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^trsfdiitr Kmsbllitt.
Mit wöchentlicher Kratis-Weilage „Illustrirtes Ilnterhattungsblatt".
Nr. 49.
Donnerstag den 25. April
1889.
Aöonnements-Zintadung.
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Hersfelder Kreisdlntt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage
„Jllustrirtes Unterhattungsblatt" für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 28. März 1889.
Zur Vornahme des diesjährigen Ersatz-Geschäfts für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden:
Montag den 6. Mai d. I.
von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus der Stadt Hersfeld und den Landgemeinden Allm-rshansen mit Hälgans, Aua, Bledebach, Bingartes, Eich- hof, Eitra, Friedlos, Gittersdorf, Heenes, Hil- perhausen, Kalkobes, Kathus, Kohlhausen, Meck- bach, Mecklar und Metsebach.
Dienstag den 7. Mai d. I.
von Morgens präcis 7Uhrab Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Obergeis, Oberhaun, Oberrode, Peters- berg, Reilos, Rohrbach, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Sorga, Tann, Untergeis, Unterbaun, Wilhelmshof, Wippershain, Niederaula, Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Frie- lingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Heddersdorf und Holzheim.
Mittwoch den 8. Mai d. I. von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Land
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Katharina Madendik.
Eine Kaiserin aus dem Volke.
Historische Erzählung von Zoo von Reuß.
Der Palast des Generals Scheremetjew in der «weißen Stadt" belegen, jenem mit kostbaren Kron- bauten und Prachtgedauden geschmückten, vornehmsten und reichsten Stabtthetle Moskaus, strahlte weitaus in blendendem Glänze. Zar Peter der Große von Rußland beehrte den tapfern General, seinen damaligen Günstling, mit seinem Besuche.
Beinahe sämmtliche Schätze des Morgen- und Abendlandes vereinigten sich in dem Palaste zu roher, aber immerhin tmponirender Pracht. Da gab es neben prachtvollen silbernen Gefäßen auch zierliches Rococo-Porzellan, und neben persischen Teppichen kostbare französische Seidenstoffe. Auch die Tafel bot eine Auswahl von Delikatessen aus aller Herren Länder. In der Mitte derselben prankte ein riesiger Sterlet, aus den fischreichen Gewässern des Don, daneben stand ein großer Bärenschinken nebst Kaviar aus Astrachan. Aber auch die auserlesensten Früchte des Südens fehlten nicht, ebenso spendete das Ausland seine feurigsten Weine.
Zar Peter schien in gnädigster Laune. Sein Mund lachte und die lebhaften, blitzenden Augen richteten sich mit gutmüthiger Freundlichkeit nach seinem Gastgeber, der durch seine Krtegsthateu seinen Ruhm vermehren geholfen halte.
Peters Macht stand damals auf ihrem Gipfel
gemeinden Kemmerode, Kerspenhausen, Kirch- heim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederjossa, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode, Solms, Stärklos, Willingshain, Friedewald, Bengen- dorf, Gethsemane, Harnrode. Heimboldshausen, Herfa, Heringen und Kleinensee.
Donnerstag den 9. Mai d. I.
von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Widdershausen, Wölfershausen und sämmtlichen Gemeinden rc. des Amtsgerichtsbezirks Schenk- lengsfeld.
Freitag den 10. Mai d. I.
vonMorgenspräcis8Uhrab Loosung und Classification derjenigen Mannschaften der Reserve und Landwehr und Ersatz-Reserve, welche wegen häuslicher, gewerblicher oder Familten-Verhältnisse eine Zurückstellung für den Fall der Einberufung zu den Fahnen beanspruchen wollen. (§. 123 der Wehrordnung vom 22. NvÄÄder-1888).
Das Ersatz-Geschäft wird, wie bisher, im hiesigen städtischen Rathhause vor- genommen.
Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises — selbstverständlich auch die Herren Gutsvorsteher — werden angewiesen :
1) die militairpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinden rc. und zwar:
a, die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich den 31. Dezember 1869 geborenen, soweit sie nicht bereits in das Militair eingestellt sind oder einen Ausstand erhallen haben,
b. die in den Jahren 1868, 1867, 1866 oder früher geborenen, welche in den Ersatz-Geschäften des vorigen Jahres zurück-
und ward von ganz Europa anerkannt. Selbst der größte und ausdauerndste Gegner des Zar, der jugendliche, tollköpfige König Karl der Zwölfte von Schweden, sah seinen Glücksstern durch die siegreichen Russen erblassen und hatte sich augenblicklich hart bedrängt nach der Ukraine gewandt, jenem ausgedehnten Landstrich an den Usern des mittleren Dniepr, der die eigentliche Heimath der Kosaken bildet. Der schlaue Plan des Schwedenkönigs ging dahin, die Kosaken gegen ihren rechtmäßigen Herrn, den Zaren, auszureizen, um im Verein mit ihnen den Krieg gegen Rußland fortzusetzen. Aber der unternehmende Schwedenköntg halte nichts erreicht — trotz aller Versprechungen ihres Hetmanns Ma- zeppa waren die wilden Schaaren ihrem angestammten Herrn treu geblieben. So gestaltete sich die Lage der Schweden immer bedrohlicher.
