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^ M'i wöchentlicher Kratis-JLeilageJSuffrirtes UnterhaltungsblE

Dienstag den 19. Februar

1889.

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Ein ngttsnuMb-r«s<>8 Blatt hatte iünaft und, wie mir nhV^ und ist schaft zu erfreuen geh____

Aussprüch gethan, daß «v«. Kanzler £ kunft fetawir? °Ä Hu' Zeiten stand und steht er r

noch größere Herrschaft über das Ä ihre Wurzel in her fpfß^ ^at abgestorbenen Grundsätzen

ausüben werde, als der lebendige es je gethan." M^Erz k ln der 'E,u monarchischen Ueber- welch- ^nGHF'gitämnr^

Mit Bezug hierauf wirft ein freisinniges Blatt Phasen s-ines^mbN. Kanzlerin allo««- A^r^n üö^euat^obne da die Frage auf:Wird die Politik des Fürsten niß abgelegt hat. Hieraus erM^x/^E S Jn her S

Bismarck den Kanzler überleben?" und kommt weiterer wesentlicher unge» °e^ Monarchen un

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Widersprüchen gewesen seien, ivdem^ heute derjenigen Richtung gehuldigt, welche er gestern bekämpft habe.

Der Kanzler hat selbst wiederholt erklärt, daß er stolz darauf sei, in der langen Reihe von

Depoffedirung des Staates zu Gunsten der Selbstherrlichkeit des einzelnen Individuums richtet war. Ein anderer Grundzug seiner Po­litik ist die Erkenntniß der Nothwendigkeit einer größeren Fürsorge sowohl für die wirthschaft- lieben Verhältnisse, als auch für die gesellschast-

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__Politik Bismarck" wird davon sind wir fest überzeugt, ohne daß wir den Entschließ­ungen der Monarchen und zukünftiger Staats­männer vorgreifen auch für alle Zukunft der Leitstern Deutschlands sein und bleiben, und wenn was Gott noch recht lange verhüten wolle! der Kanzler dereinst nicht mehr unter den Lebenden sein wird, dann wird und muß das deutsche Volk, wenn eS sich nicht selbst in's Fleisch schneiden will, und hierin dürfte das zuerstgedachte nationalliberale Blatt vollkommen

Safiren in denen er sich mit Not tik beschäftiae. "Wen Beryattttlsse, als aucy jur Die gesenswasl- etwas gelernt zu haben und besserer Erkenntniß

zugänglich zu sein. Die Freisinnigen können dies ^He . hrese politischen Bestrebungen finden,Hre freilich nicht von sich sagen: sie halten blind an ihren politischen Lehrmeinungen fest, wenn auch darüber die Welt in Brüche geht. Doch dies nebenbei! Aber es zeugt von einer im höchsten Maße oberflächlichen Beurtheilungsweise, aus den wechselvollen äußeren Erscheinungen eines politischen Lebens, ohne einen Einblick in die Motive der ihnen zu Grunde liegenden Hand­lungen, ein Bild von dem politischen Character eines Staatsmannes construtren zu wollen, der länger als ein Vierteljahrhundert die Geschicke Preußens und Deutschlands gelenkt und die taunende Bewunderung der ganzen Welt auf ich gezogen hat und noch jetzt gefesselt hält. Nur )en freisinnigen Pygmäen scheint es verborgen zu sein, daß ein einheitlicher Wille und Geist das Leben dieses Staatsmannes beherrscht und

Erklärung außer in der festen monarchischen Ueberzeugungstreue in der Liebe zu dem deutschen Vaterlande und dem deutschen Reiche, an dessen Befestigung er von jeher unablässig gearbeitet hat, und diese Festigung erblickt er, wie er in einer seiner großen Reden am 26. März 1886 ausführte, vornehmlich in drei Dingen: in einem starten Kriegsherr, in guten Finan­zen und in der Zufriedenheit des Volks! Das ist eine Parole, nach welcher der Kanzler von jeher gewirkt und der wir die glänzendsten Erfolge verdanken.

Aber wenn alles Dies noch nicht genug ist, um den Beweis für die Einheitlichkeit der Politik Bismarck zu liefern, so können wir den Frei­sinnigen noch einen ihnen vielleicht verständlicheren Beweis vorführen: stets und zu allen Zeiten hat

Recht haben, sich stets die Politik desjenigen Staatsmannes gegenwärtig halten und zu seinem eigenen Vortheil auf sich wirken lassen, welcher durch diese seine Politik daS zersplitterte Deutsch- land geeinigt und trotz der vielen widerstrebenden Elemente im Innern zu einem großen, einigen und glücklichen Volke gemacht hat.

Aus dem Landtage.

Berlin, 16. Februar. Der heutigen Sitzung bei Herrenhause» wohnte am Ministertisch der Ministerpräsident Reichskanzler Fürst von Bilmard, ferner der vireprSfident bei StaatSministerium«, der Minister für Landwirthschaft und der Finanjminister bei. Nachdem da« neu eingetretene Mitglied, der Chef bei Generalftab« Graf von Waldersee in feierlicher Wege beeidigt war, berichtete Graf zur Lippe über den Gesetzentwurf, betr. die Erhöhung der Ären- dotation. Derselbe beleuchtete die Borlage nach ihrer finanziellen wie nach ihrer politischen Bedeutung und schloß mit der Bitte an da« Hau« dem Gesetzentwurf, ohne Di«- kuffion einstimmig die versasiungSmüßige Zustimmung zu ertheilen. Da» Hau» entsprach auch diesem Vorschläge und nahm den Ges.tzentwurf ohn« jed« Debatte einstimmig an. Im Uebrigrn wurden Sommifitont- rc. Wahlen Borge» nommen, Petitionen erledigt und di« Nachrichten von der

Jkuch und Segen.

