Erscheint wöchentlich drei Wal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, Nbonnementspreii: vierteljührlich 1 Mark 40 Pfg. exel, Postausschlag.
Die Jnsertionsgebühren
betragen für den Raum einer 6paU|tile
10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg.
Reklamen die Zeile 20 Pfg, Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
Hersskliier Kreisbliltt.
__________Mit wöchentlicher Kraiis-Ueitage „IssuÜrirLes Anierhattungsötatt".__________
Nr. 38. Donnerstag den 28. März 1889.
Abonnements-Einladung.
Mit dem 1. April beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllusirirtcs Uninhaltungs - Blatt"
Wir bitten das Abonnement rechtzeitig erneuern zu wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustellung eintritt.
Der vierteljährliche Abonnementspreis für das »Kreisblatt" mit der wöchentlichen Gra- tiS-Betlage „Jltustrirtes Unteryattungs- htatt" beträgt 1 Atark 40 Pf.
Neu hinzutretenden Abonnenten wird das Kreisblatt auf Wunsch vom Tage der Bestellung an bis 1. April gratis und franco zugesandt.
MT Inserate finden zweckentsprechende Verbreitung und kostet die viergespaltene Garmond-Zeile oder deren Raum 10 Pfennige.
Die Expedition.
Amtliches.
Hersfeld, den 25. März 1889.
Nachdem durch das Gesetz vom 14. Juni v. I. (G. S. S. 240) die Erhebung des Schulgeldes bei den Volksschulen vom 1. Oktober v. I. ab in Wegfall gekommen und von diesem Zeitpunkte ab den Lehrern, soweit das Schulgeld einen Theil ihrer Besoldung ausmachte, lediglich der Durchschnittsbetrag des während der vorhergehenden letzten drei Etatsjahre (1885/86, 1886/87 und 1887/88) ihnen gezahlten Schulgeldes als Theil ihres baaren Gehaltes zu gewähren ist, es aber
Sein Kind.
- Novelle von A von der Elbe.
, (Fortsetzung.)
Der Lieutenant von Wegener war in den ersten Tagen nach seiner schmerzlichen Erfahrung zerstreut und gezwungen unter den Bekannten umher gegangen. Gegen Absicht und Willen richtete sich feine Aufmerksamkeit auf das Eckchen h nter der Ligusterhecke, woher er manchmal den Ton ihrer Stimme hörte, oder den Schimmer ihres wohl- bekannten blauen Kleides sah. Allein der Zwang, den er sich auserlegte, wurde bald zur stützenden Kraft, die Freundlichkeit, mit der man ihm von allen Seiten begegnete, that ihm jetzt noch wohler als früher, und er fing an mit sich und seinem Hierbleiben zufrieden zu sein. Adele Gubitz, die er neben Susanne wenig beachtet hatte, war doch
anmuthtges, gemüthvolles Kind, der innige, thetlnehmende Blick ihrer großen blauen Augen that ihm wohl, und er suchte gern ihre Gesellschaft.
Am fünften Tage nach seiner AuSfahrt kam Susannes Bat«r sehr befriedigt und unternehmend gestimmt von der Partie nach Chamowx zurück. «Es ist ein Jammer mien Deren," rief er gut gelaunt, .daß Du nicht mit gewesen bist. Magnt- fique, prächtig, großartig! Ich habe eigentlich Deine sonderbare Laune hier zu bleiben nicht begriffen."
Susanne lächelte still vor sich hin und beeilte M) bet erster Gelegenheit ihren Bater mit grau Major Holthauer bekannt zu machen. Lenz be- ßliss nicht, was seine Tochter Anziehendes an der
nicht die Absicht des Gesetzes sein konnte, die Ge-! Berufs die größte Reinlichkeit beobachten und Haltsbezüge der Lehrer durch diese veränderte Be ' auf das gewissenhafteste die vorhandenen Vor
rechnung irgend wie zu verringern, so wird auf Grund einer dieserhalb ergangenen RegierungsVerfügung Folgendes bestimmt:
In denjenigen Gemeinden, welche die Erhebung und Auszahlung des competenzmäßigen Schulgeldes nach Winter- und Sommerschulgeld getrennt bewirkt haben, so daß der Lehrer für die Zeit vorn 1. April bis 30. September 1888 einen geringeren Schulgeldbetrag empfing, muß dieser empfangene Geldbetrag zu dem für die Zeit vom 1. Oktober 1888 bis 31. März 1889 gezahlten Durchschnittsbetrage hinzugezählt werden. Er- giebt sich dabei, daß der bisherige competenz- mäßige Schulgeldbetrag nicht erre cht wird, so muß der daran noch fehlende Geldbetrag dem Lehrer als besonderer Gehaltszuschuß aus der Gemeindekasse ausgezahlt werden.
Sofern überhaupt in einer Gemeinde der berechnete Durchschnittsbetrag hinter dem seitherigen competenzmäßigen Schulgelde Zurückbleiben sollte, ist der Fehlbetrag, und zwar bis zur anderweiten Regulirung der Schulcompetenz, dem betreffenden Lehrer als besonderer Zuschuß aus der Gemeindekasse zu zahlen. Wenn über die Höhe des competenzmäßigen SchulgeldesZweifel bestehen sollten, so ist dieserhalb bei mir entsprechende Anfrage zu stellen.