Bevor sich der Zar aus seinen vergoldeten Sessel niederließ, nahte sich ihm aus der Schaar der vornehmsten Hausdieoertnnen ein junges Weib, um ihm, nach russischer Sitte, knieend Brot und Salz darzubieten. Gegen den Willen des Haushofmeisters war das junge Weib vom Hausherrn selbst zu diesem Dienst bestimmt worden. Auch verdiente sie um ihre Schönheit und Anmuth vollkommen diese Gunst.
«Wie heißt Du?" frug der Zar, der durch seine zahlreichen Reisen belehrt, trotz des russischen Rationalcostüms sofort die Ausländerin in der Spenderin erkannte.
«Katharina, gnädiger Herr!"
,Du bist eine Deutscher*
gestellt, überzählig geblieben, oder gar nicht erschienen sind, und demnach über ihr Militairverhältniß noch keine feste Bestimmung erhalten haben, zu den vorbezeichneten Musterungsterminen vorzu- laden.
2) dafür zu sorgen, daß diejenigen Personen, zu deren Gunsten eine Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militärdienst beansprucht wird, sich im Musterungstermine ebenfalls einfinden,
3) in den Terminen sich persönlich einzu- finden, oder im Falle einer Verhinderung dafür zu sorgen, daß der Vicebürgermeister anwesend ist.
4) für die rechtzeitige Gestellung der Militairpflichtigen 2c. zum Ersatz-Geschäft Sorge zu tragen und denselben ausdrücklich zu eröffnen, daß sie mit sauberem Körper undreinerWäschezu erscheinenhaben. Militairpflichtige, welche ohne genü- genden EntschutHgungsgrund im Muste- ruttgstermtn nicht erscheinen oder bei Ausrufung ihrer Namen im Musterungslokale nicht anwesend sind, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder Haft bis zu 3 Tagen bestraft; außerdem können ihnen die Vortheile der Loosung entzogen werden. Ist die Versäumniß in böswilliger Absicht oder wiederholt erfolgt, so kann die alsbaldige Einziehung zum Militärdienst als unsichere Heerespflichtige erfolgen.
Reklamationen Militairpflichtiger um Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militatrdienst, oder von Mannschaften der Reserve, Landwehr und Ersatz-Reserve um Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung des Heeres, sind schleunigst bei dem betreffenden Ortsvorstande anzubringen,
«Eine Livländerin, Ew. Majestät."
«Deine Heimath, Katharina?"
«Marienburg in Livland, gnädiger Herr!"
«Dein Vater?"
«Mein Vater hieß Friedrich Badendik und war ein Bürger von Riga, später wohnte er in Marien- bürg," berichtete Katharina mit angenehmer, sanfter Stimme. «Er ist früh gestorben und hinterließ mich als Waise."
Peters Auge ruhte mit sichtlichem Wohlgefallen aus der Knieenden. Gnädig reichte er ihr die Hand, um sie zu erheben. Und wie ste jetzt ausgertchtet und sanft erglühend vor ihm stand, fand er fie be- gehrensweriher als alle Töchter seines ausgedehnten Reiches. Zwar besaß sie weder die üppigen, gedrungenen Körpersormen der Russinnen, noch deren schwarze blinzende Augen. Dasür war sie schlank wie eine Edeltanne, hatte angenehme, regelmäßige Gefichtszüge, und schöne blaue Augen. Peter schien von ihrem sanften Reiz bestrickt, und sagte freundlich:
«Du gefällst mir Kathinka Feodorowna — Deine Gabe sei gnädig angenommen!" Ebenso nahm er während des Mahles nur die Speisen aus ihrer Hand und erklärte am Schluß des Gastmahls, daß er Kathinka Badendik aus Marienburg zu besttzen wünsche, und den Preis zu wissen verlange, um welchen der gegenwärtige Besitzer der Kriegsgefangenen sie abzutreten entschlossen sei.
Der General schien keineswegs sehr überrascht. Er kannte Peters Empfänglichkeit für weibliche Reize, und ebenso seine ausgesprochene PorUeb;