausgad und mich zu schleuniger Flucht bewegen wollte. Aber ich habe ihn entlarvt schuldbewußt lag der Elende zu meinen Füßen.'

In Peters Antlitz leuchtete und blitzte es von

[ in welchen von dem Königlichen Kreisthierarzt 1 bei der kürzlich vorgenommenen Revision räudige Schafe vorgefunden worden sind, beauftrage ich die Herren Ortsvorstände der betreffenden Ge­meinden dafür Sorge zu tragen, daß, soweit solches nicht bereits geschehen sein sollte, die räudigen Schafe von der Heerde als­bald entfernt, entweder sofort ge­schlachtet oder aber dem Heilver­fahren eines approbirten Thier­arztes unterworfen werden, (cfr, § 4 Abs. 2 ff. der im Kreisblatt Nr. 65 pro 1888 veröffentlichten Aufstchtsmaßregeln.)

Bis spätestens zum 2 0. M a i d. I. ist mir seitens dieser Herren Ortsvorstände zu berichten, was mit den räudigen Schafen geschehen ist. Eine zu meiner Kenntniß kommende etwaige Nachlässigkeit in der Handhabung und Durch­führung der Aufstchtsmaßregeln werde ich unnach« sichtlich zur Bestrafung bringen.

Im Anschlüsse hieran benachrichtige ich außer­dem sämmtliche Herren Ortsvorstände der Ge­meinden, in welchen Schafe gehalten werden, daß sämmtliche Schäferei-Aufseher auf die gewissenhafte Führung ihres Amtes demnächst dahier verpflichtet werden sollen. Nur bei ge­wissenhafter Amtsführung der Schäferei-Aufseher ist es möglich, einen günstigen Erfolg des Räudetilgungsverfahrens zu erzielen.

Um im Weiteren die Thätigkeit der Hirten und der Schäferei-Aufseher überwachen zu können, sind die Schafhalter anzuweisen, das von den Hirten nach §. 3 der Aufsichtsmaßregeln zu führende Verzeichniß nach dem unten abgedruckten Schema alsbald anderweit anzulegen bezw. zu führen, da aus dessen Einträgen die controliren- den Beamten sich jederzeit von der Thätigkeit des Schäferei-Aufsehers überzeugen können. Jnbesondere hat sich auch die Königliche Gendarmerie an der Ausübung der Con-

bitterbösen Lichtern. Zu ruhiger Ueberlegang war er gänzlich unfähig. Zornfunkelnd schleuderte er Katharina h nweg und r ß wuthentbrannt den Säbel aus der Scheide, um auf den zitternden ginnen loszustürzen. Aber fest und energisch hielt ihn Menschikow zurück, indem er betheuernd auSriest

Beim heiligen Kreuz die Zarin ist unschuldig! Ich kenne den Mann, er ist ein Abenteurer auS Finnland und stand einst unter den aufgelösten, rebellischen Streichen!'

Du lügst!' sagte Peter, ließ aber doch den Säbel sinken.

Jetzt trat Katharina vor, um mit Geistesgegen­wart den errungenen Vortheil auszubeuten.Auf Beicht bis Generals Scheremetjew ließen ihn die Wachen passiren," fuhr sie in der Anklage fort so kam er in wem Gemach. Eine Aehnlichkett täuschte mich, doch gelang eS mir bald, den Betrug zu entdecken!' . .

So wird General Scherewetjew nähere Aus­kunft ertheilen!' rief Menschikow voll triumphtren- den Hohnes. .

Auf solchen Zwischeasall war der General nicht vorbereitet. Vor seinen Augen sah er die schlau gemischten Karten seinen Händen entfallen, und daS Spiel von seinen Gegnern ausgenommen wer­den. Trotz der bräunlichen Tinten, die Wind, Wetter und Lagerleben auf seinem Antlitz hervor- gerufen hatten, sah man ihn schuldbewußt erbleichen.

Peter hatte sich jetzt wirklich so wett beruhigt, um ein kurzes Verhör mit dem Finnen vornehmen zu können, Die Drohung des Spießruthenlau enf