Novelle von B. W a l d o W.

(Fortsetzung)

«Verzeihung, mein Herr,- stammelte Horst; «ich --

Weiter kam er nicht, denn im nächsten Augen­blick schon breitete der Fremde die Arme nach ihm aus und rief, seine Umgebung vergessend, freude­trunken:

«Horst, alter Freund, sind Sie eS denn wirklich?

«Sie leben, Hugo Sie leben?" jubelte Horst nun seinerseits, und die beiden Männer hielten sich lange und lest umschlungen, während die junge Frau, welcher vor Rührung die Thränen in die Auge getreten, mit gefalteten Händen daneben stand.

Endlich kam ihr glücklicher Gatte dazu, sie mit dem todtgeglaubten Freunde, von welchem er ihr so oft erzählt, bekannt zu machen, und freude­strahlend nahm er denselben mit in sein behag­liches Heim.

«Wie geht eS Marianne?" war dort Hugos erste Frage, und als Horst ihm sagen mußte, baß er von deren Ergehen seit Jahren nicht unter­richtet worden, wurde er schweigsam und traurig, raffte sich aber aus seinem Sinnen wieder aus und rief zuversichtlich auS: «Ich werde sie finden, denn wer diesen Ring trägt, soll glücklich sein. Ohne Marianne aber gibt eS kein Glück für mich in dieser Welt."

Seine Augen ruhten auf dem Talisman, den th» die Gretst« mitgegeben und als er »fuhr.

daß die Nachricht von seinem Tode ihr das Herz gebrochen, vermochte er mühsam nur seines Schmerzes Herr zu werden.

In schonendster Weise theilte Horst ihm daS Schick­sal seiner übrigen Angehörigen mit, und noch an demselben Tage wollte Hugo abretsen, um sobald als möglich seine Mutter zu sehen, und, wie er hoffte, in der Vaterstadt vielleicht etwas über Mariannens Aufenthalt zu erfahren. Der Freund und seine junge, liebenswürdige Frau aber baten so dringend, die Weiterreise am folgenden Tage erst fortzusetzen, daß er ihren Bitten endlich nach- gab und zu bleiben versprach.

Horst war überglücklich darüber und saß nun neben dem langentbehrten Freunde, seinen Arm um dessen Schulter gelegt, indes derselbe von seinen Erlebniffen berichtete.

«Noch niemals," so erzählte Hugo, «habe ich einen furchtbareren Sturm auf hoher See erlebt, als den, dem meine arme «Lydia- zum Opfer fiel, und nur mit Schaudern vermag ich jener entsetz­lichen Katastrophe mich zu erinnern. Daß ich dem Wellentode, dem um mich her Unzählige zum Opfer fielen, entgangen bin, verdanke ich der wunderbaren Fügung Gottes. Der zweite Steuer­mann und ich, wir standen noch allein auf Deck des sinkenden Schiffes und hielten, dicht aneinander- gedrängt, uns krampfhaft fest an dem noch stehen­den Mast. Da plötzlich wurde ich weit fortge­schleudert, fühlte einen brennenden Schmerz am Hinterkopf die Sinne begannen mir zu schwinden - und um »ich her var's Pacht.

als ich erwachte, befand ich mich an Bord eines englischen KutterS und zwar in der Nähe des Hafens von Baltimore. Nur mit Mühe vermochte ich meine Gedanken zu ordnen, denn der Schmerz am Kopse war stonraubend.

«B ele standen um mich her und schauten theil- nehmend auf mich herab. Die Glieder waren mir wie gelähmt ich schloß die Augen. -Mit dem isi'S aus,- hörte ich eine tiefe Stimme sagen und gleich darauf drang von der anderen Seite her ein lautes Schluchzen an mein Ohr. Ich blickte auf und sah, wie eine große kräftige Gestalt die mich Umstehenden beiseite schob und dicht an mich herantrat. Zwei harte, rauhe Hände erfaßten die «einigen, und ich erkannte in dem Manne einen alten, wackeren Matrosen von Lord der «Lydia-.

«Sie dürfen so nicht sterben, Herr Kapitän," sagte er. indem die hellen Thränen über sein weiter- hartes Gestcht rannen. «Ich hab' in Baltimore einen Bruder bet diesem will ich Sie so lange pflegen, bis wir zusammen wieder heimkehren können."

«Ich drückte dem Manne dankbar die Hand man legte einen frischen Verband um meinen Kopf und wieder wurde es dunkle Nacht um mich. Als ich zum zweiten Male aus todeSähulicher Ohnmacht erwachte, waren Tage vergangen; ich war in Baltimore unter einem schlichten, einfachen Dache, wo barmherzige Menschen «ich auf ein rein­liches, wenngleich ärmliches Lager gebettet. An «etorr Seit? sei der alte Heemans und hielt