2676. Der Königliche Landrath __ Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 23. März 1889.
Seitens des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten ist in einem Erlasse vom 22. November 1888 darauf hingewiesen worden, daß das Kindbettfieber, dem eine große Anzahl Frauen noch jährlich zum Opfer fallen, mit großer Sicherheit und verhält- nißmäßig geringen Mitteln verhütet werden kann, wenn die Hebammen in Ausübung ihres
alten Dame finde und kümmerte sich nicht viel um diese. Ec brannte daraus, der Gesellschaft seine Reiseerlebnisse zu berichten und mit denen, die Chamonix gesehen hatten, seine Erfahrungen auszutauschen. Aber d'e Gemralin und die Räthin hatten ihre Zeit gut benutzt und Stimmung gegen den alten Herrn gemacht. Er land nirgend rechten Anklang und Entgegenkommen. Als er stch zuletzt dem Lieutenant von Wegener anschloß, von dessen Wohlmeinenheit er überzeugt zu sein glaubte, wandte sich d'eser mit unverständlich gemurmelter Entschuldigung ab und ließ den alten Herrn verdutzt stehen.
.Was ist hier geschehen?' fragte Lenz Der. drießlich, .die Leutchen sind ja wie ausgetauscht."
Als er sich am Abend zu seiner gewöhnten Whistpartie einiand. sagte die Generalin von Billerbeck boshaft süßlich: er möge gütigst entschuldigen, aber man habe in seiner Abwesenheit den kürzlich angekommenen Hauptmann Mühlig als Vierten eintreten lassen. .Sie sprachen von Ihrer bevorstehenden Abreise, wir dachten, Sie hätten dieselbe schon in'S Werk gesetzt," fügte sie kühl hinzu.
.Aber meine Tochter." —
.Wir sahen die junge Dame sehr wenig."
Lenz verließ zornig das Gesellschaftszimmer und ging Susanne auizusuchen, die einsam draußen an der Gallerte lehnte und mit stillem, freudigem Genießen über die in Dämmerung gehüllte Umgebung hinaus schaute. Wie schön war auch jetzt »och der in Moubglan- getauchte See, am User
beugungsmittel zur Anwendung bringen.
Demgemäß ist seitens des Herrn RegierungsPräsidenten zu Cassel unter'm 14. v. Mts. im Amtsblatt Nr. 10 eine Anweisung für die Heb
ammen zur Verhütung des Kindbettfiebers und eine Belehrung zum Gebrauche dieser Anweisung veröffentlicht worden, auf welche ich höherer Verfügung zufolge hierdurch Hinweise.
2877. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 26. März 1889.
Für den am 17. Oktober 1872 zu Niederaula geborenen Conrad Großenbach ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika uachgesucht
worden. 2997.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
s Die Alters- und Jttvaliditäts» Versicherung.
i.
Der Bericht der Reichstagscommission über den Alters- und Jnvaliditätsversicherungs-Ent- warf liegt nunmehr in zwei Bänden vor, von denen der eine über die Verhandlungen berichtet, der andere eine Zusammenstellung der ursprünglichen Regierungsvorlage sowie der Beschlüsse erster und zweiter Lesung nebst einigen statistischen Bemerkungen enthält. 41 Sitzungen hat die Commission ihrer Arbeit gewidmet, die damit endete, daß der Entwurf in der von der Commission beschlossenen Fassung mit 22 gegen 5 Stimmen angenommen wurde.
Im Großen und Ganzen ist die Grundlage des ursprünglichen Entwurfs dieselbe geblieben. Es gilt dies zunächst von dem Umfang der
entlang flimmerten zahllose Lichter, Hornmustk erklang in der Ferne und dann und wann fuhr eine Rakete zischend zur stahlblauen, sternhellen tztwmelskuppel empor.
.Was ist h er in meiner Abwesenheit geschehen, Suse?' 'ragte Lenz gereizten Tones. .Mich auS der Whiftpartte zu drängen, an der ich seit Monaten thetlnehme — unverschämt!"
.Ich fürchte, Papa, man hat es mir übel genommen, daß ich den Baron —"
.Aber Wegener? — Er war auch so
wie es seine gute Erz'ehung nur irgend zuläßt." .Auch er." sagte Susanne und senkte den Kopf, .Was soll das heißen? — Auch er — er hat auch um Dch geworben?'
Sie nfdte so beschämt,g als habe sie ein Unrecht einzugestehen.
.Und für die beiden wird jetzt Partei genommen? Aha — und ich habe allen Ünstnn, den Du an- richtest, mit auszubaden — eine abscheuliche Geschichte das!' Er stampfte grimmig auf und lief mit großen Schritten hin und her. .ES wird unS nichts übrig bleiben, als das Feld zu räumen — mißhandeln kann man fich nicht lassen. Geh b nauf, packe ein, morgen wollen wir abreisen."
.Papa!" rief sie betroffen, .eS ist hier ja fe wunderschön." _
.Was schön — ist auch anderSwo schön — Du wolltest selber weg, nun mach' auch Anstalt dazu!"
Sie legte stch auss Bitten, aber der alte Herr fühlte stch zu verletzt, er gab nur so viel nach, daß er -»gestand, bis morgen um 12 Uhr dableibe^